Der Breitensportler

Hier könnt ihr alles posten was mit Judo zu tun hat

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pmhausen

Re: Der Breitensportler

Beitrag von pmhausen »

Hi!
califax hat geschrieben:"Count Coma" hat diesen schönen schwarzen Humor. Und warum er bei Nennung des Spitznamens so gern dem BJJ aber nicht dem Judo zugeordnet wird - öffentliche Wahrnehmung eben. Einem Judoka traut man sowas einfach nicht zu. In der breiten öffentlichen Wahrnehmung hat ja auch Judo nichts mit Schlagen und Treten zu tun. Womit wir wieder beim Public Image wären.
Maedas Ring-Name wird m.W. oft falsch wiedergegeben. Es muss "Koma" heißen von Japanisch komaru, nicht "Coma" wie Bewußtlosigkeit.

http://www.onthemat.com/articles/Mitsuy ... _2005.html

Nur der Vollständigkeit halber. Beim Thema dieses Threads bin ich ein wenig hin und her gerissen und
könnte nichts beitragen, was nicht schon von der einen oder anderen Seite vorgebracht wurde, also
beschränke ich mich erstmal weiter auf's Zuschauen. (Chips, Bier, ... ;))

Gruß.
Patrick
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Makikomi Kid
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Makikomi Kid »

kastow hat geschrieben: Genau diese Aspekte kannst du aber leider genauso schlecht in Zeitungsartikeln veröffentlichen wie ein Wettkampftraining - schlicht, weil die Zeitungen sie nicht bringen werden.
Und wir führen dieses Gespräch ja gerade auch in der Leserbriefecke einer Tageszeitung, nicht wahr?
Tageszeitungen haben immer stärkere Probleme, da ihre Aufgaben inzwischen immer stärker durch anderen Medien erfüllt werden.
Ich habe in unserer Tageszeitung noch nichts zum Thema BJJ, Krav Maga, Keysi und was zum Geier noch eins gelesen.

Auch sehe ich nicht, warum der DJB in einer Tageszeitung inserieren sollte. In welcher denn?
Und warum auch. Ein Inserat ist teuer, ist ein Tag drin. Ein Artikel ist nicht so teuer, aber auch nur einen Tag drin.

Image Videos für die einzelnen Sparten auf YouTube. Entsprechende Seiten auf Facebook. Twitter Streams für globale Infos. Flyer und Poster als Werbematerial für die Dojos ( und auch diese wieder je nach Thema verpackt ).
Artikel in der Men"s Health, fit for fun, Engagement und Präsens auf Fitnessmessen, Konzepte für Kinder, etc.

Möchte man Kinder erreichen: dann kann man ähnliche Strategien mit Publikationen für diese Altersgruppe fahren. Oder, man könnte auch versuchen die Judo Manga und Anime Serien auf den deutschen Markt zu bringen.
Fritz hat geschrieben:ch hatte mir mal vor ner Weile die Mühe gemacht, nach den Stichworten "Berlin" und "BJJ" zu googlen
(und es gerade mal wiederholt Da kommt nicht viel, ich glaube es sind nur drei ernstzunehmende
Schulen, "Alliance", "Budokan" und "JKDBerlin"...
Was super für diese 3 Schulen ist, oder? :)
Wenn die Judo Clubs auf ihrer Seite den Hinweis hätten, dass BJJ sich aus dem Judo entwickelt hat, etc. dann hätten diese Dojos auch was von den Leuten, die nach BJJ suchen.
Fritz hat geschrieben:Da scheint die Zielgruppe doch relativ "dünn" zu sein...
Kleiner als die Anzahl von Leuten, die tatsächlich auf Judo Turnieren kämpfen? Und selbst wenn: Kann der DJB es sich erlauben auf diese Leute zu verzichten?
Aber, wie bereits oben geschrieben: Evtl. ist ja auch alles OK so, man muss sich keinen Kopf machen oder gar versuchen was zu unternehmen. Und wenn alles supi ist, dann braucht man das auch nicht, nicht wahr?
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von califax »

Jupp hat geschrieben:Hallo Califax,
kann es sein, dass Deine Vorstellungen von Breitensportlern im Judo und die Vorstellungen derjenigen in den Vereinen des DJB, die breitsportliche Angebote machen, so weit auseinanderliegen, dass es nicht einmal Schnittmengen, geschweige denn größere gemeinsame Ansichten gibt?
Das kommt jetzt ziemlich vom Thema ab, aber:
Schnittmengen gibt es schon. Und es gibt ja auch einige wenige Judovereine, in denen ich mich wohlfühlen könnte.
Nur eben nicht hier vor Ort. Ich hab die Leute in meinem Judoverein gemocht, und ich glaube, der Trainer war auch neugierig, was aus mir werden könnte. Da gab es schon Schnittmengen, bei der Lust am Kampf zum Beispiel.
Aber wenn innerhalb weniger Wochen die sinnlose Kraftmeierei mehr Zerrungen und Gelenkverletzungen verursacht, als ich in einem ganzen Jahr im BBT gesehen habe,
wenn man sich nicht mal dafür interessiert, wie die Kata heißt, die man für die Prüfung nachahmt,
wenn eine ganze Reihe von Gokyo Waza angeblich nur zum Angucken aber nicht für den Kampf taugen,
wenn man es voller Verachtung ablehnt, Judo-Atemi zu trainieren, so daß spätestens die Blaugurte für ihre Wehrfähigkeit zum MT wechseln...

