Judo Vorurteile... :D

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tom herold
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Vorurteile über Jûdô

Beitrag von tom herold »

Na, dieser Thread ist doch 'ne Steilvorlage! ;)
Vorurteile über Jûdô? Bitte sehr!
Folgende unbestätigte Vorurteile in Bezug auf Jûdô begegnen mir immer wieder (und haben inzwischen ein hartnäckiges Eigenleben entwickelt!):
1. "Kano entfernte aus dem Jiu Jitsu alle gefährlichen Techniken, um eine sichere Sportart zu schaffen."
2. "Es gibt im Jûdô keine Tritt- und Schlagtechniken."
3. "Es war der deutsche Professor Erwin Baelz, der Kano zur Gründung des Kodokan anregte."
4. "Kano wollte, daß das Jûdô eine olympische Disziplin wird."
5. "Mit Jûdô kann man sich nicht selbst verteidigen."
6. "Aus festhaltegriffen kommt man nicht mehr raus, sobald die Technik richtig sitzt."
7. "Hohe Dan-Grade kann man erst bekommen, wenn man schon alt ist."
8. " Der Wettkampf ist das Ziel des Jûdô."
9. "Es gibt nur ganz wenige Techniken außerhalb der Gokyo-no-Kaisetsu."
10. "Im Jûdô gibt es keine Waffentechniken, der Umgang mit Schwert, Dolch, Lanze und anderen traditionellen japanischen waffen ist dort unbekannt."
11. "Sobald man älter ist als 40 Jahre kann man mit den jungen Leuten im Standkampf nicht mehr mithalten."
12. "Um im Jûdô kämpfen zu können, muß man viel Kraft haben."
13. "Um richtig Jûdô zu lernen, muß man unbedingt Mitglied in Organisation XY sein."
14. "Alle, die nicht Mitglied in Organisation XY sind, haben sowieso keine Ahnung."
15. "Jûdô kann man nur auf Matten trainieren."
16. "Die traditionellen Umgangsformen des Kodokan Jûdô haben heute keine Bedeutung mehr."
17. "Man kann und muß alle Kata des Jûdô an das heutige Wettkamopfgeschehen anpassen."

Und ganz zum Schluß noch ein Vorurteil, das leider immer wieder bestätigt wird: Das heutige Wettkampfjudo beinhaltet weder JU noch DO.
Das dazu
Tom
Basti
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Beitrag von Basti »

Also bei einem Punkt muss ich dir widersprechen Tom:
"Jûdô kann man nur auf Matten trainieren." :
"Nur" sicher nicht, man kann auch lesen und sich Videos anschauen, aber ich denke nicht das man dadurch wirklich die Techniken erlernen kann.
Falls du es anders meinst oder weitere Techniken kennst um außerhalb des Dojos bzw. ohne Matten zu trainieren, erweitere bitte meinen Horizont.
"Es ist nicht wichtig besser zu sein als jemand anderes,
aber es ist wichtig besser zu sein als gestern."

J. Kano
Judomax
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Beitrag von Judomax »

Ich glaube tom meint, dass man als fortgeschrittener Judoka auch auf normalem Boden werfen kann oder auf Rasen (hab ich auch schon gemacht *gg*) oder am Strand (auf nen anderen Thread verweis).

Gruß Max
Judo ist in letzter Konsequenz -
der höchstwirksame Gebrauch,
von Körper und Geist zum Zweck,
sich zu einer reifen Persönlichkeit zu entwickeln
und somit einen Beitrag zum
wohlergehen der Welt zu leisten.
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Lippe
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Beitrag von Lippe »

Darum dürfte es wohl gehen.
Mache mal die Falltechnik vorwärts auf dem normalen Hallenboden anstelle der Judomatten und du wirst ziemlich schnell merken, ob deine Rolle wirklich rund ist oder nicht.
Und Training abseits der Matte muss natürlich nicht bei einer einzelnen Falltechnik aufhören.
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Ronin
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Beitrag von Ronin »

womit dieses Vorurteil eindrücklich dargestellt und widerlegt ist

;)
Lin Chung
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Beitrag von Lin Chung »

Ich mache mir schon lange keine Gedanken mehr darüber, ob ich eine Rolle über Fliesen, Holz, Erde oder Matte mache, da schon oft passiert.
Eins weiss ich jedenfalls, wenn ich falle, falle ich richtig.

Gruss
LC
Grüße
Norbert Bosse
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tom herold
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Vorurteile

Beitrag von tom herold »

... es ging mir dabei vor allem darum, die Idee, daß man Jûdô unbedingt auf Matten traineren müsse, ad absurdum zu führen.
Bodenkampf auf wechselndem Untergrund ist gut für die Gewöhnung an solche Situationen in der SV, auch Würfe sollte man unter derlei Bedingungen mal versuchen, ebenso wie Ausweichbewegungen oder Tritt- und Schlagtechniken.
Wie kämpft man eigentlich auf einer Treppe, im Fahrstuhl, im Parkhaus zwischen den Autos? Oder auf einem Parkplatz, bei schlechter Beleuchtung, in einer fahrenden Straßenbahn usw.
Es geht dabei nicht nur um SV.
Es geht dabei vor allem um das Sammeln von Erfahrungen, um das Kennenlernen der eigenen Reaktionen und Verhaltensweisen, es geht um Gleichgewicht, es geht um Durchhaltevermögen - alles Dinge, die auch für den Wettkampf sehr nützlich sind.
Darauf hinzuweisen war mir wichtig.
Freundliche Grüße
Tom
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kamiu
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Re: Vorurteile

