JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

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Fritz
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Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von Fritz »

Hinweise + Diskussion bzgl. Realnamen usw ist jetzt hier:
http://www.dasjudoforum.de/forum/viewto ... f=8&t=5179 und kann bei Bedarf fortgesetzt werden.
ossi hat geschrieben:Deshalb ist Klockes Angabe nicht richtig:
Jigoro Kano (2007).
Kodokan-Judo. Bonn.
Das sieht so aus, als ob Kano das Buch geschrieben hat und das hat er nicht.
Das ist wahrscheinlich auch Absicht, auch die englische Ausgabe des Buches erweckt den Eindruck,
daß es von Kano stammt (und nicht nur Texte von ihm enthält). (*)
Innen drinnen steht dann aber in beiden Ausgaben, daß sie von einem Autoren-Kollektiv stammen.

Ich persönlich denke ja, daß "von Jigoro Kano" mit zum Titel gehört. Allerdings ist es bei mindestens
einem großen Buchverschicker so aufgeführt, daß der Autor "Kano" wäre.

Damit ist U.Klockes Angabe dahingehend hilfreich, daß das Buch so "auffindbar" wird. ;-)

(*) Nebenbei ich bin damals vor vielen Jahren genau so auf die englische Ausgabe "drauf reingefallen" - war
aber am Ende doch recht froh, sie zu haben :-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz
tutor!
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Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von tutor! »

Fritz hat geschrieben:Damit ist U.Klockes Angabe dahingehend hilfreich, daß das Buch so "auffindbar" wird. ;-)
Nicht nur hilfreich, sondern sogar korrekt, denn er hat den "offiziellen" Autor genannt.

Dass der internationale Verlag darauf bestanden hat, J. Kano als Autor zu benennen, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Das kann man weder U. Klocke noch jemand anderem, der das Buch in eine Literaturangabe aufnehmen will, anlasten. Noch nicht einmal dem deutschen Verlag...
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ossi

Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von ossi »

Da wird ein Buch verfasst, das Kano nicht geschrieben hat, weil er da schon 15 Jahre tot war.
Trotzdem wird hier gesagt, Kano sei der "offizielle" Autor.
Was ist ein "offizieller" Autor?
Von Kano sind Artikelstückchen im Buch. Das ist jetzt Begründung dafür, dass man sagt, das Buch ist von ihm?
Kano hat das Buch nicht geschrieben.
Ich habe mir mal den Niehaus gekauft. Da sind auch lange Sachen drin, die Kano geschrieben hat. Soll man jetzt sagen, dass nicht Niehaus das Buch geschrieben hat, sondern Kano?
Es ist einfach nicht richtig zu sagen, irgendwie ist das Buch "Kodokan Judo" ja aber doch von Kano.
Das Buch ist von einem Kollektiv geschrieben worden, als Kano schon tot war.
Das weiß jeder, der reinschaut.
Wenn Kano als Autor mit rein soll, dann muss man schreiben "Kano et.al."
Redet doch nicht drumrum.
Kano hat das Buch nicht geschrieben und wer was anderes behauptet, der sagt nicht die Wahrheit.
HBt.

Beschreibungsmittel

Beitrag von HBt. »

Ich entnehme dem Taschenwörterbuch ... von K. Hanelt folgendes:

kuzushi - Zustand des Ungleichgewichtes...
tsukuri - das Machen, das Herstellen...
kake - letzte Phase der Wurfausführung...

KAKE Unterpunkt Nage: kake.nage - werfen
KAKE Unterpunkt Kime: kake.kime - Aktion, die eine Technik endgültig und in guter Ausführung vollendet entscheidet...!


Eine zeitliche Unterteilung des Kake halte ich durchaus für sinnvoll, im Zusammenhang mit dem Thema des Artikels und dem Begriff Go no Sen.
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Ronin
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Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von Ronin »

möglicherweise wäre es für diese Art Artikel (ich konnte ihn noch nicht lesen) eher sinnvoll auf die übermässige Verwendung von japanischer Sprache (auch wenn wir es als Judoka ganz toll finden) der Klarheit wegen zu verzichten.
Ich bemerke anhand dieser Diskussionen immer wieder, dass es, durch ungenaue Übersetzungen, zu Diskussionen über die Artikel führt, die letztendlich gar nicht mehr wirklich um den Sinn gehen, sondern um die Übersetzung eines Fachterminus.

