@Tom: Schon klar, im DJB selbst sind ja ironischerweise keine Judoka Mitglieder, wenn dann sind es die Landesverbände und deren Mitglieder sind die Vereine.
Wie sieht es eigentlich mit dem 1.DJC in Frankfurt aus, bzgl. der Hirano-Linie?
kanken hat geschrieben:Du schreibst, ihr habt Karate aus BÜCHERN????

gelernt? Oh mein Gott. Kein Wunder, dass du meinst, Schlagen und Treten sei einfach...
Von den Büchern-Lernern stehen jetzt also ein paar auf der Matte, ja? Schön. Die haben also wunderbar Karate aus Büchern gelernt und die Karateka, die diese Büchern geschrieben haben, haben ihre Techniken also alle schön aus dem Judo nach dem 2. WK? Also hat das Judo jetzt die Art und Weise zu schlagen quasi über Karate aus Büchern wieder zurückimportiert, bzw. aus dem DKV-Karate?
Klar haben wir aus Büchern gelernt. Gab ja nichts anderes

Ich halte es jedenfalls für keine Schande und ein paar dieser "Autodidakten", die wir damals auf der Matte hatten, würde ich auch heute nicht
zu nahe treten wollen...
Mich würde jetzt brennend interessieren, welche KarateLEHRER diese Judoatemi gelernt haben? Ich finde bei den damaligen anerkannten Lehrern in Japan keinen Hinweis darauf, dass sie Schlagen und Treten vom Judo haben. Alle Lehrer der damaligen Generation konnten schon vorher Shuri- oder Naha-te (Funakoshi jr + sr, Miyagi, Chibana, Toyama, Otsuka, Uechi, Mabuni, die Liste könnte ich jetzt beliebig lang machen).
Fritz, also eigentlich habe ich dich für einen intelligenten Menschen gehalten, aber du willst mir doch nicht erzählen, dass das so war, oder? Man kann effektives Schlagen und Treten nicht aus Büchern lernen und schon gar nicht von jemandem, der es aus Büchern hat.
Woher soll ich das wissen?
Ich habe ein Zitat von Feldenkrais genannt, da standen leider keine Namen, wer denn nun genau vom Judo zum Karate "konvertierte".
Und ich wette, die Lehrer, welche Du anführst, würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie sehen, was mittlerweile aus ihrem Karate gemacht wurde...
Wo ist der Bezug zu den SV-Möglichkeiten des JUDO in der JUDO-SV Prüfungsordnung? Wenn man ein wenig JJ und KM genommen hat und das jetzt als Judo-SV verkauft, ist das für mich Etikettenschwindel!
Ehrlich wäre gewesen zu sagen: Wir haben keine Ahnung von Judo-SV, weil dieses Wissen im DJB-Judo verlorengegangen ist.
Das kann man jedoch nicht sagen, weil dem Judo schon so genug Mitglieder davonlaufen. Das ist armselig.
Konsequent wäre es gewesen zu sagen, wir haben den Bodenkampf und die Würfe, das Wissen um die Schläge und Tritte ist uns verlorengegangen, also nehmen wir etwas, das gut funktioniert, z.B. MT oder meinetwegen Boxen. Dummerweise muss man das auch effektiv trainieren, das kommt nicht "einfach so". Hoppelkarate in der JJ-Version und oberflächliches KM helfen da mit Sicherheit keinem weiter, wenn er in einer echten SV-Situation steckt...
Siehst Du, das ist der Punkt, wo von mir jetzt der Spruch mit dem "intelligenten Menschen kommt" würde...
Hier - im Forum - haben wir das alles schon bis zum Erbrechen durchgekaut.
Was ist intelligent dran, immer wieder mit der gleichen Frage anzufangen
- wer im DJB hochoffiziell die authentischen Kodokan-Atemi lehrt - wenn oft genug gesagt wurde, daß wir - also die Forumsleute - es auch
nicht wirklich wissen, einige von uns es aber gern wissen würden.
Ich denke, für Franks und Toms Lehrgänge machen wir - also Christian und ich - durchaus schon reichlich Werbung...
Inwieweit "Jobi"s Judo authentisch ist, kann ich nicht beurteilen...
Inwieweit die Nihon-Jutsu-Truppe aus Dresden, welche unter Schirmherrschaft
des Sächsischen Judoverbandes erst unlängst eine Lehrgang mit John Gage in Riesa durchführte, authentische Sachen einschließlich Atemi
lehrt (immerhin ging er so ganz nebenbei auf bestimmte Atemi-Aspekte beim Randori mit ein, die mir sehr einleuchteten), kann ich auch nicht beurteilen...
Inwieweit unsere Kata-Beauftragte in Berlin mittlerweile authentische Atemi beherrscht, kann ich auch nicht beurteilen, aber immerhin zeigte sie
spontan mal eben auf 'nem Lehrgang die Nicht-Randori-Form des O-Goshi.
Aber was ich beurteilen kann, ist, daß es durchaus ein gewisse Interesse von im DJB organisierten Judoka gibt, sich mit diesen Themen zu beschäftigen.
So und diese Leute bekommen jetzt eine SV-PO vorgesetzt, wo offensichtlich:
- das Thema ausgespart wurde, wie Atemi nun genau funktionieren,
- "verloren gegangene" Teile des Judo, offensichtlich durch JJ / KM-Anleihen ersetzt werden, dies aber letztlich durch "offene Aufgabenstellungen"
kaschiert wird.
- wo ein "roter Faden" fehlt.
- wo nicht klar ist "wer es wie prüfen soll" (da zitiere ich mal o.g. Kata-Beauftragte

