Hallo Trax, hallo nochmal an alle, die sich für dieses Thema interessieren.
Ich gehörte dem DDK an, das ist richtig - ich hatte einige honorige Leute kennengelernt, denen Bûdô am Herzen lag und dachte mir, daß es gut wäre, sich da einzubringen.
Das Problem aber war - wie ich schnell erkennen mußte - daß das DDK von einer einstmals (in den 50er und 60er Jahren!) ehrenwerten, seriösen Organisation zu einer privaten Spielweise für die unerfreulichen Eitelkeiten einiger unseriöser Gestalten geworden war.
Die Führungsriege alter Männer war - außer Frank Thiele, der damals noch Vizepräsident war und dessen Vater einst das DDK mitgegründet hatte - nicht daran interessiert, daß auf der Matte tatsächlich irgendwelche Aktivitäten stattfanden.
Ich war einigermaßen fassungslos, als ich erkennen mußte, daß es den maßgeblich Verantwortlichen (außer Frank Thiele!!) absolut genügte, sich einmal im Jahr oder auch alle zwei Jahre zu treffen, um dort über "Erfolge" zu quasseln, die es ausschließlich auf dem Papier und in der Phantasie der Betreffenden gab.
Sodann verlieh man sich gegenseitig den nächsthöheren Dan und trabte befriedigt wieder nach Hause.
Ich mußte entsetzt feststellen, daß das DDK der einzige mir bekannte Jûdô- (Bûdô)Verband war, dem die Aktiven komplett abhanden gekommen waren und der nur noch aus der Verwaltungsebene bestand.
Unser Versuch, dies zu ändern, schlug leider komplett fehl.
All jene, die dem ewigen Erb-Präsidenten Dieter Teige die Treue hielten, tragen inzwischen ganz zufällig den nächsthöheren Dan ...
Und wie das so ist: auch er hat sich selbst inzwischen den 9. Dan zuerkannt. Tja, wer wenn nicht er?
(Es gibt bei uns im Training übrigens einige 13jährige, die diesen Mann im Randori mühelos umhauen würden ... peinlich, peinlich ... und das hat nix mit dem Alter des Herrn Präsidenten zu tun!).
Auf dem "Dan-Tag" in Ingelheim im Jahre 2003 versuchten wir, den ewigen Erbpräsidenten loszuwerden, also abzuwählen.
Er sprach von "Umsturzversuch" und von "Palastrevolte". Noch Fragen?
Wir hatten das ganze dilettantisch vorbereitet - ganz naiv glaubten wir, daß ein Präsident, dem zahlreiche massive und jahrelange Verstöße gegen die Satzung und gegen die Graduierungsordnung zweifelsfrei nachgewiesen werden konnten, soviel Anstand besäße, von sich aus zurückzutreten. Weit gefehlt.
Auch hatten wir geglaubt, ihn im Falle eines Falles abwählen zu können - denn wir besaßen eindeutig die Mehrheit der Stimmen.
Tja, die Stimmauszählung war, gelinde gesagt, merkwürdig. Sie wurde dreimal wiederholt, dann kam ganz zufällig das passende Ergebnis heraus.
Wir hätten das anfechten können - aber wozu? Wozu in einer Organisation bleiben, die erkennbar nicht zu reformieren ist?
Aufgrund der dubiosen Stimmauszählung trat der Vorsitzende des Rechtsausschusses, ein promovierter Rechtsanwalt, sofort von seinem Posten zurück, nachdem er vergeblich protestiert hatte.
Mehrere Landesverbände erklärten im Anschluß an die Wiederwahl des ewigen Erb-Präsidenten ihren Austritt aus dem DDK (diese Landesverbände sind inzwischen "neu" gegründet und haben - ratet mal! - jeweils genau NULL Mitglieder).
Auch der amtierende Vizepräsident sowie der ehemalige Geschäftsführer erklärten noch auf der Versammlung ihren sofortigen Austritt.
Tja, und seitdem passierte im DDK das, was schon seit Beginn der 90er Jahre passiert - nichts.
Außer, daß man sich regelmäßig trifft, um über Erfolge zu quasseln, die es nicht gibt - das erinnert mich an meine untergegangene Heimat DDR...
Der DJB brauchte sich seit der Trennung vom DDK gewiß keine Sorgen um Konkurrenz zu machen - das DDK ist nämlich keine.
Die alten Herren werden immer älter, Nachwuchs gibt es trotz gegenteiliger Behauptungen nicht. Was hätte das DDK dem Nachwuchs auch zu bieten? Ich meine, außer einem Erb-Präsidenten, der sich selbst trotz äußerst fragwürdiger Kompetenz im Jûdô den 9. Dan umgehängt hat ...
Das DDK wird also demnächst still und leise ganz einfach aussterben.
Tja, besser is' das.
Freundliche Grüße
Tom