Judo als Selbstverteidigung
- tron310371
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- Registriert: 21.02.2006, 16:59
Hallo zusammen,
auf der Seite sind zwar schöne Techniken zu sehen, aber leider nur in der Kata.
Leider habe ich des öffteren sehen und erleben müssen das diese Angriffsarten, was die waffenlosen betrifft, ich noch nie so in realen Situationen gesehen habe.
Was die Angriffe mit den Waffen betrifft kann ich nur eins dazu sagen, entweder den Rückzug antreten, besser gesagt weglaufen wenn möglich, oder besser hoffen das der Angreifer zu blöd dafür ist die Waffe richtig zu benutzen.
auf der Seite sind zwar schöne Techniken zu sehen, aber leider nur in der Kata.
Leider habe ich des öffteren sehen und erleben müssen das diese Angriffsarten, was die waffenlosen betrifft, ich noch nie so in realen Situationen gesehen habe.
Was die Angriffe mit den Waffen betrifft kann ich nur eins dazu sagen, entweder den Rückzug antreten, besser gesagt weglaufen wenn möglich, oder besser hoffen das der Angreifer zu blöd dafür ist die Waffe richtig zu benutzen.
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Gruß
tron
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- 3. Dan Träger
- Beiträge: 2161
- Registriert: 20.05.2006, 14:54
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Hallo tron310371
Dies ist wie du richtig gelesen hast, die
Goshinjutsu-no-Kata
Nach dem Anschauen der Videos habe ich auch einige Male den Kopf geschüttelt und ebenfalls Bedenken.
Es gibt bessere Abwehrtechniken beim Angriff mit Stock, Messer und Pistole.
Das Abfangen des Vorwärtsfußtritts ist wohl so möglich. Beinhaltet aber auch die Gefahr, dass der Angreifer mit dem anderen Fuß einen sogenannten Sprungtritt (Taekwondo, Karate, ...) ausführt.
Gruss
LC
Dies ist wie du richtig gelesen hast, die
Goshinjutsu-no-Kata
Nach dem Anschauen der Videos habe ich auch einige Male den Kopf geschüttelt und ebenfalls Bedenken.
Es gibt bessere Abwehrtechniken beim Angriff mit Stock, Messer und Pistole.
Das Abfangen des Vorwärtsfußtritts ist wohl so möglich. Beinhaltet aber auch die Gefahr, dass der Angreifer mit dem anderen Fuß einen sogenannten Sprungtritt (Taekwondo, Karate, ...) ausführt.
Gruss
LC
Grüße
Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト
Wissen stirbt, wenn es bewahrt wird, und lebt, wenn es geteilt wird.
Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule - für das Leben lernen wir)
You're only as old as you date. Keep em young boys!
Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト
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- tron310371
- Orange Grün Gurt Träger
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- Registriert: 21.02.2006, 16:59
Hallo Lin Chung,
wenn ich ehrlich bin, halte ich von der gesamten Kata nicht viel !!
Die Techniken, die Angriffs- und Abwehrtechniken, sind zwar schön anzusehen aber absolut realitätsfern. Mir kommt es vor als wäre das eine reine Show-Kata.
Was die Angriffe mit Waffen betrifft würde ich eher sagen es nie soweit kommen zu lassen besonders bei Angriffen mit Messer und Pistole, und wenn es soweit kommen würde, würde ich eher alles daran setzen um den Gegner kampfunfähig zu machen und nicht nur versuchen ihm die Waffe zu entwenden.
Das bedeutet für aber auch den Angriff so hart abzuwehren das der Angreifer keine Möglichkeit hat ein zweitesmal anzugreifen, auch wenn das den "Judo Regeln" widerspricht. Denn gerade bei solchen Angriffen geht es nicht mehr darum ob man verliert oder gewinnt sondern darum, wer verliert, verliert wenn er Pech hat sein leben.
Was die waffenlosen Angriffe betrifft, habe ich noch nie am Anfang z.B. einer Schlägerei es gesehen das solche Angriffe passieren oder vorkommen. Es waren eigentlich immer eher dynamische Sachen wie Schubsen, hinundherschieben oder versuchen den Gegner an die Wand zu drücken, und da sind die Techniken absolut unbrauchbar.
wenn ich ehrlich bin, halte ich von der gesamten Kata nicht viel !!
Die Techniken, die Angriffs- und Abwehrtechniken, sind zwar schön anzusehen aber absolut realitätsfern. Mir kommt es vor als wäre das eine reine Show-Kata.
Was die Angriffe mit Waffen betrifft würde ich eher sagen es nie soweit kommen zu lassen besonders bei Angriffen mit Messer und Pistole, und wenn es soweit kommen würde, würde ich eher alles daran setzen um den Gegner kampfunfähig zu machen und nicht nur versuchen ihm die Waffe zu entwenden.
Das bedeutet für aber auch den Angriff so hart abzuwehren das der Angreifer keine Möglichkeit hat ein zweitesmal anzugreifen, auch wenn das den "Judo Regeln" widerspricht. Denn gerade bei solchen Angriffen geht es nicht mehr darum ob man verliert oder gewinnt sondern darum, wer verliert, verliert wenn er Pech hat sein leben.
Was die waffenlosen Angriffe betrifft, habe ich noch nie am Anfang z.B. einer Schlägerei es gesehen das solche Angriffe passieren oder vorkommen. Es waren eigentlich immer eher dynamische Sachen wie Schubsen, hinundherschieben oder versuchen den Gegner an die Wand zu drücken, und da sind die Techniken absolut unbrauchbar.
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Gruß
tron
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- 3. Dan Träger
- Beiträge: 2161
- Registriert: 20.05.2006, 14:54
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Nun ich bin wie ich schon schrieb von einigen Ausführungen entsetzt.
Meine Meinung, wenn schon SV, dann wirkungsvoll, dynamisch und den Gegner immer unter Kontrolle. Auch wenn es wie Tron schon schrieb, nicht immer den Judo-Regeln entspricht.
Was meint ihr?
Gruss
LC
Meine Meinung, wenn schon SV, dann wirkungsvoll, dynamisch und den Gegner immer unter Kontrolle. Auch wenn es wie Tron schon schrieb, nicht immer den Judo-Regeln entspricht.
Was meint ihr?
