Nagewaza: Aufbau, Methodik, Ideen :-)

Hier geht es um die Trainingsgestaltung,-methodik,-formen.
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HBt.
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Nagewaza: Aufbau, Methodik, Ideen :-)

Beitrag von HBt. » 27.10.2016, 17:22

Eben im Netz gefunden,
https://youtu.be/iTO_HSt_ycw

"nicht schlecht die Rentnertruppe, alles muss man ja nicht gut finden - doch offen sein schon."
Einige gute Ideen sind dabei,
zum Beispiel das frei bewegliche Becken ...



Wenn ich daran denke wie wir uns vor acht Jahren noch über den Heiligen Gral, den möglichen Aufbau der Gokyo gestritten haben - ojemine!

Freude muss man haben, mehr lachen :D
beim Studieren
von
Bewegungsmustern.

HBt.
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Core Principles

Beitrag von HBt. » 28.10.2016, 10:42

Steven Cunningham
https://vimeo.com/132191527

A)
Deashiharai
Hizaguruma
Sasaetsurikomiashi
Ukigoshi

B)
Osotogari
Ogoshi
Ouchigari
Seoinage



Ich kann mir sehr gut vorstellen im Rahmen eines längeren Trainings, anstelle von zum Beispiel "Signallernen", essentielle Gemeinsamkeiten (eben den Core) ausarbeiten zu lassen. Einen "Roten Faden" zu suchen, völlig egal ob dabei eine
aberwitzige Konstruktion am Ende oder am Anfang steht.

Auf den ersten Blick erkenne ich nichts zwischen den Mengen A & B, auch nicht innerhalb der Untermenge oder gar der Gesamtmenge. Ebenso hilft mir auch nicht der lapidare Merker: vom Leichten zum Schweren.


Hat Prof. Cunningham eigentlich seine Ideen widerrufen???

HBt.
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Cunningham's Interpretation

Beitrag von HBt. » 28.10.2016, 15:16

Linda Yiannakis (interviewte 1997 Cunningham) hat geschrieben:
(...)
How significant is the structure of the
Go Kyo No Waza in classical Judo?


That’s no small thing. The Go Kyo is the centerpiece of the syllabus. Some people say, “If the Go Kyo is the
centerpiece of the syllabus, then that must mean that Judo’s a throwing art in terms of instruction”. But the reason
it’s the centerpiece of the syllabus is that throwing is the most complex action. It’s not a trivial thing to get all
your arms and legs moving together in the right direction and launch somebody into the air with a lot of force. We all
know it takes a lot of practice to do that. But the way that the Go Kyo is structured also leads you through the
full range of action that one can make. Therefore it can be a training ground for human beings, for the body, for
mind/body connections. It’s a way of developing all those skills and the coordination and so on that have to
happen in combat, including the simpler things, like striking and kicking. So it’s central because it’s the best place to
learn how to manage your body. It’s very systematic, organized, and leads you through the full range in an
organized fashion. That’s the short answer.

Why is it important that you learn the
throws in the order they are presented in the Go Kyo?



It does have an order. There is a very clear cut structure to the Go Kyo. It’s go kyo five teachings, five lessons, and it’s related to the five elements of
Chinese and Japanese philosophy, also called gokyo.
The old Chinese thought there were five elements: earth, fire, water, metal, and wood. The Japanese have a slightly reshaped version of that,
but it’s essentially the same concept. The ancient Chinese also knew of five planets that were visible in the night sky, and thought that this had some
aspect of control in their lives. Five itself is a very important number. So Kano was drawing back to that ancient notion. And also, in old Chinese arts
that feed into jujutsu lineages, they had Chinese fighting arts that were actually constructed on the principle of five. And some of the old ryu, like Daito
Ryu, and Takeuchi Ryu, and others, were based on five principles. And of course that’s why Kano would find that there are five representative things that
would explain all the forces of nature, in his Itsutsu No Kata. So always five.
The Go Kyo is five teachings or lessons. Then there are eight techniques in each kyo. There are eight techniques because
in the Chinese system there are eight changes in Chinese it’s Bagua, in Japanese it’s Hakke. The eight changes are associated with points on the
compass and they’re also associated with basic movements of the body. They’re also associated with eight relationships among earth, man and
heaven. In the I Ching, the old Chinese book, it shows the Bagua in pairs, stacked on top of each other, in hexagrams that is what they’re usually
called. Because they are eight times eight, there are 64 possible changes that can occur, and these represent all the possible relationships between people.
That would include all possible interaction between man and man, man and god, man and earth. So five becomes a subset of that, which is
limited only by some special parameters which are a little hard to explain in the short run. But all that makes the study of the Go Kyo the study of social
interaction and nature. This goes back to whole notion that what we learn on the battlefield is applicable to all aspects of life. So this is part of the bridge that
Kano uses to get from individual techniques of the fighting arts to lessons about life, character building and so on. The eight techniques in each kyo are
each based on a fundamental bodily movement. So the practice of eight is a comprehensive analysis of body movement through its entire range. The kyos are in
order of difficulty ranging from the simplest to the most complex. In the first kyo, for example, all the throws involve action through a single arc.
In the second kyo, each technique moves through two arcs (or planes of action), and so on.