Im Ninjutsu-Dojo habe ich eine andere Atmosphäre gefunden. Weniger Sportmief, mehr Lust und Interesse an kulturellen Hintergründen und effektiven Nahkampfmethoden. Und vor allem lebendige Kata, Atemi und Waffen ins Training integriert, viel mehr Fokus auf lebenslange Gesundheit und geistige Entwicklung. Und nicht diese panische Scheuklappensucht, diese Angst vor der Konkurrenz. Da redet man sich nicht naserümpfend ein, man könne sich auf mangelnde Fähigkeiten auch noch was einbilden.
Wenn die Konkurrenz vom MT soviel besser ist, daß sie uns verhauen könnte, dann sind das deshalb keine Barbaren, sondern dann müssen wir eben besser trainieren. Punkt.
Und Fußball? Herrrjemine, bei der WM hat es das Finale gebraucht, um uns mal einen einzigen Abend vom Training abzuhalten. Wir hatten nicht mal eingeschränkte Teilnehmerzahl während der der restlichen Spieltage.
Niemand hier akzeptiert Fußball als Alternative zum Training, nicht mal die weicheste Wellnessfraktion.
Die meisten schauen sich aller Jubeljahre mal ein WM-Finale an und fragen sich das ganze Spiel, welches Trikot zu welcher Mannschaft gehört und ob man das ohne sehr viel Bier überhaupt erträglich finden kann...
Wir brauchen hier keine alberne Safari, keine Sportabzeichen und keine Zusatzbespaßung mit Popmusik.
Wir wollen lernen. Die einen wollen nur ein bißchen Wellness - ok. Die bleiben eben im Anfängerlevel und spielen nur ein bißchen Samurai.
Wer kämpfen lernen will, geht weiter und wird dabei nicht verachtet und gebremst sondern angeleitet, gefördert und ermutigt. Sowas ist auch im Judo möglich. Das habe ich gesehen, gefühlt, erlebt. Man muß Judo nur für voll nehmen. Das ganze Paket. Die komplette hocheffektive Nahkampfausbildung mit ihren gesundheitlichen und geistigen Aspekten.

Mit wievielen Sportvereinen es da Schnittmengen gibt, ist mir im Grunde wurscht und auch nicht Thema des Threads. Ich brauche keine Sportvereine mehr, um Judo zu lernen. Mir ist es auch wurscht, ob das, was ich letztlich auf der körperlichen Schiene übe, Taijutsu, Yawara, Jujutsu, Judo, Bujutsu, Budo oder Nahkampf heißt.

Aber: das war ja alles nicht Thema dieses Threads. Es ging ja hier eher um Mitgliederwerbung und ob der DJB da hilfreich sein könnte.

Edit:
Jupp hat geschrieben:Vielleicht ist es auch ganz gut, wenn die von Dir genannten Zielgruppen ("Security-Leute und Freizeitmuskelprotze" sowie die "Frustrierten aus anderen Kampfkünsten") besser nicht zum Judo gehen. "Diejenigen, die ihre "normale" Kampfkunst um Bodenkampf erweitern wollen", sind sicherlich beim Judo sehr gut aufgehoben - allerdings eher in einer der höherklassigen Wettkampfgruppen, also dort, wo im Randori wirklich hart am Boden gekämpft wird und nicht im Breitensport.
Von den beiden Co-Trainern meines ehemaligen Judovereins war übrigens einer ein Muskelprotz (und wahrlich ein angsteinflößender Fleischberg!), der bei allen Dorffesten als Ordner und Zeltsecurity aufpassen muß, und der andere Polizist, MTler und ebenfalls Muckibudengänger. Wenn die beiden besser nicht zum Judo gehen sollen, gibt es in diesem Verein kein Judo mehr. Soviel zu Deiner Arroganz, Jupp.
Und warum jemand das ganze Judoprogramm nehmen soll, wenn er sich speziell für Bodenkampf interessiert und ansonsten schon eine andere Kampfschule trainiert, weiß ich ehrlich gesagt nicht.
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Makikomi Kid »

Jupp hat geschrieben:Hallo Califax,

kann es sein, dass Deine Vorstellungen von Breitensportlern im Judo und die Vorstellungen derjenigen in den Vereinen des DJB, die breitsportliche Angebote machen, so weit auseinanderliegen, dass es nicht einmal Schnittmengen, geschweige denn größere gemeinsame Ansichten gibt?
Was genau meinst du denn da?
Leute die gerne Dinge trainieren, die funktionieren? Oder worauf willst du hinaus? Kann Dir nicht folgen.

