Hallo Yamamoto, das Randori (eigentlich Ran o Toru) ist die von Kano (weiter-)entwickelte Trainingsform des Nokai Ai.
Kanos Gedanke war dieser: es ist sehr verletzungsintensiv, diverse Techniken (und das betrifft nicht nur Würfe!!) im Training mit voller Kraft gegen einen sich wehrenden Gegner anzuwenden.
In den meisten Schulen (Ryu-ha) des Koryu Bujutsu wurde dennoch wie vorstehend beschrieben trainiert - Folge: verletzungsintensives Training (=Survival of the Fittest).
Wenn man nun, wie Kano dies tat, viel Wert darauf legt, daß der Bereich der Uke-Waza (zu denen die Ukemi und die Nagare-Waza gehören) genauso intensiv geschult wird wie etwa die Würfe, dann kann man allmählich dazu übergehen, bspw. die Würfe mit vollem Einsatz zur Anwendung zu bringen. Das Verletzungsrisiko wird minimiert (nicht ausgeschaltet, nur zum Verständnis!).
Dadurch konnte jeder Jûdôka seine Techniken viel häufiger üben als Vertreter damaliger Schulen des Koryu Bujustu. Folge: Der Jûdôka war technisch versierter ...
Man kann bei Kano nachlesen, daß es etliche verschiedene Formen des Ran o Toru gibt, je nachdem, welches Ziel erreicht werden soll.
Es gibt eigentlich nach oben hin keine Grenzen - solange sich alle Beteiligten einig sind.
Da die Art und Intensität des Ran o Toru vom zu definierenden Trainingsziel abhängt, gibt es eigentlich nicht
das Randori.
Wettkämpfer machen aus dem Randori oft eine Art "Vorausscheid" darüber, wer die Vereinsfarben beim nächsten Wettkampf vertreten darf - als Wettkampfvorbereitung sicher sinnvoll, aber möglicherweise wiederum recht verletzungsintensiv ...
Andere Arten des Ran o Toru sind bspw. möglich, wenn man nicht nur im Stand (mit Wurftechniken) und nicht nur im Bodenkampf agiert, sondern diese (künstliche) Trennung aufhebt.
Weiterhin ist es möglich, sich die Handschützer anzuziehen, den Zahnschutz anzulegen und dann Wert auf die Atemi-Waza zu legen - und / oder auf deren Verbindung zu den anderen Technik-Gebieten des Jûdô.
Dies alles und noch viel mehr kann man dann mit oder ohne Gi-jacke praktizieren.
Bei uns sehr beliebt ist bspw. der Bodenkampf gegen zwei Gegner ...
schlaucht, macht aber fit!
Die Intensität des Ran o Toru können erfahrene Jûdôka sehr weit ausdehnen - für Anfänger aber sollte gelten, daß der Sensei festlegt, wie weit man im Ran o Toru gehen darf.
Sobald du aus dem Land der Kirschblüten und des Sake zurückgekehrt bist, kannst du dir all die von mir beschriebenen Arten des Randori (und noch viele weitere) bei uns ansehen - und mitmachen, wenn du magst.
Freundliche Grüße
und: Jiko no Kansei!
Tom