Hallo Matthias,Chosen One hat geschrieben:Naja, im DJB ist halt alles nicht ganz so, wie zumindest ich es für richtig halte. Laut Kodokan ist der Seoi-otoshi einfach ein Seoi-nage, bei dem mindestens ein Knie den Boden berührt. In Deutschland wird aber auch diese grausame Mixversion aus angeblich Tai-otoshi und Seoi-nage akzeptiert (was de facto ja ein Seoi-nage ist), weil das 'halt schon immer so war' - tolles Argument.
Du verwürfelst da ein bisschen was. Der Seoi-otoshi laut Kodokan ist kein Seoi-nage, bei dem mindestens ein Knie den Boden berührt. Sondern ein Wurf, bei dem Uke über Toris Schulter (bzw. knapp daran vorbei) Richtung Boden gestürzt wird. Z.B. aus der Situation, dass der Seoi-nage Ansatz geblockt wird. Tori geht jetzt mit seinem Gewicht nach unten und zieht Uke damit zu Tal (otoshi). Der Wurf wird keineswegs nach vorne über die Schulter abgelegt, sondern wiederum leicht seitlich gestürzt. Wichtig dabei ist der enge Körper, - bzw. Schulterkontakt
Die Version als Mix zwischen Seoi-nage und Tai-otoshi hat sich eingebürgert (seit Kyu-PO 08/2005), weil in gewissen Altersklassen ein Wurf auf einem oder beiden Knien nicht wettkampfregelkonform (Verletzungsgefahr, haha) ist.
Wenn man diese Variante genau wirft, ensteht zwischen Tori und Uke keinerlei Körperkontakt, was wiederum bedeutet, dass es de facto kein Seoi-nage sein kann. Sondern ein Tai-otoshi, bei dem eine Seoi-nage Griffhaltung gemacht wird.