Besser wäre ja in diesem Zusammenhang, sich mit der ursprünglichen Intention des Autors auseinander zu setzen, die vielleicht gar nicht so falsch sein muss.

Nur so eine Anregung.
Evtl könnte man auch an solche Artikel auch ein kleines Glossar anhängen, in dem der geneigte Leser dann die vom Autor verwendete Bedeutung des Fachterminus erklärt wird. Das würde wohl auch schon helfen.

Die Angabe verwendeter Literatur ist allerdings Pflicht. Es stört mich grundsätzlich, wenn dies nicht getan wird.

Was nun Kodokan Judo angeht, wird es im allgemeinen Buchhandel nun mal auch Kano zugeschrieben. Der interessierte Leser weiß zwar, das es eigentlich ein Autorenkollektiv des Kodokans ist, aber da es im Buchhandel so verwendet wird, ist es aus Gründen der Eigenbeschaffung (was der Sinn der Quellenangabe ist) wohl nur sinnvoll hier auch von Kano zu reden. Aber man kann auch einen Grund suchen...
HBt.

Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von HBt. »

Ronin hat geschrieben:Besser wäre ja in diesem Zusammenhang, sich mit der ursprünglichen Intention des Autors auseinander zu setzen, die vielleicht gar nicht so falsch sein muss.
Richtig und damit ist das Thema auch durch, weitere Fragen hinsichtlich des Inhaltes tauchen ja nicht auf.

Meine Frage ist vollständig beantwortet, nur im Kontext mit den Unterteilungen des SEN könnten wir weiter diskutieren.
:danke
Jupp
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Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von Jupp »

ossi hat geschrieben:Wenn Kano als Autor mitrein soll dann muss man schreiben "Kano et.al."
Redet doch nicht drumrum.
Kano hat das Buch nicht geschrieben und wer was anderes behauptet der sagt nicht die Wahrheit.
U. Klocke hat sich in seinem Artikel "Der Gegenangriff" u.a. auch auf das Buch "Kodokan Judo von Judo-Gründer Jigoro Kano", Bonn 2007 bezogen.

Im Klappentext des Buches heißt es:
"...handelt es sich um eines der ganz wenigen Judo-Bücher weltweit von allerhöchster Autorität, mit Texten und Fotos von Judo-Gründer Jigoro Kano und einigen seiner direkten Schüler."
und etwas später:
"Aber auch die Ausführungen Professor Kanos zur Theorie des Judo, zu Geschichte, Prinzipien und Grundlagen, sowie zu einer zielgerichteten Leibeserziehung sowie einer umfassenden Persönlichkeitsbildung haben heute - mehr als 125 Jahre nach Gründung des Kodokan - nichts von ihrer Aktualität verloren."
Vielleicht hat man daher den Namen Jigoro Kano mit in den Titel genommen, weil es sich um sein Kodokan-Judo handelt und viele der Texte tatsächlich von ihm sind - wenn auch selbstverständlich nicht das aktuelle Buch.

Aber sollte Klocke als Quelle einen anderen Titel angeben, als der, der auf dem Buch steht? Wäre das dann in Ordnung?

Weiter vorne schreibt "ossi":
Klocke hat was aus einem Buch zitiert, dass er nicht angegeben hat, nämlich aus Matsumoto. Sogar aus zwei, wenn man Drager dazunimmt.
Bei seiner Literatur schreibt er ein Buch hin, wo man, wenn man das liest, denken muss, es ist von Kano.
Das geht nicht.
Mehr Sorgfalt bitte und nicht hinterher drumrum diskutieren.
Ich habe in dem genannten Artikel überhaupt nicht gefunden, dass Klocke aus Matsumoto zitiert hat. Er hat lediglich geschrieben: "Diese Zeitpunkte liegen in unterschiedlichen Phasen der Wurfausführung (Kuzushi,Tsukuri, Kake, Nage, Kime), wobei eine exakte Abgrenzung der einzelnen Phasen untereinander nicht immer präzise möglich ist."
Ich finde da überhaupt kein Zitat!