)
Und nun erkläre mir als intelligenter Mensch, wie Deine immer wiederkehrende Frage nach Koryu-Experten den Forumslesern,
welche Zweifel/Fragen/Interesse an der Thematik - hier in diesem Faden ist dies nunmal die SV-PO - haben, an irgendeinem Punkt weiterhilft?
Glaubst Du ernsthaft, daß sich irgendeiner, so er denn tatsächlich noch authentische Atemi beherrscht, hier meldet?
Nur weil "Kanken" permanent nachfragt?
Klar kannst Du hier die Worten "Etiketten-Schwindel" und "armselig" anbringen, aber hey, daß hier ist kein DJB-Forum, hier
argumentierst Du mit den falschen Leuten...
Und den "richtigen Leuten" ständig vorzubeten, daß sie
a) keine Ahnung haben und b) alles Quatsch ist, was sie tun, ist ebenso unklug,
wenn man vielleicht doch etwas in "die richtige Richtung" bewegen möchte.
Denn dann geht nahezu jeder, dem man es permanent an den Kopf haut, egal ob a) u. b) rein objektiv zutreffen oder nicht,
sofort in "Abwehr"-Haltung.
Und Leuten, die evt. in ihrem Einflußbereich noch stillschweigend was bewegen können würden wollen, fallen die Türen zu, sobald klar wird,
"woher der Wind weht"... Wem nützts...?
Glaubst Du, daß irgendeiner der derart "Gescholtenen" dadurch Lust verspürt, sich beispielsweise
daran zu machen, in Deutschland vertretene Koryu danach zu sichten, ob sie tatsächlich authentisch sind, zu den Vorläufer-Stilen
des Judo gehören und entsprechende Leute zur Ausbildung hinzuschicken oder Lehrgänge mit den entsprechenden
Menkyo-Kaiden-Inhabern zu organisieren?
Ich z.B. würde mich durchaus freuen, wenn Du aufgrund der Dinge bzgl. Atemi, die erfahren hast auf den Jûdô-Lehrgängen,
an denen Du teilgenommen hast, darstellen könntest, wo Deiner Meinung nach die Unterschiede und Gemeinsamkeiten
zu, sagen wir mal, den Atemi, welche im Karate Deines Stils vorkommen, liegen...
Wilf Mücke hat geschrieben:Also wenn man die Atemi so beherrschen möchte, wie sie ursprünglich gedacht waren, fände ich fast JEDEN Aufwand vertretbar,
zumindest dann, wenn man SV-Prüfungen einführt (ansonsten kann ich gut damit leben, dass Dinge sich ändern und Folgegenerationen
sich immer weiter vom Ursprung entfernen (in Japan meist aber zumindest dann auch namentlich ganz deutlich gekennzeichnet als neuer Zweig).
Ja sicher, nur machen wir uns nichts vor: Irgendwo hat _jeder_ zeitliche, finanzielle und kräftemäßige Grenzen.
Und beim Gros an Leuten sind diese Grenzen recht eng...
Das mit den Büchern, nach denen man do it yourself-mäßig trainiert, erinnert mich (ohne diesen Aufwand, Fleiß usw. geringschätzen zu wollen)
mich doch recht stark ans historische Fechten und ähnliche Reenactments, wo man letztlich niemals weiß, ob man eine wirklich sehr gute Kopie
des sich zwangsweise ja v.a. nur im Kopf ausgemalten Originals ist oder vielleicht doch nur eine befriedigende oder gar unbefriedigende Kopie.
Und die Konsequenz sollte hier nun welche sein? Fleißig weiter rekonstruieren oder Hobby sein lassen?
