Samstagabend. Niemand hatte mehr Appetit auf das eigens von unserem Über-Admin erjagte, auf professionelle Weise zur Strecke gebrachte (warum heißt das wohl Schweinerolle) und erlegte (unter anderem in Putenschnitzel, Respekt!) Schwein, so dass beschlossen wurde, Pizza zu bestellen. Da wir es bekanntlich mit einer bewegungsunwilligen Truppe zu tun haben

Die Wartezeit überbrückten Lydia und ich mit der Weiterführung unseres Briefes an unsere abwesende Kollegin, die sich aufgrund lächerlicher Hindernisse vom Status lausiger Ausreden (Praktikumssemester in Irland) nicht hatte anschließen können. Auch Christian war übrigens am fertigen Exposé beteiligt: „Hallo Yvonne. Ich kenne Dich zwar nicht…“
Der Pizzalieferant kam irgendwann und brachte ganz neue Erkenntnisse. Nur seinetwegen wissen wir jetzt, wer „die einzige Frau in der Gruppe“ ist: Oberon!!! Er stand aber ganz selbstbewusst zu dem von ihm bestellten Salat.
(Roland, nächstes Mal erklären wir ihm, dass Geschlechtertausch und Verkleidungen zwar übliche Features im Renaissancedrama sind, er aber gerade im MND nicht fündig werden wird!).
Bei dem Geschmack einiger Forumsmitglieder (morgens Brötchen mit Käse und Marmelade, bah!) wunderte mich eigentlich nur, dass niemand auf die Idee kam, die Pizza mit Bratwurst zu belegen.
Während wir die Pizza aßen und verdauten, begannen unten in Baden Ikkyus Schlafzimmer, das der TuS unverschämterweise doppelt vermietet hatte (Dabei war schon für Frank kaum Platz!), die Vorbereitung für eine Kinderparty: „Sassi“ wurde achtzehn! Wir wissen bis heute nicht, wer Sassi ist, aber sie (oder die für die Deko offenbar zuständige Mama) schreibt jedenfalls noch Herzchen statt I-Punkten (was erwachsenen Menschen natürlich nie einfallen würde. Fragt LenDa.

Um uns von den Kindern unten deutlich abzuheben, machten Lydia und ich Erwachsenenkram (wir saßen auf der coolen UFO-Schaukel auf dem Kinderspielplatz vor dem TuS und guckten Sterne an!), bis es uns zu kalt wurde.

Vorbildlich hielten wir die uns von den anderen gegebene Anweisung, nicht mit fremden Männern mitzugehen, ein.
Irgendwann fanden sich dann auch ein paar von Sassis Freunden bei uns oben ein. Ich stellte mal wieder fest, dass ich völlig out bin –keine Strohhalme im Haar, Trend verpasst! Die bereits „leicht“ angeheiterten Jungs, die früher auch mit Judo am Start waren, forderten Simon, den in Steinbach offenbar jeder kennt (Bereits am Morgen erhielt ich vom Hausmeister, der zweiten Person innerhalb von 5 Minuten, die mich darauf hinwies, dass wir noch saubermachen müssten – und da nennt Ihr Nils König, mit zwei lächerlichen Kirschkernen!-, den Auftrag, ihm auszurichten, dass er ein „Sausack“ sei) zu einem Judorollencontest auf (über den Gymnastikball und dann den Weichboden). Dazu kann man nur sagen: Alkohol hilft…
Das Ganze beruhigte sich dann, aber nach einer Weile begannen die Kleinen (Lydia und ich) zu quengeln, war doch im Laufe des Tages eine Spieleeinheit angekündigt worden! So wurde beschlossen, sie noch einmal zum Austoben ins Dojo zu lassen, damit sie später auch gut würden schlafen können (Übrigens hat das auch ganz hervorragend geklappt, vielleicht aber auch, weil ich noch zwei Gymnastikmatten aus dem Geräteraum geklaut habe, die ich auf die doch recht harte Isomatte meiner Mitbewohnerin legte. Ich weiß schon, worum ich den Weihnachtsmann