Was da steht ist - wenn ich es richtig interpretiere - ganz einfach seine Meinung.

Erst später hier im Forum hat er - nach intensiver Aufforderung, zu erklären, wie er zu dieser Auffassung gekommen ist - dazu auch eine Quelle angegeben, nämlich ein Buch von David matsumoto, einem Amerikaner japanischer Herkunft.

Muss man zu jeder Meinung, die man von jemand anderem als verständlich übernimmt, neuerdings eine Quelle angeben?

Darf man nicht mehr selbständig denken und Auffassungen von anderen nach Abwägung der Argumente übernehmen?

Mir ist ausserdem auch überhaupt nicht aufgefallen, dass Klocke "von Draeger abgeschrieben hat", wie "ossi" an anderer Stelle behauptet.

Hat Draeger Texte auf deutsch veröffentlich, die ich nicht kenne?

Oder sollte Klocke etwas übersetzt haben und nicht als Quelle Draeger angegeben haben?

Wenn ja, was und wo?

Wie hätte Klocke nach Meinung von "ossi" denn das Buch "Kodokan Judo von Jigoro Kano" nennen sollen, um es korrekt als Quelle zu kennzeichnen?

Wie hätte er es sorgfältiger machen können?

Wo und wann hat er denn um die richtigen Quellenangaben "drumrum diskutiert"?

Wenn jemand so deutlich heftige Vorwürfe an die Redlichkeit eines Autors austeilt, dann muss man doch erwarten dürfen, dass diese Vorwürfe konkret belegt werden.

Jupp
Zuletzt geändert von tutor! am 12.11.2010, 17:40, insgesamt 5-mal geändert.
Grund: Zitierweise angepasst
ossi

Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von ossi »

Jupp man kann sich auch dumm stellen damit man von den Vorwürfen verschont bleibt.

Zitat aus der Literaturliste des Artikels im JM 11/2010.
Jigoro Kano (2007)
Kodokan-Judo. Bonn.
JM 11/2010, S. 17.

So steht das aber im JM.
Und hier mal wie die anderen Bücher genannt sind.
Toshiro Daigo (2009)
Wurftechniken des Kodokan-Judo. Bonn
Oben steht der Autor und drunter der Titel.
Genauso hat Klocke das mit dem Buch "Kodokan-Judo" gemacht.
Deshalb sieht das so aus als ob das Buch von Kano ist aber das ist es nicht.
Ich bin da für Genauigkeit. Viele lesen den Artikel gucken in die Literaturliste und glauben dann das Buch ist von Kano.
Aber sollte Klocke als Quelle einen anderen Titel angeben, als der, der auf dem Buch steht? Wäre das dann in Ordnung?
Wie hätte Klocke nach Meinung von "ossi" denn das Buch "Kodokan Judo von Jigoro Kano" nennen sollen, um es korrekt als Quelle zu kennzeichnen?
Vielleicht sollte Klocke einfach richtig hinschreiben:

"Kodokan-Judo von Jigoro Kano" (Bonn 2007)
Autorenkollektiv, Jigoro Kano et. al.

Denn Kano hat das Buch nicht geschrieben und es ist unseriös sich hinzustellen und zu sagen: macht nichts, wissen ja alle dass es nicht von Kano selbst ist. Aber weil es gut klingt, sagen wir das trotzdem.
Sowas macht man nicht.

Klocke hat die Idee mit den fünf Wurfphasen aus Matsumoto. Da gehört es sich, dass man da auch drauf hin weist.

Ich finde das nicht gut, wenn man auf einen Fehler hinweist, der wirklich einer ist und dann der der den Fehler gemacht hat, rumdiskutiert und sagt, das war ja gar kein Fehler.
Muss man zu jeder Meinung, die man von jemand anderem als verständlich übernimmt, neuerdings eine Quelle angeben?
Ja.
Weil du selber schreibst:
Was da steht ist - wenn ich es richtig interpretiere - ganz einfach seine Meinung.

