Wirtschaftsunternehmen DJB

Hier geht es um Fragen zur Vereinsarbeit, Verbänden und Organisationen
Benutzeravatar
LenDa
1. Dan Träger
1. Dan Träger
Beiträge: 304
Registriert: 02.08.2005, 15:22
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Verein: Post SV Düsseldorf
Kontaktdaten:

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von LenDa »

Wenn der DJB schon erhöht, dann lässt der NWJV nicht lumpen und haut auch noch mal kräftig drauf.

Pässe statt 5 jetzt 7 € teurer. Genau so die Kyu-Prüfungen, jetzt 19,15 €. Natürlich jeweils zzgl MwSt…

Da wird sich so mancher Verein fragen: Brauch ich den DJB oder mach ich mein eigenes Ding ohne Verband…
Judo beim Post SV Düsseldorf www.judokas.net.
Benutzeravatar
Hofi
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1928
Registriert: 28.12.2006, 12:55
Bundesland: Bayern
Verein: TSV Unterhaching
Kontaktdaten:

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von Hofi »

Hi!
Ich finde die Art und Weise der Erhöhung absolut unterirdisch. Auf "mich" als Verein wirkt es sich aber nur sehr bedingt aus, weil das durchlaufende Posten sind, sowohl Pass als auch Prüfungen zahlen die Mitglieder extra.
Lediglich Jahressichtmarken sind bei uns im Beitrag enthalten.
Ich empfinde es als ziemliche Panikreaktion, wenn man 500K im Segment Leistungssport an Förderung verliert, dann 80% davon bei den Breitensportlern abgreifen zu wollen, das ganze in einer Hauruck-Aktion zu beschließen und dann erstmal den Einkauf auf Eis zu legen, weil man anscheinend nicht bedacht hat, dass die LV da auch noch Anpassungen in ihren FGO durchführen müssen, macht keinen professionellen Eindruck. Das ganze noch einen Tag nachdem man einen Spendenaufruf, der mit Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung begründet wird, wirkt etwas respektlos (nur um noch einen Judowert zu zitieren).
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.
Bodnus Carlsen
Grün Gurt Träger
Grün Gurt Träger
Beiträge: 77
Registriert: 30.03.2022, 12:07
Bundesland: Nordrhein-Westfalen

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von Bodnus Carlsen »

Ich sehe durchaus ein, dass der Breitensport den Leistungssport subventioniert, und ich sehe auch gerne international erfolgreiche deutsche Judoka. Die Preiserhöhung an sich kann ich verstehen, wenn ich auch die Zahlen nicht kenne. Die Kommunikation seitens des DJB ist allerdings sowohl zeitlich als auch inhaltlich völlig verfehlt. Die Sperrung der Passbestellungen für zwei Wochen setzt dem ganzen noch die Krone auf.

Einige Landesverbände haben ja auch bereits ihren Unmut geäußert, siehe z. B. https://www.nwjv.de/aktuelle-meldungen/ ... -die-basis.
Benutzeravatar
nur_wazaari
2. Dan Träger
2. Dan Träger
Beiträge: 549
Registriert: 02.10.2013, 10:59

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von nur_wazaari »

Bekanntlich sieht sich der DJB vorrangig als Dienstleister (für wen eigentlich, letzten Endes?). Offenbar hat er seine Mitglieder nun endgültig zu bloßen Kunden bzw. die Landesverbände zu Zwischenvertrieben degradiert. Preiserhöhungen liegen dann selbstverständlich, logischwerweise im Ermessen des Anbieters.

So also stellt der DJB sich selbst als Wirtschaftsunternehmen vor. Seine Testimonials - pardon, Erfolgsgarantinnen - stellt er dann auch noch vor die Linse und inszeniert eine regelrechte - pardon, répété - Bettelkampagne.

Schon klar, offenbar war man tatsächlich blind oder naiv oder überrascht oder alles zusammen von der kommenden Förderungskürzung und ist nun sehr schnell gezwungen zu reagieren. Das nicht jede Reaktion sitzt, kann man auch noch tolerieren. Aber die Art und Weise der Durchsetzung und der Kommunikation schadet allen und sorgt für Misstrauen, ist eines Dachverbandes (von wegen Dienstleister) nicht würdig.