Gruss
LC
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Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト
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Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト
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Moin zusammen,
SV macht grundsätzlich nur Sinn, wenn man bereit ist zu kämpfen! Klingt heroisch, wird aber präzisiert:
Sobald die Phase "Vermeiden eines Kampfes" vorbei ist und ich keine Möglichkeit mehr habe die Situation zu umgehen, muß ich dazu bereit sein mich zu verteidigen. Und das bedeutet, dass ich mit möglichst effektiven Techniken den Gegner kampfunfähig mache. Wie diese Kampfunfähigkeit aussieht (Flucht, Verletzung,...) ist relativ egal. Diese Bereitschaft zur Verteidigung wiederum setzt voraus, dass ich die Hemmungen, die ich (Gott sei Dank) als Mensch habe jemanden (schwer) zu verletzen ablege und konsequent zuschlage oder zutrete. Ob das Techniken aus dem Judo sind oder nicht spielt keine Rolle, tendenziell würde ich aber eher dazu neigen mich mit low-kicks auf die Knie oder Tritten in den Genitalbereich zu verteidigen. Wenn Schläge in das Gesicht, dann direkt auf die Nase oder die Ohren. Wenn es dann wirklich soweit ist, dass der Kampf in die Nahdistanz geht (was eigentlich unwahrscheinlich ist) kann auch durchaus mal ein Wurf angesetzt werden. Und im Boden hat man (wenn man nicht gerade an einen submission grappler oder BJJ-Profi gerät) als Judoka eigentlich noch ganz gute Chancen mit Würgern oder Hebeln weiterzukommen.
Den Schläger auf der Strasse interessiert es herzlich wenig, ob er Judo-regeln verletzt oder nicht (das war doch mal eine Weisheit
). Von daher sollte es uns auch nicht interessieren.
Zur Kodokan-Goshin-Jutsu: Natürlich sind Abwehr gegen Pistole (insbesondere Shomen-Zuke und Haimen-Zuke) nicht nur gefährlich sondern wahrscheinlich tödlich, wenn ich einen Gegner vor mir habe der bereit ist zu töten. Messerabwehr kann da schon effektiver sein, man erkennt meist recht schnell ob jemand mit dem Messer umgehen kann oder nicht. Je nachdem richtet sich meine Handlung aus.
Soweit die Gedanken eines bekennenden "Wettkampf-Judoka" mit einer Schwäche für Tradition zum Thema SV und Judo.
Schönes Wochenende allerseits,
Jan
SV macht grundsätzlich nur Sinn, wenn man bereit ist zu kämpfen! Klingt heroisch, wird aber präzisiert:
Sobald die Phase "Vermeiden eines Kampfes" vorbei ist und ich keine Möglichkeit mehr habe die Situation zu umgehen, muß ich dazu bereit sein mich zu verteidigen. Und das bedeutet, dass ich mit möglichst effektiven Techniken den Gegner kampfunfähig mache. Wie diese Kampfunfähigkeit aussieht (Flucht, Verletzung,...) ist relativ egal. Diese Bereitschaft zur Verteidigung wiederum setzt voraus, dass ich die Hemmungen, die ich (Gott sei Dank) als Mensch habe jemanden (schwer) zu verletzen ablege und konsequent zuschlage oder zutrete. Ob das Techniken aus dem Judo sind oder nicht spielt keine Rolle, tendenziell würde ich aber eher dazu neigen mich mit low-kicks auf die Knie oder Tritten in den Genitalbereich zu verteidigen. Wenn Schläge in das Gesicht, dann direkt auf die Nase oder die Ohren. Wenn es dann wirklich soweit ist, dass der Kampf in die Nahdistanz geht (was eigentlich unwahrscheinlich ist) kann auch durchaus mal ein Wurf angesetzt werden. Und im Boden hat man (wenn man nicht gerade an einen submission grappler oder BJJ-Profi gerät) als Judoka eigentlich noch ganz gute Chancen mit Würgern oder Hebeln weiterzukommen.
Den Schläger auf der Strasse interessiert es herzlich wenig, ob er Judo-regeln verletzt oder nicht (das war doch mal eine Weisheit

Zur Kodokan-Goshin-Jutsu: Natürlich sind Abwehr gegen Pistole (insbesondere Shomen-Zuke und Haimen-Zuke) nicht nur gefährlich sondern wahrscheinlich tödlich, wenn ich einen Gegner vor mir habe der bereit ist zu töten. Messerabwehr kann da schon effektiver sein, man erkennt meist recht schnell ob jemand mit dem Messer umgehen kann oder nicht. Je nachdem richtet sich meine Handlung aus.
Soweit die Gedanken eines bekennenden "Wettkampf-Judoka" mit einer Schwäche für Tradition zum Thema SV und Judo.
Schönes Wochenende allerseits,
Jan
"It´s not the fall that hurts - it´s when you hit the ground."
Du scheinst dich damit lange befasst zu haben...
Aber um sich mit Judotechniken verteidigen zu können ist doch eine gewisse Erfahrung ( 3. Kyu oder so ) nötig, damit man mehr Techniken kennt und diese auch mal kombinieren kann, was meinst du dazu? Die Wenigsten mit dem 7. Kyu würden auf die Idee kommen, sich mit Judotechniken zu verteidigen, sie würden wahrschenlich, wenn sie nicht weglaufen können, versuchen sich durchzuschlagen, oder?
Gruß,
Clonk

Aber um sich mit Judotechniken verteidigen zu können ist doch eine gewisse Erfahrung ( 3. Kyu oder so ) nötig, damit man mehr Techniken kennt und diese auch mal kombinieren kann, was meinst du dazu? Die Wenigsten mit dem 7. Kyu würden auf die Idee kommen, sich mit Judotechniken zu verteidigen, sie würden wahrschenlich, wenn sie nicht weglaufen können, versuchen sich durchzuschlagen, oder?