(...)

HBt.
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Nix Bögen ...

Beitrag von HBt. » 28.10.2016, 15:25

im esoterischen Geschwurbel der fünf menschlichen Bögen und so.
Cunningham meint etwas das sich nicht vordergründig auf "den Technikcontainer" (alleine) bezieht, sondern auf das KAKE.

Mit diesem Wissen kann man die Bögen (nix Bögen; arc!, planes!) in den Mengen

E)
Kosotogake
Tsurigoshi
Yokootoshi
Ashiguruma

F)
Hanegoshi
Haraitsurikomiashi
Tomoenage
Kataguruma


suchen. Als Aufgabe, als Alternative zu Randoriaufgaben, als Motivator, als Ausarbeitung ...


Gruß,
HBt.

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Sankyo

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 10:27

Die Mengen E & F

Es ist nicht leicht, die "drei Bögen" (Ellipsen und deren Ebenen ---> Rotationen und wirkende Kräfte) im dritten Prinzip* zu erkennen, trotzdem sind sie existent. Ich glaube, sie erkennen zu können ... allerdings sind sie jetzt nicht mehr alleine auf das Kake des Ikkyo (so wie ich Cunningham im Video z.Zt. verstanden) beschränkt, sondern beziehen noch mehr auf das Tsukuri (von Uke und Tori) sowie das Kuzushi & Kake. Im dritten Kyo wird das methodische Vorgehen, die gesamte Didaktik, komplex ... und hat mit dem grundsätzlichen Aufbau der Gokyo no waza - der Lehre nichts zu tun.

Offen gestanden habe ich Probleme, den Tomoenage "in diese Gedankenwelt" zu quetschen - es geht einfach nicht, als Ma-Sutemi. Yokootoshi ist ebenfalls nicht immer passend in diesem Erklärungsmodell (Cunningham), dieser Sutemi ist abhängig von der Ausführung (bedingt auch von der Kumikata) - letztenendes passt Yokootoshi aber, ebenso wie Kataguruma. Aber über Kataguruma musste ich länger nachdenken, zu erst dachte ich: es geht gar nicht, aber es geht.
:D

Schön, aber für die Vermittlung erst einmal völlig uninteressant - es wird so komplex und schwer mittels Sprache alleine zu erklären, dass man es besser lässt (das ist etwas für Systemtheoretiker). Doch Judo soll praktisch sein, leicht und schnell zu erlernen.

Wie sieht der Aufbau des Kerngeschäftes denn nun wirklich aus, wo sind die "Erklärungen zur 1920er Gokyo no waza"? Heute hat die Gokyo keine Bedeutung mehr, und das leuchtet auch unmittelbar ein, wenn man die unterschiedlichsten methodischen u. didaktischen Konzepte kennt / nachvollziehen kann. Heute haben wir eine andere Sichtweise als noch vor 100 Jahren.

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Die magische Fünf

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 10:52

... der Rote Faden der 5 mal 8 Zusammenstellung

Am schnellsten erkennt man den Aufbau & die Struktur, wenn man sich ein Blatt Papier (DIN A4 im Querformat) zur Hand nimmt und alle Nagewaza tabellarisch niederschreibt.

Ikkyo - Nikkyo - Sankyo - Yonkyo - Gokyo sind dabei die Spalten / jede Spalte nimmt dabei Inhalte für eine (Schul)Klasse / Lehrstufe / Lernstoff auf. Die entsprechenden Spalten füllen wir mit zwei Viererblocks, der bekannten und benannten Nagewaza ===> linear.

