Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Eine neue Idee ist in den USA geboren worden! Es geht um eine Technik-Zertifizierung der 67 offiziellen Wurftechniken in den Stufen Bronze (23 Techniken), Silber (23 Techniken) und Gold (die verbleibenden 21 Techniken).
Grundlage ist das Buch von Daigo (natürlich in der englischen Ausgabe). Wer daran teilnehmen möchte, sendet einen Video-Clip mit der Demonstration der Technik(en) beim Verband ein. Dort wird es geprüft und entweder für gut, oder noch nicht ganz ausreichend empfunden. Da die Entfernungen in den USA gewaltig sind und es relativ wenig Judoka gibt, ist dies das praktischste Mittel dort.
Eine Erläuterung ist auf YouTube zu finden:
Was haltet ihr von dieser Idee? Wäre das etwas, was man sich auch in abgewandelter Form für Deutschland vorstellen kann?
Grundlage ist das Buch von Daigo (natürlich in der englischen Ausgabe). Wer daran teilnehmen möchte, sendet einen Video-Clip mit der Demonstration der Technik(en) beim Verband ein. Dort wird es geprüft und entweder für gut, oder noch nicht ganz ausreichend empfunden. Da die Entfernungen in den USA gewaltig sind und es relativ wenig Judoka gibt, ist dies das praktischste Mittel dort.
Eine Erläuterung ist auf YouTube zu finden:
Was haltet ihr von dieser Idee? Wäre das etwas, was man sich auch in abgewandelter Form für Deutschland vorstellen kann?
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Auf den ersten Blick, fand ich das eine gute Idee. Auf den zweiten nicht mehr.
Eigentlich ist das doch genau das, was wir mit Gürtelprüfungen erreichen wollen. Also warum so was tun?
Das könnte evtl eine Option sein für die Prüfer (egal ob Kyu oder Dan) da müsste es dann aber verpflichtend sein. Oder fängt mal mit Dan-Prüfern an und hofft auf Streuung nach unten...
Das Kernproblem ist aber ein anderes. In unserem Verband gibt es keine Strukturen, die sich mit dem Judo an sich befassen. Es wird verwaltet und organisiert. Eine Technische Kommission oder ähnliches (also die letzte Instanz, die sagt, wie es eigentlich geht), die dann ja auch das Video begutachten müsste, existiert derzeit nicht. Und sofort stellt sich die Frage, wer da drin sitzen soll? Die höchstgraduierten Danträger (die höchsten Dangrade werden nicht mehr für die besten Judo-Leistungen vergeben, sondern für den erfolgreichsten Sportpolitiker - böse gesagt, ich weiß, ist aber auch nicht das Hauptthema.
Eigentlich ist das doch genau das, was wir mit Gürtelprüfungen erreichen wollen. Also warum so was tun?
Das könnte evtl eine Option sein für die Prüfer (egal ob Kyu oder Dan) da müsste es dann aber verpflichtend sein. Oder fängt mal mit Dan-Prüfern an und hofft auf Streuung nach unten...
Das Kernproblem ist aber ein anderes. In unserem Verband gibt es keine Strukturen, die sich mit dem Judo an sich befassen. Es wird verwaltet und organisiert. Eine Technische Kommission oder ähnliches (also die letzte Instanz, die sagt, wie es eigentlich geht), die dann ja auch das Video begutachten müsste, existiert derzeit nicht. Und sofort stellt sich die Frage, wer da drin sitzen soll? Die höchstgraduierten Danträger (die höchsten Dangrade werden nicht mehr für die besten Judo-Leistungen vergeben, sondern für den erfolgreichsten Sportpolitiker - böse gesagt, ich weiß, ist aber auch nicht das Hauptthema.
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Je mehr ich über das Konzept nachdenke, desto besser gefällt es mir. Es muss ja nicht der Verband gleichzeitig auch der Träger bzw. Zertifizierungsstelle sein, obwohl auch das ein Option sein könnte.
Ich sehe das ganze als eine Möglichkeit gegenüber den Prüfungen einen Anreiz für vertiefende Auseinandersetzung zu schaffen - also z.B. mit mehr unterschiedlichen Variationen, mündliche Erklärungen zu den Techniken usw.
