So, dann will ich nochmal etwas tiefer ins Detail gehen, weil ja offenbar ein
ehrliches Interesse dran besteht:
Prinzipiell ist die Idee, so eine Art Kata am Anfang zu zeigen, nicht schlecht. Doch
wenn ihr schon versucht Ippon-Seoi-Nage gegen einen Angriffsschlag zu machen,
dann sollte der Schlag auch ein Schlag sein und nicht nur ein halbherziges Winken

(Das könnt ihr Euch auch gleich für die Nage-No-Kata verinnerlichen: Die Schläge grundsätzlich
"volle Kanne" durchziehen, das kommt dem zugehörigen Wurf entscheidend zu gute, bzw.
andersrum: Ohne vernünftigen Angriffschlag, brauchste den jeweiligen Wurf gar nicht erst
zu machen

)
2.+3.Technik: Nachstellschritte gut und schön, aber dieses merkwürdig Hoch- und Runtergewackel
mit dem "Zugarm" ist unnötig, ja fast "albern". Und irgendwie ist auch nicht klar, warum sich
beide bewegen: Tori zieht nicht so richtig und Uke schiebt auch nicht so richtig...?
Ich würde einen deutlichen Schiebeangriff Ukes, den dann Tori nach ein, zwei Schritten für seine
Technik "übernimmt", für allgemein verständlicher halten.
Dann macht als 2.Technik ruhig nen Sasae-Tsuri-Komi-Ashi (d.h. Fuß tiefer ansetzen und Bein
halbwegs gerade), naja und mit Uki-Otoshi müßt ihr halt auch noch etwas üben, Tori ist
arg wackelig (so mit Hand zur Seite) - Und das sieht dann auch für ein Laienpublikum arg merkwürdig aus

Kommt auch später nochmal z.B. beim Kata-Guruma.
Ansonsten, da ihr offenbar schon Anleihen an der Nage-No-Kata nehmt, übernehmt doch auch
das Aufstehen von dort, das macht etwas mehr her, als Eure Variante...
Würfe wie Tomoe-Nage bieten immer die Gefahr, daß das Publikum diese schon in
1a-Qualität kennt (haben ja alle mal James Bond o.ä. gesehen

) und naja,
sagen wir so, Euer T-N war keine Ruhmestat: Auch hier wieder: Uke schieben lassen (das versteht
das Publikum) und beim Wurf sollte Tori mit seinem Gesäß einfach weiter an Ukes Standfläche ran,
dann kann dieser auch ne vernünftige Fallschule hinlegen und muß nicht so merkwürdig hopsen...
Uchi-Mata geht normalerweise auch ohne Springen von Uke (der Wurf
wird ja im Wettkampf auch gern erfolgreich gemacht

) ruhig das Wurfbein von Tori gerade lassen bzw. strecken...
Beim Utsuri-Goshi sollte sich Tori bewegen, wenn er Uke "weggeschnipst" hat, also rechten Fuß vor und
dabei die Hüfte um ca 90° mit drehen. Wenn den Uke "zurückkommt", fällt er gleich maßgerecht in den
Hüftwurf...
Die Verbeugung unmittlebar danach war beim Uke kaum vorhanden, vor der Abschlußverbeugung
wäre genug Zeit gewesen, um noch schnell den Judogi in einen ordentliche Zustand zubringen...
Achso dann noch eine prinzipielle Sache: Wenn Tori Uke beim Fallen Hilfestellung gibt (was ausdrücklich
lobenswert ist

) dann bitte "Jigotai" und die Höhe durch Beugen der Knie regulieren und nicht
durch "Verbeugung", also den Oberkörper unbedingt aufrecht halten!
Und wie gesagt: Etwas mehr Aktion-Reaktion, also die "Warum"-Frage wenigstens
ansatzweise "klären" ("Warum schmeißt der den jetzt um"?)
Wo das Publikum geklatscht hat, wißt Ihr ja selbst...
Wir haben früher solche Vorführungen auch gerne mal ohne Matten gemacht, das
gibt dann ein paar Ahs und Ohs mehr, keine Angst - davon werden die Zuschauer auch nicht
wirklich abgeschreckt, die werden sowieso nicht zum Training kommen
"Fehlende Instruktion" kann ich nicht so richtig gelten lassen, in Leipzig gibt es doch wohl einiges
an Judo mehr als Euren Verein und irgendwie müßt ihr ja auch an Eure Gürtel und ÜL-Lizenzen
gekommen sein...
