Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Hier geht es um die Wettkampforganisation und um Fragen zu den Wettkampfregeln
HBt.
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Der Übergriff

Beitrag von HBt. » 26.05.2019, 15:09

rg hat geschrieben:(...)
Seit wann geht es im Judo darum, auf Schwächere loszugehen? Oder die Schuld bei ihnen zu suchen, wenn sie zu etwas genötigt werden, was sie nicht tun wollen?
An der Waage hast Du kein Judo erlebt. Dieser Sachverhalt ist eindeutig.

Kann es eine Wiedergutmachung geben? Nein, wie sollte diese denn aussehen?! Rechnungen dieser Art bleiben lebenslang unbezahlt ---> Tutor! meint etwas anderes, wenn er
von "diesem Dingsda" spricht. Ich würde keine Wiedergutmachung fordern: der Preis ist für alle Beteiligten unbezahlbar.

Für Dich ist es keine Bagatelle (weil es Dein Leben bis heute beeinträchtigt), für andere Beteiligte (und Verantwortliche) ein Witz, sie verstehen Deine Reaktionen nicht.

Traumata bleiben,
sie dürfen nur unser weiteres Leben nicht bestimmen -> sie verschwinden nicht, aber sie ebben ab -> loslassen. In alten Wunden bohrt man nicht herum. Sollten Panikattacken auftreten,
kann man therapeutisch eine Menge ausrichten.

Dieses weißt Du aber mittlerweise auch schon selbst, es bleibt die Frage nach der Motivation (zur Threaderstellung) weiterhin offen.
Zuletzt geändert von HBt. am 26.05.2019, 15:31, insgesamt 1-mal geändert.

richard goldschmidt
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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von richard goldschmidt » 26.05.2019, 15:11

An tutor!:

Ansonsten gebe ich dir natürlich Recht, dass das Thema in gewisser Weise mit dem Problem von Gehorsam, Autorität und Verantwortung zu tun hat- es kommt aber eben auch auf die Umstände an, in denen sich die beteiligten Menschen allgemein befinden, wie ihr Verhältnis zueinander ist und ob sie ihre Verantwortung in dieser Lage voll wahrnehmen können usw. Wie gesagt, ich würde da nocheinmal einen gewissen Unterschied zwischen Erwachsenen und Minderjährigen machen, wenn es um die Fähigkeit geht, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

Das Milgram-Experiment ist mir durchaus bekannt. Ich sehe seine Aussagekraft eher kritisch, eben weil es ein Experiment mit Menschen ist und sie im echten Leben unter anderen Umständen vielleicht anders reagieren würden (sie hätten auch ein anderes Bewusstsein von der ganzen Situation). Die Ergebnisse des Experiments lassen oft auf ein negatives Menschenbild schließen. Es werden dabei aber oft der Gewissenskonflikt und die körperlich unbewussten Reaktionen (Schweißausbrüche, Kratzen der Haut, unruhige Beine) der meisten Befehlsausführer außer Acht gelassen, die zumindestens zeigen, dass ihre Befehle ihnen emotional zu schaffen machen oder intuitiv falsch erscheinen (ein schlimmes Gefühl eben), unabhängig davon, ob sie ausgeführt werden oder nicht.

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von richard goldschmidt » 26.05.2019, 15:22

HBt. schreibt:

"Wenn Du noch Freude bei dem Gedanken an Judo verspürst, vielleicht als ein Bewegungsspiel oder ein Ausdruck besonderer Ästhetik, was auch immer? dann suche Dir einen (passenden) Verein und ziehe den Dogi wieder an,
probiere es aus.

Man muss nicht kämpfen, ein Judoka definiert sich (am Ende des Tages) nicht über Platzierungen -> vergiss den Shiai, scheiß auf die Gewichtsklassen ... Judo ist vielfältiger als Du möglicherweise denkst oder dachtest."


Judo spielt für mich noch als Kampfkunst intellektuell eine Rolle (z.B. über die Bedeutung gewisser Bewegungen nachzudenken, wie sie sich auf dein Denken auswirken und auch die ursprüngliche Philosophie hinter Judo, also außerhalb der Matte eben) . Als Kampfsport würde ich es nicht mehr betreiben. Ich treibe Sport (Joggen), aber sehr unregelmäßig. Es hat heute für mich mehr eine geistige Bedeutung und eventuell auch eine ästhetische.

