
https://www.youtube.com/watch?v=0ChV8bW6_bA
Und zwar wofür wurde das erste Shido gegen Orujov gegeben? Ist es, weil er blockiert und keinen gescheiten Angriff versucht?
Ich versuche mal es aus Kampfrichtersicht zu schildern, auch wenn ich nicht auf diesem Niveau schiedse.Lippe hat geschrieben:Tja, ich bin kein Kampfrichter. Auf mich wirkt das Kampfgeschehen bis zu diesem Zeitpunkt von beiden Seiten doch zu aktiv, als dass man da strafen müsste.
Es ist kein einseitiger Griff, er greift mit einer Hand diagonal, das wird längst nicht so schnell bestraft, wie ein einseitiger Griff mit beiden Händen.Lippe hat geschrieben: Aber wenn wir schon dabei sind: Müsste Ono dann nicht gleich im Anschluss ein Shido für einen einseitigen Griff bekommen (2:50-2:55, bis der Griff gelöst wird, einseitiger Griff ohne jede Wurfabsicht)?
Stimmt, nicht lange genug.Lippe hat geschrieben: Ab 3:05 ist das doch auch schon ein recht deutliches Blocken, um dem dominanten Griff von Orujov zu entgehen, aber wahrscheinlich nicht lange genug für ein Shido.
Die Trefferfläche ist aus der Kameraperspektive schlecht zu sehen, vom Schulterbereich her sieht es nach Yuko aus, die Hüfte ist nicht zu sehen, also kann man aus der Perspektive nicht sagen, ob die gesamte Seite des Oberkörpers auf der Matte war.Lippe hat geschrieben:Und hat Ono Glück, dass es bei 3:10 keinen Yuko für Orujov gibt, oder ist das zu viel Schulter und zu wenig Seite?
Ja, er vermeidet klar den Griff mit der zweiten Hand, noch deutlicher als er es bisher her schon getan hat.Lippe hat geschrieben:Das Shido bei 3:54 hätte ich auch so gesehen.
Ich denke der Block, aber vor allem danach der Scheinangriff, hätte bestraft werden sollen.Lippe hat geschrieben:Den Block wie bei 3:05 gibt es ab 4:23 bis 4:33 ja wieder, aber das ist wahrscheinlich erneut nicht lang genug für eine Verwarnung?
Der Shido war wohl für das Blocken am Gürtel, der ist richtig.Lippe hat geschrieben:Bei dem Waza-ari für Ono gehe ich wieder mit, genauso bei dem Shido für ihn bei 6:34, wenngleich ich das (s.o.) schon vorher erwartet hätte.
Der Shido ist korrekt. Der Kampfrichter konnte den Griff in den Gürtel wohl auch nicht sehen, sondern hat die Strafe vermutlich von seinen Kollegen über Funk angesagt bekommen, es gab vielleicht Verständigungsprobleme, so dass er das falsche Handzeichen macht.Lippe hat geschrieben:Auch das Shido bei 6:56 für Orujov verstehe ich nicht. Er hat einen dominanten Griff, unter dem sich Ono abbeugt und zurückweicht. Wieso Shido für Orujov? Direkt im Anschluss lässt sich Ono ja erneut dominieren und wird erneut nicht dafür bestraft. Wäre es nicht an der Zeit?
Edit: Habe in den Kommentaren unter dem Video gelesen, dass es das Shido bei 6:56 wohl für den Griff in den Gürtel gab. Den Griff sehe ich jetzt auch...
Ich denke im großen und ganzen war bei dem Kampf alles OK. Es entspricht der derzeitigen Linie. Dass nicht jede Aktion immer hundertprozentig richtig entschieden wird ist, gerade bei Shido Situationen, normal. Die Kampfrichter können sich ja nicht, jede Szene in Ruhe in Zeitlupe zig mal ansehen.Lippe hat geschrieben:Ich habe das Gefühl, dass bei den Verwarnungen nicht unbedingt eine konsequente Linie gefahren wurde. Oder täusche ich mich?
Wo ist da ein deutlicher Unterschied zu sehen? Beide wollen zufassen, Ono ist häufiger dann schneller.Uwe 23 hat geschrieben:Nach dem 2. guten Ansatz von Weiß, wobei von Blau noch nichts wirksames zu sehen war.
[...]