Als Zielgruppe stelle ich mir z.B. Vereinsübungsleiter vor, die bereits Braungurte oder Dan-Träger sind, die ihr eigenes technisches Können erweitern und vor allem eine Rückmeldung bekommen wollen. Gerade hieran mangelt es ja häufig.
Ich sehe das erst einmal als eine grobe Idee, deren konkrete Ausgestaltung man ja nicht übernehmen muss, sondern selbst ausgestalten kann.
Ich sehe das ganze als eine Möglichkeit gegenüber den Prüfungen einen Anreiz für vertiefende Auseinandersetzung zu schaffen - also z.B. mit mehr unterschiedlichen Variationen, mündliche Erklärungen zu den Techniken usw.
Als Zielgruppe stelle ich mir z.B. Vereinsübungsleiter vor, die bereits Braungurte oder Dan-Träger sind, die ihr eigenes technisches Können erweitern und vor allem eine Rückmeldung bekommen wollen. Gerade hieran mangelt es ja häufig.
Ich sehe das erst einmal als eine grobe Idee, deren konkrete Ausgestaltung man ja nicht übernehmen muss, sondern selbst ausgestalten kann.
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- derLichtschalter
- 2. Dan Träger

- Beiträge: 493
- Registriert: 09.08.2009, 00:15
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
In der Tat. Ich bin 1. Kyu und meine Trainer können mir mittlerweile Fragen über bestimmte Feinheiten bei irgendwelchen Techniken gar nicht mehr beantworten, kritisiert wird meine Technik schon lange nicht mehr und ich wette, dass sich da sicher die eine oder andere schlechte Angewohnheit eingeschliffen hat - und vielleicht noch ein paar mehr. Und dann stehe ich oft da und weiß keinen Rat, gehe ins Judoforum, versuche meine Problematik zu erläutern, schaffe das aber nicht, da es doch irgendwo keine wirkliche Problematik oder weil es einfach zu schwer zu beschreiben und noch schlechter zu beantworten ist, weil man es nur zeigen(!) kann, lasse es dann doch wieder sein und versuche selbst herauszufinden, was ich besser machen könnte. Manchmal mit Erfolg, manchmal bleibt der aus. Ich finde, ein solches oder ähnliches System könnte durchaus nützlich sein - eben vor allem für die genannte Zielgruppe.tutor! hat geschrieben:Als Zielgruppe stelle ich mir z.B. Vereinsübungsleiter vor, die bereits Braungurte oder Dan-Träger sind, die ihr eigenes technisches Können erweitern und vor allem eine Rückmeldung bekommen wollen. Gerade hieran mangelt es ja häufig.
-
Reaktivator
- 3. Dan Träger

- Beiträge: 1326
- Registriert: 01.02.2007, 18:07
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Ich habe mir gerade einmal das verlinkte Video angesehen:
Auch wenn mich die Vorführungen der Kiddies, die Hal Sharp als Beispiel zeigt, nicht unbedingt vom Hocker reißen (weder inhaltlich-technisch noch von der Art der Präsentation)...
...so machen die Kids aber auf alle Fälle durchweg alle traditionelles Judo - jedenfalls in Bezug auf die Gürtellängen...
Außerdem stellt sich die Frage, ob er von Daigo Prozente bekommt für die Buch-Verkäufe?
Denn das Ganze ist doch extrem um das Buch herum gestrickt (um nicht zu sagen: exakt darauf zugeschnitten) - bis hin zum Aufsagen der Bildnummern und wortwörtlicher Kapitelüberschriften.
Aber wer weiß: Vielleicht hat der gute Hal ja auch eine Deal mit dem deutschen Verlag?
Denn es ist doch auffällig, daß er ausgerechnet jetzt damit an die Öffentlichkeit geht, wo die deutsche Ausgabe des Daigo-Buches erscheint.
Will man sein Zertifizierungsprogramm in der gleichen Weise auch hierzulande umsetzen, dann braucht ja demnächst JEDER Judo-Schüler sein eigenes Daigo-Buch. Da sollte dann doch der Rubel rollen...