Im Übrigen werden nun auch alle personellen Hoffnungen zu Schall und Rauch, bis zur nächsten Olympiade wird man noch durchhalten, dann ziehen die Leistungsträger wieder weiter.
.
M. Olinero
Orange Gurt Träger
Orange Gurt Träger
Beiträge: 33
Registriert: 22.10.2022, 19:03

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von M. Olinero »

Bodnus Carlsen hat geschrieben: 17.03.2025, 14:38 Ich sehe durchaus ein, dass der Breitensport den Leistungssport subventioniert, und ich sehe auch gerne international erfolgreiche deutsche Judoka. Die Preiserhöhung an sich kann ich verstehen, wenn ich auch die Zahlen nicht kenne.
Ich sehe das prinzipiell auch so, persönlich bin ich auch dazu bereit, etwas zu bezahlen, um hochklassiges Judo zu sehen. In unserer Sportart ist glücklicherweise auch ein wesentlich geringerer Betrag dafür ausreichend, als ihn bspw. die Fußballfans für ihr Sky-Bundesliga-Abo etc. Bezahlen müssen.
Mir war es bisher auch stets völlig schnuppe, wenn es um inflationsausgleichende Gebührenanpassungen ging, jedoch ist hier der Sachverhalt ein gänzlich anderer, weshalb ich mir jetzt tatsächlich wünsche, dass sich ein nennenswerter Widerstand regt.
Erstens wird hier versucht, die Kosten auf Unschuldige abzuwälzen, anstatt das Verursacherprinzip zu beachten. Warum kam es denn zu einer PotAS-bedingten Mittelkürzung in dieser Höhe? Letztlich doch, weil man es damals, im Jahre 2021, für geboten ansah, Richard Trautmann in die Wüste zu schicken und es anschließend hinnahm, dass der Herren-Bereich im DJB im Prinzip völlig führungslos war. Man schlitterte sehenden Auges in die Krise, obwohl es schon länger im Voraus absehbar war, welches Desaster Paris 2024 für die deutsche Männernationalmannschaft werden würde. Wer hat das zu verantworten? Weder die Vereine an der Basis, noch die Eltern irgendwelcher Kinder, die gerne Judo machen, allerdings sollen die nun die Zeche zahlen.
Zweitens: Die schlichte Höhe der Gebührenanpassungen. Wenn der DJB denkt, so würde neues Geld für den Judosport generiert werden irrt er. Es handelt sich lediglich um eine Umverteilung: Weg von der Basis, wo das Geld nicht mehr für u.a. Aktionen zur Mitgliederbindung zur Verfügung steht, hin zum Spitzensport.
Hofi hat geschrieben: 17.03.2025, 13:37 Ich empfinde es als ziemliche Panikreaktion, wenn man 500K im Segment Leistungssport an Förderung verliert, dann 80% davon bei den Breitensportlern abgreifen zu wollen, das ganze in einer Hauruck-Aktion zu beschließen und dann erstmal den Einkauf auf Eis zu legen, weil man anscheinend nicht bedacht hat, dass die LV da auch noch Anpassungen in ihren FGO durchführen müssen, macht keinen professionellen Eindruck.
Ebenfalls stößt es sauer auf, dass man offenbar nicht nur die Landesverbände vollkommen überrascht, sondern nicht mal in Erwägung gezogen hat, diese demokratisch an der Entscheidung zu beteiligen.
Hofi hat geschrieben: 17.03.2025, 13:37 Das ganze noch einen Tag nachdem man einen Spendenaufruf, der mit Freundschaft und gegenseitiger Unterstützung begründet wird, wirkt etwas respektlos (nur um noch einen Judowert zu zitieren).
Die Gebührenanpassung einen Tag nach dem Spendenaufruf war tatsächlich der Gipfel der Hilflosigkeit und ein neuer Tiefpunkt in Sachen Kommunikation nach außen. Erst hält man flehentlich die Hand auf, einen Tag später wird kund getan, dass Personen, die nicht spenden wollen (oder können), dann eben gezwungen werden, zu zahlen.
LenDa hat geschrieben: 16.03.2025, 15:54 Wenn der DJB schon erhöht, dann lässt der NWJV nicht lumpen und haut auch noch mal kräftig drauf.

