Ich fühle mich im Judo in der Rolle eines Erziehers, letztlich verstehe ich auch Judo als ein Erziehungssystem. Hierzu gehört, dass man den Schülern realistische Ziele anbietet. Welche das im Einzelnen sind, muss man insbesondere bei Behinderungen von Fall zu Fall sehen - und sicher im konkreten Fall nicht leicht zu definieren.
Diese Ziele müssen erreichbar sein, wenn der entsprechende "spirit" gezeigt wird: Ernsthaftigkeit und Konsequenz beim Üben, sich nicht entmutigen lassen usw. Hier können wir Nicht-Behinderte vieles von Menschen mit Behinderung lernen.
Ich sehe einen Dan-Grad nicht "absolut" in dem Sinn, dass eine "objektive" Leistung zu erbringen ist. Ich sehe einen Dan-Grad in erster Linie als Anerkennung für Ernsthaftigkeit. Wenn ich einen Dan-Grad verleihen könnte, würde ich das auf der Stelle tun, aber es gehört ein wenig mehr dazu. Ich hoffe, dass ich irgendwann die Autorität haben werden, diese Graduierung durchzusetzen. Aber vielleicht kommen ja auch andere auf die Idee und ich muss mich gar nicht mehr engagieren.
