How to be a coach.

Hier geht es um die Trainingsgestaltung,-methodik,-formen.
Benutzeravatar
nur_wazaari
2. Dan Träger
2. Dan Träger
Beiträge: 567
Registriert: 02.10.2013, 10:59

Die Jugend von heute...

Beitrag von nur_wazaari »

...wird von den Altvorderen geformt (oder so ähnlich, vielleicht, zum Teil).

Was dem Nachwuchs (beileibe nicht nur der U23 Deutschlands) offenbar mitgegeben wird und auch zahlreiche Trainer am Rande vorleben:

- überhebliches Gehabe, insbesondere komplett übertriebene Siegerposen ->
- Reklamieren, reklamieren, reklamieren, gerne auch einfach auf der Matte campieren, falls die Entscheidung nicht ins eigene Bild passt ->
- komplett freilaufende Emotionen, gerne auch mit Verhöhnung des Gegners, der Verlust von Selbstkontrolle, unabhängig vom Ergebnis ->
- Ignorieren jeglicher Judoetikette -> kein Verbeugen, hier und da mal einen mitgeben, wenn die Karis es nicht sehen ->
- komplettes Ignorieren der Anweisungen der Kampfrichter und das aktive Fordern von Shidos oder Wertungen ->
- in die Ecken spucken, die Matten zerstampfen, abfällige Gesten, höhnisch in Richtung der Kampfrichter klatschen...to be continued... ->

= Manege frei - das ist das Motto. Lets have a great show...enjoy the greatest athletes, be part of biggest victories and upsets...

Gabs früher auch alles, weiß ich. Schon immer gabs das. Vielleicht ist das einfach so - aber muss das so sein? Eine rhetorische Frage, durch die Praxis unumstößlich beantwortet, für jeden zu beobachten.

:eusa_whistle
.
HBt.
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 2242
Registriert: 18.10.2016, 10:31

Re: How to be a coach.

Beitrag von HBt. »

So schlimm wie es heute ist, war es früher nun wirklich nicht - also damals, als ich noch frisch und jung war.
Benutzeravatar
nur_wazaari
2. Dan Träger
2. Dan Träger
Beiträge: 567
Registriert: 02.10.2013, 10:59

Beobachtungen, einfach geteilt

Beitrag von nur_wazaari »

Ich habe beim letzten Grand Slam mal darauf geachtet, was man so vom deutschen Trainerteam an Anweisungen während der Kämpfe hört. Auszugsweise und ohne Situation dazu:

"Hart bleiben"
"Da war nichts"
"Ey. EY!"
"Jetzt gehts darum, jetzt ist entscheidend"
"Sofort die zweite Hand setzen"
"Zerstören. Zerstören!"
"Konzentriert bleiben"
"Laufrichtung"
"Entgegen der Laufrichtung"
"Griff. Griff!"
"Fassart"
"Knechten"
"Nicht hinterherlaufen"
"Zotteln"
"Weiter, weiter"
"Stören, immer stören"
"Nochmal sammeln"
"Komm, mach mal die Wertung"
"Das mag er überhaupt nicht"
"Er kann nicht mehr"
"Tempo hochhalten"
"Er ist völlig fertig"
"Das gibts doch nicht"
"Der geht hunderprozentig"
"Den musst du"
"Mach was anderes"
"Komm hoch"
"Nicht hinterherlaufen"
"Du zuerst"
"Hände vor"
"Aufwachen"
"Hoch, hoch!"

[...]

Ich lasse das mal so stehen.
.
Benutzeravatar
Hofi
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1943
Registriert: 28.12.2006, 12:55
Bundesland: Bayern
Verein: TSV Unterhaching
Kontaktdaten:

Re: How to be a coach.

Beitrag von Hofi »

Ohne Situation und auch Kenntnis über das, was in den Taktikbesprechungen zwischen Coach und Kämpfer gesprochen wurde, ist diese Aufstellung in meinen Augen ziemlich wertlos.
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.
Antworten