Auch wenn mich die Vorführungen der Kiddies, die Hal Sharp als Beispiel zeigt, nicht unbedingt vom Hocker reißen (weder inhaltlich-technisch noch von der Art der Präsentation)...
...so machen die Kids aber auf alle Fälle durchweg alle traditionelles Judo - jedenfalls in Bezug auf die Gürtellängen...
Außerdem stellt sich die Frage, ob er von Daigo Prozente bekommt für die Buch-Verkäufe?
Denn das Ganze ist doch extrem um das Buch herum gestrickt (um nicht zu sagen: exakt darauf zugeschnitten) - bis hin zum Aufsagen der Bildnummern und wortwörtlicher Kapitelüberschriften.
Aber wer weiß: Vielleicht hat der gute Hal ja auch eine Deal mit dem deutschen Verlag?
Denn es ist doch auffällig, daß er ausgerechnet jetzt damit an die Öffentlichkeit geht, wo die deutsche Ausgabe des Daigo-Buches erscheint.
Will man sein Zertifizierungsprogramm in der gleichen Weise auch hierzulande umsetzen, dann braucht ja demnächst JEDER Judo-Schüler sein eigenes Daigo-Buch. Da sollte dann doch der Rubel rollen...
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(Alte Internet-Weisheit, frei nach "Reaktivator")
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Für die Amis ist es toll, da dort die Dichte an Judovereine recht gering ist, soviel wie ich weiß.
Bei uns hab ich da ein komisches Bauchgefühl dabei - wenn ich höre, wir bräuchten eine
"Technische Kommission" oder so - das geht bei uns Deutschen immer gerne nach hinten los, befürchte ich
Aber hey - es gibt Judotube, RapidShare u.ä. laßt es uns doch hier im Forum machen -
einen Bereich, wo Leute ihre Videoschnipsel vorstellen und um Rücklauf/Kritik bitten.
Gut - es wäre dann öffentlich, aber so würden auch "passive" Leser etwas davon haben...
Und wenn ein paar brauchbare Kritiken zusammengekommen sind, dann könnten ja Nutzer,
die ihr Material nicht veröffentlichen wollen, per PN an ausgewählte Kritiker
um Ratschläge fragen...
Muß mal mit Christian quatschen, was da forumssoftwaretechnisch sonst noch machbar ist...
@Reaktivator: So sollte es sein, jeder sollte sein eigenes Daigo-Buch haben (und "Kodokan-Judo" und
Mifunes "Canon of Judo" und "Judo" von Müller-Deck/Lehmann
).
Der Trick ist ja gerade, daß sie über die Referenz sozusagen erklären, was sie überhaupt zeigen
wollen, wenn ich so drüber nachdenke, finde ich es genial...
Bei uns hab ich da ein komisches Bauchgefühl dabei - wenn ich höre, wir bräuchten eine
"Technische Kommission" oder so - das geht bei uns Deutschen immer gerne nach hinten los, befürchte ich
Aber hey - es gibt Judotube, RapidShare u.ä. laßt es uns doch hier im Forum machen -
einen Bereich, wo Leute ihre Videoschnipsel vorstellen und um Rücklauf/Kritik bitten.
Gut - es wäre dann öffentlich, aber so würden auch "passive" Leser etwas davon haben...
Und wenn ein paar brauchbare Kritiken zusammengekommen sind, dann könnten ja Nutzer,
die ihr Material nicht veröffentlichen wollen, per PN an ausgewählte Kritiker
um Ratschläge fragen...
Muß mal mit Christian quatschen, was da forumssoftwaretechnisch sonst noch machbar ist...
@Reaktivator: So sollte es sein, jeder sollte sein eigenes Daigo-Buch haben (und "Kodokan-Judo" und
Mifunes "Canon of Judo" und "Judo" von Müller-Deck/Lehmann
Der Trick ist ja gerade, daß sie über die Referenz sozusagen erklären, was sie überhaupt zeigen
wollen, wenn ich so drüber nachdenke, finde ich es genial...
Mit freundlichem Gruß
Fritz
Fritz
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Das Problem bei deiner Idee ist dann aber:
Ich mache es so - ich mache es aber anders
Was ist jetzt richtig(er).
