Crocodile Death Roll Seoi-otoshi

Hier geht es um Techniken, deren Ausführung und Beschreibung
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nur_wazaari
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Crocodile Death Roll Seoi-otoshi

Beitrag von nur_wazaari » 11.02.2020, 18:45

Oder womöglich eine andere Klassifizierung? Jedenfalls:

https://live.ijf.org/gs_fra2020/contest ... _0100_0049

Min. 1:40

https://live.ijf.org/gs_fra2020/contest ... _0100_0057

Min. 6:20

Sieht ein bisschen aus wie ein Krokodil, was einem anderen den Arm mittels Drehbewegungen abreißt.

Da braucht man starke Bänder und starke Nerven. Scheint irgendwie wieder en vogue zu sein, den Ellenbogen Ukes auf "erlaubte" Weise mit in die Wurfaktion "miteinzubeziehen".
Editierungen an eigenen Beiträgen meinerseits geschehen nur um die Rechtschreibung zu verbessern oder dann gekennzeichnete "Nachträge" einzufügen.

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Fritz
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Re: Crocodile Death Roll Seoi-otoshi

Beitrag von Fritz » 12.02.2020, 02:43

Verstehe ich nicht, es ist ja beides mal derselbe Tori, daraus eine Mode zu machen, ist doch recht zweifelhaft.

Was macht er?
Er versucht einen Seoi-Nage-Ansatz durch Weiterdrehen zu retten.
Im ersten Video gibt es keine Wertung, Uke ist auch so ausgewichen, daß die Rotation sozusagen nur seinen Arm
verdreht hat, Uke konnte aber der Bewegung dann durch Rollen noch folgen.
Im zweiten Video hatte der Uke es nicht geschafft ausweichen, so daß eine Art Uchi-Maki-Komi zustande kam.
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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nur_wazaari
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Re: Crocodile Death Roll Seoi-otoshi

Beitrag von nur_wazaari » 13.02.2020, 19:49

So zweifelhaft ist das aus meiner Sicht nicht, aus folgenden Gründen:

(1) Der "Seoi-nage"-Ansatz wird in meinen Augen nicht gerettet, sondern erfolgt intentional genauso wie zu sehen, vor allem in Beispiel 1 (NED vs. FRA). Es gibt natürlich schon immer Techniken, bei denen durch Einbezug einer gewissen EInwirkung auf das Ellenbogengelenk Uke gezwungen wird mitzurollen - diese Variante erscheint mir als eine von denen und ist aus meiner Sicht Tachi-waza. Die Technik wurde ja auch als Tachi-waza bewertet.
(2) In den beiden Szenen halten sich die Uke Ellenbogen- bzw. Schultergelenk. Schauspielerei? Na, gehen wir mal nicht davon aus.
(3) In einem anderen Post äußerte ich meinen Unmut über eine Art des Tsuri-komi-goshi (?), die mittlerweile in dieser einarmigen Variante nicht nur von dem bekannten japanischen Sportler versucht wird. Mittlerweile aber haben sich die Leute darauf eingestellt und unterbinden die Technik taktischerseits. Angesetzt wird diese trotzdem oft, besser gesagt einarmige von außen eingedrehte Techniken mit nur einer Hand im Griffkontakt. ->"Mode", "Trend" (das auf jeden Fall), wie auch immer.
(4) Es sind bei den letzten Turnieren diverse Waki-gatame-Techniken und irgendwelche ähnlichen Varianten aus dem Stand ausgeführt worden und manchnmal auch bestraft worden.

Z.Beispiel, aber nicht das Einzige:

https://www.youtube.com/watch?v=UDBox1N ... e=emb_logo

Min. 11:00

Es ist nun nicht so, dass ich die Technik bzw. Techniken gegen den Ellenbogen völlig verdammen will - fixierte Übergänge in Ne-waza hätte man weiterhin erlauben wollen. Nur: Nun verbietet die IJF diverse solcher Techniken in Tachi-waza, die sie für verletzungsgefährlich hält, unterstellt widerum bei manchen Aktionen Absicht wo keine ist, schmälert die technischen Möglichkeiten (zumindest per se) und wiederum ist deutlich gerade in Beispiel eins des ersten Beitrags ein deutlicher "Fixierungs"-Effekt zu sehen, wobei ich diesen Hebeleffekt in Tachi-waza einordnen würde...

Es ist schon diskutabel, klar. Und deshalb in meinen Augen interessant.

Also: Wie ist die Technik aus Beispiel 1 meines Eingangsbeitrags, von mir aus nennen wir sie ruhig Uchi-maki-komi, zu bewerten und ist es konsequent, im Rahmen der gegebenen IJF-Regel diese unter dem Gesichtspunkt der Intention von Tori, die ich an der Fixierung des Armes bzw. des Ellenbogens und der Ausgangslage Tachi-waza festmache, nicht sogar eine Bestrafung zu prüfen? Dies gilt auch für den "einarmigen" Sode-tsuri-komi-goshi; zumindest in einigen Ausführungen.
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Fritz
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Re: Crocodile Death Roll Seoi-otoshi

Beitrag von Fritz » 14.02.2020, 02:34

nur_wazaari hat geschrieben:
13.02.2020, 19:49
Nur: Nun verbietet die IJF diverse solcher Techniken in Tachi-waza, die sie für verletzungsgefährlich hält, unterstellt wiederum bei manchen Aktionen Absicht wo keine ist, schmälert die technischen Möglichkeiten (zumindest per se) und wiederum ist deutlich gerade in Beispiel eins des ersten Beitrags ein deutlicher "Fixierungs"-Effekt zu sehen, wobei ich diesen Hebeleffekt in Tachi-waza einordnen würde...
Tja, was soll man sagen, mit jeder neuen derartigen Regel-Idee der IJF tun sich halt solcherart Probleme auf.

Den ganzen Quatsch könnte man sich sparen, in dem man eine einfache Regel einführt: Wer Hebel so ansetzt, daß Tori diesen nicht sofort bei Ukes Aufgabe lösen bzw. wirkungslos machen kann bzw. Uke keine Zeit gibt,
aufzugeben oder der Bewegung zu folgen, um der Hebelwirkung zu entgehen, wird bestraft ...
Damit wären dann wie "früher" automatisch der Mit-drauf-fall-Waki-Gatame verboten, aber nicht ein kontrolliertes zu Boden bringen.
Ein rücksichtloser eingesprungener Juji-Gatame wäre auch bestrafbar
Ude-Gaeshi könnte kontrolliert und halbwegs langsam weiterhin gemacht werden usw. usf.
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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