Könntest du das abseits jeder Polemik evtl. vertiefen?
Jupp hat geschrieben:allerdings eher in einer der höherklassigen Wettkampfgruppen, also dort, wo im Randori wirklich hart am Boden gekämpft wird und nicht im Breitensport.
Das wäre sehr traurig, wenn du das so sehen würdest. Ich möchte dir vorschlagen, mal beim BJJ vorbei zusehen. Wenn die entsprechende Technik da ist, dann kann man gerade am Boden sehr gut arbeiten, auch ohne den extensiven Krafteinsatz der vielerorts die Technik ersetzt hat.
Und auch wenn das nicht hier her gehört, so glaube ich schon, dass es gut fürs Judo wäre, wenn die Bodentechniken wieder so geübt werden würden wie es früher mal Usus war und im BJJ eben noch ist.
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von judoka50 »

Aber wenn innerhalb weniger Wochen die sinnlose Kraftmeierei mehr Zerrungen und Gelenkverletzungen verursacht, als ich in einem ganzen Jahr im BBT gesehen habe,
wenn man sich nichtmal dafür interessiert, wie die Kata heißt, die man für die Prüfung nachahmt,
wenn eine ganze Reihe von Gokyu Waza angeblich nur zum Angucken aber nicht für den Kampf taugen,
wenn man es voller Verachtung ablehnt, Judo-Atemi zu trainieren, so daß spätestens die Blaugurte für ihre Wehrfähigkeit zum MT wechseln...
Irgendwie alles Beispiele, dass man Judo bis dato nicht verstanden und definitiv keinerlei technische Fähigkeiten erworben hat. Wie soll man auch, wenn die Zielsetzung eine andere ist. Zudem lässt der persönliche Erfolg, eine Technik zu beherrschen und sie vor allem zu verstehen beim Judo recht lange auf sich warten.
Da gebe ich Dir recht, in der Zwischenzeit tut es oft weh und ist von Verletzungen geprägt. Dies aber nur, wenn man den Erfolg erzwingen will, bevor man die Prinzipien verstanden hat. Ich kenne genügend gute Judoka, bei denen im Randori weder ein Anfänger noch ein Fortgeschrittener das Gefühl von Jackenzerren und Schmerzen erlebt, es sei denn er hat noch nicht einmal die Fallschule verstanden.
dann kann man gerade am Boden sehr gut arbeiten, auch ohne den extensiven Krafteinsatz der vielerorts die Technik ersetzt hat.
Auch dies eine klare Aussage, dass man noch nie in seinem Leben mit wirklichen Experten trainiert hat und alles nur von Filmen her kennt, in denen zwei auf gleichem Niveau stehende Kämpfer zusammentreffen.
Judo ist nun mal ein lebenslanger Lernprozess - da wandert man dann, wenn die Ausdauer fehlt, schnell mal dorthin, wo sich die ersten Erfolge schnell bemerkbar machen. Insofern ist ein Blaugurt, der unter falschen Voraussetzungen zum Judo ging, schon mit den einfachsten Techniken überfordert gewesen. Was sollte er dann zusätzlich noch mit Atemi??? wenn die Schritte bis dort hin ihn schon überforderten.

Übrigens soll aus diesem Faden jetzt eine Werbeveranstaltung für KK werden - dann ist das glaube ich das falsche Forum.
Insgesamt habe ich den Eindruck, dass einige Vielschreiber hier nämlich vom Judo, egal in welche Richtung, sehr weit entfernt sind, um sich überhaupt ein Bild machen zu können, geschweige denn über Hintergründe sachlich diskutieren zu können.
Die Kommentare zeugen von grober Oberflächlichkeit von Verständnis zum Judo, wie auch zu den Kata-Formen die sie versuchen, mit andern KK zu vergleichen.
In der Anonymität des Internet kann man ja dick auftragen, ich bezweifele aber mal, dass sich überhaupt mal einer von denen ernsthaft mit einer Kodokan-Kata beschäftigt hat. Insofern ist es mehr als anmaßend, sich überhaupt ein Urteil darüber zu erlauben...... bzw. diesen Faden, wie auch andere Bereiche immer wieder in solche Kritikpunkte abgleiten zu lassen.

Zum Thema Breitensport in Zielrichtung KK - ist Werbung pp. gar nicht großartig erforderlich, da diese auf der Straße durch Demonstration der einfachsten, dennoch toll aussehenden Techniken, die wenig Hintergrundwissen erfordern zu genüge erfolgt. Selbstverständlich kommt so etwas all denen zugute, die mal im Hauruck Verfahren Erfolge erleben wollen.

Ähnlich ist es auch mit den vielen hervorragenden Judo Filmen im Internet - wenn dort niemand von euch etwas Hervorragendes entdeckt hat, zeugt dies ebenfalls von Unkenntnis.
Für Werbezwecke könnte man die einfachsten Dinge, gespickt mit Fehlern einstellen. Es sieht für einen Anfänger eh alles gleich aus - aber was bringt es ......
Wer sich für Judo interessiert, holt sich gezielte Informationen aus der Umgebung und spricht vor allem mit den Leuten.
Zuletzt geändert von judoka50 am 07.04.2011, 22:35, insgesamt 3-mal geändert.
Viele Grüße
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von califax »

judoka50 hat geschrieben:Irgendwie alles Beispiele, dass man Judo bis dato nicht verstanden und definitiv keinerlei technische Fähigkeiten erworben hat.
Richtig. Aber sollte ein Judoschwarzgurt mit langer Erfahrung als Trainer und auch ein Judoblaugurt nicht über dieses Stadium hinaus sein und richtig werfen können? Und vor allem die Schüler nicht mit aller Autorität zu Wurfeingängen anleiten, bei denen man sich zwangsweise die Kniegelenke kaputthebelt?
Atemi machen es übrigens nicht komplizierter, auch wenn das jetzt wohl die neueste Ausrede sein soll.
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von judoka50 »

Wenn lange Erfahrung auch etwas mit langem Lernen zu tun hat, könnte man bei einem Schwarzgurt davon ausgehen. Allerdings auch nur könnte - denn ich kenne viele, die ihren Schwarzgurt haben und auf einem Kenntnisstand von kurz vor der Dan-Prüfung stehen geblieben sind. Dies ist nicht nur auf Judo bezogen, sondern gibt es in vielen Dingen des Lebens.

