Perseus42 hat geschrieben:Ich hätte es z.B. viel sinnvoller gefunden, wenn der Kampfrichter meinem Sohn erklärt hätte, dass so etwas nicht geht, dass man sich persönlich beleidigt fühlt, wenn so etwas gemacht wird, dass man selbst das auch ja nicht möchte und hätte von ihm verlangt, dass er zum Kampfrichter geht, der den Kampf geleitet hatte und sich persönlich bei ihm entschuldigt. Ich glaube, so etwas bringt viel mehr, als irgendeine "überzogene" Strafe.
Ja aber jetzt nimmst Du - abstrakt gesprochen - das Opfer in die Pflicht, den Täter zu erziehen...
Nun ja, irgendwie hat es der Kari ja dann gemacht, durch die Disqualifikation und Bekanntgabe des Grundes...
Warum soll aber jemand, der seine Freizeit opfert, um anderer Leute Kinder ein gutes Turnier-Erlebnis zu verschaffen u. der
deswegen den ganzen Tag hochkonzentriert sein muß, nun eben einem Kind, welches ihm Verachtung gegenüber zeigt, noch zusätzlich erklären, wie
sehr es ihn verletzt hat und daß es so eigentlich gar nicht geht usw. usf... ?
Mein Sohn fühlte sich schon (ob berechtigt oder nicht) während des Kampfes ungerecht behandelt und durch die Strafe dann danach erst recht. Vielleicht macht er es mit dem Finger tatsächlich nicht mehr, aber bestimmt nicht aus Einsicht, sondern "nur" aus Angst, wieder so bestraft zu werden...
Da ich davon ausgehe, daß die Sache sicherlich durch Trainer und Dich noch einmal mit dem Kind durchgesprochen wird, sollte die Strafe einer Einsicht nicht
entgegenstehen... Verstehe also das Problem nicht...
So hart es klingt: Wenn die Intelligenz nicht zu Einsicht reicht, dann ist es besser, die Betreffenden "funktionieren" wenigstens aus Angst vor 'ner Strafe ...
Wenn die Intelligenz zur nicht geheuchelten Einsicht befähigt, wird diese Strafe auch nichts dran ändern und im Folge der Einsicht entsprechend betrachtet werden...
Perseus42 hat geschrieben:Man hätte auch z.B. danach noch einen Freundschaftskampf organisieren können, den mein Sohn hätte leiten müssen... dann hätte er auch gleich am "eigenen Leib" erfahren, wie man sich als Kampfrichter fühlt... Ich glaube, so etwas wirkt viel mehr, als eine als zu hart empfundene Strafe.
Sicher hätte man können...
Aber wie oben gesagt, es kann ja nun nicht Aufgabe der KaRis sein, nun unbedingt die Erziehungs-/Überzeugungsarbeit am Kind zu leisten, die wohl besser im Nahumfeld des
Kindes aufgehoben ist...
Und dann bleibt noch der Aspekt der Außenwirkung: Für alle anderen evt. frustrierten Kinder, die sich aber bisher auf die Zunge gebissen u. beherrscht haben, kommt dann
als Signal: "Unbeherrscht Stinkefinger zeigen und man darf sogar noch 'nen Kampf leiten, wie toll ist das denn?!" - nun gut beim nächsten Turnier könnte man dann
die Karis auf ein Minimum reduzieren, weil die meisten Kämpfe dann durch die Kinder selbst geschiedst werden können