Gruß,
Clonk
Nö, das würde ich nicht unbedingt am Kyu festmachen. Auch ein O-Soto-Otoshi kann absolut durchschlagende Wirkung erzielen. Trotzdem denke ich, dass man es am besten garnicht soweit kommen lassen sollte. Das heisst als allererste Maxime: weg! Wenn das nicht mehr geht: Einfache, effektive Techniken, mit voller Härte durchgezogen (dann bricht der Angreifer sich halt das Bein oder die Nase oder sonstwas). Sobald der kampfunfähig ist, weg und Polizei sowie Krankenwagen anrufen. Würfe nur, wenn er schon gegriffen hat (das ist dann aber meist eher eine Kneipen-Schubserei als ein ernsthafter Angriff). Um das klarzustellen: Unterschätzt die natürliche Hemmschwelle nicht, die man hat, jemanden so anzugreifen, dass er sich verletzt. Diese Hemmschwelle ist Gold wert und absolut wünschenswert. Allerdings muß man sie überwinden wenn man sich verteidigen muß. Dies nur nochmal zur Klarstellung, weil mein erster Beitrag vielleicht etwas zu reisserisch klang.
Und nochmal: Schlägereien vermeiden. Judoka (und alle anderen ernsthaften Kampfsportler) sind keine Schläger! Nur als "last resort"! Aber dann richtig.
Jan
Und nochmal: Schlägereien vermeiden. Judoka (und alle anderen ernsthaften Kampfsportler) sind keine Schläger! Nur als "last resort"! Aber dann richtig.
Jan
"It´s not the fall that hurts - it´s when you hit the ground."
So wie ich das Training der Goshin-Jutsu-Kata "in Erinnerung" habe ( ohne
diese jetzt noch im mindestens zu können
),
handelt es sich um stilisierte Angriffe, an denen dann u.a. bestimmte
Hebel und Würfe ausprobiert werden, die i.a. so nicht im üblichen
Randori geübt werden (können).
Einige der Techniken sind recht nett bzw. enthalten interessante Details...
Keinesfalls kann erwartet werden, daß das Studium dieser/einer
Kata allein
zu irgendwelchen SV-Fähigkeiten verhilft, die Kata ist in erster Linie
eine Techniksammlung...
diese jetzt noch im mindestens zu können

handelt es sich um stilisierte Angriffe, an denen dann u.a. bestimmte
Hebel und Würfe ausprobiert werden, die i.a. so nicht im üblichen
Randori geübt werden (können).
Einige der Techniken sind recht nett bzw. enthalten interessante Details...
Keinesfalls kann erwartet werden, daß das Studium dieser/einer
Kata allein
zu irgendwelchen SV-Fähigkeiten verhilft, die Kata ist in erster Linie
eine Techniksammlung...
Mit freundlichem Gruß
Fritz
Fritz
judo-sv
Die Goshin-Jutsu-no-Kata stellt keineswegs eine Zusammenfassung bestimmter konkreter Techniken dar, die in der ensprechenden Situation genau so zur Anwendung kommen sollen.
Es handelt sich hier vielmehr (wie bei allen Kata des Kodokan) um eine Zusammenstelluung von Prinzipien. (bspw. Sen no Sen)
Es geht vor allem um Fußarbeit (=Tai Sabaki) etc.
Ich finde es sehr schade, daß sich die Kenntnisse über diese Kata zumindest in Deutschland in den vergangenen dreißig Jahren immer mehr reduziert haben und nun gegen Null tendieren - was man an den hier geposteten Meinungen über diese Kata deutlich merkt.
Ebenso schade finde ich, daß es bei deutschen Judoka offensichtlich kaum noch Wissen und Können in Bezug auf realitätsorientierte SV gibt.
Ich habe mir kürzlich eine gewisse Anja Derksen (?) ansehen dürfen und bin entsetzt darüber, daß jemand, der so unbedarft agiert, als "kompetenter Experte" in Sachen SV gilt.
Auch Hannes Daxbacher ist da keinesfalls kompetent, ob er nun Polizisten trainiert oder nicht.
Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn Leute, die an funktionierender, realitätsorientierter SV interessiert sind, dem DJB den Rücken wenden.
Das jedenfalls ist meine auf Erfahrung beruhende Meinung.
Grüße
Jakob
Es handelt sich hier vielmehr (wie bei allen Kata des Kodokan) um eine Zusammenstelluung von Prinzipien. (bspw. Sen no Sen)
Es geht vor allem um Fußarbeit (=Tai Sabaki) etc.
Ich finde es sehr schade, daß sich die Kenntnisse über diese Kata zumindest in Deutschland in den vergangenen dreißig Jahren immer mehr reduziert haben und nun gegen Null tendieren - was man an den hier geposteten Meinungen über diese Kata deutlich merkt.
Ebenso schade finde ich, daß es bei deutschen Judoka offensichtlich kaum noch Wissen und Können in Bezug auf realitätsorientierte SV gibt.
Ich habe mir kürzlich eine gewisse Anja Derksen (?) ansehen dürfen und bin entsetzt darüber, daß jemand, der so unbedarft agiert, als "kompetenter Experte" in Sachen SV gilt.
Auch Hannes Daxbacher ist da keinesfalls kompetent, ob er nun Polizisten trainiert oder nicht.
Wir brauchen uns nicht zu wundern, wenn Leute, die an funktionierender, realitätsorientierter SV interessiert sind, dem DJB den Rücken wenden.
Das jedenfalls ist meine auf Erfahrung beruhende Meinung.
Grüße
Jakob
Moin Jakob,
was wäre denn deiner Ansicht nach realitätsorientierte SV? Ich denke das was funktioniert ist realitätsnah. Und wie ich weiter oben schon schrieb, reduziert sich das doch meist auf sehr simple, effektive Techniken, die mit ausreichender Härte vorgetragen werden müssen. Ist das abhängig von irgendeinem Budo-Stil? Nein, ich denke nicht.
Darf ich fragen welchen Stil du praktizierst oder bevorzugst? Und welche Erfahrung du mit realer SV gemacht hast?
Realitätsorientierte Systeme, wie du sie nennst (ATK? Krav Maga? Musado?) gehen da ja schon relativ weit was die Orientierung an der Realität anbelangt. Viele Budoka, die diese Stile betreiben oder lehren haben allerdings das Problem, dass sie den traditionellen Kampfsportarten (nicht zwingend Judo) jegliche SV-Qualität absprechen. (Eigene, sehr subjektive Erfahrung aus langen Streitgesprächen...)
Die Kodokan-Goshin-Jutsu ist natürlich eine Kata. Diese Techniken auf die Realität zu beziehen wäre in etwa so, als würde ich versuchen mit meiner Nage-No-Kata Sequenz einen Wettkampf zu gewinnen... Vielleicht ist meine Einstellung dazu vorher nicht ganz deutlich geworden.