Es ist ein riesiger Unterschied zwischen Werfen und Werfen - und es gibt viele, die lernen es nie, weil sie sich für "den Wurf" gar nicht interessieren. Spätestens dann, wenn er aus welchen Gründen auch immer im Anfang der Lernphase irgendwie geklappt hat. Hätten sie rechtzeitig mal ihren Uke gefragt - wäre ihnen klar geworden, dass sie noch Jahre für diesen Wurf brauchen.

Auch wenn derzeit bei Turnieren viele Würfe verboten sind, fällt mit auf Anhieb kein Wurf ein, welcher richtig ausgeführt und auch vom Prinzip her eine Verletzung herbeiführt. Über die Härte oder Unannehmlichkeit beim Aufkommen auf dem Boden reden wir ja in diesem Zusammenhang nicht.

Für viele Uke ist ein Ura-Nage unbegründet ein Angstwurf, ebenso Kani-Basami oder Ganseki-Otoshi, obwohl diese nur als Beispiel für Uke leichter zu fallen sind als ein richtig ausgeführter Yoko Gake (sieht mal leider in kaum einer einer Nnk noch korrekt).

Liegt alles m.EA schon darin begründet, weil man von Anfang an zu wenig darauf achtet, dass Uke sich bei den ersten Schritten zum Erlernen der Grundpzinzipien eines Wurfes nicht korrekt werfen lässt und damit das anfänglich richtige Erlernen des Wurfgefühles verhindert. Die Vermittlung des richtigen Körperkontaktes, bzw. der richtigen Kontaktpunkte können nicht zustande kommen, wenn Uke sich "wegdreht". Daher kommen dann halt die Kraftmeierwürfe zustande, nur um Erfolg zu spüren.

Zu dem Blaugurt erwartest Du doch wohl in diesem Zusammenhang keine ernste Antwort - weder zum Werfen, geschweige zum Fallen.
Es gibt auf Dan-Prüfungen zu höheren Stufen noch Dan-Träger, die noch nicht richtig fallen können.

Leider gibt es solche Leute auch in vielen Vereinen und ist ein Problem dessen ich mir seit Jahren bewusst bin. Wenn Du eine Lösung hast, wie man diesen Vereinen helfen kann, an bessere Leute, die es ohne Zweifel gibt, zu kommen, so lass es uns wissen. Wir sind bestimmt sehr dankbar.

Mein Hinweis auf Atemi war keine Ausrede, dies nicht zu unterrichten, sondern eher als Hinweis darauf zu verstehen. Wenn jemand schon mit den einfachsten Techniken bis hin zum Blaugurt Probleme hat, Erfolge für sich selber zu verspüren, dann sollte man sie ihm nicht auf diese Weise vermitteln, nur damit man ihn für sie eigene Zielrichtung "gefangen" hat.
Zuletzt geändert von judoka50 am 07.04.2011, 23:24, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Makikomi Kid »