Auf den ersten Blick erkennt man vielleicht das Trivialste, von links nach rechts betrachtet (die Progression) muss Ukes Ukemiwaza-Kompetenz zunehmen ... unbedingt! Wer die einzelnen (Schul)Klassen erfolgreich durchläuft, wird systematisch
(und unweigerlich) auf das Kommende vorbereitet, hier jetzt (in meiner Betrachtung) das Nehmen & Brechen eines Falles.

Banal (aber eines der essentiellen Geheimnisse, Ukemiwaza!)

Systematisch - und vorwegnehmend schon einmal: "vom Leichten zum Schweren" im Kontext des Erlernens einer Wurftechnik (Technikerwerb) ist Blödsinn. Der profane Technikerwerb wird von links nach rechts immer leichter und nicht schwerer.
Was steht also links und was steht rechts?

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Teil II (Exkurs)

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 11:34

die magische Fünf


Wofür steht die blöde Fünf?

Für fünf Schritte / Prinzipien ?! Nehmen wir noch gleich die acht Tore dazu, sind wir bei der Dreizehn. 13 Techniken, 13 Bilder, 13 Haltungen ... des Taijiquan ... wir befinden uns jetzt im antiken China ;) Wenn ich "Technik" schreibe, weiß ich das
dieses ein Fehler ist - aber was soll man schreiben, als Europäer???

8 plus 5 gleich 13.


Stellen wir uns in das Zentrum einer Uhr und schauen nach vorne und zielen dabei in die Richtung der Zwölf, dann nennen wir diese Richtung (und alles was uns in diese Richtung bringt / Motion / auch die entscheidene Technik des Gehens, wie)
Jin Bu.


12-Uhr
Jin Bu
verknüpfen wir mit vorne, nach vorne und dem Element METALL

6-Uhr
Tui Bu
verknüpfen wir mit nach hinten und dem Element HOLZ

================================================================

9-Uhr
Zuo Gu
verknüpfen wir mit nach links und dem Element WASSER, "achte auf links - sein Dir bewusst ..."

3-Uhr
You Pan
verknüpfen wir mit nach rechts und dem Element FEUER, "schaue nach rechts - nicht vergessen, aufpassen ..."

===================================================================================================

Es fehlt noch der Dreh und Angelpunkt, dort wo wir den Zirkel einstechen ... die Mitte!

Zhong Ding
verknüpfen wir mit dem Zentrum (von mir aus die senkrechte Drehachse) und dem Element ERDE

Damit stellen wir im Daoismus fünf Strategien dar, Bewegungen und Schritte(!) die, die Elemente darstellen und gleichzeitig repräsentieren. Zusammen bilden sie das Universum, die Welt ---> sind aber nichts anderes als Kompetenzen, Techniken, ...

Alleine "Zhong Ding" ist komplex, dabei aber gleichzeitig trivial. Stehen und Gehen (ohne zu fallen) ist auch Zhong Ding, das frei schwingende Becken ist ebenfalls Zhong Ding ...



Die magische Fünf stellt damit nichts wirklich besonderes dar ===> den Kern, das Universum, die Nagewaza des Kodokan als Wald ;-)

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MERKE

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 11:53

Zum Verständnis muss ich mir merken, worum es sich dreht (um die Erde und darauf stehe ich!)
um Richtungen,
Achsen, Linien ... tangential, anliegend an der Position (die Uhrzeiten).

Anders formuliert und die Betrachtung des WIE (alles was zu einer Wurftechnik dazu gehört) außer achtlassend: "wohin werfe ich Uke und wie fällt er dabei, wo zeigt er hin?"
Der Fall Ukes
lässt einen eindeutigen Schluss zu, ein Korrektiv - für die Wurftechnik.

Die Gokyo no waza stellt also den Kern dar und muss dabei irgendwie vernünftig (unter methodischen und didaktischen Gesichtspunkten aufgeteilt werden, 40 ist dabei zufällig durch 5 ganzzahlig teilbar - toll, ein Treffer).
Da J. Kano bestimmt kein Esoteriker war, auch wenn seine Lieblings RYU esoterisch angehaucht ist, war er doch ein weltoffener Modernisierer (mit den Wurzeln im alten Japan) - praktisch, logisch veranlagt ...
eben ein begnadeter Lehrer.

