IJF Judogi Guide

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Ippon
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IJF Judogi Guide

Beitrag von Ippon »

Die IJF hat jetzt die neuen offiziellen Anforderungen an Judogi veröffentlicht:
http://www.intjudo.eu/pictures/news/404_1_1.doc
Um dabei komplett durch zu blicken muss man wohl Texiltechniker sein :-).

Die Anzüge werden dann von IJF lizensiert.
Ab 1.1.2011 darf dann bei IJF-Veranstaltungen nur noch mit lizenzierten Anzügen gestartet werden.

Mal sehen obs was bringt, ob dann wirklich endlich faire Bedingungen herrschen und wieder gegriffen werden kann.
tutor!
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von tutor! »

Ganz offensichtlich werden zwei Ziele mit diesen Regeln verfolgt:

1) Man will durch Beschränkung des Gewebegewichts und der Reversdicke die Anzüge besser greifbar machen. Diesem Bestreben stimme ich ausdrücklich zu

2) Man will damit schlicht und ergreifend Geld verdienen - selbst die Gürtel müssen künftig das IJF-Logo tragen, das die Produzenten bei der IJF erwerben müssen. Hinzu kommt ja noch, dass man bei IJF-Veranstaltungen selbst das Rückenschild erwerben muss. Das Bestreben der IJF geht also dahin, dass sie an der Ausrüstung der Judoka verdienen wollen. Hinzu kommt ja auch nochmal die IJF-ID-Card, die alle zwei Jahre nochmal mit (m.W.) 25$ pro Aktiven und Betreuer durchschlägt.

Wenn ich es recht verstanden habe, kostet also eine IJF-konforme Ausrüstung künftig 3$ in die Kasse der IJF. Damit bin ich nur einverstanden, wenn dies nicht auf Breitensportmeisterschaften und -turniere herunter gebrochen wird - oder anders ausgedrückt: wenn der DJB den "IJF-Logozwang" nicht übernimmt (wohl aber die Regeln, denen die Anzüge zu folgen haben). Allerdings sollte man bedenken, dass dies ursprünglich eine Idee des DJB (genauer: der damaligen Sport-Marketing des DJB) war.....

Aber man stelle sich nur einmal vor, dass dies in der absoluten Konsequenz bedeuten würde, dass 1$ nach jeder Kyu-Prüfung an die IJF wandert.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
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katana
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von katana »

Damit bin ich nur einverstanden, wenn dies nicht auf Breitensportmeisterschaften und -turniere herunter gebrochen wird
Was willst du denn dagegen tun ?
Was von der IJF auf ihre Mitglieder "heruntergebrochen" wird reizt mich auch zunehmend
zum Kotzen ! :angry4
tutor!
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von tutor! »

katana hat geschrieben:
Damit bin ich nur einverstanden, wenn dies nicht auf Breitensportmeisterschaften und -turniere herunter gebrochen wird
Was willst du denn dagegen tun ?
Nun, es wird die Entscheidung des DJB bzw. der Landesverbände sein, ob eine IJF-Marke Voraussetzung zu einer Teilnahme an einer Meisterschaft des DJB bzw. der Landesverbände sein wird. Die IJF kann das ja zunächst einmal nur im eigenen Bereich - also WM, World-Cup, usw. - entscheiden.

Sollte sich der DJB dazu entscheiden, Geld der Mitglieder auf diese Weise an die IJF durchzureichen, werden sich die Zuständigen dafür zu verantworten haben. Ich glaube nicht, dass Peter Frese so dumm ist, dieses zu tun.

Ich glaube vielmehr, dass der DJB ein eigenes Logo wieder einführen wird - und das bekommen dann wahrscheinlich nur Anzüge, deren Hersteller nachweisen, dass dieses Modell auch "IJF-zertifiziert" ist. So lange man es auf die Jacke beschränkt und der DJB dann was Sinnvolles mit dem Geld macht - z.B. zweckbestimmt für den Breitensport verwendet (wo das Geld ja auch herkommt) - würde ich mich nicht dagegen wehren.

Man wird sehen, was herauskommen wird - und was dann zu tun ist.
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katana
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von katana »

...und der DJB dann was Sinnvolles mit dem Geld macht ...
Du meinst also, daß die IJF nichts Sinnvolles damit vorhat, während der DJB die Idee,
zusätzlich abzukassieren sinnvoll übernehmen wird ? :rofl
Da wäre nun nicht mal ich, bei all meiner Skepsis, draufgekommen.