Es passiert doch recht wenig und für mich ist ein deutlicher Unterschied zu sehen, Orujov greift fast nur einseitig und macht nur halbherzige Angriffe ohne echte Wirkung, Ono will den Griff und ihm gelingen zwei gute Gleichgewichtsbrüche.
Was viele Athleten und Trainer nicht in wissen, oder es wissen, und trotzdem nicht in ihre Taktik einbeziehen: Die Kampfrichter sind gehalten bei einem taktischen Kampf, ohne große Aktionen, nach ca. 1 min mittels Shido für den weniger Aktiven, einen Unterschied her zu stellen, um den Athleten zu zwingen, den Kampf offener zu gestalten.
Mit welcher Begründung? In den Regeln steht "In der Standposition ohne anzugreifen anders als „normal“ zu fassen." und das ist hier der Fall. Eine Hand oder beide macht für den Kämpfer wie für den Regeltext keinen Unterschied.Uwe 23 hat geschrieben:Es ist kein einseitiger Griff, er greift mit einer Hand diagonal, das wird längst nicht so schnell bestraft, wie ein einseitiger Griff mit beiden Händen.
Der Scheinangriff hatte genau den selben Effekt wie die ersten beiden Angriffe von Ono, Orujov macht einen Schritt und Ono ist danach in Newaza.Uwe 23 hat geschrieben:Ich denke der Block, aber vor allem danach der Scheinangriff, hätte bestraft werden sollen.
Also ich finde die Angriffe von Ono deutlich effektiver und wirkungsvoller als sie von Orujov, Ono kombiniert zuvor mit Fußtechniken und geht mit der Hüfte rein, und geht die Gefahr ein, gekontert zu werden. Orujov hakt nur das Bein ein, bei dem Uchi-mata Versuch lässt er sofort die Zughand los, um ja nichts zu riskieren.caesar hat geschrieben:Wo ist da ein deutlicher Unterschied zu sehen? Beide wollen zufassen, Ono ist häufiger dann schneller.Uwe 23 hat geschrieben:Nach dem 2. guten Ansatz von Weiß, wobei von Blau noch nichts wirksames zu sehen war.
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Es passiert doch recht wenig und für mich ist ein deutlicher Unterschied zu sehen, Orujov greift fast nur einseitig und macht nur halbherzige Angriffe ohne echte Wirkung, Ono will den Griff und ihm gelingen zwei gute Gleichgewichtsbrüche.
Was viele Athleten und Trainer nicht in wissen, oder es wissen, und trotzdem nicht in ihre Taktik einbeziehen: Die Kampfrichter sind gehalten bei einem taktischen Kampf, ohne große Aktionen, nach ca. 1 min mittels Shido für den weniger Aktiven, einen Unterschied her zu stellen, um den Athleten zu zwingen, den Kampf offener zu gestalten.
Warum die Angriffe von Ono höher zu bewerten, als die von Orujov? Weil Ono sich auf den Bauch fallen lässt? Orujov entgeht beiden Angriffen mit einem Schritt, bei Orujovs Angriffen (Uchi-mata, Fußfeger) muss Ono auch jeweils einen Schritt machen. Sind Onos Angriffe da jetzt besser, weil er sich auf den Bauch fallen lässt?
Besser gesagt, es geht um den defensiven Zweck vom "nicht normalen" Griff. Aber diese weitere Interpretation muss man hier gar nicht bemühen, diese Aktion ist zu kurz für eine Bestrafung. Und Ono macht diesen Griff nicht mit System, um Aktionen zu verhindern.caesar hat geschrieben:Mit welcher Begründung? In den Regeln steht "In der Standposition ohne anzugreifen anders als „normal“ zu fassen." und das ist hier der Fall. Eine Hand oder beide macht für den Kämpfer wie für den Regeltext keinen Unterschied.Uwe 23 hat geschrieben:Es ist kein einseitiger Griff, er greift mit einer Hand diagonal, das wird längst nicht so schnell bestraft, wie ein einseitiger Griff mit beiden Händen.
Für mich gibt es da klare Unterschiede. Die Hüfte ist nicht drin und Ono lässt direkt beim Eindrehen eine Hand los und orientiert sich zum Boden.caesar hat geschrieben:Der Scheinangriff hatte genau den selben Effekt wie die ersten beiden Angriffe von Ono, Orujov macht einen Schritt und Ono ist danach in Newaza.Uwe 23 hat geschrieben:Ich denke der Block, aber vor allem danach der Scheinangriff, hätte bestraft werden sollen.
