Turnen am Sportgerät ...

Hier geht es um die Trainingsgestaltung,-methodik,-formen.
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HBt.
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Turnen am Sportgerät ...

Beitrag von HBt. » 16.05.2017, 17:20


oder einfach einmal entspannen und sinken ---> eine gute Idee, irgendwie muss "es" nur vernünftig integriert werden. Ich befürchte, ein jedes Randori ist dann ein bissel einseitig und frustrierend ---> auch am Ziel vorbei.


Warum können die wesentlich größeren Massen die kleine Masse "Mifune" nicht werfen /austricksen ?!

Ein gezieltes Üben, dessen was Adam Mizner (oben) anwendet, fehlt im Judo-Alltag. Doch ohne diese Kompetenz, könnte Kyuzo Mifune niemals "einen Palmer" werfen, wie hat er sie erworben? Durch fleißiges Üben' ist es von alleine gekommen, höre ich schon ... geht es nicht auch gezielt?

Viele dumme Fragen, ich weiß ---> übt jemand das Lesen des Partners und das Kontrollieren ---> Nein, wir "brechen das Gleichgewicht". Möglicherweise können wir anders als üblich "manipulieren".

#
Über einen Austausch in dieser Richtung bin ich dankbar.

siorez
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Re: Turnen am Sportgerät ...

Beitrag von siorez » 17.05.2017, 12:32

Also ich versuche genau das zu tun- aber gelehrt wird es nicht, und meistens klappt es nicht so wie ich will, weil ich dafür noch ein zu kleines Repertoire habe. Man muss nur aufpassen, dass man dann nicht ausschließlich reagiert, das wird dann schnell zum Problem.

Patrick-Oliver
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Re: Turnen am Sportgerät ...

Beitrag von Patrick-Oliver » 17.05.2017, 12:46

Bez. Mifune - gehört oder gelesen habe ich, dass "Alte" in Japan pauschal einen höheren Status haben und das niemals jemand auch nur auf die Idee kommen würde, einen solchen Mann bloß zu stellen.
Quellen habe ich leider nicht.
An 0:48 meine ich zu erkennen, dass Mifunes Partner seinen Einsatz (Fallen) verpennt hat.
Meine Meinung: Austricksen war wohl nicht das Ziel der Übung. Schaut nach einem (für beide Seiten lehrreichen) Randori aus, evtl. mit Vorgaben für Mifunes Partner.

HBt.
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Re: Turnen am Sportgerät ...

Beitrag von HBt. » 18.05.2017, 10:44

@siorez,
es muss immer absichtslos sein, Du darfst es nicht wollen! "Song" -> Peng, Lüe, Ji, An folgen automatisch -> nicht handeln, vertraue auf das Verlieren, bleibe zentriert, fälle immer das Lot' ausgehend vom KSP, Du kannst ihn fühlen und innerhalb Deines Körpers (umhüllend) bewegen -> perfekte Ausrichtung des Skeletts, bleibe lotrecht: "entspanne und sinke", durchwandere dabei Deinen eigenen Körper ... Deine Vorstellungskraft hilft Dir (anfänglich) dabei. *

Bleibe bei dem eingeschlagenen Weg, ich vermute (aufgrund Deiner bisherigen Formulierungen / Postings) er ist genau richtig.

Dass Song & Ting nicht unterrichtet wird /werden, liegt wahrscheinlich an unserer ÜBERHEBLICHKEIT - im Breitensportsektor. Die echten Profis kennen "mentales Training (zum Beispiel)" ... nur als ein Beispiel zur Erweiterung des durchschnittlichen Horizontes, mit dem Eingangsbeispiel hat mentales Training erst einmal nichts zu tun. Profisportler nutzen ein sehr breites Spektrum, wie wir alle wissen.

@Patrick-Oliver,
ich gehe nicht davon aus, dass "Palmer" (ich glaube es ist Palmer, siehe Originalfilm) seinen Einsatz verpeilt hat. Im Gegenteil, Mifune San hat gespürt, dass er in exakt diesem Moment seinem Randoripartner nur vor den Knöchel klatscht ---> kleine Masse klatscht gegen große Masse (turnen am Sportgerät), deshalb der Abbruch ---> NULL WIRKUNG thats all

achte einmal exakt auf die Details seines späteren Sumi-otoshi 8)

Gruß,
HBt.

PS
Ich habe vor vielen Jahren schon, an exponierter Stelle, gezielt nach dem WIE lernt man DAS nachgefragt: die Antwort war ein Zucken mit den Achseln, etc.pp. Sehr bedauerlich, bei dieser Instanz - dachte ich und quittierte ...


