Lieber Schorschi ...
Ich halte dir ja zugute, daß du wirklich keine Ahnung davon hast, was Gewalt tatsächlich ist und wie es sich anfühlt, ihr ausgesetzt, ja ausgeliefert zu sein.
Du hast allerdings das eine oder andere durchaus richtig verstanden.
ja, ich hatte ganz bewusst "Rangeleien" geschrieben, da es keine richtig brutalen Prügelorgien waren und ich bin mir auch sicher, dass ich gegen eine Kampfsau, die gar keinen Kampfsport macht, schlecht aussehen würde, da meine Hemmschwelle, jemand anderen zu verletzen, einfach zu hoch liegt.
Respekt vor deinem Mut, das zuzugeben!
Evtl. ist eine meiner guten Eigenschaften die, Situationen sehr gut einschätzen zu können und weg zu sein, bevor eine Eskalation beginnt.
Bei den allermeisten Wölfen gibt es keine Eskalation.
Es geht SOFORT los, und es kommt (für das arme Opfer-Schäfchen) aus heiterem Himmel.
Es gibt (selten) einige subtile Signale, aber wenn man nun mal nicht weiß, wie Wölfe ticken und wenn man den von mir angesprochenen Gefahrenradar nicht hat, weil man gar nicht weiß, worauf man achten muß ...
Das ist jetzt eine ganz allgemeine Feststellung, ok?
Was ich meinte, mit ich kann mich verteidigen, wären Alltagssituationen, wenn mal ein anderes "Schäfchen" mich körperlich angehen würde.
Darin stimmen wir überein.
Nur wenn ich euere Postings lese, dann frage ich mich, wo ihr wohnt und wo ich wohne ??? Es ist mir etwas suspekt, momentan stelle ich mir vor, wie Tom und Lin Chung durch die Straßen gehen, jedesmal wenn ein entgegenkommender zuckt, hat er sofort einen Roundhousekick mitten im Gesicht ??
Erstens kann ich dich gern in meine ehemalige Heimatstadt Halle/Saale mitnehmen.
Dann drehen wir dort mal 'ne Runde durch die riesigen Plattenbauviertel ... Silberhöhe ... Halle-Neustadt ... mal sehen, was du dann sagst.
Zweitens kann ich, wenn das nicht reicht, einen Aufenthalt in Cottbus, Chemnitz, Brandenburg, Neubrandenburg, Rostock-Lüttenklein, Hoyerswerda, Wurzen und Leipzig-Grünau empfehlen.
Oder einen Bummel durch die Düsseldorfer Altstadt - diesen natürlich nachts.
Oder Mannheim.
Das hab ich aber in diesem Faden alles schon mal geschrieben ...
Ich empfehle weiterhin Berlin-Lichtenberg, Neukölln, den Wedding, das Märkische Viertel ...
Ich empfehle die Umgebung von Dresden, so etwa Pirna ...
Ich empfehle Frankfurt/Oder.
Und Magdeburg-Olvenstedt.
Bernburg nicht zu vergessen.
Erfurt.
Kiel-Mettenhof.
Dessau ist in dieser Hinsicht auch sehr nett ...
Drittens ist ein Roundhouse-Kick (vulgo Mawashi-Geri) zum Kopf eine sehr dämliche Technik für den Ernstfall. Das ist eine SPORT-Bewegung und nichts, was man in einem ernsthaften Kampf durchzieht. Sollte eigentlich klar sein.
Viertens erkenne ich an deiner Äußerung, daß du das Ganze (aus einem Gefühl des Unbehagens heraus?) versuchst, bedauerlicherweise ins Lächerliche zu ziehen ... klar, dann muß man sich nicht mehr mit unangenehmen Erkenntnissen auseinandersetzen.
Und genau darum geht es mir, ihr stellt es in jeden Thread, wo es um Judo (Sportjudo) und SV geht so hin, als wenn man dann lieber gar keinen Kampfsport machen sollte, weil man sich damit auch nicht verteidigen kann
Du kannst dich mit Sportjudo gegen ein anderes Schäfchen "zur Wehr setzen", wobei du dabei noch nicht einmal dein Sportjudo brauchst.
In einer ernsthaften, wirklich gewalttätigen Situation aber nützt dir dein Sportjudo ungefähr so viel wie ein abgebrochener hölzerner Zahnstocher gegen einen wütenden Grizzly.