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von richard goldschmidt » 26.05.2019, 15:41

Also Andreas,
schreibe doch ein bisschen mehr darüber, was Du Dir für die Zukunft wünschst und was Du bisher getan hast - noch 75 Lebensjahre warten darauf erobert zu werden, siehe es einmal so. Und Du kannst Deinen Betrag leisten, eben dabei behilflich sein, dass andere (junge) Menschen nicht eine ähnliche Erfahrung machen müssen - Aufklärung.

Hast Du in den letzten Jahren einen neuen Sport für Dich gefunden? Hast Du ein Studium abgeschlossen? Bist Du berufstätig? Tausend Fragen!


Ich habe nach dieser ganzen schweren Zeit mein Abitur nachgeholt und bin nach Berlin gezogen. Dort studiere ich heute Deutsch und Geschichte. Es läuft wegen meiner psychischen Probleme und den ganzen Medikamenten alles viel langsamer bei mir. Sie werfen mich ständig zurück, bereiten mir viel Leiden und damit muss ich eben zurecht kommen, weil ich weiß, dass ich für mein Leben verantwortlich bin, so gut es geht. Ich lebe mein Leben aber trotzdem irgendwie weiter. Mein Alltag besteht größtenteils aus Lesen und Schreiben. Daneben sich hin und wieder mit Freunden treffen. Und mit meinen psychischen Leiden irgendwie klar kommen. Nichts besonderes eigentlich.

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von richard goldschmidt » 26.05.2019, 15:49

Kann es eine Wiedergutmachung geben? Nein, wie sollte diese denn aussehen?! Rechnungen dieser Art bleiben lebenslang unbezahlt ---> Tutor! meint etwas anderes, wenn er
von "diesem Dingsda" spricht. Ich würde keine Wiedergutmachung fordern: der Preis ist für alle Beteiligten unbezahlbar.


Ich verlange von keinem eine Wiedergutmachung. Alles, was ich will, ist eine richtige Entschuldigung von meinem Trainer, damit ich ihm verzeihen kann. Hört sich für einen Außenstehenden vielleicht komisch an, aber ist mir persönlich sehr wichtig.

Eine richtige Entschuldigung ist meiner Ansicht nach ein Eingestehen des Fehlers, verstehen, warum es falsch war und versprechen, ihn nicht mehr zu begehen.

HBt.
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Die mögliche Motivation ...

Beitrag von HBt. » 26.05.2019, 15:56

klammere ich jetzt aus.
rg hat geschrieben: Judo spielt für mich noch als Kampfkunst intellektuell eine Rolle (z.B. über die Bedeutung gewisser Bewegungen nachzudenken, wie sie sich auf dein Denken auswirken und auch die ursprüngliche Philosophie hinter Judo, also außerhalb der Matte eben) . Als Kampfsport würde ich es nicht mehr betreiben. Ich treibe Sport (Joggen), aber sehr unregelmäßig. Es hat heute für mich mehr eine geistige Bedeutung und eventuell auch eine ästhetische.

Vieles manifestiert sich im Äußeren sowie im Inneren durch Bewegungen - ich weiß ;-)

Du wirst sehr viel Material,
zum historischen Kontext "Judo", im Internet und zahlreichen Bibliotheken finden - mache Dich schlau -> erst im Anschluss daran solltest Du über mögliche philosophische Hintergründe nachdenken.

Welchen Kampfsport würdest Du heute gerne ausüben (oder auswählen)?
rg hat geschrieben:Ich habe nach dieser ganzen schweren Zeit mein Abitur nachgeholt und bin nach Berlin gezogen. Dort studiere ich heute Deutsch und Geschichte. Es läuft wegen meiner psychischen Probleme und den ganzen Medikamenten alles viel langsamer bei mir. Sie werfen mich ständig zurück, bereiten mir viel Leiden und damit muss ich eben zurecht kommen, weil ich weiß, dass ich für mein Leben verantwortlich bin, so gut es geht. Ich lebe mein Leben aber trotzdem irgendwie weiter. Mein Alltag besteht größtenteils aus Lesen und Schreiben. Daneben sich hin und wieder mit Freunden treffen. Und mit meinen psychischen Leiden irgendwie klar kommen. Nichts besonderes eigentlich.
Doch Andreas,
das ist eine besondere Leistung.

Wenn Du Dich heute mit dem Judosport oder dem Kodokan Judo (der Person Jigoro Kanos) auseinandersetzt, bedenke dabei' Deinen (damals noch bescheidenen) Judohintergrund -> Du hast als Anfänger aufgehört (ich meine dieses sachlich), Du standest noch am Anfang Deiner Entwicklung. Dichte nichts Esoterisches hinein.

