ansonsten ist dieser Beitrag zu.

Ich glaube nicht, dass man die Kritik auf das Forum hier beziehen sollte. Da habe ich schlechtere Erfahrungen in einem anderen Forum in dieser "einseitigen" Richtung sammeln dürfen. Hier ist es an sich recht neutral, auch wenn man manchmal versucht, eine Meinung in eine Ecke zu drängen. Insgesamt dennoch offen, interessant und lehrreich.Wie Tom sagt: son Forum ist gar nicht wirklich dazu da, Wissen auszutauschen und kritisch Fakten zu überprüfen.
Hier versammelt sich die Gemeinde zur gemeinsamen Andacht. Alle glauben dasselbe und da stören wir nur.
Ist dir mal aufgefallen, dass Kritik immer weniger erwünscht ist.
Gleich heißt es man ist unsachlich, wenn man unbequeme Fragen stellt.
Ach so?Na - ja, wenn man mal diesen Part hier mal nicht so ernst nimmt, insbesondere wenn man versucht Spirit und Geist an Religion, Esoterik usw. zu knüpfen. Irgendwie albern....
?????Anscheinend fehlt doch einigen der schlichte einfache Glaube an unseren gemeinsamen Sport.
Hallo Hofi - eine ansich in anderen Fäden ebenfalls schon praktizierte Handlungsweise.zieht man sich beleidigt zurück. Finde ich irgendwo schade.
Damals wie heute scheint es also Probleme mit dem allgemeinen Verständnis gegeben zu haben.....J. Kano, aus Watson, Seite 101 hat geschrieben: In order to explain the real purpose of judo, a column was devoted to the ways one´s spirit can be cultivated bey means of hard training. (...)
Although these efforts helped somewhat in the gradual diffusion of judo practice and were welcomed, nevertherless, the progagation of the judo spirit was largely unsuccessful. (...) It was therefore imperative that they be taught correctly and given proper understanding of the judo spirit.
Since the essays appearing in this column were intended to inform the students of the spirit of Kodokan judo and the right methods of applying the techniques, I myself wrote painstakingly on these subjects. Although I often delivered lectures on such topics, ...
Um was ging es dabei:J. Kano, aus Watson, Seite 107 hat geschrieben: We must not be merely passive citizens, but make efforts to promote this mode of social intercourse (Anmerkung: die Rede ist von jita kyoei) and contribute to the advancement of society.
Es geht also um die Einhaltung dessen, was Kano selbst als "moral code" bezeichnet hat - mit dem Ziel der Entwicklung und des Fortschritts der Gesellschaft als Ganzes.J. Kano, aus Watson, Seite 107 hat geschrieben: Therefore, in order for one to live peaceably with one´s fellows, a relationship fostering mutual help and co-operation is preferable. This means that we should be willing to give consideration to the opinion of others and to show an inclination to compromise. That is to say, we should adopt the practice of bringing benefits not only to ourselves but also to others.
!Wer Judo auch nur ansatzweise in die Nähe von Religionen rückt, hat Kano in keiner Weise verstanden
Ich würde es anders formulieren:HBt hat geschrieben:seiryoku zenyo u. jita kyoei nicht verstanden, sondern fälschlicherweise verklärt und mit dem 'Geist des Judo' gleichgesetzt, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe.
Vielleicht ist es alles auch ein Problem der Sprache und des Übersetzen... Wir in Holland haben bei 'Geest' auch eine religiöse Ebene, aber wir haben dafür den Unterscheid zwischen 'geest' mit kleiner Buchstabe (für alle nicht-religiöse Bedeutungen) und 'Geest' mit großer Buchstabe wie z.B. 'Heiliger Geist'. Im englischer Sprache hat man auch 'spirit' and 'Holy Spirit'. Klarer. Was aber auch wieder klar macht, daß Kano nie spricht über 'Spirit' mit großem Buchstaben, und also nicht religiös... sondern moralisch, wie ich schon betont habe.tutor! hat geschrieben:...
in seiryoku zenyo u. jita kyoei manifstiert sich der "spirit of judo", was man durchaus mit "Geist des Judo" übersetzen kann. "Geist" hat aber noch weit über "spirit" hinausgehende Bedeutungen, weswegen die Übersetzung nicht ideal ist. "Geist des Judo" ist und bleibt eine Metapher, wie Lino sehr schön formuliert hat.
Niemand hat hier irgendwie Judo (relogiös) verklärt - es wurde lediglich in einigen Beiträgen unterstellt, dass hinter der Formulierung "Geist des Judo" eine spirituell-esoterische Geisteshaltung stecken würde, die so manchem als Religion oder Religionsersatz dienen würde.