Judoka50 hat geschrieben:Irgendwie alles Beispiele, dass man Judo bis dato nicht verstanden und definitiv keinerlei technische Fähigkeiten erworben hat.
Wow. Ich fasse mal zusammen:
"Das ist nicht nur gut und richtig, was so gemacht wird, sondern die anderen machen es sogar noch falsch."
Habe ich das so richtig verstanden?
Judo ist, heute sehr stark auf den Wettkampf bezogen. Das sorgt dafür, dass Dinge die im Wettkampf nicht erlaubt sind, selten trainiert werden. Das bezieht sich insbesondere auf Faßarten und Wurfvarianten. Ebenso werden Dinge weniger trainiert, die im Wettkampf nicht zielführend sind, daher sind die meisten aktuellen Judo Schwarzgurte im Boden einfach technisch nicht mehr so versiert, wie es zB. ein Kimura noch war.
Judoko50 hat geschrieben:Wie soll man auch, wenn die Zielsetzung eine andere ist. Zudem lässt der persönliche Erfolg, eine Technik zu beherrschen und sie vor allem zu verstehen, beim Judo recht lange auf sich warten.
Da gebe ich dir recht, liegt aber meiner Meinung auch stark am Lehrer.
Mir wurde mal gesagt, dass ein Judo-Schwarzgurt eigentlich alle Würfe der Gokyo gegen einen nicht-kooperativen Partner im Randori werfen können sollte.
Die aktuelle Sport Meinung scheint aber eher "2 Würfe nach vorn, 2 nach hinten, und einer ist der Hauptwurf" zu sein. Das schränkt natürlich extrem ein, aber jedem das seine.
Auch dies eine klare Aussage, dass man noch nie in seinem Leben mit wirklichen Experten trainiert
Es ist eher ein Zeichen dafür, dass du Schwierigkeiten hast, den Inhalt geschriebener Texte zu verstehen, bzw. schneller tippst als du Gelesenes reflektierst.
Wenn Du möchtest gehe ich hier gerne tiefer darauf ein, ich möchte Dir allerdings erstmal nicht die Chance nehmen das Geschriebene aus eigenem Vermögen zu verstehen. Falls du erneut scheiterst formuliere ich es gerne um, und erkläre es genauer.
Insofern ist ein Blaugurt, der unter falschen Voraussetzungen zum Judo ging, schon mit den einfachsten Techniken überfordert gewesen. Was sollte er dann zusätzlich noch mit Atemi??? wenn die Schritte bis dort hin ihn schon überforderten.
Ich bin mir nicht sicher, wie du jetzt auf Atemi kommst. Geht es Dir um die aktuelle SV PO? Oder eher das klassische Judo? Bei der aktuellen SV PO machen wir es so, dass Neueinsteiger informiert werden, dass man ab Grün auch auf SV geprüft werden kann, hierzu allerdings auch Schlagen, Treten und ein paar andere Dinge gehören. Wenn sie das anspricht, dann wird bis Gelb in erster Linie an Pratzen gearbeitet und Interressierte können vor und nach der eigentlichen Stunde nochmal je 30min an diesen Techniken arbeiten. So kommt man bei 3x Training die Woche auf bis zu 3 extra Stunden Atemi, durch die bis Gelb eine gute technische Grundlage geschaffen werden kann. Dazu muss man aber auch sagen, das nur die wenigsten diese Zeit voll ausschöpfen, ich denke bei den meisten kommt im Laufe der Woche evtl. eine extra Stunde zusammen. Viele machen aber auch noch für sich etwas Schattenboxen oder arbeiten am schweren Sandsack.
Die Kommentare zeugen von grober Oberflächlichkeit von Verständnis zum Judo wie auch zu den Kata Formen die sie versuchen mit andern KK zu vergleichen.
So isses. Ich bin froh, dass wir hier wenigstens in dieser Hinsicht einer Meinung sind. Kata müssen wieder funktional werden. Mit Würfen, die auch gegen einen nicht springenden Uke funktionieren. Weg vom Schritte zählen, und strengen Formalisierung, und wieder auf das eigentliche Rückbesinnen: saubere, funktionierende
Techniken.
Zum Thema Breitensport in Zielrichtung KK - ist Werbung pp. gar nicht großartig erforderlich, da diese auf der Straße durch Demonstration der einfachsten, dennoch toll aussehenden Techniken, die wenig Hintergrundwissen erfordern zu genüge erfolgt.
Ok. Das ist dann also wieder die "Alles ist in Ordnung, wir müssen nichts ändern, es gibt keinen Mitgliederschwund"-Haltung. Wie gesagt: Wenn alles gut ist, muss man ja auch nichts ändern.
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von califax »

judoka50 hat geschrieben: Wenn jemand schon mit den einfachsten Techniken bis hin zum Blaugurt Probleme hat, Erfolge für sich selber zu verspüren, dann sollte man sie ihm nicht auf diese Weise vermitteln, nur damit man ihn für sie eigene Zielrichtung "gefangen" hat.
Ähm, die haben durchaus genug Erfolge. Aber sie wissen, daß Atemi nunmal dazu gehört, wenn man ein Kämpfer sein will. Und daß zu einer Kampfkunst wie Judo auch gehört, daß man sich auch außerhalb der Obhut eines Kampfrichters wehren kann.
Und wenn man ihnen dieses Grundlagenkönnen verwehrt, obwohl es doch Teil des Judosystems ist, gehen sie eben dahin, wo sie es bekommen. Die sehen doch im Netz, daß Atemi seit jeher Teil von Judo waren. Die sehen in den Kata Atemi und Waffen - aber unverstanden und ineffektiv rumgehampelt.
Und die sehen, wie das bei anderen Kampfkünsten aussieht.
Und dann kommen sich viele zu recht ein wenig verarscht vor.
Und andere haben sowieso die praktische Anwendung außerhalb des Dojos immer im Blick - weil sie beispielsweise als Polizisten und Ordner für Sicherheit sorgen sollen oder weil sie - eine in dieser Feiglingsrepublik fast verfemte Tugend - lernen wollen, ihre Liebsten und ihr Eigentum zu beschützen.
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Hofi »

Hi!
Dann könnte ich sagen, bei mir ist alles in Ordnung, ich muss nichts ändern, die Matten sind voll, wir haben steigende Mitgliederzahlen im Verein. Aber trotzdem lohnt es sich sich weiterzuentwickeln. Denn wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein.
Bis dann
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von judoka50 »

Judo ist, heute sehr stark auf den Wettkampf bezogen. Das sorgt dafür, dass Dinge die im Wettkampf nicht erlaubt sind, selten trainiert werden. Das bezieht sich insbesondere auf Fassarten und Wurfvarianten. Ebenso werden Dinge weniger trainiert, die im Wettkampf nicht zielführend sind, daher sind die meisten aktuellen Judo Schwarzgurte im Boden einfach technisch nicht mehr so versiert, wie es zB. ein Kimura noch war.
Wenn sich diese Erkenntnis bei Dir auftut, dann hast Du entweder noch nicht richtig Judo trainiert. Zumindest aber an falschen Orten und vor allem mit falschen Leuten.
Wie schon oben erläutert, gibt es Licht und Schatten. Allerdings muss man dafür Ausdauer haben und seinen Ar... bewegen und vor allem die Augen offen halten und vielseitig, d.h. von unterschiedlichen Lehrern und Referenten seine Kenntnisse erweitern lassen.
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von califax »

judoka50 hat geschrieben: Wenn sich diese Erkenntnis bei Dir auftut, dann hast Du entweder noch nicht richtig Judo trainiert. Zumindest aber an falschen Orten und vor allem mit falschen Leuten.
Wie schon oben erläutert, gibt es Licht und Schatten. Allerdings muss man dafür Ausdauer haben und seinen Ar... bewegen und vor allem die Augen offen halten und vielseitig, d.h. von unterschiedlichen Lehrern und Referenten seine Kenntnisse erweitern lassen.
Diese Erkenntnis setzt er bereits um. So wie ich auch und andere. Wir gehen zu Tom Herold. :alright