Beitrag von kamiu »

tom herold hat geschrieben:Wie kämpft man eigentlich auf einer Treppe, im Fahrstuhl, im Parkhaus zwischen den Autos? Oder auf einem Parkplatz, bei schlechter Beleuchtung, in einer fahrenden Straßenbahn usw.
Wenn wenig Leute in der Bahn sind, ist ein relativ gutes Gleichgewicht gegeben und sobald der andere am Boden liegt, kämpft es sich sehr gut... :angel4 . (so erfahrungsgemäß...)


Zurück zum Thema:
"Judo ist ein Weicheisport."
"Judo ist voll brutal."
"Im Judo gibts nur Schlägerbräute." (autsch)
"Judo ist nur rumgezerre."
"Judo macht aggressiv."

Die sind mir schon begegnet...
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Clonk
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Re: Vorurteile

Beitrag von Clonk »

kamiu hat geschrieben:"Judo ist nur rumgezerre."
Der ist mir auch schon oft begnet, aber wenn Leute z.B. bei den Olympischen Spielen Judo sehen, ist es für sie öfters nur als Rumgezerre zu erkennen, weil sie mit den Handlungen nichts anfangen können.
Gruß,
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Hofi
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Re: Vorurteile

Beitrag von Hofi »

Clonk hat geschrieben:
kamiu hat geschrieben:"Judo ist nur rumgezerre."
Der ist mir auch schon oft begnet, aber wenn Leute z.B. bei den Olympischen Spielen Judo sehen, ist es für sie öfters nur als Rumgezerre zu erkennen, weil sie mit den Handlungen nichts anfangen können.
Gruß,
Liegt meiner Meinung nach aber auch daran, dass es schlecht aufbereitet wird. Die Finalkämpfe sind zwar meist (für den Insider spannend) aber oftmals auch recht unansehnlich weil sich eben zwei Topleute mit nur noch geringer "Fehlerneigung" treffen.
Bis dann
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.
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Beitrag von Ronin »

Judo ist nur rumgezerre.....

naja meine Arbeitskollegen nennen miczh deshalb auch immer Kittelzupfer...

:eusa_doh
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Patrick
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Re: Vorurteile

Beitrag von Patrick »

Hofi hat geschrieben:
Clonk hat geschrieben:
kamiu hat geschrieben:"Judo ist nur rumgezerre."
Der ist mir auch schon oft begnet, aber wenn Leute z.B. bei den Olympischen Spielen Judo sehen, ist es für sie öfters nur als Rumgezerre zu erkennen, weil sie mit den Handlungen nichts anfangen können.
Gruß,
Liegt meiner Meinung nach aber auch daran, dass es schlecht aufbereitet wird. Die Finalkämpfe sind zwar meist (für den Insider spannend) aber oftmals auch recht unansehnlich weil sich eben zwei Topleute mit nur noch geringer "Fehlerneigung" treffen.
Bis dann
Hofi
Sehe ich auch so. Die Vorrundenkämpfe sind normalerweise viel schöner anzusehen als die Finalkämpfe. :D
Judo - just for fun!
Lin Chung
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Beitrag von Lin Chung »

Dann sollte man sich mal die Kämpfe der alten Meister ansehen.
Nichts mit rumgezerre. Da geht die Post ab.

Gruss
LC
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Beitrag von Dan-stift »

bhuu das sind ja schon mächtig ideen :D

danke mal... werde hier so einiges material mal draus schöpfen :D
wer dann das Ergebnis sehen möchte : http://www.ju-do.ch könnte aber schon noch eine Weile dauern bis alles "verpackt" und online ist :D

Vielen dank mal :danke :danke :D

gruss

kevin
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Clonk
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Beitrag von Clonk »

@Patrick: Aber wenn man zwei Finalisten hat, die sich richtig reinhängen, gibt es viel mehr Spannung, auch weil sich der Kampf ein wenig in die Länge zieht, aber auch wegen der geringen Fehleranzahl.
(bisschen offgetopict)
Gruß
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Hofi
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Beitrag von Hofi »

Hi!
Das Problem ist aber, dass die Laien am Ferseher das nicht erkennen, sondern die sehen ein rumgezerre, bei dem kaum was passiert. Damit ein Finale spannend ist, braucht man oft Ahnung von der Materie, die auch ein guter Kommentator nicht in der Kürze der Zeit vermitteln kann.
Das kann man machen wenn man mit vielen spektakulären Bildern die Leute angefüttert hat und sie sich damit beschäftigen.
Bis dann
Hofi
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Olaf
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Beitrag von Olaf »

Okay ist offtopic, aber trotzdem: Ausnahmen bestätigen die traurige Regel (siehe Kanamuru vs. Makarov in München).
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