Buddhism, Confucianism and Christianity each have their own guiding principles which may be found through study, but this is very difficult. I often have occasion to exchange opinions with authorities on Buddhism, Confucianism and Christianity. Those who have made such profound study and cultivated their minds, say the same I do: the path may differ, but in the end the aims of both religion and learning are ultimately the same, and I consider these authorities as my colleagues. (...) So, through judo, we are teaching a principle that can work together with the highest principles of Buddhism and Christianity and the exhaustive studies of philosophers, one which, like the other great philosophies and religions, can be put into action.
Jigoro Kano, Mind over Muscle, p. 82
Nö, nicht wirklichkastow hat geschrieben:Interessanterweise hat diese Diskussion die meisten - aber nicht alle - Bedeutungen des Wortes Geist erfasst. Ich erlaube mir, das Ganze geschichtlich einzuordnen und zu ergänzen: (..)
Kleine Bemerkung zum Schluss: Während das englische "spirit" recht klar umrissen ist, beinhaltet das englische "ghost" ebenfalls mehrere Bedeutungen. Ich hoffe, damit habe ich etwas Klarheit schaffen können.
Lin Chung hat geschrieben:Dieser sogenannte Geist, man möge mir verzeihen, ist nichts anderes als die Grundregeln, an die man sich halten sollte, damit ein homogenes Miteinander auf und neben der Matte stattfindet.
Alternativ und/oder ergänzend:HBt hat geschrieben: Ich empfehle allen Forianern dringend 1) In the Dojo und 2) Sword and Brush, insbesondere um 'dieses Thema' zu vertiefen.
Die Motivation für meinen Artikel bestand vor allem darin, dass ich bei Wettkämpfen - auf allen Ebenen, von Kindern bis Hochleistungssportlern - immer wieder beobachtet habe, dass die Wettkampfregeln sehr "strapaziert" wurden durch - wie ich finde - unfaires Verhalten, das nicht durch die Kampfrichter bestraft wurde (bzw. durch das Regelwerk nicht bestraft werden konnte).Vom „Geist des Judo“ – wie verinnerlichte Werte das Judo-Handeln steuern
Das Judo-Regelwerk
Die Judo-Wettkampfregeln verbieten, „irgendeine Handlung zu begehen, die den Nacken oder die Wirbelsäule des Gegners verletzten könnte oder gegen den Geist des Judo ist.“ (Kampfregeln der IJF, deutsche Fassung, S. 26). Solche Handlungen werden von Kampfrichtern im Wettkampf mit Hansoku-make, der direkten Disqualifikation bestraft und führen zum sofortigen und vollständigen Ausschluss vom jeweiligen Wettbewerb.
Während man Angriffe auf den Nacken oder die Wirbelsäule des Gegners noch erkennen und z.B. über Video nachweisen kann, sind Verstöße gegen „den Geist des Judo“ oft nur schwer während eines Kampfes (Wettkampf, aber auch Randori) festzustellen, zu beurteilen und zu bewerten.
Ganz sicher gibt es Fälle, wo der Verstoß gegen den „Geist des Judo“ offenkundig ist, wenn z.B. der Gegner geschlagen oder der Kampfrichter lautstark beschimpft wird. Bei anderen Handlungen sind sich die Kampfrichter jedoch oft nicht einig, ob sie als Verstoß gegen den „Judogeist“ zu werten sind oder nicht.
Die Judo-Prinzipien
Im „Geist des Judo“ müssen sich die beiden von Jigoro Kano genannten Prinzipien „bester Einsatz der geistigen und körperlichen Kräfte“ (technisches Prinzip) und „durch gegenseitiges Helfen beiderseitigen Fortschritt erreichen“ (moralisches Prinzip) widerspiegeln. Diese Prinzipien bestimmen die Grenzen des Judo, sie legen fest, was nicht mehr erlaubt und toleriert werden darf.
Werte müssen in der Diskussion bleiben
Diese Prinzipien sind die Werte (und die Grenzen), die auch die Kampfregeln bestimmen. Als Werte bedürfen sie einer ständigen Überprüfung, Diskussion und Neubestimmung und müssen sich an den jeweiligen gesellschaft-lichen Rahmenbedingungen messen lassen. Sie sind nicht automatisch immer gültig, endgültig festgeschrieben, unveränderbar.
Die ständige Diskussion um diese Judo-Werte, die den „Geist des Judo“ ausmachen, ist notwendig, damit sich in den Köpfen der Judo-Ausübenden festsetzt, wie man sich in einem Judokampf zu verhalten hat – jenseits der festgeschriebenen (offiziellen) Wettkampfregeln.
Legal und legitim sind große Unterschiede
Die Diskussion um den „Geist des Judo“ ist die Diskussion um Fairness in unserem Sport, um die Grenzen des Machbaren, um die Unterscheidung zwischen legal (gesetzestreu) und legitim (erlaubt), darum, ob man „echt“ gewonnen hat, mit fairem Einsatz.