Aber, ähm, kommt noch irgendwas zum Thema? Wir sind mal wieder beim leidigen Thema der Trainingsinhalte und des allgemeinen Kompetenzniveaus angekommen.
Aber es gibt ja auch andere KK, die massive Qualitätsprobleme haben (das Bujinkan Budo Taijutsu zum Beispiel oder auch Aikido). Nur haben die keine so gravierenden Probleme mit der Mitgliederentwicklung.
Wie kommt's?
Zuletzt geändert von califax am 07.04.2011, 23:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von judoka50 »

Und wenn man ihnen dieses Grundlagenkönnen verwehrt, obwohl es doch Teil des Judosystems ist, gehen sie eben dahin, wo sie es bekommen. Die sehen doch im Netz, daß Atemi seit jeher Teil von Judo waren. Die sehen in den Kata Atemi und Waffen - aber unverstanden und ineffektiv rumgehampelt.
Und die sehen, wie das bei anderen Kampfkünsten aussieht.
Und dann kommen sich viele zu recht ein wenig verarscht vor.
Ach so - und als Blaugurt hat man dann schon das Verständnis eine Kata mit dem Hintergrundwissen durch Zuschauen zu ergründen.
Nach dem Motto - das will ich auch -
Meine Güte, was für ein kindliches Gemüt. Irgendwie fehlt euch anscheinend jegliches Verständnis zum "tatsächlichen" Erlernen.

Wenn es um das Gefühl, die Technik klappt, geht, dann seit damit glücklich.
Das ist nicht mein Verständnis vom Judo und steht im Gegensatz zu vielen eurer Kritikpunkte.
Ihr verarscht euch selber und andere ohne es überhaupt zu bemerken und zu begreifen.

Ich kenne viele hohe Dan-Träger und ich schließe mich nach Jahrzehnten Judo-Erfahrung da ebenfalls mit ein. Wir entdecken immer wieder noch eine "Kleinigkeit", die uns oder unseren Lehrern, aus welchen Gründen auch immer, entgangen, übersehen, vergessen oder wie auch immer, die es aber wert ist, die Technik unter diesem Gesichtspunkt wieder einmal zu durchleuchten, zu testen und zu überarbeiten.

Anscheinend habt ihr so etwas alles nicht nötig..........

Nachsatz:
Und auch Tom würde von sich niemals behaupten, dass er eine Technik perfekt beherrscht. Er arbeitet genau wie viele andere auch stetig und offen an ihr. So wie ich ihn mittlerweile einschätze würde er, genau wie ich vielen Dan-Träger das Können und Verstehen, geschweige einem Blaugurt, ebenso absprechen und in Frage ziehen.
Zudem tut ihr ihm vermutlich auch keinen Gefallen mit Stellungnahmen, die deutlich eure eigene Unfähigkeit oder fehlende, bzw. falsche oder falsch verstandene Kenntnis vom Judo deutlich machen gleichzeitig ihn so darzustellen, als wenn er aus euch in kürzester Zeit Supermänner machen könnte.
Das möchte er vermutlich auch selber gar nicht, denn er erwartet von euch im Grunde das gleiche beharrliche und offene Lernen, welches ich euch die ganze Zeit versuche zu erklären.
Zuletzt geändert von judoka50 am 08.04.2011, 00:08, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Makikomi Kid »

"Gürtel da halten Hose hoch" wie Mr. Miyagi zu sagen pflegte. Und wie du schon selbst geschrieben hast (ich war so frei das mal in meine Sig zu übernehmen) haben die aktuellen Gürtelgrade ja zumindest Deiner Meinung nach nichts mit Können zu tun.

Also scheinst du einerseits Können und Wissen an der Bauchbinde festzumachen, andererseits aber genau dies abzustreiten.
Ach so - und als Blaugurt hat man dann schon das Verständnis eine Kata mit dem Hintergrundwissen durch Zuschauen zu ergründen.
Kommt wohl auf den Blaugurt an. Manche Blaugurte können das vielleicht. Manche Schwarzgurte können das evtl nicht. Vielleicht sollte man den Gürtelgrad gar nicht erwähnen... er scheint ja eh keine Aussagekraft zu besitzen. So ka?
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von califax »

