Was ist "alt"?

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torsa
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Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

Immer wenn ich in Google ect. die Frage "Maximales Eintrittsalter Judo" eingebe, lande ich auf irgendwelchen Seiten die von allen möglichen Altergrenzen reden, die man nat. überwinden kann. Aber da ist dann oft die Rede von 30 J. u. "älter. Auch finde ich Beiträge in Form von "Bin ich mit 22 J zu "alt" um mit Judo an zu fangen" :irre

Tja, was soll ich da sagen bzw. könnt ihr mir meine eigentliche Frage beantworten:

Bin ich (gerade 50 geworden) zu "alt" um als völliger Neuling ein zu steigen?

Vorgeschichte: Mit ca. 19 Kungfu/Leichtkontaktkarate für ca. 3 Jahre gemacht (Grüne Schärpe), danach 2 Jahre Mountainbikefahren, ansonsten gel. Schwimmen/Inlinern - in den letzten Jahren (so ab 40/45) ziemlich träge geworden, nur noch Krafttraining daheim (Langhantelbank/Kurzhantel/Liegestütz/Situps/Kniebeugen usw), Kondition so ziemlich bei Null, locker 5-6 kg. Übergewicht - also alles eher nicht so dolle :alright

Jetzt nennt es ruhig "Midlifecrisis" aber inspiriiert durch meinen Sohn (hat bis vor 3 Jahren aktiv judo gemacht), habe ich mein Interesse an Judo entdeckt, das ich da keine Wettkämpfe mehr bestreiten will/werde/kann ist mir nat. klar, aber würde ich in Hinsicht auf "Breitensport" (allgemeine Steigerung der Fitness/Gellenkigkeit/geeimsames Sporterlebnis) da noch meinen Spaß haben - oder ist das Risiko (z.B. Wirbelsäule/mangelnde Gelenkigkeit bei den judotypischen Würfen) eher zu groß sich zu verletzen.

Also, was meint ihr - ich denke mir würde es bestimmt noch mal Spaß machen, aber macht das noch "Sinn" - oder suche ich mir doch so langsam lieber nen Bridgeclub für Senioren :ironie3
Fjala
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Fjala »

Verlier keine Zeit, such dir einen geeigneten Verein, geh los und probier es aus!! Du wirst schon merken, wie es dir beim Judo geht. Am Wochenende habe ich noch viel ältere beim Wettkampf auf der Matte gesehen. Es ist selten zu spät, um mit diesem schönen und vielseitigen Sport zu beginnen :D
Viele Grüße
Fjala
torsa
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

Fjala hat geschrieben:Am Wochenende habe ich noch viel ältere beim Wettkampf auf der Matte gesehen.
Genau da liegt das Mißverständnis - klar gibt es "Ältere" im Judo, aber es ist ein Unterschied ob ein jahrzehntelang aktiver Judoka noch mit 50/60 auf der Matte steht - oder ob Jemand mit 50 J. ganz neu anfängt. Und genau da würde mich eure Meinung interessieren, macht es Sinn, welche Risiken birgt es - und vor allem:

Kennt ihr persönlich (oder aus dem Bekanntenkreis) solche Fälle, wo Jemand in diesem Alter erstmals mit Judo anfängt (also auch keine Wiedereinsteiger)....?

PS. Den Tipp mit dem "fang einfach mal an" werde ich dessen ungeachtet beherzigen und habe diese Woche meinen ersten "Termin"
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Hofi
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Hofi »

Hi!
Der älteste Anfänger den wir im Verein hatten war meiner Erinnerung nach 52 und hat es immerhin noch bis zum 2. Kyu (blau) gebracht.
Auf den Veteranen-Meisterschaften (jeweils in Altersgruppen zu 5 Jahrgängen, ältester Teilnehmer DEM 2006 glaube Jg. 1937) hab ich nach meiner Erinnerung auch mal nen Gelbgurt in dem Alter gesehen, grün und blau aber sicher.
Insofern denke ich steht einem Beginn nichts entgegen, wenn man einen für sich passenden Verein findet.
Bis dann
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.
Fjala
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Fjala »