Aber, sorry, wenn ich jemandem auf die Krawatte stampfe, Abwehr gegen Pistolenangriffe zu lehren finde ich, sagen wir mal, fragwürdig. Egal in welchem System.
Freundlichen Gruß,
Jan
was wäre denn deiner Ansicht nach realitätsorientierte SV? Ich denke das was funktioniert ist realitätsnah. Und wie ich weiter oben schon schrieb, reduziert sich das doch meist auf sehr simple, effektive Techniken, die mit ausreichender Härte vorgetragen werden müssen. Ist das abhängig von irgendeinem Budo-Stil? Nein, ich denke nicht.
Darf ich fragen welchen Stil du praktizierst oder bevorzugst? Und welche Erfahrung du mit realer SV gemacht hast?
Realitätsorientierte Systeme, wie du sie nennst (ATK? Krav Maga? Musado?) gehen da ja schon relativ weit was die Orientierung an der Realität anbelangt. Viele Budoka, die diese Stile betreiben oder lehren haben allerdings das Problem, dass sie den traditionellen Kampfsportarten (nicht zwingend Judo) jegliche SV-Qualität absprechen. (Eigene, sehr subjektive Erfahrung aus langen Streitgesprächen...)
Die Kodokan-Goshin-Jutsu ist natürlich eine Kata. Diese Techniken auf die Realität zu beziehen wäre in etwa so, als würde ich versuchen mit meiner Nage-No-Kata Sequenz einen Wettkampf zu gewinnen... Vielleicht ist meine Einstellung dazu vorher nicht ganz deutlich geworden.
Aber, sorry, wenn ich jemandem auf die Krawatte stampfe, Abwehr gegen Pistolenangriffe zu lehren finde ich, sagen wir mal, fragwürdig. Egal in welchem System.
Freundlichen Gruß,
Jan
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- 3. Dan Träger
- Beiträge: 2161
- Registriert: 20.05.2006, 14:54
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Hallo zusammen
ich bin ja eigentlich mitverantwortlich für diese Diskussion über die Goshin-Jutsu-no-Kata.
Zuerst einmal wollte ich eure Meinung hören über oben genannte, die sich ja eigentlich SV nennt.
Zweitens wollte ich einmal eine Diskussion in Gang bringen, was man als SV realitätsbezogen nutzen kann. Denn Judo ist nur in begrenztem Maße SV-fähig, nämlich dann, wenn der Angreifer so reagiert, wie wir es von einem Judoka erwarten.
Zur Zeit werden alle KKste im Bezug auf SV in Frage gestellt.
Richtig SV kann meines erachtens nur jemand, der mehrer KKste trainiert hat und somit gegen bestimmte Angriffsarten auch die richtige Technik anwenden kann. Also nicht jemand, der nur das Judo gelernt hat.
Ich finde, man sollte mal für die Judokas auch realitätsbezogene SV einbringen und dies auch schon ab sag ich mal Grün- oder Blaugurt lehren.
Denn was nützt uns unser schönes Judo, wenn man nicht weiss, welche Technik man anwenden kann. Wobei euch der Angreifer mit seiner zum 51-ten mal ausgeführten Methode bezwingt, da diese ja schon 50 mal funktioniert hat.
(Ich sehe hier erst einmal von Waffen ab)
Soweit erst mal.
Gruss
LC
ich bin ja eigentlich mitverantwortlich für diese Diskussion über die Goshin-Jutsu-no-Kata.
Zuerst einmal wollte ich eure Meinung hören über oben genannte, die sich ja eigentlich SV nennt.
Zweitens wollte ich einmal eine Diskussion in Gang bringen, was man als SV realitätsbezogen nutzen kann. Denn Judo ist nur in begrenztem Maße SV-fähig, nämlich dann, wenn der Angreifer so reagiert, wie wir es von einem Judoka erwarten.
Zur Zeit werden alle KKste im Bezug auf SV in Frage gestellt.
Richtig SV kann meines erachtens nur jemand, der mehrer KKste trainiert hat und somit gegen bestimmte Angriffsarten auch die richtige Technik anwenden kann. Also nicht jemand, der nur das Judo gelernt hat.
Ich finde, man sollte mal für die Judokas auch realitätsbezogene SV einbringen und dies auch schon ab sag ich mal Grün- oder Blaugurt lehren.
Denn was nützt uns unser schönes Judo, wenn man nicht weiss, welche Technik man anwenden kann. Wobei euch der Angreifer mit seiner zum 51-ten mal ausgeführten Methode bezwingt, da diese ja schon 50 mal funktioniert hat.
(Ich sehe hier erst einmal von Waffen ab)
Soweit erst mal.
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LC
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Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト
Wissen stirbt, wenn es bewahrt wird, und lebt, wenn es geteilt wird.
Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule - für das Leben lernen wir)
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Norbert Bosse
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- ctjones
- 3. Dan Träger
- Beiträge: 1034
- Registriert: 19.02.2004, 08:08
- Bundesland: Niedersachsen
- Verein: VfB Langenhagen
Ich glaube das man mehr SV ins Judo einbringen kann/sollte steht außer Frage, es fehlen halt die Leute, die sich mit SV auskennen (Im Judo).
Man kann gut mit den erarbeiteten Grundlagen weiter machen, ich meine damit Judoka ab grünem Gürtel. Die haben schon Grundlagen und dann auf ein komplett anderes SV System (z.B. Wing Tsun) zu wechseln wäre Schwachsinnig.
Zur Goshin-Jitsu-no-kata, Hier kann man sich anregungen holen und (für Judoka) ungewohnte Bewegungen lernen.
Allem anderen, was diese Kata angeht, stimme ich voll Maki-komi zu.
Man kann gut mit den erarbeiteten Grundlagen weiter machen, ich meine damit Judoka ab grünem Gürtel. Die haben schon Grundlagen und dann auf ein komplett anderes SV System (z.B. Wing Tsun) zu wechseln wäre Schwachsinnig.
Zur Goshin-Jitsu-no-kata, Hier kann man sich anregungen holen und (für Judoka) ungewohnte Bewegungen lernen.
Allem anderen, was diese Kata angeht, stimme ich voll Maki-komi zu.