Wie schon gesagt, ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg für Deinen weiteren Weg.

HBt.

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von richard goldschmidt » 26.05.2019, 16:04

Dieses weißt Du aber mittlerweise auch schon selbst, es bleibt die Frage nach der Motivation (zur Threaderstellung) weiterhin offen.

Ich weiß auch nicht so genau, was für eine Motivation ich hatte, als ich um drei Uhr nachts hellwach aus dem Schlaf gerissen wurde, und dann einfach voller Unruhe nach der nächstbesten Gelegenheit gesucht habe aufzuschreiben, was mich gerade quält. Das Schlimme ist ja für mich gerade, dass ich darüber keine Kontrolle habe trotz vieler Therapien und der ganzen Medikamente. Diese Zustände und Bilder aus der Vergangenheit suchen mich irgendwie heim, ob tagsüber oder nachts, ob wach oder im Schlaf. Sie gehen zum Glück auch wieder vorbei und dann kommen sie halt wieder. Ich versuche mittlerweile irgendwie damit zu leben. Vielleicht geht dieser Thread doch eher in Richtung Traumabewältigung und Aufklärung.

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von richard goldschmidt » 26.05.2019, 16:12

Wenn Du Dich heute mit dem Judosport oder dem Kodokan Judo (der Person Jigoro Kanos) auseinandersetzt, bedenke dabei' Deinen (damals noch bescheidenen) Judohintergrund -> Du hast als Anfänger aufgehört (ich meine dieses sachlich), Du standest noch am Anfang Deiner Entwicklung. Dichte nichts Esoterisches hinein.

Wie schon gesagt, ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg für Deinen weiteren Weg.


Ich werde mich mal schlau machen. Vielen Dank für deinen Rat und deine Aufmerksamkeit.

HBt.
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Ich verstehe Dich

Beitrag von HBt. » 26.05.2019, 16:21

rg hat geschrieben: Ich verlange von keinem eine Wiedergutmachung. Alles, was ich will, ist eine richtige Entschuldigung von meinem Trainer, damit ich ihm verzeihen kann. Hört sich für einen Außenstehenden vielleicht komisch an, aber ist mir persönlich sehr wichtig.

Eine richtige Entschuldigung ist meiner Ansicht nach ein Eingestehen des Fehlers, verstehen, warum es falsch war und versprechen, ihn nicht mehr zu
Nein, Nein, Nein,
es hört sich nicht komisch an -> es ist wichtig, sogar sehr wichtig.

Offensichtlich versteht Dein damaliger Trainer es aber nicht - und dieses deckt sich mit meinen persönlichen Erfahrungen. Es ist wichtig, dasd Du verzeihen kannst. Die dafür notwendige Basis kannst Du aber auch selbst (im Verlauf Deines weiteren Lebens) schaffen - irgendwann auch ohne eine Entschuldigung.

Es existiert eine Unmenge an Menschen, die gar nicht wissen, was eine Entschuldigung ist, berücksichtige dieses.
Ich weiß auch nicht so genau, was für eine Motivation ich hatte, als ich um drei Uhr nachts hellwach aus dem Schlaf gerissen wurde, und dann einfach voller Unruhe nach der nächstbesten Gelegenheit gesucht habe aufzuschreiben, was mich gerade quält. Das Schlimme ist ja für mich gerade, dass ich darüber keine Kontrolle habe trotz vieler Therapien und der ganzen Medikamente. Diese Zustände und Bilder aus der Vergangenheit suchen mich irgendwie heim, ob tagsüber oder nachts, ob wach oder im Schlaf. Sie gehen zum Glück auch wieder vorbei und dann kommen sie halt wieder. Ich versuche mittlerweile irgendwie damit zu leben. Vielleicht geht dieser Thread doch eher in Richtung Traumabewältigung und Aufklärung.
Er geht in diese Richtung,
denn
a) ist im Verband dergleichen schon bearbeitet worden, es liegt also ein großes Interesse vor, solche Situationen (mit ihren möglichen Folgen) unbedingt zu vermeiden ... u.s.w.
b) hast Du hier in diesem Forum, uns alle, erinnert! Und bist nicht auf taube Ohren gestoßen
c) dieses No-Go hat mit dem Judo, dem Judosport und seinen unzähligen Anhängern nichts zu tun* - selbstverständlich kann man sagen: wäre da nicht die Waage oder der Druck oder oder oder ... gewesen
Das hilft aber alles nichts,
und dieses war der Einwand von 'Fritz' und auch von 'Tutor!' --> arbeiten an der Beziehung, oder so ähnlich (in Pöhlerscher Sprache) --> bzw.: Du warst in dem damaligen Umfeld nicht gut aufgehoben ... dem Spannungsfeld.