Mach dir wegen deines Alters keine Sorgen. Klar kannst du noch anfangen. Bei unserem Oldietraining hat jemand mit 48 angefangen - gerundet also dein Alter. Der hat jetzt seine erste Gürtelprüfung hinter sich und macht sich echt prima. Solange du nicht wirklich ernsthafte körperliche Probleme hast, steht dem Judo nichts im Weg. Mit den Bewegungabläufen wirst du auch nach und nach vertraut. Man fängt ja auch langsam an. Du machst das, was du dir zutraust. Du kannst also den Risikofaktor zum größten Teil selber beeinflussen. Um blaue Flecken wirst du aber bestimmt nicht drumrumkommen ;)
Freut mich, dass du gleich loslegen willst. Kannst dann ja mal berichten.
Viele Grüße
Fjala
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Niedersachsenjudoka
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Niedersachsenjudoka »

Geh einfach zu einem Verein deiner Wahl --- und los gehts ;)
Gruß
niedersachsenjudoka

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Manchmal hasst man den Menschen am stärksten, den man am meisten liebt, denn er ist der Einzige, der einem wirklich weh tun kann.
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von judopa »

Ich habe mit 48 angefangen und bin jetzt fast ein Jahr da bei.
Es macht einfach nur Spaß. Natürlich solltest du auf deine körperliche Konstitution Rücksicht nehmen
und es nicht übertreiben (neigt Mann aber leider doch zu ;-) ). Evtl mal mit einem Arzt sprechen.
Mit der Zeit werden Kondition, Koordination und Beweglichkeit immer besser und dann klappt es auch mit den ersten Techniken.
Wie schon oben gesagt. Ein paar blaue Flecken und den einen oder anderen Schmerz hat es gegeben. Aber so nach und nach reicht die Pause von einem zum anderen Training für die Erholung aus. :-)
MFG
judopa
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

judopa hat geschrieben:Ich habe mit 48 angefangen und bin jetzt fast ein Jahr da bei.
Es macht einfach nur Spaß.
Toll das macht mir Mut - bei der Gelegenheit ein ganz herzliches "Dankeschön" an alle, die mir hier geantwortet haben.
Bedingt durch eine Erkältung konnte ich leider diese Woche noch nicht starten, aber nächste Woche will ich mich dann an den Start begeben und hoffe es klappt so einigermaßen.
Jedenfalls freue ich mich darauf und werde euch auf dem Laufenden halten............
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von judoka50 »

Ich habe zwar nicht die genauen Zahlen im Kopf. Aber vor drei vier Jahren war wieder ein Bericht im Judomagazin von jemand, der auch mit ca. 50 angefangen ist und so um die 60 seinen 1. Dan gemacht hat. Bei seiner Prüfung zum 2. und bei der ersten hatte er sogar teilweise bessere Noten als die jungen.
Viele Grüße
U d o
torsa
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

Fjala hat geschrieben:Verlier keine Zeit, such dir einen geeigneten Verein, geh los und probier es aus!!
Hi
Ich habe leider doch viel, sehr viel Zeit verloren (Tod meines Vaters/Umzug usw.) - daher "wärme" ich jetzt diesen alten Thread nochmal auf. Letzte Woche habe ich mich dann also endlich aufgerafft und bin sowohl in ein Judo-, als auch in ein Aikido-Training gegangen und habe aktiv mitgemacht. Das will ich jetzt so ca. 3 Wo. weitermachen, um mich dann zw. den beiden Sportarten zu entscheiden - dabei hätte ich aber gerne noch mal etwas Hilfe von euch.........

Ich stelle einfach mal meine ersten Eindrücke als Pro/Contra Liste ein und würde mich über Kommentare/Anregungen/Tipps sehr freuen:

Pro Aikido

Ist für mich zu Fuß erreichbar
Training Di u. Fr
Sieht elegant und effektiv (im Sinne der SV, was für mich aber nur ein Nebeneffekt wäre) aus - die fließenden Bewegungen, das scheinbar leichte Abwehren ohne Kraftanstrengung....