judoka50 hat geschrieben:
Und wenn man ihnen dieses Grundlagenkönnen verwehrt, obwohl es doch Teil des Judosystems ist, gehen sie eben dahin, wo sie es bekommen. Die sehen doch im Netz, daß Atemi seit jeher Teil von Judo waren. Die sehen in den Kata Atemi und Waffen - aber unverstanden und ineffektiv rumgehampelt.
Und die sehen, wie das bei anderen Kampfkünsten aussieht.
Und dann kommen sich viele zu recht ein wenig verarscht vor.
Ach so - und als Blaugurt hat man dann schon das Verständnis eine Kata mit dem Hintergrundwissen durch Zuschauen zu ergründen.
Man kann erkennen, ob ein Schlag überhaupt treffen KANN und ob Tori gezwungen ist, den Schlagarm des Uke regelrecht aus der Luft zu fischen, weil er aus falscher Distanzwahl nicht dort ist, wo er hingehört.
Übrigens sind die Waza in den Judokata nicht einzigartig. Man findet sie in allen japanischen Kampfkünsten, und dort funktionieren sie tadellos - nur in den Katademonstrationen des üblichen Judo klappt nichts.
Ja, das sieht man. Deine Arroganz gegenüber mutigen und engagierten Judoka ist absolut unberechtigt.
judoka50 hat geschrieben:Ich kenne viele hohe Dan Träger und ich schließe mich nach Jahrzehnten Judo Erfahrung da ebenfalls mit ein. Wir entdecken immer wieder noch eine "Kleinigkeit" die uns oder unseren Lehrern, aus welchen Gründen auch immer, entgangen, übersehen, vergessen oder wie auch immer, die es aber Wert ist, die Technik unter diesem Gesichtspunkt wieder einmal zu durchleuchten, zu testen und zu überarbeiten.

Anscheinend habt ihr so etwas alles nicht nötig..........
Kata ist mein täglich Brot. Ich trainiere 11h die Woche Kata. Aber Protzerei mit anonym behaupteten hohen Dangraden - Nee, die hab ich wirklich nicht nötig. ;)

Edit:
judoka50 hat geschrieben:Und auch Tom würde von sich niemals behaupten, dass er eine Technik perfekt beherrscht. Er arbeitet genau wie viele andere auch stetig und offen an ihr. So wie ich ihn mittlerweile einschätze würde er, genau wie ich vielen Dan Träger das Können und Verstehen, geschweige einem Blaugurt, ebenso absprechen und in Frage ziehen.
Zwischen "etwas nicht perfekt beherrschen" und "sich beim Wurfeingang das Kniegelenk zerhebeln" oder "sich in der Standard-Waza mit kooperativem Uke eine Zerrung heben" besteht mehr als nur ein kleiner Unterschied. Und zwischen "etwas nicht perfekt beherrschen" und "elementare Grundlagen wie richtiges Werfen und Atemi überhaupt nicht gelehrt bekommen" besteht ein Riesenunterschied. ;)
Zuletzt geändert von califax am 08.04.2011, 00:10, insgesamt 1-mal geändert.
"To possess a high grade means nothing. Ever since martial arts were born, the grade of someone is what he can do in battle."
(Kacem Zoughari.)
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Anfängerin08 »

califax hat geschrieben:
Fritz hat geschrieben: Hmm, was soll das eigentlich sein, der "BJJ-Hype"? Doch eigentlich nur: "BJJ ist toll, weil die Gracies
damit ganz toll bei UFC/MMA-Turnieren gewinnen/gewonnen haben" oder so ;-)
Was soll sich davon fürs Judo nutzen lassen unter der Prämisse, daß wir weg vom reinen
Wettkampf-Bild kommen sollten? Was ich vom BJJ mitbekommen habe, ist schon,
daß sie sehr wettkampflastig sind...
Count Coma ist ein Markenname, das muß man Dir doch nicht erst mitteilen. :)
Soweit ich das hier mitkriege, gehen viele Security-Leute und Freizeitmuskelprotze ins BJJ.
Dazu Frustrierte aus anderen Kampfkünsten, hauptsächlich Judo, und natürlich Leute, die ihre "normale" Kampfkunst um Bodenkampf erweitern wollen. (Die Gruppen überlappen sich logischerweise stark.)

Neben der Anwendbarkeit beim Überwältigen und Festlegen von Störenfrieden ist BJJ momentan eines der ganz großen Symbole für pure harte Männlichkeit. Da kann man sich beim Rollen vorstellen, man wäre ein MMA-Star.
Ok, sowas findet man jetzt nicht im "Hammelsdorfer Friedensboten" besprochen, sondern mehr bei Fightmagazin, Fighter's Choice, MMA Foo und UFC Bar, ... :)
Hi Califax,

ganz ehrlich - wenn ich das lese, hoffe ich dass wir weit weg vom BJJ sind. Mir sagt weder Count Coma was noch finde ich "pure harte Männlichkeit" so toll.

Dann ist mir "mein" Verband und der DJB noch um einiges näher.

Gruß A.
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Fritz
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Fritz »

Hofi hat geschrieben:Dann könnte ich sagen, bei mir ist alles in Ordnung, ich muss nichts ändern, die Matten sind voll, wir haben steigende Mitgliederzahlen im Verein. Aber trotzdem lohnt es sich sich weiterzuentwickeln. Denn wer aufhört besser zu werden, hört auf gut zu sein.
Und denke da liegt der eigentliche Schlüssel, man braucht jemanden, dem der jeweilige Verein am Herzen liegt und der sich kümmert,
daß der Laden läuft. Und so wie ich Hofi verstanden habe, kümmert er sich um die Wünsche seine Leute, immerhin trainieren sie auch Atemi und
was auch immer sonst noch. Und etwas Ehrlichkeit tut auch not. Wenn man im Verein reines Wettkampf-Judo anbietet, und das entsprechend
auch so kundtut, dann werden sich da auch entsprechend Interessierte anfinden und sich aufgehoben fühlen.
Wenn man aber versucht "SV-Interessierte" anzulocken und die dann auf Wettkampf-Judo "umschult", dann werden diese irgendwann frustriert sein...