Und ich denke, daß es genau DAS ist, was hier etliche einfach nicht hören wollen.
Ein Wolf DISKUTIERT NICHT mit dir.
Er droht dir nicht 'ne Stunde lang verbal.
Er tritt zu oder schlägt zu.
SOFORT, wenn er der Meinung ist, daß du irgend eine imaginäre Grenze, mit der er sein "Revier" markiert hat, verletzt haben KÖNNTEST. Oder wenn er einfach LUST dazu hat.
Er läßt sich nicht mit dir auf ein "Gespräch" ein. Du hast weder 'ne Chance zur "Deeskalation" noch zur Flucht, wenn du an einen Wolf gerätst.
Die Kneipen und Discos sind voll von solchen Typen.
In meiner Heimatstadt war es lange Zeit ein Risiko, bestimmte Straßenbahnlinien zu bestimmten Tageszeiten zu benutzen.
Oder sich in der Nähe des Bahnhofs aufzuhalten.
Oder nachts S-Bahn zu fahren.
Ich sage, in gewissen Situationen kann man sich mit Sportjudo sicherlich aus der Affäre ziehen, in anderen nicht.
ja, sicher.
Gegen andere Schäfchen ... garantiert.
Ich habe hier aber immer wieder darauf hingewiesen, daß man sich aus bestimmten Situationen (die viele von euch noch nicht einmal kennen, geschweige denn selbst erlebt haben) mit Sportjudo eben NICHT retten kann.
Ich versuche nochmal, das etwas zu präzisieren:
Der Wolf hat dich im Zielsucher.
Du merkst es nicht, weil du nie gelernt hast, worauf du achten mußt.
Dann steht er vor dir. Oder neben dir. Du hast ihn nicht kommen sehen.
Oder du HAST ihn kommen sehen, weil er WOLLTE, daß du ihn siehst und dir vor Angst in die Hosen machst. Er genießt das.
Schaut dich an mit diesem BLICK - und du verstehst nicht, was er will. Er wartet Sekundenbruchteile, ob du die erwarteten Unterwerfungsgesten machst.
Du machst sie nicht. Du kennst sie nicht mal.
UND - du greifst nicht sofort und völlig kompromißlos und gnadenlos an. Du hast keinen Killerinstinkt.
Also bist du ... BEUTE.
Das alles hat vielleicht anderthalb bis zwei Sekunden gedauert.
Und JETZT schlägt er zu.
Vielleicht hast du im Training mit absolut kooperativen Partnern mal die "Abwehr von Faustschlägen" geübt, wobei dein Uke nicht richtig zugeschlagen hat ... weil er es nicht konnte und außerdem Angst hatte, dich zu treffen.
Vergiß dieses "Training".
Die erste Kelle des Wolfs kommt ansatzlos aus dem Nichts und knallt bei dir voll rein.
Und der Wolf WEISS, wohin er schlagen muß.
Und er KANN vollkommen ansatzlos schlagen. Er holt nicht aus. Du hast keine Vorwarnzeit.
Das Ding knallt bei dir rein, und er gibt ALLES.
Hast du je trainiert, solche Dinger auszuhalten? Garantiert nicht.
Also gehst du zu Boden, und das war's für dich.
Er tritt dich zusammen.
Du spürst nur noch Schmerz, siehst roten Nebel und trittst weg.
Soviel zu deiner Reaktion auf den Angriff eines Wolfs.
Vielleicht hast du ja aber auch "Glück".
Die erste Kelle schickt dich NICHT endgültig zu Boden. Abwehren kannst du sie zwar nicht, aber du kannst dich an dem Kerl festklammern. Das kennst du doch ... Kampf um die Faßart, dann Wurf.
Klar doch.
Deine Hände an ihm kann er ignorieren, denn die können ihm nicht gefährlich werden.
Er hat beide Hände frei, um gezielt und mit größter Routine (er macht das ja nicht zum ersten mal) auf dich einzuprügeln.
Du kriegst Kniestöße (nicht nur in die Kronjuwelen!), du kriegst Ellbogenschläge gegen den Kopf, gegen den Hals, du kriegst Haken zum Körper ... Leber, Milz, kurze Rippe, Blase ...