Erst später hier im Forum hat er - nach intensiver Aufforderung, zu erklären, wie er zu dieser Auffassung gekommen ist - dazu auch eine Quelle angegeben, nämlich ein Buch von David matsumoto, einem Amerikaner japanischer Herkunft.
Also doch von Matsumoto. Dann muss man das auch hinschreiben.
Wenn jemand so deutlich heftige Vorwürfe an die Redlichkeit eines Autors austeilt, dann muss man doch erwarten dürfen, dass diese Vorwürfe konkret belegt werden.
Die Idee mit den fünf Wurfphasen ist von Matsumoto. Aber geschrieben hat Klocke das nicht.
Hätte sich aber so gehört.
Ich suche wenn ich Zeit habe, auch die Stelle bei Draeger raus.

Wenn man was in eine Zeitschrift schreibt, die einen Anspruch als Fachorgan hat, gehört sich, dass man das richtig macht mit den Zitaten.
Wenn man das nicht richtig macht und dann sagt das jemand, muss man doch nicht beleidigt sein.
HBt.

Achtung: Ironie (oder Mondo)

Beitrag von HBt. »

@ossi,
ich bin überzeugt, wenn der Autor hier mitliest (und das tut er) werden wir in Zukunft im Judomagazin korrekte Zitate und Quellenangaben vorfinden. Es vermittelt dann nicht mehr nur den Eindruck von einfachem Geplauder, sondern von Seriösität, Fachkompetenz und Transparenz.
Also ich, freue mich darauf.

Helge

PS
Persönlich habe ich bei diesem kleinen Diskurs wieder sehr viel gelernt. Leider ist mir mein Exemplar abhanden gekommen (Rundordner), sonst hätte ich gerne noch die Draeger-Stelle herausgesucht.
Zuletzt geändert von HBt. am 12.11.2010, 22:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Fritz
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Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von Fritz »

@ossi: So langsam haben wir schon begriffen, was Du sagen willst. Wenn Du im Forum etwas rumsuchst, wirst Du sicherlich auch irgendwo einen
Faden finden, wo wir uns mit dem "Kodokan-Judo"-Buch beschäftigt haben und genau diese Sache mit dem "Jigoro Kano" als Autor bemängelt haben.

Klar hätte Ulrich Klocke die Literaturstelle anders im Artikel auszeichnen können, er hat es aber nun mal in der Form gemacht, wie es auch im Handel
erhältlich ist.

Ich schlage vor, weitere Beschwerden kannst Du anbringen:
a) Bei der Redaktion des JM - die hätten die Literaturstelle ja so nicht durchgehen lassen müssen.
b) Beim Verlag Dieter Born - der hat ja die deutsche Version des Buches herausgegeben.
c) Beim Verlag Kodansha International - die haben die englische Version des Buches herausgegeben.
d) Beim Kodokan - die haben das Buch ja letztendlich geschrieben u. überarbeitet
e) Beim Gesetzgeber - solch mißdeutliche Benennung müßte doch schließlich verboten sein ;-)

Hier im Forum solltest Du auf keinen Fall mehr Zeit und Mühe mehr an dieser Literatur-Quelle verschwenden.
Hier ist es aussichtlos, leider können wir den Druck des JM nicht mehr rückwirkend beeinflussen.
Und ja - wir wissen hier, daß Kano das Buch nicht geschrieben hat. Das kommt auch in diesem Faden und dem, den Du Dir heraussuchen sollst so rüber.
Dieser Punkt wäre hier also abgehakt.

Nun bei der Matsumoto-Sache dachte ich, kam auch schon "heraus", daß einige Forumsteilnehmer es gut gefunden hätten, wenn diese Literaturstelle erwähnt worden wäre,
da diese Unterteilung in 5-Phasen uns nicht geläufig war.
Die Unterteilung in 3 Phasen: Tsukuri-Kuzushi-Kake dagegen schon - hier verlangt man ja auch nicht,
daß jedes Mal, wo von den 3 Phasen gesprochen wird, eine Literaturstelle daneben steht.
Deshalb der Beitrag von HBt., welcher zu diesem Faden letztendlich führte.
Und dankenswerterweise hat Jupp ja hier Stellung genommen und die 5 Phasen-Geschichte aufgeklärt.
Damit wäre dieser Punkt aus meiner Sicht also auch geklärt.