Deswegen die Idee mit der höchsten Instanz. Eigentlich bräuchten wir den "Großmeister" oder so.
Selbstredend wird diese Instanz nicht gewählt.
Und eigentlich sollte das über ein funktionierendes Graduierungssystem geregelt sein. Von daher bin ich ein Fan von Fremdprüfern. So ähnlich wie es zu meiner Anfangszeit im Judo einmal war.
Wobei ich in einem Punkt auf jeden Fall bei Tutor bin, es müssen Rezepte her, wie die technische Qualität verbessert werden kann. So wie es ist, kann es ja nicht bleiben.
Aber im von einer gegebenen Position auf den richtigen Kurs einzuschwenken ist es unbedingt notwendig das Ziel zu kennen und das muss erst einmal festgelegt werden (ok, durch den Daigo) und dann kompetent überprüft werden. dafür vergeben wir ja eigentlich bunte und schwarze Gürtel....
Ich mache es so - ich mache es aber anders
Was ist jetzt richtig(er).
Deswegen die Idee mit der höchsten Instanz. Eigentlich bräuchten wir den "Großmeister" oder so.
Selbstredend wird diese Instanz nicht gewählt.
Und eigentlich sollte das über ein funktionierendes Graduierungssystem geregelt sein. Von daher bin ich ein Fan von Fremdprüfern. So ähnlich wie es zu meiner Anfangszeit im Judo einmal war.
Wobei ich in einem Punkt auf jeden Fall bei Tutor bin, es müssen Rezepte her, wie die technische Qualität verbessert werden kann. So wie es ist, kann es ja nicht bleiben.
Aber im von einer gegebenen Position auf den richtigen Kurs einzuschwenken ist es unbedingt notwendig das Ziel zu kennen und das muss erst einmal festgelegt werden (ok, durch den Daigo) und dann kompetent überprüft werden. dafür vergeben wir ja eigentlich bunte und schwarze Gürtel....
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Siehste, deswegen ist es für uns Deutsche gefährlich:Ich mache es so - ich mache es aber anders
Was ist jetzt richtig(er).
Weil alles _immer_ richtig oder falsch sein muß.
Mein Vorschlag beinhaltet etwas anderes:
Jemand stellt ne Technik zur Diskussion. Darauf gibt es dann entsprechende _begründete_ Kritiken.
So kann dann sich der Fragesteller anhand der Begründungen seine eigene Meinung bilden und
entsprechend ins Training einfließen lassen... Es kommt ja auch immer auf den Zusammenhang an,
Ein Tom H. würde sicherlich Techniken anders bewerten als tutor! oder Judoka50...
Und jeder wird sicherlich eine plausible Erklärung für seine Meinung haben u. auch auf andere evt.
fehlende / zu verbessernde Details hinweisen...
Damit haben dann Fragesteller und andere Leser verschiedene Gesichtspunkte, über die sie nachdenken können
und das wäre sicherlich förderlich...
Mit freundlichem Gruß
Fritz
Fritz
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Der Hinweis auf YouTube und Rapidshare zeigt, dass es technisch ganz einfach wäre - die Frage nach dem institutionellen Rahmen ist ein anderer.
Was Fritz vorschlägt ist eine Art kostenloser Service, was vielleicht der ein oder andere Sachkundige gerne mal macht, jedoch nicht über das zeitliche Budget ausufern darf. Hierdurch könnte der ein oder andere Lernende mehr oder weniger sporadisch ein Feedback zu seinen Techniken bekommen.
Man kann es aber auch größer aufziehen, als eine Art online-Lernprogramm oder eine Art "Online-Coaching". In diesem Sinne verstehe ich auch die Aktion von Hal Sharp.
Gegen eine Gebühr von ??? Euro sendet ein Trainierender Videos zu 23 Techniken ein (egal ob über YouTube, Radidshare oder was auch immer), in denen er sie demonstriert und erklärt. Dazu könnte er sich z.B. zwei oder drei Varianten bzw. Anwendungen aus dem Daigo-Buch herausgreifen. Die Gesamtlänge des Clips sollte pro Technik bei etwa 2 min liegen.
