Ich möchte nur nochmal auf die eigentliche Diskussion hinweisen.
Aber nehmen wir mal das Thema Boxen. Was ist die große Regelflut im Boxen der letzten 20 Jahre, die einem als Zuschauer aufgefallen ist. Grob die Regeln im Boxen: Es geht drum den anderen einen Knock Out zu verpassen oder mehr Treffer zu landen, als der andere. Was jetzt ein Treffer ist oder nicht bleibt, wie du richtig gesagt hast, den meisten auch verborgen, aber wichtig ist trotzdem die Zuschauer wissen, es gibt Treffer oder Nicht-Treffer. Wer was anderes macht, wie mit den Fäusten um sich hauen, kriegt ein Punktabzug oder wird disqualifiziert. Relativ einfach.
Wenn sich hier bei den Regeln was ändert, dann eine gravierende Regeländerung in 5 Jahren. Du schreibst ja selbst, seit 1740. Naja das sind dann vom Grundsatz fast 250 Jahre Entwicklung dazwischen.
Nehmen wir aber mal bspw. das populärere Ringen. Die haben auch ein Haufen Sportler verloren, weil sie jedes Jahr die Regeln geändert haben.
Wenn Regeln geändert werden, dann weil ein Notstand vorliegt bzw. um es wirklich attraktiver zu machen. Ich finde einige Regeln auch sinnvoll für Zuschauer (der rote Kreis ist weg, nur noch innerhalb, außerhalb). Aber ich bin weiterhin der Meinung, dass ein Punktesystem insgesamt einfacher zu durchschauen ist. Jeder Hebel, Würger etc. 3 Punkte, jeder Wurf, egal ob Wertung oder nicht 1 Punkt. Dann gäbs nur die Diskussion, ob es überhaupt ein Wurf war oder nicht. Wer als Erster 5 Punkte hat, hat gewonnen oder wer nach Ablauf der Zeit mehr hat. Sowas ist doch einfacher zu durchschauen, wie Yuko Waza-Ari und Shido etc.
Ich bin aber auch kein Gegner der Tradition, das will ich damit nicht sagen. Ich denke nur, man verändert an der falschen Seite, wenn man Gokyo-Techniken, die spektakulär sind verbietet und gleichzeitig den Sport nicht vereinfacht.
Mir war wichtig an der Diskussion, dass der Bewertungsmodus weitaus komplizierter ist, wenn der Zuschauer mit Fremdwörtern konfrontiert ist.
Geld mit Trendsportarten. Das stimmt. Aber ich glaube, da sind eher Trendsportarten betroffen, die vom roten Bullen unterstützt werden. Seit wann kommen auf einmal das Red Bull Air Race, Red Bull x-Games, Felix Baumgartner Weltraumsprung, Motocross, etc. im Fernsehen... naja seit Red Bull massiv pusht. Dort gebe ich dir Recht. Aber ich gehe bei BJJ eher davon aus, dass MMA die größeren Gelder kassiert.
BJJ ist meiner Ansicht nach wirklich noch nicht so stark aufgestellt, dass sie sämtliche finanzielle und personelle Infrastruktur stellen können. Es gibt keine Live-Übertragung der Wettkämpfe etc. Da sehe ich den Judobund auf einem guten Weg. Vor allem, wenn jetzt die Bundesliga durch Live-Übertragungen auch im Internet zu verfolgen ist.
Ich sehe, dass MMA auch insgesamt als größeren Konkurrent. Auch dort sehe ich die Regeln, den Gegner zur Aufgabe zu zwingen oder auszuknocken, einfacher an, als unser Rumgeschiebe. Auch durch die Präsenz der UFC etc. im Fernsehen. Dort brauche ich als Sportler natürlich noch weniger eigenes Geld in die Hand nehmen, keine Gürtelprüfung nichts, sondern der Trainer sagt mir: Ok du bist bereit oder eben nicht.
In der Region Freiburg waren dort 1000 Zuschauer (
http://www.badische-zeitung.de/boxen/2- ... 46018.html) bei einem Eintrittspreis von 20 Euro (18 VVK). Im Ringen bei der RKG Freiburg (2. Liga) sind 100 Zuschauer bei nem Eintrittspreis von 5 Euro und bei den Judo Veranstaltungen sind 30 Zuschauer, bei freiem Eintritt. Ich denke es hat auf jeden Fall etwas damit zu tun, wie du hinterher auch promotest ganz klar.
Aber nochmal vom Grundsatz her sehe ich das Regelwerk als einen der größten Hindernisse in unserem Sport. Und Judo bietet einfach nicht so viel Action, wie man man sich die Nase blutig haut...
Zu derLichtschalter: Ich gebe dir Recht. Ich war auch an der deutschen Meisterschaft der IBA in Tübingen. Das ist ein kleiner Verband, der das klassische Jiu Jitsu (also Judo mit bisschen anderen Regeln ohne Schläge und Tritte) ausführt. Es war sofort klar, dass die Veranstaltung sehr offen gegenüber Judokas und anderen Sportlern war. Das finde ich an BJJ und anderen organisierten Meisterschaften auch Klasse. Aber meistens sind die Veranstaltungen genau auch auf diese Starter angewiesen. Insgesamt waren dort 20 Teilnehmer. Ganz so wenige sind natürlich an den Veranstaltungen des BJJ nicht, vor allem wenn man die neue Ausschreibung zu der Veranstaltung von Otto Kneitinger sieht, also da geht schon was.