Bleibt die Drager-Stelle. Bis jetzt ist es nur eine Behauptung von Dir.
Du darfst aber gern diese Stelle heraussuchen und hier einstellen. Dann können wir uns eine Meinung bilden.

Bitte verstehe, daß ich als Moderator gezwungen bin, weiteres "Herumreiten" auf den bereits geklärten Sachverhalten,
als Störversuch zu werten habe und entsprechend drauf reagieren muß. Neue Erkenntnisse sind natürlich
willkommen...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
katana
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Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von katana »

Da das ja nun geklärt ist,
könnte nun bitte jemand die Sache mit Kake / Nage erklären ?
(Tschuldigung, daß ich mich wiederhole)
Katana hat geschrieben:Zitat: Jupp schrieb:
Kake (Wurfausführung)
Kake bezeichnet die eigentliche Wurfausführung
bzw. den Beginn der Wurftechnik, die Wurfauslösung. Zwischen Tsukuri und Kake ist keine Unterbrechung zu sehen, beide erfolgen als aufeinander folgenden Bewegungen nahezu gleichzeitig und geschmeidig.
Nage (Werfen, Abwurf)
Mit Nage wird das eigentliche Werfen bezeichnet
, also der Moment, wo das Ausheben oder Sicheln tatsächlich erfolgt ist. Im Moment des Abwerfens arbeitet der ganze Körper harmonisch zusammen, Beine, Körper und Hände müssen koordiniert die wirkenden Kräfte übertragen. Dabei ist speziell die Arbeit aus der Hüfte, dem Unterkörper, dem Bauch („Hara“) besonders wichtig, weil man in diesem Körperbereich viel mehr Kraft entwickeln kann als in anderen.



Gut gut gut..... kann nun endlich mal jemand erklären, worin der Unterschied besteht zwischen
-Eigentliche Wurfausführung = Kake
und
-Eigentlichem Werfen = Nage

KK
tutor!
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Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von tutor! »

katana hat geschrieben:könnte nun bitte jemand die Sache mit Kake / Nage erklären ?
Jain - denn steng genommen müsste man dazu genau bei Matsumoto nachschlagen und das kann ich im Moment leider nicht.

Reaktivator hat noch einmal daran erinnert, dass Kano ursprünglich nur zwei Phasen von Wurftechniken unterschieden hat: Tsukuri und Kake. Das Kuzushi, das häufig als separate Phase betrachtet wird, ist danach ein Teil des Tsukuri.

Nun stehen fünf Phasen zu Debatte. diese werden von Matsumoto - so stellt es sich derzeit für mich dar - mit den Begriffen:
Kuzushi - Tsukuri - Kake - Nage - Kime
bezeichnet. Ganz offensichtlich ist mit Tsukuri und Kake etwas anderes gemeint als Kano mit diesen Begriffen bezeichnet hat, weswegen ich die Wortwahl kritisch - weil verwirrend - finde. Wenn ich beide Konzepte einmal übereinanderbringe, komme ich zu folgendem Bild:
  • Tsukuri (nach Kano)
    • Kuzushi
    • Tsukuri
  • Kake (nach Kano)
    • Kake
    • Nage
    • Kime
U. Klocke hat nun selbst geschrieben - es wurde ja zitiert - dass eine derartig fein aufeinanderfolgende Sequenz in der Praxis keine Allgemeingültigkeit haben könne, da sich die Phasen vermischen würden (die genaue Formulierung habe ich leider auch nicht). Der Begriff der "Phase" ist also nicht streng zeitlich zu sehen, sondern eher mit dem Begriff "Funktion" zu koppeln. In der Sportwissenschaft gibt es ja den Begriff der Funktionsphase, der hier m.E. ziemlich passend ist. Funktionsphasen können sich zeitlich überlappen, nämlich dann, wenn gleichzeitig mehrere Funktionen durch eine Bewegung erfüllt werden. Zeitliche Phasen können sich dagegen nicht überlappen, weil die Zeit nun einmal linear verläuft.