Contra Aikido

Sieht erst mal furchtbar kompliziert aus.
Thema SV - es sieht effektiv aus - wobei ich nicht wirklich glaube, dass so eine Sportart gegen einen abgebrühten Straßenschläger auch nur im Geringsten was bringt, aber das will ich nicht vertiefen, da ich diesen Punkt beim Judo ähnlich sehe...da müßte ich eher zum Boxen gehen.
Trainer hat diesen Aikido-"Rock" an - klar ist Teil der Tradition, aber er ist bei den Vorführungen immer wieder daran hängengeblieben, was der ganzen Sache schon einen etwas unsinnigen Eindruck verleiht
Es gibt keinen Anfängerkurs - die Leute sind nett (aber etwas reserviert) und hilfsbereit, aber ich "störe" schon etwas den Ablauf....
Ich bin mit 52 der älteste Teilnehmer, Rest so 25 - 48 J.
Sportlich habe ich nicht den Eindruck, dass es mir viel bringt, es ist alles sehr statisch, kein Kraft/Konditionstraining, keine Dehnungsübungen, kleine Übungsfläche, niemand hat mit mir auch nur ne Sekunde Fallschule geübt, Griffkombinationen erscheinen mir im Alltag völlig unrealistisch - es sei denn der "Gegner" ist besoffen, ansonsten läßt sich doch niemand so einfach greifen ...
Trainingsjacke war trocken - alles sehr theoretisch, Übungen werden rel. lange besprochen und vorgeführt, dennoch kann ich mir die irre lange Folge von Griff und Haltekombinationen erst mal kaum merken........

Pro Judo

Hat irre Spaß gemacht, wirklich sehr nette Leute, super Trainer (u.a. 1x 8.DAN),alle sehr geduldig mit mir "Greenhorn", es hat sich jeweils abwechselnd ein Sportler um mich gekümmert, hatte nie den Eindruck zu "stören" - wurde am Ende von mehreren Teilnehmern freundlich gefragt, ob ich wiederkomme...
Es wurde intensiv Fallschule extra mit mir geübt, Training sehr anstrengend und fordernd (Trainigsjacke war klatschnass :D ), das Bodentraining war weit kämpferischer als im Aikido, SV-Aspekt lasse ich außen vor, Judo würde mir auf jeden Fall in Punkto Fitness, Kondition, Gelenkigkeit usw, sehr viel bringen.
Teilnehmer zw. 25 u. 70, d.h. z.T. sogar älter als ich (60 J/ Chef mit 8.DAN ist sogar 70 J.)

Contra Judo

Training an 2 aufeinanderfolgenden Tagen = 1x Breitensport 1 x SV/Kata
PKW erforderlich, ca. 15 km einfache Strecke, d.h. ca. 240 km im Monat
Wesentlich körperbetonter/ruppiger - Verletzungsrisiko in meinem "Alter", auch durch die Würfe wohl höher als im Aikido
Ebenfalls kein Anfängerkurs

Ich war, nebenbei bemerkt in den 2 Jahren seit meinem letzten Posting nicht untätig, neben 2x die Woche Fitnessstudio (Krafttraining) fahre ich 1x die Woche Mountainbike - und hatte mich beim Shotokan Karate angemeldet, habe dort 7 Monate trainiert, es hat Spaß gemacht und ich habe dort den Gelbgurt gemacht - aber danach wieder aufgehört, weil die dynamischen Tritte aus niedriger Position einfach nichts mehr für meine Kniegelenke sind...

Tja, soweit mein Fortsetzungsroman :danke
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Fritz
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Fritz »

Keine Fallschule? Das wäre dann schon das k.o.-Kriterium...

Und wie es mit SV-Aspekt aussieht - mußte halt mal testen, ob die Techniken funktionieren, wenn Du den Vorturner
mal unbedarft angreifst (womit auch immer)... Wenn Du am eigenen Leib merkst, daß es funktioniert - schön, wenn nicht
dann fällt das Argument mit der SV auch weg...

