Dort ging es um das Thema "Warum hören so viele Kinder mit Judo auf?" Fritz lenkte die Aufmerksamkeit von den Kindern weg auf die Erwachsenen - woraus sich die folgende Diskussion ergab. ---tutor!----
Ist es überhaupt schlimm, wenn Kinder mit dem Judo aufhören?
Warum wird da eine Menge Energie hineinverschwendet, um Kinder evt. etwas länger bei
der Stange zu halten?
Kinder sind Kinder, sie wechseln ihre Interessen nun mal, betrachten wir Judo als
Erziehungssystem, dann ist es doch "natürlich", daß der Großteil dieses Erziehungssystem
eine Weile durchläuft, mit etwas Glück etwas erzogen wird und dann es halt verläßt...?
Wie Schule halt - die meisten hören irgendwann damit auf, ein paar verlassen sie nie..
(die nennt man dann LehrerInnen

Meiner Meinung nach kann man es nie _allen_ die anfangen es _immer_ so recht machen,
daß alle bleiben. Damit halte ich übermäßigen Aufwand für Konzepte usw. für den "Kindersport"
für verfehlt.
Der Aufwand muß meiner Meinung nach bei den Erwachsenen spendiert werden. Je mehr Erwachsene
längerfristig Judo treiben, desto höher ist die Chance, daß sie ihre jüngeren Familienangehörigen auch
begeistern. Und es ist ein Signal an die Jugendlichen, daß Judo "weiter geht".
Man muß sich doch nur mal in jemanden hineinversetzen der z.B. im Extremfall in einer Schul-AG Judo lernt:
So jemand hat da Spaß, Freunde, nen netten Übungsleiter usw. Und dann kommt das Ablaufdatum:
Verlassen der Schule - damit ist er raus, einerseits beginnt ein neuer Lebensabschnitt, andererseits würde
Judo weiterzumachen fast genauso sein, wie irgendetwas anderes "neu" zu machen: Neuer Trainer, neue Gruppe,
neue Trainingsstätte - für viele ein bißchen viel "neu"...
Und wie sieht es in vielen Vereinen aus: Kindergruppe, ein paar Jugendliche,
Erwachsene == "die Trainer" - das gibt keine wirkliche Perspektive.
Darum kann langfristig zielführend sein, Erwachsene ans Judo zu binden
- und dafür sollten wir weg von Begriffe wie "Breitensport", "Oldie-Judo"... also Begriffen, die einen
"Sonderstatus" der Ausübenden suggerieren.
"Judo" muß als Ober-Begriff ausreichen...
(Und als Unterkategorie bzw. "Sonderstatus" dann eben Wettkampfsport).
Meinethalben noch "Erwachsenen-Judo" - also Judo
für verantwortungsvolle, geistig reife, wehrhafte mündige Männer und Frauen...
Und Erwachsenen-Judo ist dann eben _alles_: Etwas Wettkampf-Judo, harte Sachen wie SV,
Beschäftigung mit der Geschichte, Leibesertüchtigung usw.