Bitte versteht mein Verhalten als Zeichen der Ablehnung, mit dem ich euch Gegenüberstehe. (Rebel, Die Ärzte)
-
- 3. Dan Träger
- Beiträge: 1881
- Registriert: 25.10.2004, 12:01
- Bundesland: Hessen
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- 3. Dan Träger
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- Registriert: 20.04.2006, 17:13
- Kontaktdaten:
judo-sv
ich hatte eigentlich nicht die absicht, mich hier noch mal zu wort zu melden - doch wenn ich die postings zur sv lese, dann werde ich meinem vorsatz untreu.
@lin chung: du schreibst, daß man sich (sinngemäß) erst dann verteidigen könne, wenn man mehrere kk betrieben habe / betreibt.
wer "nur" judo trainiere, sei da im nachteil - so jedenfalls habe ich dich verstanden.
auch wenn ihr es nicht hören wollt bzw. es "nicht mehr hören könnt" - du machst da einfach einen denkfehler, und zwar einen gravierenden.
judo ist eben nicht dasselbe wie der von euch betrieben wettkampfsport, auch wenn ihr das weder zugeben könnt noch gern hören werdet.
authentisches kodokan judo, als synthese von mehr als 14 (!) - manche quellen nennen gar 21 - ryu des koryu bujutsu soll nicht geeignet für die sv sein? oder soll um andere kk ergänzt werden müssen? buahahahaha!!!
ich weiß, ich weiß, ihr haltet mich für extrem unhöflich - aber irgend jemand muß euch doch mal sgaen, was sache ist.
nun höre ich schon wieder den chor derjenigen, die da empört schreien: "soso, wir haben also keine ahung! aber du hast welche, ja?"
ja, habe ich. mehr als ihr in jedem fall, wie man an euren postings erkennen kann. ich bezweifle, daß irgend jemand von euch sich wirklich ernsthaft und vor allem effektiv verteidigen kann. das aber liegt an euch, an eurer art des trainings, und nicht etwa am judo.
es ist mir im übrigen völlig gleichgültig, was ihr könnt oder glaubt zu können. es ist mir auch ziemlich egal, daß die meisten von euch lernresistent sind.
mich stört es nur, daß etliche der hier postenden nichtwisser durchaus repräsentativ für das niveau des judo in deutschland sind - das ist einfach peinlich.
so, nun habt ihr zwei möglichkeiten: ihr könnt mich wie üblich einen krummen hund schimpfen, mich erbost der unhöflichkeit zeihen und euch wie immer weiter mit dem beschäftigen, was ihr so für judo haltet.
ooooder ...
tja, man könnte ja auch so ganz vorsichtig mal überlegen, ob das wissen, das ich erwerben durfte, nicht auch anderen zugänglich ist. wer mich nicht leiden kann, der könnte ja trotzdem von meinem wissen profitieren ...
oder mal versuchen, all die quellen auszuschöpfen, die ich angegeben habe ...
oder mal ganz einfach den blick über den tellerrand erheben und - statt mich zu verfluchen und mich zu verabscheuen - damit beginnen, wirklich JUDO zu trainieren.
ich habe da allerdings wenig hoffnung.
jiko no kansei!
tom
@lin chung: du schreibst, daß man sich (sinngemäß) erst dann verteidigen könne, wenn man mehrere kk betrieben habe / betreibt.
wer "nur" judo trainiere, sei da im nachteil - so jedenfalls habe ich dich verstanden.
auch wenn ihr es nicht hören wollt bzw. es "nicht mehr hören könnt" - du machst da einfach einen denkfehler, und zwar einen gravierenden.
judo ist eben nicht dasselbe wie der von euch betrieben wettkampfsport, auch wenn ihr das weder zugeben könnt noch gern hören werdet.
authentisches kodokan judo, als synthese von mehr als 14 (!) - manche quellen nennen gar 21 - ryu des koryu bujutsu soll nicht geeignet für die sv sein? oder soll um andere kk ergänzt werden müssen? buahahahaha!!!
ich weiß, ich weiß, ihr haltet mich für extrem unhöflich - aber irgend jemand muß euch doch mal sgaen, was sache ist.
nun höre ich schon wieder den chor derjenigen, die da empört schreien: "soso, wir haben also keine ahung! aber du hast welche, ja?"
ja, habe ich. mehr als ihr in jedem fall, wie man an euren postings erkennen kann. ich bezweifle, daß irgend jemand von euch sich wirklich ernsthaft und vor allem effektiv verteidigen kann. das aber liegt an euch, an eurer art des trainings, und nicht etwa am judo.
es ist mir im übrigen völlig gleichgültig, was ihr könnt oder glaubt zu können. es ist mir auch ziemlich egal, daß die meisten von euch lernresistent sind.
mich stört es nur, daß etliche der hier postenden nichtwisser durchaus repräsentativ für das niveau des judo in deutschland sind - das ist einfach peinlich.
so, nun habt ihr zwei möglichkeiten: ihr könnt mich wie üblich einen krummen hund schimpfen, mich erbost der unhöflichkeit zeihen und euch wie immer weiter mit dem beschäftigen, was ihr so für judo haltet.
ooooder ...
tja, man könnte ja auch so ganz vorsichtig mal überlegen, ob das wissen, das ich erwerben durfte, nicht auch anderen zugänglich ist. wer mich nicht leiden kann, der könnte ja trotzdem von meinem wissen profitieren ...
oder mal versuchen, all die quellen auszuschöpfen, die ich angegeben habe ...
oder mal ganz einfach den blick über den tellerrand erheben und - statt mich zu verfluchen und mich zu verabscheuen - damit beginnen, wirklich JUDO zu trainieren.
ich habe da allerdings wenig hoffnung.
jiko no kansei!
tom
- tron310371
- Orange Grün Gurt Träger
- Beiträge: 42
- Registriert: 21.02.2006, 16:59
@ tom herold
Ich gebe dir in vielen Sachen ja Recht, aber ist es die Schuld von den Schülern wenn sie keine sinnvolle SV können ???
Ich bin selbst kein Dan-Träger und kann auch nicht behaupten es je werden zu wollen, aber ich bin der Meinung das die Schüler, in diesem Fall die Kyu-Grade, nichts dafür können, denn viele können nicht hunderte von Km fahren um sich einen guten "Verein" zu suchen.