Das Sichten und schreiben einer Rückmeldung sollte in ca. 10 Minuten erledigt sein, so dass bei 23 Techniken im Schnitt 4 Stunden (Online-)Rückmeldung anfallen. Sind alle Techniken eingereicht, begutachtet und für gut empfunden, gibt es eine Urkunde. Ich denke, dass eine derartige Dienstleistung durchaus mindestens 50,- Euro wert sein muss.
Das ist jetzt natürlich ein Geschäftsmodell, das ich hier aufzeige und wie jedes andere Geschäftsmodell auch bestünde natürlich auch hierbei die Gefahr, dass mit einem "hey, alles toll!" die Urkunden verschleudert und das Geld kassiert wird. So darf es nicht werden.
Ich kann mir das aber durchaus als eine Online-Fortbildung für Trainer und und Übungsleiter vorstellen, wo ein Verein sagt: "Wir bezahlen das für unsere Trainer, damit die sich technisch weiterentwickeln und eine Rückmeldung bekommen können".
Als Träger kämen mehrere Alternativen in Betracht:
Entscheidend ist, dass es Leute gibt, die eine Rückmeldung wollen und es Leute gibt, die bereit und in der Lage sind, eine qualifizierte Rückmeldung zu geben. Der Rest ist Organisation....
Was Fritz vorschlägt ist eine Art kostenloser Service, was vielleicht der ein oder andere Sachkundige gerne mal macht, jedoch nicht über das zeitliche Budget ausufern darf. Hierdurch könnte der ein oder andere Lernende mehr oder weniger sporadisch ein Feedback zu seinen Techniken bekommen.
Man kann es aber auch größer aufziehen, als eine Art online-Lernprogramm oder eine Art "Online-Coaching". In diesem Sinne verstehe ich auch die Aktion von Hal Sharp.
Gegen eine Gebühr von ??? Euro sendet ein Trainierender Videos zu 23 Techniken ein (egal ob über YouTube, Radidshare oder was auch immer), in denen er sie demonstriert und erklärt. Dazu könnte er sich z.B. zwei oder drei Varianten bzw. Anwendungen aus dem Daigo-Buch herausgreifen. Die Gesamtlänge des Clips sollte pro Technik bei etwa 2 min liegen.
Das Sichten und schreiben einer Rückmeldung sollte in ca. 10 Minuten erledigt sein, so dass bei 23 Techniken im Schnitt 4 Stunden (Online-)Rückmeldung anfallen. Sind alle Techniken eingereicht, begutachtet und für gut empfunden, gibt es eine Urkunde. Ich denke, dass eine derartige Dienstleistung durchaus mindestens 50,- Euro wert sein muss.
Das ist jetzt natürlich ein Geschäftsmodell, das ich hier aufzeige und wie jedes andere Geschäftsmodell auch bestünde natürlich auch hierbei die Gefahr, dass mit einem "hey, alles toll!" die Urkunden verschleudert und das Geld kassiert wird. So darf es nicht werden.
Ich kann mir das aber durchaus als eine Online-Fortbildung für Trainer und und Übungsleiter vorstellen, wo ein Verein sagt: "Wir bezahlen das für unsere Trainer, damit die sich technisch weiterentwickeln und eine Rückmeldung bekommen können".
Als Träger kämen mehrere Alternativen in Betracht:
- die Verbände
- ein Verlag, der Material verkauft und vielleicht sogar von den Autoren autorisiert ist
- Privatpersonen, die ein wenig Geld verdienen wollen
Entscheidend ist, dass es Leute gibt, die eine Rückmeldung wollen und es Leute gibt, die bereit und in der Lage sind, eine qualifizierte Rückmeldung zu geben. Der Rest ist Organisation....
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Es gibt bereits mehrere solcher online- oder sagen wir Fernstudium-Angebote.
Auch in anderen Kampfsport/Kunst-Bereichen.
Im Zeitalter des WorldWideWeb wird man künftig zwangsläufig mit am Ball bleiben müssen.
Je früher, desto besser.
Ich war anfangs ebenfalls extrem skeptisch, aber bei "Online-Prüfungen", die von einer seriösen Jurie bewertet werden,
ist ein Qualitäts-standard praktizierbar, der z.B. in unserem momentanen Prüfungswesen nie machbar wäre.