Es geht um die theoretische Beziehung zwischen (geschriebener) Regel und (gefühlter) Fairness. Nur auf diesem Hintergrund lassen sich Fragen diskutieren wie
· Ist alles erlaubt, was nicht durch Wettkampfregeln verboten ist?
· Darf man im Wettkampf (oder auch im Randori) einen Ippon erzielen, der die eigene Unversehrtheit oder die des Gegners/Partners aufs Spiel setzt?
· Soll man Kämpfer bestrafen, die ihre Techniken so ausführen, dass ihre Gegner auf den Kopf oder die Schulter fallen müssen?
· Soll man als Trainer Handlungen der eigenen Sportler tolerieren, die dem Gegner Verletzungen (auch blaue Flecken) zufügen – ganz gleich ob absichtlich oder aus Ungeschick?
· Ist der Judo-Wettkampfsport geeignet, die Achtung vor dem Gegner, dessen persönliche Rechte, noch in dem Maße zu gewährleisten, wie Kano es sich mit seinem „moralischen Prinzip“ wohl gedacht hat?
Trainer müssen Antworten finden
Trainer, die ihre Schüler in Randori und Shiai ausbilden (so sollte es sein!!) müssen sich dieses Probleme bewusst sein und Antworten bereit haben, wenn sie Verstöße gegen den „Geist des Judo“ entdecken. Sie müssen eingreifen und dann begründen können, welche Werte unser Handeln und das unserer Judoschüler bestimmen sollen."
Quelle bitte.Im "Geist des Judo" spiegelt sich eine grundsätzlich friedliche Haltung zu den Menschen wieder, die Kano ausdrücklich für sich in Anspruch genommen hat.
Diesen Satz habe ich trotz intensiver Bemühungen nicht verstanden. Wer hat versucht mit (Kanos?) "Friedfertigkeit"(?) welches Tun "jenseits aller Gesetze und Legalität" zu rechtfertigen?Diese grundsätzliche "Friedfertigkeit", die übrigens nichts mit Wehrlosigkeit zu tun hat, lässt eben nicht jedes Tun rechtfertigen, jenseits aller Gesetze und Legalität.
Watson zitiert Kano:st.gregor hat geschrieben:Quelle bitte.Im "Geist des Judo" spiegelt sich eine grundsätzlich friedliche Haltung zu den Menschen wieder, die Kano ausdrücklich für sich in Anspruch genommen hat.
Unter anderem. Ich finde schon, daß man die Summe dessen, was man im Watson findet, als grundsätzlichTherefore, in order for one to live peaceably with one´s fellows, a relationship fostering mutual help and
co-operation is preferable. This means that we should be willing to give consideration to the opinion of
others and to show an inclination to compromise. That is to say, we should adopt the practice of bringing
benefits not only to ourselves but also to others.
Friedfertig zu sein, bedeutet nicht, Toleranz zu üben, wenn es jemand anders erwiesenermaßen nicht ist.st.gregor hat geschrieben:Diesen Satz habe ich trotz intensiver Bemühungen nicht verstanden.Diese grundsätzliche "Friedfertigkeit", die übrigens nichts mit Wehrlosigkeit zu tun hat, lässt eben nicht jedes Tun rechtfertigen, jenseits aller Gesetze und Legalität.
Kano verfolgte eindeutig das Ideal einer friedlich gedeihenden Welt, was auch in den Zielen der Kodokan Kulturvereinigung klar zum Ausdruck gebracht wird.pmhausen hat geschrieben: Unter anderem. Ich finde schon, daß man die Summe dessen, was man im Watson findet, als grundsätzlich
friedfertige Haltung bezeichnen darf.
Durch die Überseereisen und die Eindrücke der Zerstörung nach dem 1. Weltkrieg entwickelte Kano zunehmend ein globales Denken.. BTW: er war auch von dem englischen Gedanken des "Fair-play" angetan und schrieb sinngemäß, dass man Wettkämpfe mit Moralerziehung verknüpfen müsse - ganz in dem Sinn, wie Jupp es oben beschrieben hat.Watson, Seite 110 hat geschrieben: Objectives:
(...)
4. To seek peaceful elimination of racial prejustice wordwide by the promotion of cultural pursuits
General principles:
(...)
3. The perfection of oneself and society is the basis for global properity
Ich verstehe auch nicht, was das heißen soll.Diese grundsätzliche "Friedfertigkeit", die übrigens nichts mit Wehrlosigkeit zu tun hat, lässt eben nicht jedes Tun rechtfertigen, jenseits aller Gesetze und Legalität.