Die IJF hat sich mal wieder ein paar kleinere Änderungen einfallen lassen:
https://www.youtube.com/watch?v=FLj5S7HEnGg
IJF Regeln 2026
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Mit freundlichem Gruß
Fritz
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- nur_wazaari
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Re: IJF Regeln 2026
Man freut sich schon wieder drauf, wenn dieser größtenteils alberne Schwachsinn bis auf die kleinste breitensportliche Ebene leidenschaftslos und piekgenau umgesetzt werden wird. Abgesehen von den absoluten Grundregeln oder den Regeln zur Verletzungsprophylaxe ist mir schon seit mehreren Olympiazyklen kaum klar, nach welchen Prinzipien denn nun viele der Anpassungen stattfinden. Das wirkt alles dermaßen willkürlich, unsystematisch und zufällig, dass ich es einfach nicht ernst nehmen kann. Kann man auch schon daran erkennen, dass Formulierungen wie "too long" nicht definiert sind und die Ergänzungen zum Grifflösen in Echtzeit schwer nachzuvollziehen sein werden. Gerade das sind dann auch die Situationen, die oft entscheidend sind - das heißt: entschieden werden - weil es naturgemäß knapp zugeht.
Nicht überzeugend, ich spare mir mal die Spekulationen über die Gründe...
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- Hofi
- 3. Dan Träger

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Re: IJF Regeln 2026
@nur_wazaari: Kannst Du bitte darlegen, was aus Deiner Sicht "größtenteils alberner Schwachsinn" ist.
too long: Wird sicher auf den KR-Schulungen noch konkretisiert. Und jeder kennt gerade im Breitensportbereich die Kämpfe, wo der Gegner eigentlich schon nicht mehr stehen kann und sich durch oft echt nervige Kunstpausen versucht zu regenerieren. Ich bin echt nicht der mit der besten Kondition, aber mich nervt sowas.
Das Grifflösen erscheint mir da jetzt nicht so kompliziert, man darf halt in gewissen Situationen wieder komplett lösen und muss nicht zwanghaft einen Griff behalten. Und Echtzeit ist eine Sache, es sind IJF-Regeln, da ist Care-System im Einsatz, in Bayern mindestens ab Landesebene und die Bezirke kriegen jetzt auch welche, damit man auch in der Liga auf Bezirksebene die KR daran schulen kann.
Yuko im Stand: Ja, man will wohl, dass mehr spektakuläre Situationen mit Wertungen belohnt werden bzw. so Sachen, wie bei Arschlandung einfacher machen, dass der KR nicht unterscheiden muss, eine Arschbacke oder zwei.
Da ist jetzt nichts dabei, was mich groß einschränken würde.
Gruß
Hofi
too long: Wird sicher auf den KR-Schulungen noch konkretisiert. Und jeder kennt gerade im Breitensportbereich die Kämpfe, wo der Gegner eigentlich schon nicht mehr stehen kann und sich durch oft echt nervige Kunstpausen versucht zu regenerieren. Ich bin echt nicht der mit der besten Kondition, aber mich nervt sowas.
Das Grifflösen erscheint mir da jetzt nicht so kompliziert, man darf halt in gewissen Situationen wieder komplett lösen und muss nicht zwanghaft einen Griff behalten. Und Echtzeit ist eine Sache, es sind IJF-Regeln, da ist Care-System im Einsatz, in Bayern mindestens ab Landesebene und die Bezirke kriegen jetzt auch welche, damit man auch in der Liga auf Bezirksebene die KR daran schulen kann.
Yuko im Stand: Ja, man will wohl, dass mehr spektakuläre Situationen mit Wertungen belohnt werden bzw. so Sachen, wie bei Arschlandung einfacher machen, dass der KR nicht unterscheiden muss, eine Arschbacke oder zwei.
Da ist jetzt nichts dabei, was mich groß einschränken würde.
Gruß
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.
Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.
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Re: IJF Regeln 2026
Also die Yuko-Beispiele hab ich nicht verstanden von der Erklärung her mit dem Winkel.