Das käme schon fast einem "Online-Menkyo Kaiden" nahe. .....Was Kano wohl dazu sagen würde....???

Auch in anderen Kampfsport/Kunst-Bereichen.
Im Zeitalter des WorldWideWeb wird man künftig zwangsläufig mit am Ball bleiben müssen.
Je früher, desto besser.
Ich war anfangs ebenfalls extrem skeptisch, aber bei "Online-Prüfungen", die von einer seriösen Jurie bewertet werden,
ist ein Qualitäts-standard praktizierbar, der z.B. in unserem momentanen Prüfungswesen nie machbar wäre.
Das käme schon fast einem "Online-Menkyo Kaiden" nahe. .....Was Kano wohl dazu sagen würde....???
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- 3. Dan Träger

- Beiträge: 1326
- Registriert: 01.02.2007, 18:07
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Da die Japaner - im Gegensatz zu den Deutschen - generell sehr technik- und innovationsfreudig sind, wäre Kano bestimmt dabei.katana hat geschrieben:Das käme schon fast einem "Online-Menkyo Kaiden" nahe. .....Was Kano wohl dazu sagen würde....???
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Damit gäbe es jetzt schon zwei mögliche Nutzungen:
Online-Fortbildungen und Online-Prüfungen.
Bei den Fortbildungen sehe ich ein Problem: die Korrekturen würden - wenn sie nur schriftlich erfolgen - sicherlich selten richtig verstanden werden. Besser wäre es, wenn die Referenten dann selbst kleine Sequenzen drehten und zurückschickten. Allerdings stiegen mit diesem Aufwand dann gewiss auch wieder die Kosten. Noch besser wären gewiss direkt übertragene online-Trainings. Also web-cam auf beiden Seiten, und dann los. So wären Korrekturen beinahe vor Ort möglich.
Für Danprüfungen wäre letzteres Verfahren gewiss auch eine interessante Alternative.
Online-Fortbildungen und Online-Prüfungen.
Bei den Fortbildungen sehe ich ein Problem: die Korrekturen würden - wenn sie nur schriftlich erfolgen - sicherlich selten richtig verstanden werden. Besser wäre es, wenn die Referenten dann selbst kleine Sequenzen drehten und zurückschickten. Allerdings stiegen mit diesem Aufwand dann gewiss auch wieder die Kosten. Noch besser wären gewiss direkt übertragene online-Trainings. Also web-cam auf beiden Seiten, und dann los. So wären Korrekturen beinahe vor Ort möglich.
Für Danprüfungen wäre letzteres Verfahren gewiss auch eine interessante Alternative.
Herzliche Grüße,
kastow
Since the establishment of Kôdôkan jûdô, jûdô has become something that should be studied not only as a method of self-defence but also as a way of training the body and cultivating the mind. (Jigorô Kanô: MIND OVER MUSCLE)
kastow
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Das Programm ist auf Mitglieder der amerikanischen Judoverbände beschränkt.Aber wer weiß: Vielleicht hat der gute Hal ja auch eine Deal mit dem deutschen Verlag?
Denn es ist doch auffällig, daß er ausgerechnet jetzt damit an die Öffentlichkeit geht, wo die deutsche Ausgabe des Daigo-Buches erscheint.
Mit dem deutschen Band hat das offensichtlich nichts zu tun.
Vielleicht sollte man Kontakte knüpfen .....
Wäre jedenfalls intelligent, wenn man den Büchern einen Verkaufsschubs geben möchte !
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Ich bin bei so etwas immer dafür: Erstmal klein anfangen und wenn es angenommen wird, dann gesundtutor! hat geschrieben:Was Fritz vorschlägt ist eine Art kostenloser Service, was vielleicht der ein oder andere Sachkundige gerne mal macht, jedoch nicht über das zeitliche Budget ausufern darf. Hierdurch könnte der ein oder andere Lernende mehr oder weniger sporadisch ein Feedback zu seinen Techniken bekommen.
