Ich "studiere"(bzw.fange damit an) gerade anhand unterschiedlicher YouTube Videos und durch Ausprobieren im Training verschiedene Varianten der einzelnen Würfe aus dem Kyu-Programm bzw. deren Anwendung aus verschiedenen Situationen.
Wollte hierbei möglichst vollständig vorgehen und mir für jeden Wurf etwas Zeit nehmen, wobei mir natürlich klar ist, dass aufgrund von ähnlichen Prinzipien sich hier einiges überschneiden wird.
Begonnen habe ich im im Kyu-Programm ganz unten bei:
O-soto-otoshi (großer Außensturz)
Auf den ersten Blick macht der Wurf nicht viel her. Schaut man sich allerdings die Anwendung einiger Großmeister an, wird klar, dass deutlich mehr daraus zu holen ist, als man denkt.
Situationen:
1) Denkbar ist der Wurf aus Ukes Rückwärts-Bewegung. (Wie in der Kyu-Prüfung erforderlich).
2) Auch aus der eigenen Rückwärts-Bewegung kann der Wurf sinnvoll sein, sofern Tori einen Zug auslöst und Ukes, aus dem Zug resultierende Gegenbewegung, in eine eigene Vorwärts-Bewegung umkehrt.
3) als Konter gegen die gleiche (oder ähnliche) Technik.
4) aus der Kreisbewegung nur sinnvoll, wenn der Wurf entgegen der Drehung (unter Anwendung der o.g. Zug/Druck Umkehr). Der Versuch in die andere Richtung zu werfen, wird meist scheitern, da das nicht angegriffene Bein hinten steht und Ukes Stand sichert.
Griff:
Denkbar aus Revers-Arm, Doppelrevers, Doppelarm.
Ich bevorzuge zumindest ein Arm, da so beim Gleichgewichtsbruch (Kuzushi) ein längerer Hebel vorliegt. (Kuzushi nach hinten schräg unten)
Ausführung :
Besonders wichtig sind hier (wie so oft) die drei Phasen
Kuzushi (Gleichgewicht brechen)
Tsukuri (Wurfeingang)
Kake (Wurf)
Beim Kuzushi nutzt man Ukes Bewegung oder Gegenbewegung und bricht das Gleichgewicht nach hinten schräg zur Wurfrichtung (leicht nach unten) . (zum Üben stellt man sich einen Ball vor, welcher im 45grad Winkel ca. 1 m hinter Uke liegt. Versuch diesen aufzuheben und nimm Ukes Arm in diese Richtung mit).
Bei Tsukuri ist es wichtig, den eigenen Fuß so weit wie möglich vor (!)den Schwerpunkt Ukes zu bringen. Je mehr das Gleichgewicht gebrochen wurde, desto leichter wird das sein. Ggf. kann durch ein Durchstechen mit dem Bein zwischen Ukes Beine (und abstellen vor Uke) auch das eigene Gleichgewicht aufgegeben werden, um Uke mit dem eigenen Körper umzustürzen. (otoshi)
Dies macht besonders in der Konter-Situation Sinn, da Uke ja eigentlich genau in die Gegenrichtung will und somit Kuzushi weniger ausgeprägt sein wird.
Bei guter Kuzushi und Tsukuri geht Kake meist von selbst... Da kann man nicht mehr viel falsch machen
Soweit so gut vorerst.
Ich freue mich auf eure Ergänzungen, Kritik und ggf Richtigstellung.. So hab ich den Wurf verstanden.. Wenn ich falsch liege, dann raus damit.