Relativ einfach ist es beim Tsukuri nach Kano: es ist die (zeitliche) Phase der Vorbereitung, in der zwei wesentliche Funktionen erfüllt werden müssen: Uke muss die Kontrolle über sein Gleichgewicht verlieren und Tori muss sich in eine räumliche Position begeben, in der er die nötigen Kräfte auf Uke wirken lassen kann, die zum Wurf führen.

Das "Kake" noch einmal zu unterteilen ist sehr ungewöhnlich, jedoch kann ich mir ganz gut einen "Reim" darauf machen. Allerdings möchte ich mich jetzt von den Begriffen, die Matsumoto wählt, lösen und es auf deutsch beschreiben.
  • Es gibt bei jedem Wurf den Moment, in dem Uke buchstäblich den Boden unter den Füßen verliert und seine "Luftfahrt beginnt. Diesen Moment könnte man als Wurfauslösung und als erste Phase des "eigentlichen Werfens" bezeichnen.
  • In der Luft hat Uke keinen Kontakt zur Matte, nur zu Tori, der nun mit Drehimpulsen die "Luftfahrt" steuert.
  • Unmittelbar vor dem Aufprall Ukes leitet Tori die Endkontrolle ein (sichert Uke und/oder verstärkt die Wurfwirkung) und übt sie nach der Landung auch aus.
Ob Matsumoto dies mit der Verwendung der Begriff "Kake - Nage - Kime" so gemeint hat, weiß ich wie gesagt nicht.

Außerdem bin ich ein ziemlicher Gegner davon, Begriffe, die eigentlich eindeutig definiert sind, in einer etwas anderen Bedeutung zu verwenden. Das erschwert das Verständnis ungemein und ist immer eine Quelle für Missverständnisse.
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HBt.

Re: JM 11/10: Clever verteidigen und kontern

Beitrag von HBt. »

tutor! hat geschrieben: Zum Unterpunkt Kime (sinngemäß) schrieb tutor...
(..) Unmittelbar vor dem Aufprall Ukes leitet Tori die Endkontrolle ein (sichert Uke und/oder verstärkt die Wurfwirkung) und übt sie nach der Landung auch aus.
Ich kannte einmal eine Referentin des NJV, die schrie in einem solchen Fall/Phase immer ZANSHIN, ob sie KIME meinte oder einfach nur Wurfkontrolle mit Fallhilfe ...? Möglicherweise ist hier doch noch einiges aufzuarbeiten, selbst innerhalb der Führungsriege.

Beste Grüße
HBt.

Ergänzung:
Jupp hat geschrieben: Kime (Wurfkontrolle, Endscheidung)
Kime bezieht sich auf die Beendigung der Technik, womit die Entscheidung herbeigeführt wird. Dabei spielt die Arbeit der Hände in der Schlussphase eine besondere Rolle, weil damit der Gegner bis in Rückenlage kontrolliert wird und sich nicht aus dem Wurf herausdrehen kann.
Kime sollte dem Gegner auch ermöglichen eine gute Ukemi (Falltechnik) auszuführen. Dazu ist es sinnvoll, nicht auf ihn zu fallen, sondern stehen zu bleiben, um ihn durch Zug am Ärmel bei der Falltechnik zu unterstützen."

Kontern in der Phase der Wurfentscheidung (Kime) geschieht zumeist im Übergang zum Boden, wenn Tori z.B. nach einem O-uchi-gari der nicht ausreichend kontrolliert wurde und nur mit Yuko oder Waza-ari bewertet wurde im Boden z.B. mit einem Armhebel kontert.
In dieser alles entscheidenden letzten Phase noch zu kontern, scheint mir unmöglich zu sein, so kurz vor dem Einschlag! Als cleverer StandBodenÜbergang klingt's allemal interessant, ist ja auch eine Kyu-Prüfungsaufgabe ;). Nach Ukes erfolglosem oder Teilerfolg... Konzepte des 'go no sen' verstecken sich ergo schon in der Anfängerausbildung.
Sehr weitsichtig oder einfach nur Standard im Judosport? Ich freue mich über jeden Artikel des weiter oben genannten Autors. Gegebenenfalls kann man als Leser, hier in diesem Forum, über auftauchende Fragen kultiviert diskutieren und lernt dazu - neu erworbenes Wissen auf den Mattenalltag übertragen.
:hello
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