tutor! hat geschrieben:
Ja, es geht los mit Eindrehtechniken auf beiden Beinen und Fußtechniken in verschiedene Richtungen, dann kommen Eindrehtechniken auf einem Bein dazu und schließlich die Selbstfalltechniken. Das war damals so (...)
So kann man es skizzieren und impliziert gleichzeitig etwas Altes, etwas, das nicht den Anspruch
von moderner Methodik inne hat. Darüberhinaus die heutige, und damit automatisch korrekte, Didaktik missen ließ.
und ist es auch heute in der Graduierungsordnung - genauer gesagt in den Technikpools - so verankert. Und zum 1. Dan muss man die Techniken der Gokyo werfen können.
Jetzt greift sofort Udos Kritik, denn wie soll der Schulabgänger nun urplötzlich das dreier Gespann bestehend aus Tani-otoshi, Yoko-otoshi und Uki-waza korrekt als Gokyo-Schablone demonstrieren können, gar notwendigerweise differenzieren, wenn er sie doch mit ihren Schlüsselelementen gar nicht kennen kann?
Und auch früher war es das Ziel, die Techniken so zu vermitteln und zu üben, dass man sie im Kampf anwenden konnte. Auch das ist heute nicht anders.
An dieser Stelle begehst Du den Kardinalfehler schlechthin, denn welchen Vergleich (ein Referenzbildnis) ziehst Du heran? Ist es das Schlachtfeld, und damit eine Koryu oder ist es das Kodokan-Judo als Kanos persönliche Schulbegleitung, also eine Erweiterung der Methoden zur Bildung und Erziehung eines Individuums und auch des Kollektivs? Oder ziehst Du den Sportverkehr und seine Belange der 1960,70 & 80er für den Vergleich heran?
Leider entsprach das ab ca. den 1980ern zunehmend nicht mehr der Realität in vielen Vereinen,
Es wurde oberflächlich! Diesbezüglich stimme ich mit Dir vollkommen überein.
sodass es zunehmend wichtiger geworden ist, darauf hinzuweisen, dass Techniken anwendungsbezogen unterrichtet werden sollen. Aber es gelingt scheinbar nicht immer und überall zu erklären, dass das eine Reaktion auf eine Degeneration des technischen Verständnisses ist, und nichts, was sich ein „Studierter“ im stillen Kämmerlein ausgedacht hat.
Ja, natürlich, beinahe wiederum eine volle Zustimmung meinerseits.
Heute erkenne ich einen Fehler in der stumpfen Fixierung auf den Begriff "Anwendung & anwendungsbezogen". Das war ein großer Fehler, der zu den blödesten Stilblüten geführt hatte. Dieser Fokus führte zum kollektiven Vergessens, wir hatten uns damit selbst das Denken, als Form eines anderen Lernens genommen, quasi ungewollt verboten.
Was ich damit verbinde, findet sich u.a. in der Koshiki no kata wieder. Nur, welcher Judoka (m/w/d) wird zukünftig diesen Status noch erzielen können, ohne jegliche Grundlage? Wo auch immer diese Grundlage liegen möge, das möchte ich offen lassen.
Situationen und deren Nutzung zum Werfen entstehen durch Ukes Aktion oder sie werden durch Tori initiiert, der Uke zu einer Reaktion veranlasst. Und das mit subtilen kleinen Bewegungen und nicht, indem man quer über die Matte läuft, um etwas „aus der Bewegung“ zu machen.
Nicht jedes Lesende wird Deine Kritik verstehen, ich verstehe sie.
Genau dieses Verständnis von Situation und Technik ist Grundlage der Koshiki-no-kata, die zweifelsfrei der älteste Teil des Judo-Curriculums ist.
Hier greife ich heraus, ich möchte es unbedingt lösen:
"SITUATION und TECHNIK"
Denn dieses ist das Unheil, eine Fixierung im Denken - auf die Begrifflichkeiten.
Dieses führt zur Stagnation und verhindert in der Folge den weiteren Erfolg. Selbstverständlich kann man einfliessen lassen, dass die BEFREIUNG davon' zur Entwicklung des Judoka, des Judos dazugehört ..!