Es liegt, meines Erachtens, an den Übungsleitern und an deren Ausbildung. Und da wir im DJB eine Hierarchie haben, sollte es besser ganz oben beginnen. Ich stelle mir das etwa so vor, daß, wer auf Bundesebene was werden will - damit meine ich nicht die Kämpfer, sondern die Funktionäre und Trainer -, mindestens mal 2 Jahre im Kodokan trainiert haben sollte, und wenn sie aus Japan zurück kommen, das Wissen an die Länder-Trainer usw. weitergeben sollten.
Wenn man dieses konsequent weiterführen würde, hätte man bald das Wissen nach ein paar Monaten auf Kreisebene und damit dann auch bei den Dan-Prüfungen. Denn wenn man sich die heutigen Dan-Prüfungen ansieht, kann ich für meine Person nur mit dem Kopf schütteln. Vielleicht liegt es an der Prüfungsordnung, aber als ein Freund von mir zur Prüfung war, und das war 1989, kamen Situationen wie: wir standen da und man sagte uns für den Bereich SV die Angriffe an und mein Freund mußte sich von einer Sekunde zur anderen verteidigen können, dieser Part der Prüfung war genauso wichtig wie die Nage-no-Kata. Das setzt aber voraus, daß er es jahrelang üben mußte, und da müssen wir wieder hinkommen.
Ich gebe dir in vielen Sachen ja Recht, aber ist es die Schuld von den Schülern wenn sie keine sinnvolle SV können ???
Ich bin selbst kein Dan-Träger und kann auch nicht behaupten es je werden zu wollen, aber ich bin der Meinung das die Schüler, in diesem Fall die Kyu-Grade, nichts dafür können, denn viele können nicht hunderte von Km fahren um sich einen guten "Verein" zu suchen.
Es liegt, meines Erachtens, an den Übungsleitern und an deren Ausbildung. Und da wir im DJB eine Hierarchie haben, sollte es besser ganz oben beginnen. Ich stelle mir das etwa so vor, daß, wer auf Bundesebene was werden will - damit meine ich nicht die Kämpfer, sondern die Funktionäre und Trainer -, mindestens mal 2 Jahre im Kodokan trainiert haben sollte, und wenn sie aus Japan zurück kommen, das Wissen an die Länder-Trainer usw. weitergeben sollten.
Wenn man dieses konsequent weiterführen würde, hätte man bald das Wissen nach ein paar Monaten auf Kreisebene und damit dann auch bei den Dan-Prüfungen. Denn wenn man sich die heutigen Dan-Prüfungen ansieht, kann ich für meine Person nur mit dem Kopf schütteln. Vielleicht liegt es an der Prüfungsordnung, aber als ein Freund von mir zur Prüfung war, und das war 1989, kamen Situationen wie: wir standen da und man sagte uns für den Bereich SV die Angriffe an und mein Freund mußte sich von einer Sekunde zur anderen verteidigen können, dieser Part der Prüfung war genauso wichtig wie die Nage-no-Kata. Das setzt aber voraus, daß er es jahrelang üben mußte, und da müssen wir wieder hinkommen.
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Gruß
tron
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Re: judo-sv
Moin Tom,
ich lese deine Beiträge im Forum immer mit großem Interesse und fand sie immer nachvollziehbar, wenn ich auch fast nie deiner Meinung bin. Das liegt aber wohl daran, dass ich zur Fraktion der passionierten Wettkämpfer gehöre, die beim Judo den sportlichen Aspekt eher sehen als den traditionellen des Kodokan-Judo.
Ich war leider schon mehrfach in der Situation mich verteidigen zu müssen, das waren nicht immer nur kleinere Schubsereien. Aus diesen Erfahrungen habe ich mitgenommen, dass die Effizienz der Techniken im Vordergrund steht - nicht ob sie nun aus dem Judo, Jiu-Jitsu, Nin-Jutsu oder sonstwoher kommen.
Judo wird, da gebe ich dir völlig recht, sehr stark auf Nage-Waza und Katame-Waza eingeschränkt. Tritt- und Schlagtechniken werden, außer von dir, wohl kaum noch gelehrt. Woran liegt das? An uns, die wir uns entschieden haben einen wettkampforientierten Sport zu betreiben? Und viel wichtiger: Ist das überhaupt relevant? Warum liegt es dir so sehr am Herzen zu beweisen, dass Judo als SV absolut geeignet ist? Weil die Masse das Gegenteil behauptet? Oder weil wir Judo nicht verstehen?
Ich oute mich gerne als jemand der, wenn von Judo die Rede ist, auch eher einen knackigen Soto-Maki-Komi sieht als einen sehr würdevoll vorgetragenen Shikoro-Gaeshi, oder jedwedes Element der Goshin-Jutsu.
Ich finde deinen Versuch, den Blick für das wahre Judo zu schärfen klasse. Aber bitte urteile nicht diejenigen ab, die sich bewußt für die andere Form, das Wettkampf-, bzw. Sport-Judo entschieden haben! Und nicht jeder, der Judo in oben genannter Form betreibt, ist ein fehlgeleiteter Irrer, der nicht in der Lage ist sich zu verteidigen. Der Blick über den Tellerrand, in andere KK ist meines Erachtens auch sehr wünschenswert und tut jedem Budoka gut.
Freundliche Grüße,
Jan
ich lese deine Beiträge im Forum immer mit großem Interesse und fand sie immer nachvollziehbar, wenn ich auch fast nie deiner Meinung bin. Das liegt aber wohl daran, dass ich zur Fraktion der passionierten Wettkämpfer gehöre, die beim Judo den sportlichen Aspekt eher sehen als den traditionellen des Kodokan-Judo.
Ich war leider schon mehrfach in der Situation mich verteidigen zu müssen, das waren nicht immer nur kleinere Schubsereien. Aus diesen Erfahrungen habe ich mitgenommen, dass die Effizienz der Techniken im Vordergrund steht - nicht ob sie nun aus dem Judo, Jiu-Jitsu, Nin-Jutsu oder sonstwoher kommen.
Judo wird, da gebe ich dir völlig recht, sehr stark auf Nage-Waza und Katame-Waza eingeschränkt. Tritt- und Schlagtechniken werden, außer von dir, wohl kaum noch gelehrt. Woran liegt das? An uns, die wir uns entschieden haben einen wettkampforientierten Sport zu betreiben? Und viel wichtiger: Ist das überhaupt relevant? Warum liegt es dir so sehr am Herzen zu beweisen, dass Judo als SV absolut geeignet ist? Weil die Masse das Gegenteil behauptet? Oder weil wir Judo nicht verstehen?