Die beiden -oni und Baden Ikkyu übernahmen mit Freuden die Aufsicht.
So kam es, dass wir unter den amüsierten Blicken von LenDa, Christian und Bibi wieder um zwei Uhr durch die Halle rannten und spielten, was das Zeug hielt! Wir habe definitiv bewiesen, dass der Ausspruch auf der Rückseite der kurzzeitig entwendeten Aikidozeitschrift: „Die Erwachsenen spielen ja gar nicht!“ kompletter Blödsinn ist! Das mag auf langweilige Aikidoka zutreffen, aber auf Judoka ganz bestimmt nicht… (Sorry… latente Aggressionen… die blockieren immer den Weg zu unserer Halle beim HSP und meckern rum, wenn wir durchgehen).
Auf dem Programm standen viele schöne Dinge:
1. das Körperteil-am-Boden-Spiel! Den Körper berühren durften nur die von den hämisch grinsenden Zuguckern genannten Körperteile, was zu intellektuellen und artistischen Glanzleistungen führte (völlig unkoordiniertes Hin- und Her-Gehüpfe, Zerstörung fast fertiger Figuren durch den enthusiastischen letzten, also mich, Komplettverweigerung von Oberons toller, wenngleich wegen missverstandener Anweisung völlig unangebrachter Pyramidenidee durch Baden Ikkyu…)
2. Handstand in allen möglichen Variationen: Mit Abrollen in beide Richtungen, aus dem halben Rad, als versuchter Handstandüberschlag (gescheitert), als Abkipper über eine Bank und ganz neu: Jetzt auch an der Bank ohne beinfesthaltende Admins.
3. Radschlag und Kuzure-Radschlag (=nicht nur Morote, sondern auch auf nur einem Arm, Radwende, halb mit Stoppen im Handstand und Abrollen). Ganz übel war Oberons Vorschlag mit dem „Radschlag und dann Körperwaage“, und dann auch noch so durch die Halle hüpfen. Dummerweise fühlt sich das nämlich schon wieder fast wie Arbeit an, so dass es sich nicht durchsetzte.
Mehr nach unserem Geschmack war da schon das Schildkrötenrennnen: Einer auf dem Rücken des anderen liegend, mit den Beinen in der Luft. Für alle, die das im Training mit Kindern ausprobieren wollen: Obacht mit den Gewichtsverhältnissen! Während ich auf Lydias breitem Kreuz recht locker liege, war es für sie ein Ding der Unmöglichkeit, diese Übung durchzuführen: nach spätestens 5 Schritten brach ihre Schildkröte unter ihr zusammen. War wohl nix mit Ninja Turtle…
Dafür brach unsere Panzerkette auf der Hallenlänge nicht einmal auseinander (und auch hier bitten wir, das Handicap von etwa 17 kg Unterschied zu beachten). Die Anregung von der Supervisisonsfraktion, doch zwischendurch noch Liegestütz einzubauen, wurde als perfide Idee erkannt und nicht aufgegriffen.
Dafür bauten wir noch unsere Paradeübung ein: Rücken an Rücken, einer geht unter des anderen Schwerpunkt und zieht ihn an den Armen herunter in den Handstand. Juhu! Ich empfehle die Übung sehr, da hier auch der Gewichtsunterschied nicht ganz soviel ausmacht!
Irgendwie packte nun auch die Sitzfraktion der Ehrgeiz, und Christian-„Ich bin turnerisch unbegabt“-Admin

Was gab es noch? Ach ja… das „Transportband“: Alle minus einer (und wer wird da gern gewählt? Richtig, das Leichtgewicht!) legen sich nebeneinander und rollen den Minuseinen durch die Halle. Wahlweise rollen sie ihn auch nur einen Meter vorwärts, weil man zu viert schlicht zu wenig ist und der erste aus der Riege es nicht schafft, noch nach vorn zu rennen und sich unter den nunmehr extrem nach oben gebogenen Oberen (nicht: Oberon!) zu legen, bevor dieser fällt…
N.B.: Mindestanzahl bei etwa gleicher Körperlänge: fünf Leute unten!
Ach ja, Klettern waren wir auch noch: Lydia schleppt mich ja sowieso ständig durch die Halle („Haaa-haa, deine Beinklammer ist gelöst!“), da bot es sich an, das auch noch auf den Schultern zu machen. Umgekehrt wollten wir grad nicht.
Oberon ist eine extrem gute Unterperson, auf deren Schultern man sogar stehen kann, wenn ein zu Recht besorgter Admin zu Hilfe eilt

Zwischendurch legte Simon noch das ein oder andere Randori mit ein paar der inzwischen wieder die Matte bevölkernden Jungs ein. Die Judoerfahrung war nicht zu übersehen… Jedenfalls sah ich nach meinem Randori mit Simon doch deutlich zermatschter aus als die… aber vielleicht gilt auch hier wieder: Alkohol hilft - ?
Mein persönliches Highlight zum Abschluss des „gefühlten“ Tages war übrigens Christian, der Bibis Gürtelknoten nachmachen wollte und dafür den nächstbesten herumliegenden Gürtel zur Hand nahm: meinen.

Zu unser beider Ehrenrettung sei gesagt, dass die beiden Gürtelenden sich noch berührten!! (Christian trug keinen Gi, sondern "Zivil" . Aber das erwähnen wir nun bitte nicht.)
Na, und dann haben wir nicht mehr allzu viel Spannendes gemacht, außer natürlich Oberons Idee mit dem Abschlagen zu „We Will Rock You“ auszuprobieren. Ich habe mal wieder bewiesen, dass Rhythmus meine Sache nicht ist, aber irgendwann hatte sogar ich das „Zweimal Abschlagen, einmal in die Hände klatschen“ raus. Das lässt hoffen!
Soviel zum Samstag aus meiner Sicht!
Sonja