Sein Weltbild war bestimmt nicht von magischen Fünfen geprägt.

Verwerfen wir die träumerische Idee eines großen Geheimnisses innerhalb der Lehre der Gokyo no waza / eine Zusammenstellung in fünf Stufen. Nix Bögen, viel zu kompliziert und übergestülpt.

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Links < - > Rechts

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 12:09

Der Kern

Wissen muss man, dass sich die Nagewaza aufteilen und klassifizieren lassen:
In Tachiwaza und Sutemiwaza, das ist erst einmal der Inhalt des Behälters (der Ausbildung, Grundschulklassen "gelb","orange","grün","blau","braun" ... wenn man so will).

Weiter unterteilen wir die Tachiwaza separat und die Sutemiwaza ebenfalls separat:
In die bekannten Ashiwaza, Koshiwaza, Tewaza, sowie
Yokosutemiwaza, Masutemiwaza.

Dabei ergibt sich ein eindeutiges RANKING
1)
Tachiwaza
2)
Sutemiwaza
mit den absoluten Stellenwertigkeiten
Ashi 35%
Koshi 22,5%
Yoko 20%
Te 15%
Ma 7,5%

wieder eine magische fünfer Teilung. Die "Fünf" steht für den Kern, das Universum, ... die Lehre des Kodokan: allumfassend, kein Anfang und keine Ende oder alternativ, einfach für das Kerngeschäft / die Kernkompetenz ... die essentielle Lehre
und der Lernträger sind dabei die Wurftechniken.

1920 für die Grundschule festgelegt, 40 Schablonen.

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Aufbau

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 12:52

Links Ikkyo & Nikyo
Mitte Sankyo
Rechts Yonkyo & Gokyo


Die Ashiwaza finden sich in der Lehre mit zunehmender Priörität von rechts nach links, sie nehmen am Anfang der Lehre den größten Raum ein. Nach dem 3.Kyo verlieren sie (in der Lehre) total an Bedeutung, der 4. und 5.Kyo gehört ganz den
Sutemiwaza (Yoko).
den Wendepunkt stellt der Sankyo dar, hier werden die Sutemiwaza eingeführt, mit gleichem Stellenwert (aber ein Masutemi ist viel weniger komplex als ein Yokosutemi!) Ausgewählt hat die Kommission Tomoenage und Yokootoshi. Tomoenage ist für Tori leicht, er steht u.a. deshalb in der zweiten Menge. Der Schlüssel zum Verständnis liegt in der Auswahl des Yokootoshi, dieser wird durch die Tewaza der linken Stufen vorbereitet, wenn ich alleine an etwas Typisches denke ... richtig ist aber: das eine ganz bestimmte Menge des 1.Kyo und eine, bzw. zwei Schlüsseltechniken des 2. Kyo den Yokootoshi in der Gänze vorbereiten ... ohne Taiotoshi geht es zwar, aber dann liegt eine etwas andere (auch böse) Ausführung des Yokootoshi vor.
Im 3.Kyo werden die Sutemiwaza eingeführt, der Knoten ist dabei der Yokootoshi (alles auf die Lehre, methodisch- didaktisch bezogen).
Der 3.Kyo, die Mitte ist ein echter Wendepunkt, komplex, aber nicht schwer ... wenn Links vorbereiten konnte.
Links ist essentiell
und behandelt die Tachiwaza alleine ...
- Stellenwertigkeit der Tachiwaza 72,5%, der Sutemiwaza 27,5%
- am Anfang existiert ein Übergewicht der Ashiwaza!

Rechts gehört den Sutemiwaza und den Makikomi-Ausführungen



Stellenwertigkeiten, also Verteilungen und Harmonien innerhalb der Spalte und Mengen,
kann jeder Danträger / ÜL/ TR /Lehrer selbst herausfinden, das Warum der Verteilung und Aufteilung ebenfalls ... kennt er alle Techniken und hat verschiedenste Ausführungen im Kopf, erschließen sich REIHEN und damit auch das WIE der Vorbereitungen.


Eine Tabelle aufstellen und den Wald sehen / mit seiner Pflanzung und Struktur, ist der einzige Weg.