Ich oute mich gerne als jemand der, wenn von Judo die Rede ist, auch eher einen knackigen Soto-Maki-Komi sieht als einen sehr würdevoll vorgetragenen Shikoro-Gaeshi, oder jedwedes Element der Goshin-Jutsu.
Ich finde deinen Versuch, den Blick für das wahre Judo zu schärfen klasse. Aber bitte urteile nicht diejenigen ab, die sich bewußt für die andere Form, das Wettkampf-, bzw. Sport-Judo entschieden haben! Und nicht jeder, der Judo in oben genannter Form betreibt, ist ein fehlgeleiteter Irrer, der nicht in der Lage ist sich zu verteidigen. Der Blick über den Tellerrand, in andere KK ist meines Erachtens auch sehr wünschenswert und tut jedem Budoka gut.
Freundliche Grüße,
Jan
"It´s not the fall that hurts - it´s when you hit the ground."
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- 3. Dan Träger
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judo-sv
hallo maki-komi,
ich habe selbst seeehr lange als wettkämpfer "mattenstaub geschluckt" und fand das immer prima (war auch nicht ganz erfolglos).
nun habe ich also schon deshalb überhaupt nix gegen wettkampf! im gegenteil, ich finde wettkämpfe wichtig und richtig - aber NICHT, wenn sich die regeln bis zur unsinnigkeit verzerren, nur um "fernsehkompatibilität" herstellen zu wollen (mal so las beispiel, nicht wahr ..)
und dann liegt mir ja beileibe nicht nur die sv-tauglichkeit des judo am herzen. es geht doch um viel mehr.
wer sich nicht mit der tatsächliche geschichte und nicht mit der kulturhistorischen gebundenheit des judo befaßt, (weil ja heute angeblich nicht mehr wichtig), der wird viele dinge im judo ganz einfach NIE verstehen. das ist leider tatsächlich so!
sieh dir doch mal die kata an. dort geht es doch überhaupt nicht um konkrete techniken, die im falle eines falles so ausgeführt werden sollen. es geht um nichts anderes als um grundlegende bewegungsmuster.
das wichtige an den kata sind eben nicht die techniken (die sind austauschbare beispiele!), sondern die bewegungen des tai-sabaki und auch des te-sabaki.
um das zu verstehen, muß man sich aber damit auseinandersetzen, und zwar kritisch und vor allem selbstkritisch.
wie kann es denn z.b. sein, daß der uki-otoshi von beinahe allen deutschen judoka als "symbolische" technik angesehen wird, die im kampf nur in absoluten ausnahmefällen angewandt wird - und dann auch eher zufällig? uki-otoshi gehört zu techniken wie tai-otoshi und kuki-nage und ist genauso kampfkompatibel wie ein seoi-nage, aber das nur nebenbei.
siehst du, es macht mich traurig und auch ein wenig ärgerlich, daß man einfach nicht zu den meisten judoka durchzudringen scheint mit dingen, die das judo effektiv machen.
ich hatte gedacht, es müssten doch viele judoka schon aus purem eigennutz (= verbesseruung der eigenen kampf-fähigkeiten) an dem wissen und können interessiert sein, welches ich erwerben durfte ... war aber ein irrtum meinerseits.
wenn es dann doch mal dazu kommt, daß mir auf seminaren oder in unserem training wettkampf-judoka begegnen, dann sind die immer sehr überrascht, wieso sie auf würfe abgehen, die allgemein als nicht wettkampftauglich gelten. oder sie sind erstaunt, wenn sie sehen, wie etwa seoi-nage RICHTIG ausgeführt wird (siehe bspw. lehrmethode tokyo hirano). wenn sie es probieren (und den mut hat nicht jeder), dann sind sie noch erstaunter, wie einfach. leicht und beinahe mühelos diese techniken auch gegen den widerstand des gegners durchgezogen werden können ... oft ist dieser (heftige) widerstand überhaupt erst die voraussetzung für das gelingen einer wurftechnik. und wenn man dann begreift (im wahrsten sinne des wortes) daß es nicht hilfreich ist, mit kraft in den armen am gegner zu reißen ... sondern daß man im gegenteil eben nicht kraft aufwenden darf (oder nicht allzu viel!), um sich geschmeidig und problemlos eindrehen zu können - dann ist man auf dem weg, judo wenigstens ansatzweise zu verstehen.
um solche bewegungsmuster zu üben sind bspw. die kata da - das ist ihr sinn und zweck!
und aus erfahrung kann ich dir sagen, daß es dann keine rolle mehr spielt, ob man sich im randori bewegt, im wettkampf nach regeln oder in der sv.
klingt komisch - ist aber so!
und wer DAS lernen will (und welcher judoka wollte das nicht???). der nimmt es auch auf sich, weite wege zurückzulegen, denke ich ...
freundliche grüße
tom
ps.: ich habe mich sehr ausführlich mit anderen kk beschäftigt - vom freistilringen über sambo und wing chun bis hin zu den fma usw. etliches davon trainiere ich immer noch. ich denke also, daß ich durchaus weit über den tellerrand hinausgesehen habe.
interessanterweise fand ich etliche konzepte im traditionellen judo wieder - nicht identische techniken, sondern konzepte, wie gesagt.
da das kodokan judo eine snthese von mehr als 14 ryu des koryu ist (die bspw. alle auch waffentechniken enthielten), denke ich, daß man mit dem kodokan judo eine sehr, sehr komplette kk hat.
grüße
tom
ich habe selbst seeehr lange als wettkämpfer "mattenstaub geschluckt" und fand das immer prima (war auch nicht ganz erfolglos).
nun habe ich also schon deshalb überhaupt nix gegen wettkampf! im gegenteil, ich finde wettkämpfe wichtig und richtig - aber NICHT, wenn sich die regeln bis zur unsinnigkeit verzerren, nur um "fernsehkompatibilität" herstellen zu wollen (mal so las beispiel, nicht wahr ..)
und dann liegt mir ja beileibe nicht nur die sv-tauglichkeit des judo am herzen. es geht doch um viel mehr.