Man kann es aber auch größer aufziehen, als eine Art online-Lernprogramm oder eine Art "Online-Coaching". In diesem Sinne verstehe ich auch die Aktion von Hal Sharp.
wachsen lassen... Dann kann man immer noch sehen, ob es sich lohnt, da etwas Kommerzielleres draus zu basteln,
hier habe ich immer ein ungutes Gefühl, wenn versucht wird, mittels Judo Geld zu verdienen...
Letztendlich wäre es erstmal ein "kostenloser Service", aber ist nicht letztlich dieses Forum auch genauso etwas?
Mit freundlichem Gruß
Fritz
Fritz
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Genau so verstehe ich das Forum auch - Wissen wird nicht im Kämmerlein behalten, sondern zur Verfügung gestellt. Aber natürlich ist das Forum mehr das.... auch ein Ort der Begegnung.Fritz hat geschrieben:Letztendlich wäre es erstmal ein "kostenloser Service", aber ist nicht letztlich dieses Forum auch genauso etwas?
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Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Man beachte auf dem Vidoe im Eingangsbeitrag, bei 2:23' den O-Guruma mit entsprechendem
Wurf-Eingang. Das ist der von Tom Herold als "Kawaishi-Eingang" bezeichnete...
Wurf-Eingang. Das ist der von Tom Herold als "Kawaishi-Eingang" bezeichnete...
Mit freundlichem Gruß
Fritz
Fritz
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Zurück zum Thema: Eine andere Möglichkeit, um das ganze im Ehrenamt mit geringeren Aufwand zu halten, wären kleine Filmchen zu jeder Technik, wie sie auch auf der Methodik-DVD des NWJV zu finden sind. Knackpunkte, Vorübungen, Widerlegung einiger technischer Mythen, ... alles inklusive. Leider gibt es so etwas in dieser vollständigen Art im deutschsprachigen Raum meines Wissens nur zu den 14 Techniken dieser DVD.
Die einzelne ÜL muss sich im Anschluss nur sich selbst filmen und mit den Vorgaben vergleichen. Mir persönlich hat diese DVD in dieser Hinsicht viel gebracht.
Vielleicht können wir ja hier in der Bib nach entsprechenden Themen im Forum nach und nach auch Ähnliches erarbeiten. Wäre dann sogar für umsonst.
Herzliche Grüße,
kastow
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kastow
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Gerüchteweise habe ich gehört, dass der NWJV von Anfang an eine Fortsetzung geplant hat und zwar mit weiteren Wurftechniken und zum Thema Randori. Es geht aber schon lange nichts vorwärts, was mehrere Gründe haben kann:kastow hat geschrieben:Eine andere Möglichkeit, um das ganze im Ehrenamt mit geringeren Aufwand zu halten, wären kleine Filmchen zu jeder Technik, wie sie auch auf der Methodik-DVD des NWJV zu finden sind. Knackpunkte, Vorübungen, Widerlegung einiger technischer Mythen, ... alles inklusive. Leider gibt es so etwas in dieser vollständigen Art im deutschsprachigen Raum meines Wissens nur zu den 14 Techniken dieser DVD.
- mangelndes Interesse des Verbandes
- fehlende Nachfrage bei der Basis
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- 3. Dan Träger

- Beiträge: 1326
- Registriert: 01.02.2007, 18:07
Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
Haben sie nicht wenigstens noch Hohn und Spott bekommen?tutor! hat geschrieben:Die Beteiligten haben übrigens zumindest nach meinem Kenntnisstand außer ein paar Dankesworten auch nichts für die Arbeit bekommen.
Denn so ist es doch meist bei ehrenamtlicher Tätigkeit: Auch wenn es kein Honorar und keinen Dank gibt - zumindest mit Kritik wird nicht gespart...
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Re: Hal Sharps Technik-Zertifizierungs-Programm
@kastow: Es ist schon ein Unterschied, ob jemand ein Buch nimmt, die Erklärungen liest, beim Training die Sache ausprobiert,
das Ergebnis filmt und zur Kritik stellt - im Gegensatz zu: Jemand erstellte eine DVD, damit andere was zum Konsumieren haben
das Ergebnis filmt und zur Kritik stellt - im Gegensatz zu: Jemand erstellte eine DVD, damit andere was zum Konsumieren haben
Mit freundlichem Gruß
Fritz
Fritz