Die Gokyo no waza ist genial aufgestellt, weil sie die Entwicklung sichert - und sie macht das Werfen zusätzlich sicher, unterstützt die Ukemiwaza. Hat man keinerlei pädagogischen Hintergrund, weiß nichts über Methodik (auch nichts über die Lehre und Didaktik) ist die Gokyo mit ihren FÜNF der Garant für die Progression, im Geschäft der Nagewaza.

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Nachtrag

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 13:12

aufgeführt habe ich nur wenige Aspekte des Aufbaus und auch noch die offensichtlichsten, peinlich :oops:

Ich hoffe, der rote Faden ist klar geworden ...
an Richtungen / Achsen / "Punkte der Unterstützung" muss man ebenso denken, wie an die Mechanik ... viele Details.

Merken sollte man sich ruhig:
der Aufbau ist nicht zufällig durch Würfeln entstanden
die einzelnen Stufen sind wirklich vorbereitend für die nächste Etappe

man muss aber nicht 1 2 3 lernen, beginnend mit Deashiharai und in der letzten Klasse enden wir, chronologisch mit dem Yokogake.

Viele Köpfe haben ihre eigene Lehre und Systematisierung nach 1920 ersonnen - einen Zugang für ihre Schüler (leichter und schneller lernen).

#
Eine gute (bessere Aufgabe "als Bögen" finden) Aufgabe / Ausarbeitung wäre die Erklärung wie die Spalten, Techniken der folgenden Spalten vorbereiten.

Einfach einmal aufschreiben
und
einen roten Faden suchen.


Gruß,
HBt.

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Fritz
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Re: Nagewaza: Aufbau, Methodik, Ideen :-)

Beitrag von Fritz » 02.11.2016, 14:17

@HBt.: Weißt Du schon, was Du der Allgemeinheit jetzt eigentlich mitteilen wolltest?

Der Fakt, daß man die Gokyo als sinnvolles Mittel / Rahmen der Wurftechniken verwenden kann, ist
ja bereits ausgiebig diskutiert worden und eigentlich allen bis auf denjenigen, welche diesbzgl. einem
gegenteiligen Standpunkt huldigen, doch seit langem bekannt.

Interessant ist ja eher der Begriff Gokyo-no-Kaisetsu, also "Erklären der fünf Gruppen", wo ich stark
_vermute_ , daß sich "fünf Gruppen" eher auf "Ashi/Koshi/Te/Ma-Sutemi/Yoko-Sutemi" bezieht und nicht
auf die Gruppen, in denen die Würfe angeordnet wurden und daß neben der Anordnung der Würfe im
bekannte 5x8System da noch Erklärungen zu den Würfen mit dazu gehört haben ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Kaisetsu

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 14:51

Interessant ist ja eher der Begriff Gokyo-no-Kaisetsu, also "Erklären der fünf Gruppen", wo ich stark
_vermute_ , daß sich "fünf Gruppen" eher auf "Ashi/Koshi/Te/Ma-Sutemi/Yoko-Sutemi" bezieht und nicht
auf die Gruppen, in denen die Würfe angeordnet wurden und daß neben der Anordnung der Würfe im
bekannte 5x8System da noch Erklärungen zu den Würfen mit dazu gehört haben ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz
Eben diese Erklärungen fehlen, genauso wie eine Demonstration der Schablonen.

Das sich die "magischen Fünf" (Erklärungen) auf die Tachiwaza und Sutemiwaza alleine beziehen (als Aufzählung der Schublade mit Nummer), glaube ich nicht.
Eine Klassifizierung alleine ist Blödsinn, nur eine Schublade.


Das schrieb ich doch, glaube ich :dontknow
Weißt Du schon, was Du der Allgemeinheit jetzt eigentlich mitteilen wolltest?
Nicht wirklich, außer vielleicht:
- es beschäftigen sich immer einmal wieder Menschen mit den Ideen und Thesen von Cunningham
- nachvollziehbar erklärt Cunningham in seinen zwei Video's eine methodische, lineare Vorgehensweise und demonstriert dabei seine Schablonen
- ab dem 3.Kyo wird es schwierig, bis unmöglich "seine Bögen" zu erkennen und als Resultat erkennt man das "die Bogentheorie" nicht bis zum Ende standhält
- trotzdem kann man sich als ÜL/Referent oder Übling mit diesem Gesamtkomplex Nagewaza beschäftigen, es muss kein Lernen und Lehren nach dem WENN-DANN-PRINZIP sein,
es könnte sich tatsächlich auch einmal um Ebenen handeln und den dadurch wirkenden Kräften.