Und doch war es der Vertrauensbruch (das völlig Unerwartete). Ein 'Knacks' den Du bewältigen musst.

Ich würde mir wünschen,
Dein damaliger Trainer nimmt Kontakt mit Dir auf -> vielleicht erst einmal über einen Umweg und dann (gegebenenfalls) direkt und eben persönlich.

Du bist auf dem richtigen Weg.

HBt.

*oberflächlich betrachtet (und im ersten Ansatz) schon, aber in der Tiefe nicht
- die systemimmanenten Voraussetzungen werden ständig reflektiert, u.a. um zu schützen

Das Ziel des Kodokan Judo ist u.a. die Persönlichkeitsbildung, ein starkes Selbst -> keine Egozentrierung (nur ein Beispiel unter vielen).

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von guk » 27.05.2019, 10:06

Es hilft nicht rückwirkend, aber: in Zukunft alle so wiegen, wie sie auch kämpfen, also komplett mit Anzug. Der muss ja auch mitgeworfen werden.
Dann sind auch keine getrennten Bereiche mehr nötig und der ganz Kram mit Sichtschutz etc. auch nicht. Es gibt auch keine Probleme mehr mit Zuschauern und Trainern, die "aus Versehen" Dinge sehen, die sie nicht sehen sollten.
Zum Glück wird das Thema heute besser behandelt. Trotzdem musste ich schon mehr als einmal Eltern aus der Umkleide werfen, weil sie angeblich den Kindern beim Anziehen helfen müssen (auch Mütter in der Jungskabine...). Auch wenn diese schon zur Schule gehen.

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von Hofi » 26.08.2019, 18:32

Hi!
Das beschriebene Vorgehen ist ein absolutes No-Go.
Aber ich frage mich durchaus, wie es tatsächlich zu so einem Vorfall hat kommen können. Schließlich hätten dort auch die KR einschreiten können bzw. in meinen Augen müssen. In Bayern ist schon seit verdammt langer Zeit Nacktwiegen im Jugendbereich verboten, eine Gewichtstoleranz von 100g für die Unterhose vorgesehen.
Was die geforderte Entschuldigung angeht und die Reaktion des Trainers: er behauptet, sich nicht einmal an die Situation zu erinnern. Wenn das der Fall ist, wie soll er dann in einer Entschuldigung mehr ausdrücken, als er es wohl getan hat?
Ich denke, es ist hier an der Zeit, das Ganze abzuhaken.
Gruß
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.

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Re: Nacktwiegen Minderjähriger vom Trainer gefordert

Beitrag von richard goldschmidt » 11.09.2019, 07:35

Hofi schreibt:

"Was die geforderte Entschuldigung angeht und die Reaktion des Trainers: er behauptet, sich nicht einmal an die Situation zu erinnern. Wenn das der Fall ist, wie soll er dann in einer Entschuldigung mehr ausdrücken, als er es wohl getan hat?"

Das ist ja genau das Problem aus meiner Sicht. Dieser Mensch denkt wahrscheinlich immer noch, dass er kein Unrecht getan hat. Ich glaube einfach, dass jeder der Antwortenden sich als Zeuge an solch einen Vorfall erinnert hätte, gerade wenn man ihn darauf ansprechen würde. Leider kann für meinen ehemaligen Trainer offenbar dieses Verhalten nicht falsch gewesen sein, weil es "Gang und Gebe" gewesen ist. Ich hoffe wirklich, dass er so etwas von seinen Schülern nicht mehr fordert.

Natürlich kann jeder in diesem Forum mit diesem Thema abschließen, wann und wo er will. Ich kann es nicht, selbst wenn ich es wollte.

Und: Wie kann einem Menschen etwas Leid tun, was in seiner Erinnerung nie stattgefunden hat? Gerade wenn es "Gang und Gebe" gewesen war und daher nicht falsch, so etwas zu tun. Die Antwort meines Trainers war, ob beabsichtigt oder nicht, auf jeden Fall juristisch einwandfrei. Am Ende muss jeder für sich entscheiden, ob er am Ende des Tages in den Spiegel schauen kann.

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