Nach drei, vier Dingern gehst du endgültig zu Boden.
Und er tritt dich zusammen.
Schon erlebt? Nein? Sei froh.
Dein bißchen Sportjudo bereitet dich auf so etwas NICHT vor. Du kannst ihn nicht "werfen".
Du bist nicht gewöhnt, daß dir jemand volle Pulle immer wieder ins Gesicht, gegen den Kopf und in den Körper schlägt. Du hast nie gelernt, wie man "einsteckt", die Wirkung "abwettert" und weiterkämpft.
Eine vernünftige Deckungsarbeit hat dir auch nie jemand beigebracht.
Für einen echten Schläger, für einen Wolf, bist du ein OPFER.
BEUTE.
Eine Trophäe.
Versuch ruhig, dich mit deinem Sportjudo zu wehren, das macht ihn erst richtig an.
Versteht hier eigentlich irgendjemand, daß man Wölfe nicht mit "Schmerz" bekämpfen kann, weil sie ihn erstens KENNEN, zweitens sehr viel mehr aushalten als ihr in der Lage seid, ihnen zuzufügen und drittens diesen Schmerz sogar SUCHEN?
Echte Schläger WOLLEN getroffen werden. Es macht sie "wach" und läßt sie sich "lebendig" fühlen. Sie sind sehr stolz darauf, daß sie extreme Schmerzen aushalten - und keiner von euch kann ihnen derlei Schmerzen überhaupt zufügen.
Wölfe muß man kampfunfähig machen, und zwar gnadenlos und mit allem, was man hat.
Und ihr Schäfchen habt gar nichts. Ihr wollt es bloß nicht glauben.
Und seid grantig, wenn man euch das sagt.
Wölfe können KÄMPFEN und sehen Schäfchen als BEUTE.
DARUM geht es.
DAS sind "SV-Situationen" (blöder Begriff, aber bleiben wir mal dabei)
Alles andere ist eine Kinderschubserei unter Schäfchen und nichts, was ich persönlich ernstnehme.
DAVON reden Califax, Lin Chung und ich.
DAFÜR braucht man entsprechendes Kampftraining ... es sei denn, man ist ein Schäfchen, dann nützt das auch nix.
Abschließend noch etwas hierzu:
jedesmal wenn ein entgegenkommender zuckt, hat er sofort einen Roundhousekick mitten im Gesicht ??
Einen Roundhouse-Kick gewiß nicht, denn das ist eine alberne Technik.
Aber ein bis fünf Fäuste, Ellbogen und Knie schon.
Wer meinen Sicherheitsabstand unterschreitet, wer dabei außerdem heftige oder bedrohliche Bewegungen ausführt, der fällt.
Garantiert!
So einfach ist das.
Jedenfalls dann, wenn es sich um eine für mich unklare Situation handelt und mein Gefahrenradar mich entsprechend warnt.
Es hat schon etliche Schäfchen gegeben, die meine diesbezügliche(n) Warnung(en) nicht ernst nahmen.
Nicht mein Problem.
Dabei warne ich im Gegensatz zu anderen Wölfen inzwischen sehr, sehr deutlich.
Wer das dann nicht verstehen will, muß mit den Konsequenzen leben.
Und ein letztes noch - was die ach so geringe Zahl der Wölfe angeht: schaut euch mal an, wie viele Hools es gibt. Wie viele "gewaltbereite Jugendliche mit Migrationshintergrund", so etwa aus Kasachstan ... dem Kosovo ...
Und dann erzählt mir doch bitte noch mal einen von der "geringen Zahl der Wölfe" ...
Ich weiß, daß auch dieser Beitrag nichts daran ändern wird, daß einige hier felsenfest glauben, das Leben sei ein Ponyhof und die Welt ein im Grunde guter Ort.
Und Gewalt sei eine "Verirrung", der man mit Vernunft und manchmal ein wenig "Du-du!" beikommen könne.
Tja ...
Nicht mein Problem.
Ich hatte ja schon erwähnt, daß eine einzige Begegnung mit einem echten Wolf ausreicht, um so manchen "edlen" Standpunkt einer gründlichen Revision zu unterziehen.
Aber das werden einige hier erst begreifen, wenn's tatsächlich passiert.
In diesem Sinne
Tom