Stulle hat geschrieben:Um vielleicht auch mal etwas Kampfrichterei mit rein zu bringen, ich war gerade vorletztes Wochenende beim Seminar in Sachsen und auch dort ist man natürlich nicht glücklich über alles was passiert. Aber auch hier muss man den DJB verstehen. Der DJB hat das Problem, wenn er die Regeländerungen nicht mitgeht, dann kommen unsere Nachwuchssportler irgendwann in Bereiche, wo zum Teil dann vielleicht völlig andere Regeln herrschen. Da ist es nur logisch, die Regeländerungen mitzugehen.
Wieso _muß_ man? Und wenn er deutschlandweit bei Regeländerungen nicht mitgeht, dann ist
es deutschlandweit für Nachwuchssportler kein Problem. Und die, welche im Ausland kämpfen, haben schon jetzt das Problem, daß dort
andere Jugendregeln herrschen als bei uns. Plötzlich durften sie bei ner IDEM U17 (oder wie die Veranstaltung jetzt auch heißt) in der U17 nicht mehr
hebeln, nur würgen, weil das international so verlangt wurde. Die Beingreifer-Regel haben "sie" auch ruckzuck auf ner Jugend-EM oder wars 'ne WM?
von hier auf jetzt "getestet" und es gab komischerweise trotzdem Platzierungen. Genauso schnell wie sich _alle_ immer wieder neu auf die
sich ständig änderen Regeln einzustellen haben, genauso können sich Nachwuchs-Sportler mit internationalen Absichten auf andere Regelsysteme
einstellen...
Das Kämpfen mit Mundschutz finde ich persönlich sinnlos und unästhetisch.
Das bleibt Dir unbenommen, es sollte ja auch niemand zum Mundschutz gezwungen werden.
Wobei sich mir die Frage stellt, wo du Judo machst, weil ich kenn keinen, der beim Judo mal Zähne verloren hat. Wie ich auch schon sagte, es gibt keine direkten, gezielten Schläge auf den Mund...
Ich habs im Training schon erlebt, Trainingspartner steht abgebeugt, ein Moment der Unachtsamkeit meinerseits, der Kopf kommt hoch, von unten gegen mein Kinn und mein frischsanierter Zahn zerbröselte noch am selben Abend. Ein Mundschutz hätte sicher geholfen...
An den Zähnen aufgeplatzte Lippen hab ich jedenfalls alles schon gesehen...
Wir machen Judo, da kriegt keiner gezielt auf den Mund, wie beim Boxen oder noch sinnfreieren "Kampfsportarten".
Dann mach Dir den Jux und gehe mal zu 'nem anständigen "Kadertraining", dort wirst Du mit etwas Glück gezeigt bekommen, wie
man Ko-Uchi-Gari, O-Soto-Gari und ähnliche Würfe mit Atemi-Unterstützung machen kann. Ok man hat dabei noch etwas Jacke in der Hand

Es muß dann auch gar nicht mal böse Absicht sein, aber wenn die Hubhand ihren Namen Ehre macht und zufälligerweise das gegnerische
Kinn im Weg ist, dann schlagen anschließend Zähne auf Zähne...
Und andere Kampfsportarten als sinnfrei zu bezeichnen, ist einfach nur unhöflich. Und sicherlich auch nicht angebracht...
, besonders nicht wenn man eben nicht alle Hintergründe kennt. Etwas mehr ordentliche Streitkultur, bitte.
Welche Hintergründe? Wenn wir auf der DJB-Seite lesen dürfen, daß es medizinische Gründe sind - dann bitte - warum steht da nicht
welche, auf Basis welcher Statistiken, welcher Erhebungen?
Wer ein solche gravierendes Verbot eines sinnvollen und im Kampfsport üblichen, oft sogar geforderten Schutzes verkündet,
der sollte mehr als ein lapidares "medizinische Gründe" anführen.
Das ist der Anfang der 'Streitkultur': Fakten auf den Tisch, über die man reden kann...