Und gemeinerweise gibt es auch genügend "Breitensportler", denen Judo ohne Atemi durchaus als Körperertüchtigung reicht, die gerne Kampfsport, aber
ohne treten und hauen machen möchten... Die würden dann sicherlich wegbleiben, wenn man jetzt beginnt, die Judo-Atemi zu stark zu bewerben...
Oder durch Lustlosigkeit einfach das Training sabotieren, wenn der hoffnungsfrohe ÜL beginnen würde, diesbzgl. ansatzweise was in der
Judo-Lehrstunde auszuprobieren. Es bleibt beim alten Problem, es allen recht zu machen, ist ein Kunst die niemand kann ;-)

Was mir bisher in den ÜL-Ausbildungen/Weiterbildungen vom Verband aber immer zu kurz kam, sind Trainingsmethodiken bzgl. der
Nicht-Wettkampf-Geschichten. Aber nun muß man sagen, so häufig u. flächendeckend nehme ich an solchen Veranstaltungen nicht teil...
Ich finde auch, es fehlt an Schulung bzw. Bewußtmachung, wie man die Kata sinnvoll ins reguläre Training als Trainingswerkzeug
einsetzen sollte, der "Schautanz"-Gedanke ist noch zu häufig verbreitet...
Und die technischen Grundlagen, das Verständnis von Kuzushi usw., gesundheitsschonende Wurfausführungen (Eindrehbewegungen ohne Knieverdrehen,
Werfen ohne Ausheben sondern durch "Aushebeln" ;-), Vermeidung von Kniefall-Techniken, Seoi-Nage mit "Eigen-Ude-Garami", "Verschleiß-Uchi-Komi" usw. usf.)
sind sicherlich auch stark verbesserungswürdig - aber das merkt der "Breitensportler" erst nachdem er sich für Judo entschieden hat - danach kann es natürlich
den Ausschlag geben, ob er dabei bleibt...
Und ehrlich gesagt, traue ich den "Judo-Konkurrenten" diesbzgl. auch nicht wirklich... ;-)

Ich wäre auch dafür, da bereits Prüfungsordnungen erwähnt wurden, daß jede klassische Technik(gruppe), die im Wettkampf verboten wurde,
sich in den PO wiederfinden sollte. Also Techniken wie Kani-Basami, Nicht-Ellbogen-Hebel, Beingreifer, Do-Jime usw...
Einfach damit die Leute merken, daß Judo nicht durch den aktuellen Regelsatz definiert ist.
Mit freundlichem Gruß

Fritz
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Makikomi Kid »

Das ganze geht durch Posts von "Jupp" und "Judoka50" leider sehr off-topic.

Bin leider (wie Califax) in die Troll-Falle getreten - würde es aber gut findne, wenn wir wieder zum eigentlichn Thema nämlich dem "Breitensportler" und wie er vom DJB vertreten und präsentiert wird, bzw. wie man das besser machen könnte zurück kehren könnten.
Ausflüge in andere Bereiche (zwecks Aufzeigung der Machbarkeit) sind wohl nicht zu vermeiden, allerdings sollte der Themenbezug gewahrt bleiben.

Auch sind Atemi glaube ich nur in Bezug auf die SV-PO und die Kata im DJB interessant. Die SV PO ist nun mal verabschiedet, sie scheint also einen gewissen Sinn zu haben. Aber das könnte/ sollte man doch eher in einem neuen Thread diskutieren.

Evtl. könnten hier ja auch mal die Moderatoren moderierend tätig werden?
"Es gibt auf Dan Prüfungen zu höheren Stufen noch Dan-Träger, die noch nicht richtig fallen können" - Judoka50
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Fritz
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Fritz »

Das ganze geht durch Posts von "Jupp" und "Judoka50" leider sehr off-topic.
Das würde ich nicht sehen, weil das Thema doch recht vielschichtig ist.

- Es geht um angenommene und tatsächliche Erwartungshaltungen "des Breitensportlers"
- Es geht um die Möglichkeiten die der Verband (Land, DJB) die der Verband hat, um Judo möglichst
vielen dauerhaft "schmackhaft" zu machen und inwieweit wir von der "Konkurrenz" lernen können...
- Es geht dabei um den Stellenwert des "Breitensportlers" in der Selbstdarstellung des Verbandes
Evtl. könnten hier ja auch mal die Moderatoren moderierend tätig werden?
Ich wüßte nicht wie ;-)
Ach so ja eins vielleicht (vorsorglich): Gleitet bitte nicht in der Hitze des Gedankenaustausches ins Persönliche ab.
Mit freundlichem Gruß

Fritz
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Re: Der Breitensportler

Beitrag von Makikomi Kid »

Ich wüßte nicht wie
Ausgliedern zB. der SV-PO/ Atemi Debatte würde schon helfen. Einfach auch weil das bei der Realisierung, dass nun Atemi wieder zum Judo gehören, auch wenn diese nun nicht mehr nur die aus dem eigentlichen Judo Programm sind.

Es gibt auch noch ein paar andere Stränge die man entweder einstellen oder auslagern könnte, aber ich denke, das wird sich mit der Zeit eh rausstellen.

Einfach ein waches Auge haben :)
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