wer sich nicht mit der tatsächliche geschichte und nicht mit der kulturhistorischen gebundenheit des judo befaßt, (weil ja heute angeblich nicht mehr wichtig), der wird viele dinge im judo ganz einfach NIE verstehen. das ist leider tatsächlich so!
sieh dir doch mal die kata an. dort geht es doch überhaupt nicht um konkrete techniken, die im falle eines falles so ausgeführt werden sollen. es geht um nichts anderes als um grundlegende bewegungsmuster.
das wichtige an den kata sind eben nicht die techniken (die sind austauschbare beispiele!), sondern die bewegungen des tai-sabaki und auch des te-sabaki.
um das zu verstehen, muß man sich aber damit auseinandersetzen, und zwar kritisch und vor allem selbstkritisch.
wie kann es denn z.b. sein, daß der uki-otoshi von beinahe allen deutschen judoka als "symbolische" technik angesehen wird, die im kampf nur in absoluten ausnahmefällen angewandt wird - und dann auch eher zufällig? uki-otoshi gehört zu techniken wie tai-otoshi und kuki-nage und ist genauso kampfkompatibel wie ein seoi-nage, aber das nur nebenbei.
siehst du, es macht mich traurig und auch ein wenig ärgerlich, daß man einfach nicht zu den meisten judoka durchzudringen scheint mit dingen, die das judo effektiv machen.
ich hatte gedacht, es müssten doch viele judoka schon aus purem eigennutz (= verbesseruung der eigenen kampf-fähigkeiten) an dem wissen und können interessiert sein, welches ich erwerben durfte ... war aber ein irrtum meinerseits.
wenn es dann doch mal dazu kommt, daß mir auf seminaren oder in unserem training wettkampf-judoka begegnen, dann sind die immer sehr überrascht, wieso sie auf würfe abgehen, die allgemein als nicht wettkampftauglich gelten. oder sie sind erstaunt, wenn sie sehen, wie etwa seoi-nage RICHTIG ausgeführt wird (siehe bspw. lehrmethode tokyo hirano). wenn sie es probieren (und den mut hat nicht jeder), dann sind sie noch erstaunter, wie einfach. leicht und beinahe mühelos diese techniken auch gegen den widerstand des gegners durchgezogen werden können ... oft ist dieser (heftige) widerstand überhaupt erst die voraussetzung für das gelingen einer wurftechnik. und wenn man dann begreift (im wahrsten sinne des wortes) daß es nicht hilfreich ist, mit kraft in den armen am gegner zu reißen ... sondern daß man im gegenteil eben nicht kraft aufwenden darf (oder nicht allzu viel!), um sich geschmeidig und problemlos eindrehen zu können - dann ist man auf dem weg, judo wenigstens ansatzweise zu verstehen.
um solche bewegungsmuster zu üben sind bspw. die kata da - das ist ihr sinn und zweck!
und aus erfahrung kann ich dir sagen, daß es dann keine rolle mehr spielt, ob man sich im randori bewegt, im wettkampf nach regeln oder in der sv.
klingt komisch - ist aber so!
und wer DAS lernen will (und welcher judoka wollte das nicht???). der nimmt es auch auf sich, weite wege zurückzulegen, denke ich ...
freundliche grüße
tom
ps.: ich habe mich sehr ausführlich mit anderen kk beschäftigt - vom freistilringen über sambo und wing chun bis hin zu den fma usw. etliches davon trainiere ich immer noch. ich denke also, daß ich durchaus weit über den tellerrand hinausgesehen habe.
interessanterweise fand ich etliche konzepte im traditionellen judo wieder - nicht identische techniken, sondern konzepte, wie gesagt.
da das kodokan judo eine snthese von mehr als 14 ryu des koryu ist (die bspw. alle auch waffentechniken enthielten), denke ich, daß man mit dem kodokan judo eine sehr, sehr komplette kk hat.
grüße
tom
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- 3. Dan Träger
- Beiträge: 2161
- Registriert: 20.05.2006, 14:54
- Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Hallo Tom
ich werde nicht über dich lachen oder schlecht reden. Es ist nun mal so, dass das Wettkampfjudo (nicht das Kodokan-Judo) in Deutschland diesem SV-Aspekt nicht zur genüge reicht.
Kodokan Judo ist in Deutschland selten. Leider. Im Kodokan Judo existieren die Atemi Waza usw., die es im Wettkampfjudo nicht gibt.
Als Wettkampfjudoka habe ich mich jahrelang auf das verlassen, was ich gelernt habe. Aber als ich dann das erste Mal auch andere KKste kennenlernte, öffneten sich mir die Augen. Meine Frage war: Kanos Judo kann doch nicht nur aus dem bestehen, was in Deutschland unter Judo gelehrt wird.
Da es aber zu der Zeit eben nur dieses Judo gab, bin ich zu den anderen KKsten (siehe meinen Anhang) übergegangen und lernte / lerne dort auch das, was mir bisher fehlte.
Es wäre schön, wenn das Kodokan Judo endlich in Deutschland richtig Fuss fasst.
Mit freundlichen Judogrüßen
LC
ich werde nicht über dich lachen oder schlecht reden. Es ist nun mal so, dass das Wettkampfjudo (nicht das Kodokan-Judo) in Deutschland diesem SV-Aspekt nicht zur genüge reicht.
Kodokan Judo ist in Deutschland selten. Leider. Im Kodokan Judo existieren die Atemi Waza usw., die es im Wettkampfjudo nicht gibt.
Als Wettkampfjudoka habe ich mich jahrelang auf das verlassen, was ich gelernt habe. Aber als ich dann das erste Mal auch andere KKste kennenlernte, öffneten sich mir die Augen. Meine Frage war: Kanos Judo kann doch nicht nur aus dem bestehen, was in Deutschland unter Judo gelehrt wird.
Da es aber zu der Zeit eben nur dieses Judo gab, bin ich zu den anderen KKsten (siehe meinen Anhang) übergegangen und lernte / lerne dort auch das, was mir bisher fehlte.
Es wäre schön, wenn das Kodokan Judo endlich in Deutschland richtig Fuss fasst.
Mit freundlichen Judogrüßen
LC
Grüße
Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト
Wissen stirbt, wenn es bewahrt wird, und lebt, wenn es geteilt wird.
Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule - für das Leben lernen wir)
You're only as old as you date. Keep em young boys!
Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト
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