Ansonsten finden wir hier Judo toll. Weil Aikido kann gar nicht so schön toll sein wie Judo, weil die
ganzen tollen, netten Leute sowieso schon beim Judo sind ;-)
PKW erforderlich, ca. 15 km einfache Strecke, d.h. ca. 240 km im Monat
Das ist ja jetzt ein Witz? Kurz danach schreibst Du nämlich:
fahre ich 1x die Woche Mountainbike
Fahr doch einfach 2x die Woche 30km Fahrrad ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz
Fjala
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Fjala »

Deine pro/contra Argumente sind schon ziemlich judolastig.
Also, wenn du dein Mountainbike-training rund ums Judotraining verteilst, dann sparst du dir jede Menge Autokilometer und schon ist ein Contrapunkt hinfällig ;) (Vielleicht findet sich ja auch jemand zum Mitfahren (bei schlechtem Wetter versteht sich ;) ))

Einen extra Anfängerkurs brauchst du eigentlich nicht. Meistens werden die eh nur von kleineren Kindern besucht. Große Anfänger werden integriert - bei uns jedenfalls. Und da wo du warst ja offensichtlich auch.

Training an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ist nicht optimal, aber auch nicht schlimm - ist ja mit verschiedenen Inhalten.

Viel Spaß und Erfolg beim Training!
Viele Grüße
Fjala
torsa
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

Fritz hat geschrieben:Keine Fallschule? Das wäre dann schon das k.o.-Kriterium...
Das finde ich auch sehr bedenklich, auch wenn ich als "Neuer" nat. den Trainingsbetrieb "störe" - nur entweder man ist bereit Neumitglieder auf zu nehmen oder nicht - aber wenn, dann sollte man es "richtig" machen - und dazu gehört meiner Meinung nach zwingend die Fallschule......
Fritz hat geschrieben:Und wie es mit SV-Aspekt aussieht - mußte halt mal testen, ob die Techniken funktionieren,
Das ist wie gesagt, für mich eher zweitrangig - und wie soll ich das ernsthaft testen ?

Fritz hat geschrieben:Ansonsten finden wir hier Judo toll. Weil Aikido kann gar nicht so schön toll sein wie Judo, weil die
ganzen tollen, netten Leute sowieso schon beim Judo sind ;-)
Scheint mir wirklich so zu sein, danke für diese humorvolle Antwort :D
Fritz hat geschrieben:Fahr doch einfach 2x die Woche 30km Fahrrad ;-)
Im Winter, ne die Zeiten sind vorbei 8)
Mal abgesehen vom Zeitaufwand..........
torsa
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

Fritz hat geschrieben:Keine Fallschule? Das wäre dann schon das k.o.-Kriterium...
Wobei ich beim Thema "Fallschule" mal gerne deine/eure ehrliche Meinung hören würde - ist das mit 52 (da ist man nat. schon etwas "steifer") noch wirklich machbar ?Wie steht das Risiko sich dabei (speziell an der Wirbelsäule, bei Würfen) zu verletzen ?

Fallübung nach links u. rechts, auch nach hinten habe ich letzte Woche probiert, das denke ich kann ich noch lernen - aber nach vorne...

Angst auf den Kopf auf zu kommen, dann probiert und schmerzhaft auf Schulter aufgeschlagen....da sitzt tief drin schon die Angst für so was zu "alt" zu sein..........

52 J - und noch nie Fallschule gemacht - gibts noch Hoffnung, dass ich das lerne ohne mir was zu brechen :alright
Fjala
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Fjala »

Klar kannst du mit 52 noch vorwärts Fallen lernen. Du solltest das aber unbedingt langsam und schrittweise üben. Es gibt sicher jemanden, der dir das zeigen kann. Dann sind auch keine Körperteile gefährdet, auch nicht der Kopf. Jetzt zu Anfang ist aber eh erstmal rückwärts und seitwärts Fallen und die ersten Bodentechniken dran. Alles in Ruhe bis du dich dabei sicher fühlst.
Und man verletzt sich eigentlich auch nicht die Wirbelsäule, wenn man geworfen wird, sonst wären wir ja alle hier sicher nicht so begeisterte Judoka. Lass dich, wenn du gut fallen kannst, von Leuten werfen, die das gut können, damit du ein Gefühl dafür bekommst wo sich dein Körper im Raum befindet. Aber wie gesagt: alles in Ruhe und zu seiner Zeit.

