Im JM 6/22 (15ff) wurden ja schön von WDR verschiedene Fakten als Begründung des neuen kompetenzorientierten Graduierungssystem angegeben.
Da freute ich mich und sah auch im neugestalteten 8. Kyu schöne Vorteile für Werbemaßnahmen wie Tag des Judo in Schulen, um vielleicht auch mehr Kinder in den Verein zu locken.
Etwas irritiert war ich dann auf Seite 27 durch die Aussage von Erik Goertz:
Bleibt ein Kind durchschnittlich anderthalb Jahre im Verein, hat es
bisher vielleicht zwei bis drei Prufungen gemacht. Ziel muss sein, dass es nun in dieser Zeit drei bis vier Prufungen macht - das ist Wirtschaftlichkeit. Jede Prüfung mehr ist am Ende Geld fur den DJB.
Nun gut, ich rede selten wie gedruckt. Vielleicht geht es auch anderen so und die Aussage war missverständlich formuliert, denn eigentlich geht es doch beim Judo nicht nur ums Geld für den DJB und WDR hatte ja auch schön erklärt, wozu das neue System gut ist.
Etwas mehr bin ich jetzt irritiert, wenn ich die Erklärungen von Andreas Kleegräfe (DJB-Vorstand Jugend, Bildung und Breitensport) auf der DJB-Homepage (
https://www.judobund.de/aus-fortbildung ... stem-5358/) lese:
Fazit: Einnahmen aus vier Prüfungen (Mehreinnahmen), denn bei gleicher Verweildauer im Verein absolviert das Kind eine Prüfung mehr.
Also geht es wirklich bei den Kindern mit kurzer Verweildauer im Judosport nur darum, möglichst viel Mehreinnahmen für den DJB zu kassieren. Wäre es dafür nicht sinnvoller, die Aufnahmegebühr zu verteuern (dann muss Prüfer wenigstens keine weichgekochte Prüfung verkaufen) oder vielleicht nur gestaffelte Prüfungsgebühren zu nehmen? Vielleicht hohe Prüfungsgebühren für Kyus 8-5 (um früh Erträge für den DJB zu sichern, bevor die Kinder Judo satt oder zu teuer haben/finden), dann niedrigerwerdend für die Dranbleiber, und dann ab 1. Dan (wg. Prestige) tüchtig ansteigend? Mit Kenntnissen der BWL ließe sich das sicher noch viel weiter optimieren.
Und dann: wie sind denn jetzt eigentlich die Prüfungsgebühren für den 8. Kyu geplant? Ich weiß, vertraulich, Landesverbände etc. Aber ich hatte ja eigentlich gehofft, den als Werbemaßnahme beim TdJ auch verwenden zu können/dürfen. Habe gerade an 4 Tagen für insgesamt 200 Kinder Tag des Judo mit MitstreiterInnen organisiert. Muss ich jetzt zusätzlich 200 * X Euro an den Verband dafür abführen, um 8-kyuhalber zu werben? Mir dafür einen Sponsor suchen? Eigentlich kann ich den Sponsor dann ja auch direkt an den DJB vermitteln.
Jetzt weiß ich nicht mehr, wozu der 8. Kyu gut ist?
Etwas verwirrt,
-sven