*
Viele arbeiten mit sogenannten Bildern, ich nicht. Ich arbeite einzig und alleine mit meiner Wahrnehmung -> fühlen. Ganz, ganz selten auch mit Bildern.

Patrick-Oliver
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Re: Turnen am Sportgerät ...

Beitrag von Patrick-Oliver » 18.05.2017, 13:08

Mifune San hat gespürt, dass er in exakt diesem Moment seinem Randoripartner nur vor den Knöchel klatscht ---> kleine Masse klatscht gegen große Masse
Ich glaube auch, dass Mifune sich in dem Moment darüber im Klaren war. Immerhin ist er ja fast über seinen Randoripartner gestolpert! Zumindest könnte man es so deuten.

Der anschließende Sumi-otoshi/Yoko-otoshi/Uki-otoshi/whatever schaut meiner Meinung nach ebenfalls gestellt aus.
Mifunes Randoripartner bringt sich vor seinem Fall noch fix in eine für seine Ukemi günstige Position und schaut wenig überrumpelt aus.

Nun, ich bin unendlich weit von dem entfernt, was die Herren gezeigt und geleistet haben und traue mich auch nicht, das Gezeigte zu bewerten.
Ich glaube einfach nur nicht, dass Mifunes Partner nicht in der Lage war, die Kontrolle zu übernehmen!
Ein Showlauf für die Kamera, so bewerte ich das Ganze. Liege ich damit falsch?

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Re: Turnen am Sportgerät ...

Beitrag von Fritz » 18.05.2017, 15:36

Patrick-Oliver hat geschrieben:
18.05.2017, 13:08
Ein Showlauf für die Kamera, so bewerte ich das Ganze. Liege ich damit falsch?
Na wenn eine Kamera mitläuft, dann zeigt man schon ein bissel was. So in etwa wie bei ner Prüferweiterbildung, wenn man vor der Gruppe eine der Randori-Aufgaben zeigen soll.
Ansonsten wäre es auch interessant zu wissen, was an Aufnahmen es nicht in den Film geschafft haben ;-)

Ansonsten würde ich mich freuen, wenn meine Leute wie im Video Randori machen würden - hinsichtlich Anzahl u. Vielfalt der Attacken und der Bewegungen überhaupt ;-)

Sicherlich hätten die Übungspartner versuchen können, mit Gewalt irgendwas Mifune überzuhelfen - aber ich denke, auch dieser war beim Gezeigten nicht am Ende seiner Möglichkeiten ;-)
- aber wozu, der Film so ja wohl zeigen, was Judo ist bzw. wie es sein sollte und nicht, was Judo nicht ist ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Turnen am Sportgerät ...

Beitrag von Patrick-Oliver » 18.05.2017, 16:09

...übt jemand das Lesen des Partners und das Kontrollieren ---> Nein, wir "brechen das Gleichgewicht". Möglicherweise können wir anders als üblich "manipulieren".
Randori! Wird i.d.R. aber mit Shiai gleichgestellt und das bekommt man (ich) aus den Köpfen nicht raus.
Persönlich nenne ich die Übung schon gar nicht mehr Randori, wenn ich grade andere Trainingsziele verfolge.
Uke bekommt dann für die Übungen klare Ansagen! Z.B. geschlossene Augen, nur im Ayumi-ashi bewegen, nur ausweichen/blocken/übersteigen.
Wenn erfolgreich übergestiegen dann Rollenwechsel (Uke ist Tori, Tori ist Uke), sonst Fallen üben. Oft mit kurze Pause zwischen dem Wechsel, sodass sich Uke nicht auf Konter fixiert!
Sobald ich die Übung Randori nenne, wird es hektisch :-/

Leider lerne ich mit solchen Übungen aber nicht, wie ich mich im Shiai und/oder Shiai-Randori (sorry für den Ausdruck) durchsetze!
Und genau da vermute ich das Problem!
"Sei ryoku zen yo" scheint einen wesentlich höheren Stellenwert zu haben als "Ji ta kyo ei".

HBt.
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verstehe.

Beitrag von HBt. » 19.05.2017, 11:59

^
Wie Du "etwas durchbringst" ist eigentlich ziemlich trivial und dazu möchte ich momentan auch nichts schreiben.

Patrick-Oliver,
schaue Dir den Randoriabschnitt des Films einmal in aller Ruhe komplett an, auch in Zeitlupe. Reset'e Dich dabei und gehe einfach einmal davon aus,
alles was Du siehst ist kein Schwindel ...

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Und genau da vermute ich das Problem!
"Sei ryoku zen yo" scheint einen wesentlich höheren Stellenwert zu haben als "Ji ta kyo ei".
... vergiss die beiden Merksätze /Maxime und Ziele.

Zum besseren (gezielt /gesteuert) Lernen benötigen wir Kooperation - fertig.

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