Vom Bild her sieht es so aus, als ob nun mittlerweile Würfe fast auf den Bauch belohnt werden sollen ...
Vom Bild her sieht es so aus, als ob nun mittlerweile Würfe fast auf den Bauch belohnt werden sollen ...
Mit freundlichem Gruß
Fritz
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Bodnus Carlsen
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Re: IJF Regeln 2026
Ursprünglich sollte mit Yuko bewertet werden, wenn Uke auf der Seite oder fast auf der Seite (nur ein bisschen Richtung Bauch gedreht) landet. Die Praxis auf der World Tour war aber, dass alles, bei dem Uke nicht flach auf dem Bauch oder auf beiden Knien landet, mit Yuko bewertet wurde. Die Regeln wurden hier schlicht die Praxis angepasst.
Die Griffkampfregeln begrüße ich, da ich sie für deutlich klarer halte, auch wenn - wie immer - abzuwarten ist, wie es umgesetzt wird und wie leicht es zu schiedsen ist.
Das "too long" etwas vage ist, finde ich auch. Abwarten, ob das noch konkretisiert wird. In gewisser Weise hat jetzt, über die Ermahnung, jeder Judoka das "Anrecht" auf eine Pause, weil es beim ersten Mal ja kein Shido gibt...
Grundsätzlich bleibt es das bekannte "Spiel", das es in vielen Sportarten gibt: Sportler passen sich taktisch den Regeln an, die daraufhin nachjustiert werden, worauf sich die Sportler wieder anpassen, ... Gleichzeitig muss man im Auge behalten, was über "schiedsbar" ist - man sieht nur Handlungen, keine Absichten, und auch bei den Handlungen ist nicht immer alles sichtbar.
Die Griffkampfregeln begrüße ich, da ich sie für deutlich klarer halte, auch wenn - wie immer - abzuwarten ist, wie es umgesetzt wird und wie leicht es zu schiedsen ist.
Das "too long" etwas vage ist, finde ich auch. Abwarten, ob das noch konkretisiert wird. In gewisser Weise hat jetzt, über die Ermahnung, jeder Judoka das "Anrecht" auf eine Pause, weil es beim ersten Mal ja kein Shido gibt...
Grundsätzlich bleibt es das bekannte "Spiel", das es in vielen Sportarten gibt: Sportler passen sich taktisch den Regeln an, die daraufhin nachjustiert werden, worauf sich die Sportler wieder anpassen, ... Gleichzeitig muss man im Auge behalten, was über "schiedsbar" ist - man sieht nur Handlungen, keine Absichten, und auch bei den Handlungen ist nicht immer alles sichtbar.
- nur_wazaari
- 2. Dan Träger

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Re: IJF Regeln 2026
Habe ich bereits und wenn es dich nicht einschränkt - ja ganz wunderbar. Ich hätte da schon ein paar Punkte, die mich zu meinem deutlichen Urteil kommen lassen:Hofi hat geschrieben: 08.01.2026, 12:21 @nur_wazaari: Kannst Du bitte darlegen, was aus Deiner Sicht "größtenteils alberner Schwachsinn" ist.
Die Erklärungen zu Yuko und Sankaku muten (zumal mit der Musik und der Überbelichtung) wie Partner-Yoga an und sind mit Blick auf die Praxis eher konfus. Wann landet Uke mal mustergültig? Die Diskussionen um die Wertungen werden weitergehen, die Videoanalysen werden (auch allgemein und weiterhin) mehr Zeit verschlingen als es die angeblichen Kunstpausen von Tori/Uke je tun würden.
Die Bewertung und anschließende Bestrafung von zu langen Pausen ist willkürlich und ohne Zeitangabe eher kontraproduktiv. Das ist nichts weiter als eine konditionelle Restriktion, eine veranstaltungstaktische Anpassung und hat mit Judo für sich nichts zu tun - abgesehen davon, dass es dafür vor nicht allzu langer Zeit sehr wohl schon eine Regel zu geben schien.