Der Effekt an Uke ist der Gleiche.Uwe 23 hat geschrieben:Also ich finde die Angriffe von Ono deutlich effektiver und wirkungsvoller als sie von Orujov, Ono kombiniert zuvor mit Fußtechniken und geht mit der Hüfte rein, und geht die Gefahr ein, gekontert zu werden. Orujov hakt nur das Bein ein, bei dem Uchi-mata Versuch lässt er sofort die Zughand los, um ja nichts zu riskieren.
Man muss ja nun nicht für jeden Wurf die Hüfte drin haben, es soll ja ein paar Techniken geben, wo das nicht der Fall ist. Ansonsten ist es das Gleiche wie bisher, Ono dreht ein, merkt, es wird nichts und geht zu Boden. Nur dieses Mal war es kein Uchi-mata Ansatz.Uwe 23 hat geschrieben:Für mich gibt es da klare Unterschiede. Die Hüfte ist nicht drin und Ono lässt direkt beim Eindrehen eine Hand los und orientiert sich zum Boden.
OK, jetzt kommen wir wieder in Richtung Grundsatzdiskussion.caesar hat geschrieben: Noch ein Beispiel für ungünstige Shidoverteilung:
https://www.youtube.com/watch?v=n1dIajXdxNw
So ganz grundsätzlich, warum hat er den Druck? Soll er den Kampf entscheiden? Soll er einen Unterschied finden?Uwe 23 hat geschrieben:Der Kampfrichter steht unter Druck, den Kampf entscheiden zu müssen, er soll Unterschiede herausfinden und einen Unterschied herstellen, damit der Kampf in Gang kommt / offener wird, er soll in der regulären Kampfzeit dafür sorgen, dass der "Bessere" gewinnt.
Dafür reichen doch die aktuellen Regeln, wie sie geschrieben stehen. Dafür braucht man keinen Vorgaben wie "Shido nach einer Minute" oder so etwas.Uwe 23 hat geschrieben:Wir sind schon mal in eine solche Richtung gegangen, genau darum sind wir zu den aktuellen Strafen gekommen, bei denen wir einen Griff und Angriffsaktionen erzwingen.
Effektive Kampfzeit sind 5 Minuten. Warum argumentierst du mit 10 Minuten Griffkampf? Ono-Orujov war ausreichend Bewegung drin, bei den Schwergewichtlern kann man den Kampf auch noch entwickeln lassen. Man kann den Shido auch nach 2,5 Minuten geben, warum nach einer?Uwe 23 hat geschrieben:Will am wirklich 10 Minuten Griffkampf sehen, bis einer der Kämpfer die Arme nicht mehr hoch kriegt?
Ja und? Dafür hätten wir dann auf den unteren Ebenen mehr Karis mit vernünftigen Einstellungen, die Leute an der Basis könntenUwe 23 hat geschrieben:Als Kampfrichter ist man aber an die Vorgaben von oben gebunden, wenn man sich da nicht dran hält, hat man sofort eine schlechte Bewertung und bekommt dann keine hochklassigen Einsätze mehr.
Das ist aber was anderes als:Uwe 23 hat geschrieben: Aber nochmal, die Vorgaben für die Bestrafungen kommen nicht daher, dass man gerne bestrafen möchte, sondern weil sich die Athleten entsprechend verhalten. Man will, dass der gewinnt der gute Würfe macht und nicht der der mit mehr Kraft und Kondition Aktionen des Gegners verhindern kann.
Das sind dann auch die Shidos die ich am liebsten gebe, wenn wirklich klar ist, dass einer keine Techniken machen will, er nur Griff verhindert, raus schiebt, runter drückt usw. .
Ersteres ist nachvollziehbar, wobei ich aber lieber hätte, daß die Regeln so angewendet werden, daß die LeuteUwe 23 hat geschrieben:Spätestens nach einer Minute steht er unter großem Druck und muss suchen, um etwas zu finden, wodurch er diesen Unterschied herstellen kann. Da ist er sehr dankbar, wenn dann endlich mal von einem etwas wie in klarer Ansatz kommt, oder eine klare verbotene Handlung, damit er endlich den Shido geben kann.