PS ein Zwicken hier und ein Zwacken da sowie verschiedenste blaue Flecke und Scheuerstellen gehören aber dazu - ok verletzen kann man sich natürlich auch mal ernsthafter - es könnte dir aber auch der Himmel auf den Kopf fallen ;)
Viele Grüße
Fjala
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Brigadier »

Guten Morgen,

auch ich möchte dich eigentlich bestärken, in deinem Alter noch zu starten. Egal was, so lange es Judo ist.... :D :D :D Ich kenne persönlich jemanden, der im Alter von Mitte 50 begonnen hat und immer noch viel Spaß bei der Sache ist. Verletzungen können theoretisch natürlich immer vorkommen, aber wenn du auf dich selbst hörst und es langsam angehen lässt, sollte dir eigentlich 'alles' gelingen... :)

Was meine Vorredner schon gesagt haben: Lerne erst einmal seitwärts und rückwärts Fallen. Und versuche dann mit Vorübungen zum Vorwärtsfallen aus niedriger Höhe, die Angst vor dem Fallen zu verlieren. Die netten Trainer in dem Verein werden dir das ganz sicher zeigen. Setzt dich nur nicht unter Druck, sondern finde dein eigenes Lerntempo. Dann wird alles gut.... :alright

Grüße

Brig

Edit: Rechtschreibung ---> wer jetzt noch Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten...... :D
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Fritz
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Fritz »

Wobei ich beim Thema "Fallschule" mal gerne deine/eure ehrliche Meinung hören würde - ist das mit 52 (da ist man nat. schon etwas "steifer") noch wirklich machbar? Wie steht das Risiko sich dabei (speziell an der Wirbelsäule, bei Würfen) zu verletzen?
Wenn Du sowas wie Judo, Aikido machen möchtest, ist es unabdingbar, fallen zu können. Deshalb mußt Du Fallübungen lernen.
Das geht sicherlich auch mit 52. Nur wird es vielleicht länger dauern, als bei einem 20jährigen. Aber die Fallübungen
sind Deine Lebensversicherung.
Die Angst, welche Du bei der Rolle vorwärts noch empfindest, die führt dann beim geworfen werden zu Angstreaktionen, u. letztendlich zu Verletzungen.
Aber ich kann Dich beruhigen, bei korrekt ausgeführter Vorwärtsfallschule kommen weder Kopf noch Schulterspitze auf die Matte...

Wie meine Vorschreiber andeuteten: Die netten Trainer in dem Verein werden dir das ganz sicher zeigen ;-)
Wichtig für Dich ist es (quasi also Hausaufgabe) an Deiner Beweglichkeit (Hüfte, Rücken, Hals, Schultern) zu arbeiten, so daß Du auch
da rund werden kannst, wo Du sollst ;-) Das wird natürlich auch etwas dauern, aber Zeit darf hier einfach nicht der begrenzende Faktor sein...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
Jupp
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von Jupp »

Ich leite seit etwa 12 Jahren eine "Oldie"-Gruppe, zu der wöchentlich zwischen 6 und 14 Teilnehmer regelmäßig/unregelmäßig kommen. Ich selber bin über 60 Jahre alt und der älteste Teilnehmer ist 74 Jahre. Der jüngste knapp 30 Jahre alt.

Alle wichtigen pro und contra Argumente sind wohl aufgezählt worden. Jetzt liegt es an Dir Dich zu entscheiden.

Im Judo "kümmern" sich normalerweise gerade bei Anfängern nicht nur der Trainer, sondern auch die anderen Teilnehmer um einen "Neuen", was auf den ersten Blick durchaus symphatisch wirkt (und sicherlich auch ist).

In anderen (eher konservativ orientierten) Budo-Disziplinen/Kampfkünsten/Kampfsportarten/japanischen Kriegskünsten wird ein Anfänger oft eher reserviert betrachtet. Man weiß, dass sehr viele von ihnen schnell wieder die "Lust" verlieren, selbst wenn viele Aktive sehr viel Engagement und Energie in diesen Anfänger gesteckt haben.
Daher erwartet man von einem älteren Anfänger oft (wie ich auch finde zurecht!), dass er zunächst einmal eigenes Engagement und Interesse zeigt, dass über die reine Teilnehme am Training hinausgeht und sich z.B. auch in einer theoretischen Auseinandersetzung mit den Inhalten zeigt, über das Studium von Büchern, Videos usw.).

Auch Jigoro Kano hat gesagt: "Judo ist Erziehung zum selber tun!"