Pässe statt 5 jetzt 7 € teurer. Genau so die Kyu-Prüfungen, jetzt 19,15 €. Natürlich jeweils zzgl MwSt…

Da wird sich so mancher Verein fragen: Brauch ich den DJB oder mach ich mein eigenes Ding ohne Verband…
Dass nun Vereine einen neuen Verband gründen, oder sich alternativ dem komatösen DDK, oder der skurrilen „WJF“ zuwenden, glaube ich nicht. Meiner Wahrnehmung nach, sind die Vereine, die von entsprechend tatkräftigem Personal geführt werden, sehr am Wettkampfbetrieb in der olympischen Sportart Judo interessiert, bzw. hauptsächlich darauf ausgerichtet, und dafür benötigen sie den DJB. Vereine in meiner Umgebung, die sich dafür weniger interessieren, werden eher von uninteressierterem Personal geführt, für das so ein Verbandswechsel eher zu viel Aufwand wäre.

https://www.judobund.de/aktuelles/news/ ... st-den-djb

Momentan überschlagen sich offenbar die Ereignisse. Man fragt sich schon, wohin der DJB zu navigieren versucht. Man wird lediglich spärlich über einzelne Schritte informiert, aber das Ziel des Weges kennen offenbar nur Eingeweihte. Hier ist von einer „Strategie 2032“ die Rede. Vielleicht habe ich das etwas nicht mitbekommen? Wo erfährt man, was diese Strategie beinhaltet?
Benutzeravatar
Fritz
Moderator
Moderator
Beiträge: 5216
Registriert: 14.11.2003, 11:06

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von Fritz »

M. Olinero hat geschrieben: 18.03.2025, 17:44 Dass nun Vereine einen neuen Verband gründen, oder sich alternativ dem komatösen DDK, oder der skurrilen „WJF“ zuwenden, glaube ich nicht. Meiner Wahrnehmung nach, sind die Vereine, die von entsprechend tatkräftigem Personal geführt werden, sehr am Wettkampfbetrieb in der olympischen Sportart Judo interessiert, bzw. hauptsächlich darauf ausgerichtet, und dafür benötigen sie den DJB. Vereine in meiner Umgebung, die sich dafür weniger interessieren, werden eher von uninteressierterem Personal geführt, für das so ein Verbandswechsel eher zu viel Aufwand wäre.
Bleibt abzuwarten, vielen Vereinen geht es sicherlich nicht darum, aus ihren Reihen Olympia-Teilnehmer zu generieren.
Aber vermutlich werden viele Vereine zu einer ganz pragmatischen Lösung kommen, nämlich einfach nur aktive Kämpfer u. Übungsleiter u.ä. dem Verband zu melden
und den Rest in Gymnastik-Gruppen o.ä. zu organisieren.
Was jedenfalls übel aufstößt: Erst wird den Vereinen jede Menge aktueller Aufwand für die Umstellung auf den elektr. Judopass zugemutet und als kleines "Dankeschön" bzw. "Zusatzmotivation" kommt dann
diese happige Gebührenerhöhung mitten im Jahr, wo dann jeder Verein noch mehr zusätzlichen Aufwand hat, insbesonders dann, wenn er die Kosten für Pass und Prüfungen direkt auf die Mitglieder umlegt,
was Vereine mit günstigem Jahresbeitrag in der Regel tun ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
M. Olinero
Orange Gurt Träger
Orange Gurt Träger
Beiträge: 33
Registriert: 22.10.2022, 19:03

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von M. Olinero »

Fritz hat geschrieben: 20.03.2025, 09:36 Bleibt abzuwarten, vielen Vereinen geht es sicherlich nicht darum, aus ihren Reihen Olympia-Teilnehmer zu generieren.
Aber vermutlich werden viele Vereine zu einer ganz pragmatischen Lösung kommen, nämlich einfach nur aktive Kämpfer u. Übungsleiter u.ä. dem Verband zu melden
und den Rest in Gymnastik-Gruppen o.ä. zu organisieren.
Das könnte tatsächlich ein gangbarer Weg für manche Vereine sein, allerdings eher nur für z.B. reine Breitensportgruppen älterer Judoka. Zumindest in meinem Verein ist es jedoch so, dass insbesondere in den Altersklassen u11/u13 annähernd alle Kinder aktive Wettkämpfer sind. Eine stringente Differenzierung in Wettkampf-/Leistungssport einerseits und Breitensport ohne Wettkampf andererseits wäre in dieser Altersklasse meines Erachtens nach auch nicht sinnvoll. In den Vereinen in meiner näheren Umgebung, in die ich aufgrund guter Kontakte zu den dortigen Trainern Einblicke habe, verhält es sich ebenso. Daher bleibt das Grundproblem, die höhere finanzielle Belastung für die Eltern von Judokindern, bestehen und diese könnten anfangen zu überlegen, ob ihre Kinder wirklich so gerne Judo machen, dass sich der höhere Aufwand lohnt, oder ob man die Sprösslinge nicht auch zur Leichtathletik oder zum Turnen schicken könnte.
Meiner Meinung nach wäre es übrigens eher erträglich, wenn man schon meint, aus dem Bereich "Graduierungen" mehr finanzielles Kapital schlagen zu müssen, die Gebühren für Dan-Graduierungen stärker zu erhöhen, denn das hätte zunächst keine abschreckende Wirkung auf Anfänger und ihre Eltern.
Benutzeravatar
Hofi
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1928
Registriert: 28.12.2006, 12:55
Bundesland: Bayern
Verein: TSV Unterhaching
Kontaktdaten:

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von Hofi »

Mit Dan-Graduierungen sind diese Summen nicht zu holen.
Selbst wenn ein Kind zwei Graduierungen im Jahr macht, sind wir bei Mehrkosten von unter 1,--/Monat.
Es werden oft genug Fußball-Trikots für 80-100 Eur gekauft.
Es sind hier tatsächlich weniger die absoluten Summen, die mich ärgern.
Es ist das nach außen extrem unprofessionell wirkende Agieren der Führungspersonen. Generell empfinde ich die Kommunikation seitens des DJB deutlich optimierbar.
Aber ja, offensichtliche Karteileichen wird man irgendwie auslagern müssen, was die Mitgliederverwaltung angeht.
Wenn ich mir im Zuge der Digitalisierung der Pässe anschaue, wer da noch auch den Listen zu finden ist, da sind Leute dabei, die in den Nullerjahren zuletzt auf der Matte standen.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.
Benutzeravatar
nur_wazaari
2. Dan Träger
2. Dan Träger
Beiträge: 549
Registriert: 02.10.2013, 10:59

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von nur_wazaari »

Es ist schlicht überhaupt nicht nachvollziehbar und komplett instinktlos, weshalb man beim DJB so agiert und warum man das (mangels Kommunikation) offenbar noch ok findet. Da sind doch eigentlich Leute dabei, die durchaus wissen, was in den Vereinen los ist und welche Themen man ganz sicher nicht einfach so überhelfen kann.
.
M. Olinero
Orange Gurt Träger
Orange Gurt Träger
Beiträge: 33
Registriert: 22.10.2022, 19:03

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von M. Olinero »

Hofi hat geschrieben: 20.03.2025, 16:36 Selbst wenn ein Kind zwei Graduierungen im Jahr macht, sind wir bei Mehrkosten von unter 1,--/Monat.
Es werden oft genug Fußball-Trikots für 80-100 Eur gekauft.
Es sind hier tatsächlich weniger die absoluten Summen, die mich ärgern.
Es ist das nach außen extrem unprofessionell wirkende Agieren der Führungspersonen. Generell empfinde ich die Kommunikation seitens des DJB deutlich optimierbar.
Die absolute Höhe ist auch weniger das Problem, als die relative Erhöhung um knapp 60 % und die damit einhergehende mögliche Wirkung auf Eltern von ggf. gleich mehreren Judo-Kindern.

Aber ansonsten stimme ich dir zu, das unprofessionell wirkende Agieren und die unmögliche Kommunikation stimmen wirklich bedenklich. Das neuste Beispiel: Aufgrund einer, nicht näher erläuterten, "Strategie 2032" trenne man sich vom Vorstandsvorsitzenden, erwähnt aber nicht, wie es weitergeht. Wird seine Stelle neu ausgeschrieben? Wird der DJB erneut umstrukturiert?
Benutzeravatar
nur_wazaari
2. Dan Träger
2. Dan Träger
Beiträge: 549
Registriert: 02.10.2013, 10:59

Re: Wirtschaftsunternehmen DJB

Beitrag von nur_wazaari »

https://www.judobund.de/aktuelles/news/ ... zt-11-euro

Nun 11 Euro anstatt 13 Euro für eine Kyu-Lizenz. Eigentlich ist der Schritt nur insoweit brauchbar, als dass die Vereine nun nicht mehr vor die hohen Pforten des DJB ziehen müssen, sondern sich direkt an die Landesverbände wenden können, falls die zu schluckende Kröte doch noch weiterhin für Luftnot sorgt. Denn die Landesverbandsoberen tragen die "Anpassungen" nun offiziell mit.
.
Antworten