@Fritz,
Du kennst mich doch, ich denke laut, schreibe konfus - und Leser können etwas davon nehmen und Gedanken weiterspinnen oder verwerfen.

Ein persönlicher Wunsch wäre eine Zeitreise, als Studienreise mit einem Babelfisch im Ohr und einer goldenen Eintrittskarte ... sprich die Erklärungen, Demonstrationen zur Gokyo no waza von 1920.


Gruß,
HBt.

PS Mein Trigger war das aktuelle Video (Eröffnungsbeitrag) der Rentnertruppe, darüberhinaus Cunnigham himself.
Der Fakt, daß man die Gokyo als sinnvolles Mittel / Rahmen der Wurftechniken verwenden kann, ist
ja bereits ausgiebig diskutiert worden und eigentlich allen bis auf denjenigen, welche diesbzgl. einem
gegenteiligen Standpunkt huldigen, doch seit langem bekannt.
Ich denke, hier vernachlässigst Du alle Einsteiger nach 1992 (in Deutschland).

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Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 15:22

Fritz hat geschrieben: ich stark
_vermute_ , daß sich "fünf Gruppen" eher auf "Ashi/Koshi/Te/Ma-Sutemi/Yoko-Sutemi" bezieht und nicht
auf die Gruppen, in denen die Würfe angeordnet wurden
Nö!
Damit würdest du nur beispielhaft erklären was man unter Ashi-waza, Koshi-waza, Te-Waza, Yoko-sutemiwaza und Ma-sutemiwaza versteht. Punkt.

Deine Struktur sieht jetzt so aus:
A__ K__ Y__ T__M
14__9__8__6__3

Alleine um kenntlich zumachen das es fünf Gruppen gibt, dazu reicht die Nage no kata von 1906:
T__K__A__M__Y
3__3__3__3__3

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Re: Nagewaza: Aufbau, Methodik, Ideen :-)

Beitrag von Fritz » 02.11.2016, 15:57

HBt. hat geschrieben:Alleine um kenntlich zumachen das es fünf Gruppen gibt, dazu reicht die Nage no kata von 1906:
T__K__A__M__Y
3__3__3__3__3
Eben und dummerweise haben "sie" im Randori dann aber rausbekommen, daß es noch ein paar lernenswerte Würfe je Gruppe mehr gibt, als
in Nage-No-Kata beispielhaft aufgeführt ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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ohne geht es nicht

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 16:05

EDIT:
Stellenwertigkeiten,
also Verteilungen und Harmonien
innerhalb der Spalte (n Kyo) und Mengen (2 mal 4),

kann jeder Danträger / ÜL/ TR /Lehrer selbst herausfinden,
das Warum der Verteilung und Aufteilung ebenfalls ...
kennt er alle Techniken und hat verschiedenste Ausführungen im Kopf, erschließen sich auch REIHEN und damit auch das WIE der Vorbereitungen.


Eine Tabelle aufstellen und den Wald sehen / mit seiner Pflanzung und Struktur, ist der einzige Weg.


An die vorliegende Tabelle kann man sich ordentlich Notizen schreiben. Eine PowerPointPräsentation wäre auch gut, aber wir schreiben hier ausschließlich ... also wie soll man sich verständlich machen. Wir brauchen die Diskussion, wenn wir "die fehlenden Erklärungen" experimentell rekonstruieren wollen. Ergebnisoffen wie man auf Neudeutsch gerne sagt.
;)

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Re: Nagewaza: Aufbau, Methodik, Ideen :-)

Beitrag von HBt. » 02.11.2016, 16:09

Fritz hat geschrieben: Eben und dummerweise haben "sie" im Randori dann aber rausbekommen, daß es noch ein paar lernenswerte Würfe je Gruppe mehr gibt, als
in Nage-No-Kata beispielhaft aufgeführt ...
Nö, eine Zusammenstellung der Nagewaza gab es schon vor der 1906er Nage no kata - wie Du weißt.

Lernenswert sind alle Wurftechniken - rechts und links. Beidseitigkeit ist ein entscheidener Vorteil gewesen, in der Entscheidungsschlacht ... Koryu's vs. Kodokan (Gendai Budo).


Ob alles lehrenswert ist, bleibt eine andere Frage.

Gruß,
HBt.

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