"Lizenzgebühren der IJF buuuhhhhh!", "lasst uns zusätzlich noch eigene Einführen juhhuuu !"

Gehts noch ? :irre
tutor!
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von tutor! »

Öhm - die eigenen hatten wir doch schon.... erinnerst Du Dich nicht? Gab damals sehr wenig Widerspruch.
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von katana »

Da war ich noch nicht im Forum angemeldet !!! ;)

Ich widerspreche hiermit auch rückwirkend !!!
:angry4
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Ippon
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von Ippon »

Mal sehen was daraus wird...

Den wenigsten Widerstand sollte man vielleicht erwarten, wenn man die Zertifizierung kostenneutral durchführt, also dass die Hersteller nur die Kosten der Zertifizierung tragen, ohne dass jemand daran zusätzlich verdient.
Es ist ja ein guter Schritt, aber immer noch keine komplette Lösung, es muss immer noch kontrolliert werden, dass der Anzug zum Kämpfer passt, was ja schon mit dem Sokutaiki geschieht, und nicht nachträglich behandelt ist.

Außerdem, wenn einer was damit verdient, warum muss es für den Breitensport sein? Spitzensport ist genauso wichtig für eine Sportart, auch wenn man da viel mehr Geld für weniger Sportler aufwenden muss. (...)
Aber diese Diskussion gehört hier nicht hin..
katana
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von katana »

Natürlich wird die IJF etwas an der Sache verdienen, oder glaubst du , die machen das
für ihren neuerweckten "Geist des Judo" ?
Und nun darfst du mal raten, an wen der Hersteller wohl die Kosten weitergibt ?
tutor!
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Re: IJF Judogi Guide

Beitrag von tutor! »

Ippon hat geschrieben:Außerdem, wenn einer was damit verdient, warum muss es für den Breitensport sein? Spitzensport ist genauso wichtig für eine Sportart, auch wenn man da viel mehr Geld für weniger Sportler aufwenden muss. (...)
Aber diese Diskussion gehört hier nicht hin..
Ich persönlich sehe auf dem Gebiet des Breitensports einen erheblichen Nachholbedarf beim DJB bzw. der meist zuständigen Landesverbände. Von daher würden zusätzliche Anstrengungen - die mit zusätzlichen Mitteln finanziert werden können - gut passen. Arbeitsfelder gäbe es reichlich.

Ansonsten sehe ich persönlich, dass der DJB und die Landesverbände "verdeckte" Mitgliedsbeiträge haben. So fließen mehr Einnahmen aus Kyu-und Dan-Prüfungen in die Kassen als die Durchführung der Prüfungen und die Verwaltung des Prüfungswesens kostet. Das Prüfungswesen wird also nicht aus Mitgliedsbeiträgen - ist aber in gewisser Weise eine (der wenigen) Dienstleistung(en) für die große Masse der Mitgliedern - sondern über Überschüsse aus diesen Gebühren werden andere Aufgaben finanziert. Einnahmen aus einer Lizenzmarke - die formal von den Herstellern kommen, faktisch aber von den Käufern der Anzüge - wären ebenfalls eine die Mitgliedsbeiträge ergänzende Einnahme.

Ich würde daher z.B. eine vollständige Abschaffung der Prüfungsgebühren - soweit sie nicht der Kostendeckung der konkreten Prüfung vor Ort (Prüferspesen) dienen - diskutieren wollen. Eine Gegenfinanzierung müsste dann natürlich über die Beiträge erfolgen.

Wenn ein Verband einen Finanzbedarf hat, um seinen Mitgliedern die von den Mitgliedern (das sind die Vereine!) gewünschten Leistungen zu erbringen, dann müssen die Mitglieder dieses Geld auch bereitstellen. Kernaufgaben - und das Prüfungswesen ist eine Kernaufgabe - sollten nicht dazu dienen, auf das Portemonnaie der (indirekten) Mitglieder durchzugreifen und auch noch Geld für andere Verbandsaufgaben herauszuziehen.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung - betrifft aber viele Bereiche, die mit "Gebühren" belastet sind.
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