Die ergänzten Regeln zum Grifflösen werden in Echtzeit, in Echtgeschwindigkeit mit bloßen Auge zum Teil kaum korrekt zu bewerten sein und auch generell frage ich mich, wo da der Mehrwert sein soll. Eine konsequente Bestrafung von Verstößen blieb ja bisher auch aus, zudem sehen die so hochersehnten Zuschauer (und nicht nur die) hier erst recht nicht durch.
Ähnliches gilt für die gezeigten Sankaku-Techniken. Grob gesagt, ist der Pöter auch nur reflexrtig kurz in der Luft (denn das passiert, wenn Uke sich bewegen würde, macht er im Video aber nicht), bedeutet das Hansoku-make. Wäre eine Technik, von der ich meinen Athlet_innen bei diesem Regelwerk abraten würde.
Die Regeländerungen wirken wiederholt zum großen Teil frei erfunden und nicht aus einem auf Judo fokussierten Erkenntnisprozess abgeleitet. Wo ist da eine sportartspezfische Systematik zu erkennen? Wo bezieht man sich dabei auf Sinn und Zweck, "Geist" von Judo? Der einzige Sinn und Zweck scheint folgender zu sein:
"Profijudo" soll also noch schneller werden, voll dynamisch und so, verständlich und klar, daneben die Leute in die Arenen locken. Wird aber nicht passieren, das Gegenteil ist der Fall. Man kann sich ja gerne die Tribünen bei den großen Turnieren anschauen - mit wenigen Ausnahmen geradeso halbbesetzt, wenn überhaupt.
Systematisch ist allein die Inkonsistenz und die mangelnde Konstanz, die eine Art Betrieb am Laufen hält und die Profijudowelt beschäftigt, aber kaum zu irgendwelchen nachhaltigen Verbesserungen führt.
Gegenideen, aus dem Hut:
Yuko ist jeder aktive Gleichgewichtsbruch durch Tori mit Verlust des Fußkontakts auf der Tatami von Uke, denn nahezu alle so enstandenen Positionen sind für Uke potenziell sehr nachteilig und signalisieren eine deutliche Wirkung - es entsteht also ein kleiner Vorteil für Tori durch dessen Judotechnik. Zu bewerten wäre demnach dann nur, ob Toris Kuzushi ursächlich ist und nicht, ob Uke es schafft, sich maximalst möglich noch irgendwie zu verdrehen. Eine ungünstigere Position und ein größerer Vorteil ist es, wenn Uke fast auf dem Rücken landet - Waza-ari - oder eben komplett und überzeugend durch Tori kontrolliert mit beiden Schulterblättern auf den Rücken fällt - Ippon.
Nach einigermaßen exakt [...] Sekunden von Uke im Sitzen, Laufen etc. und z.b. Tori im Stand erfolgt einfach schlicht "Hajime". Wenn Uke dabei wiederholt passiv ist, dann gibt es ja die Passivitätsregeln. Dann wartet man halt nicht, bis beide wieder in der Ausgangsposition sind. "Weglaufen" am Kampfende ist ja ohnehin zu bestrafen, wird nur oft nicht durchgesetzt. Eine Durchschnittszeit zum Kleiderordnen und Haare binden kann man ermitteln und dann ansetzen, das ist easy.
Grifflösen nur dann bestrafen, wenn es in Passivität ausartet. Ich bin für eine möglichst hohe Anzahl an Griffvarianten. Es gibt für jeden Griff auch judogerechte Möglichkeiten, die zu lösen, zu kontern etc., auch egal wo am Judogi die nun ansetzen. Größere Freiheitsgrade könnten wieder viel mehr auf Fähigkeiten hinarbeiten lassen, die zum Beispiel Antizipation, Propriozeption, Taktilität umfassen und nicht ein Denken in bloßem Situationschaffen/-nutzen/-verhindern münden.
Insgesamt gilt: Der Betrieb schafft sich selbst Arbeit und Bedeutung, versucht den geschlossenen Kreis seiner Akteure zu beschäftigen...nur darum gehts dem.
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