Daher sollte ein Anfänger in fortgeschrittenem Alter sich Zeit nehmen, um sich zu erproben. Zeit nehmen heißt, sich mindestens mehrere Monate (so wie Du es mit dem Karate gemacht hast!) in die Übungsgruppe einzuleben versuchen, bevor man dann eine Entscheidung für sich trifft.

Eine solche Entscheidung ist dann auf Erfahrungen gegründet (wenn auch auf relativ wenigen...) und nicht nur auf flüchtigen Eindrücken oder enttäuschten (überzogenen) Erwartungen an die gewählte Disziplin.

Jupp
torsa
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

Fritz hat geschrieben:Wenn Du sowas wie Judo, Aikido machen möchtest, ist es unabdingbar, fallen zu können. Deshalb mußt Du Fallübungen lernen. Das geht sicherlich auch mit 52. Nur wird es vielleicht länger dauern, als bei einem 20jährigen. Aber die Fallübungen sind Deine Lebensversicherung.
So, jetzt will ich mal eine Pause hier einlegen, ihr habt mit viele Infos gegeben, dafür danke ich euch Allen :danke

Jetzt ist es tats. an mir, meine "Angst" vor den Würfen in den Griff zu kriegen, Fallschule zu üben und mir mal ein paar Wochen Zeit für meine Entscheidung zu geben. Wobei ich (wie bereits geschrieben) eigentlich schon jetzt stark in Richtung Judo tendiere. Aber ich schau mir mal beide Arten noch etwas an - und werde spez. im Judo versuchen, mich da theoretisch und praktisch etwas intensiver rein zu "arbeiten".

*Danach* melde ich mich dann noch mal bei euch und lasse euch wissen, wie ich mich entschieden habe und wie es mir in der neuen Sportart ergangen ist - sofern das jemanden interessiert :dontknow ;)
torsa
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Re: Was ist "alt"?

Beitrag von torsa »

torsa hat geschrieben:Jetzt ist es tats. an mir, meine "Angst" vor den Würfen in den Griff zu kriegen, Fallschule zu üben ....und lasse euch wissen, wie ich mich entschieden habe ...)
Schneller als erwartet, aber meine Entscheidung ist gefallen - und klar, es ist Judo :D

Ausschlaggebend ist neben dem Punkt, dass es mir in dem Verein einfach sehr viel Spaß macht und der Umgang miteinander sehr hilfsbereit und nett ist, ganz klar der Punkt, dass sich um "Neue" super gekümmert wird und zwar von Mitschülern wie von Trainern.
Speziell der "Chef" (70 J/8. DAN) ist einfach klasse, er hat diese Woche fast 45 Min. nicht anders gemacht, als mit mir und einem weiteren Neuling, Fallschule zu üben/lehren. Einfach klasse, wie schnell der mir die Angst nehmen konnte, angefangen von kleinen Übungen nach vorne, bis zur zunächst verrückt wirkenden Variante, einen Purzelbaum mit anschließendem Aufstehen zu üben - mit verknoteten Füßen :dontknow.....

Ich hätte nie gedacht, daß sowas geht - aber es geht und nimmt einem die Unsicherheit bei den nachfolgenden Übungen. Lange Rede kurzer Sinn, fallen seitwärts, rückwärts und tats. auch die Judorolle - es klappt, nicht perfekt, aber ich kriege es hin :eusa_clap. Sogar erste Würfe haben wir geübt, ohne uns weh zu tun, auch wenn das Trainig insgesamt schon sehr anstrengend ist und ich jede Menge Muskelkater danach habe.

Den "Rest" werde ich auch noch schaffen, weil ich es will - und weil es mir riesig Spaß macht - und weil der Verein toll ist - und weil ihr mir geholfen/Mut gemacht habt :danke

Also, ich habe mich fest angemeldet, mir einen Anzug bestellt und werde es jetzt "durchziehen" - klar werde ich keine Wettbewerbe/Meisterschaften mehr gewinnen, aber das ist mir nicht wichtig, auch die Graduierung ist mir rel. egal - aber ich denke, es wird mir einfach viel Spaß machen, es fordert mich körperlich und hält mich fit, es ist eine nette Gruppe und ein toller Sport - sieht fast so aus, als hätte mich das "Judovirus" voll erwischt :D
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