C-Trainer Schein Lehrprobe

Hier geht es um die Trainingsgestaltung,-methodik,-formen.
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Heffalump
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C-Trainer Schein Lehrprobe

Beitrag von Heffalump » 28.11.2014, 13:18

Hallo Leute,

ich mache die Trainer-C-Ausbildung und wollte fragen, ob ihr Tipps habt zum Thema "Juji-jime aus zwei verschiedenen Standardsituationen des Boden Kampfes". Ich muss zugeben, dass ich im Lehrproben schreiben ein Neuling bin. Meine Gruppe sind 12-13-Jährige mit 3. Kyu.

Beispiel 1: Dachte ich an "Marhenke-Würger"
Beispiel 2: Tomoe-Jime
柔道 Freundliche Grüße 柔道
________Manuel________

CasimirC
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Re: C-Trainer Schein Lehrprobe

Beitrag von CasimirC » 28.11.2014, 13:35

Was mir direkt einfällt:

1. Nami-juji-jime aus der Oberlage, bspw. nach Hikkomi-gaeshi mit anschließender Landung in einer Form von Tate-shiho-gatame. Der Würger ist in diesem Fall die "Endtechnik".
2. Gyaku-juji-jime aus der Unterlage, bspw. nach einem nur halbwegs geglücktem O-uchi-gari durch Uke, wobei dieser mit an den Boden geht und sich aus einer Position zwischen den Beinen von Tori nach oben vorarbeitet. Tori nutzt diese Situation zum Würger.

Bei einer Lehrprobe solltest du für meinen Geschmack Wert darauf legen, dass du weißt und erläutern kannst, welche beiden unterschiedlichen Standard-Situationen du beschreibst und wie diese entstehen können (in meinem Beispiel: Tori in Unterlage bzw. Tori in Oberlage), und wie die geforderte Technik in dieser Situation sinnvoll zur Anwendung kommen kann.

[Tomoe-jime ist mir als Begriff nicht geläufig, aber die beiden Videos, die ich bei youtube gefunden habe, sehen irgendwie nicht nach einer Form von Juji-Jime aus, eher nach einer Form von Okuri-eri-jime...aber da gibt es sicher hier fachmännischen Rat, der das besser einschätzen kann als ich.]
Theorie: Wenn alle wissen, wie es geht, und es geht nicht.
Praxis: Wenn es geht, und keiner weiß, warum.

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Re: C-Trainer Schein Lehrprobe

Beitrag von Fritz » 28.11.2014, 18:11

CasimirC hat geschrieben:[Tomoe-jime ist mir als Begriff nicht geläufig, aber die beiden Videos, die ich bei youtube gefunden habe, sehen irgendwie nicht nach einer Form von Juji-Jime aus, eher nach einer Form von Okuri-eri-jime...aber da gibt es sicher hier fachmännischen Rat, der das besser einschätzen kann als ich.]
Tomoe-Jime ist ein Kata-Juji-Jime,
der dadurch entsteht, daß Tori nach einseitigem Doppel-Griff am Revers Uke nach unten zieht und mit dem oberen Arm um Ukes Kopf herumschwenkt und so die Würge herstellt.
Geht aus der Unterlage mit Uke zwischen den Beinen, geht auch im Stand... Hast Du die Hände andersrum am Revers, wird es Maki-Komi-Jime, also eine Ryote-Jime.
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: C-Trainer Schein Lehrprobe

Beitrag von CasimirC » 29.11.2014, 16:48

:danke Fritz!! :D
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Re: C-Trainer Schein Lehrprobe

Beitrag von Heffalump » 03.12.2014, 08:24

Dann ist doch theoretisch die Tomoe-jime keine Würge, sondern nur eine Bewegung. Aber warum wird dann sie als Jime bezeichnet?
柔道 Freundliche Grüße 柔道
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Re: C-Trainer Schein Lehrprobe

Beitrag von Fritz » 03.12.2014, 13:01

Was hast Du nicht verstanden: Wenn Tomoe-Jime eine bestimmte Art ist, Kata-Juji-Jime auszuführen, warum soll es dann keine Würgetechnik sein? :eusa_think
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: C-Trainer Schein Lehrprobe

Beitrag von derLichtschalter » 15.12.2014, 02:23

Heffalump: Du suchst aber eigentlich nicht nach zwei verschiedenen Juji-jime, sondern nach Juji-jime aus zwei verschiedenen Situationen. Das muss sich nicht ausschließen, aber ich wollte mal darauf hinweisen. Für den Marhenke-Würger bietet sich bspw. Ukes Bankposition an, für Tomoe-jime bspw. Toris Rückenlage mit Uke zwischen seinen Beinen - was beides "Standardsituationen des Bodenkampfes" sind. Aber wenn ich dich richtig verstehe, ist vielmehr nach dem Erarbeiten einer Technik in verschiedenen Situationen gefragt und weniger nach den Eigenheiten verschiedener Ausführungen (bspw. Handhaltungen, Armbewegungen) von Juji-jime - insofern würde ich darauf bei der Demonstration weniger (aber auch) Wert legen, sondern mich vielmehr darauf konzentrieren, die korrekte Ausführung aus den verschiedenen Situationen verdeutlichen.

Lies folgendes bitte, ohne das allzu sehr auf deine konkrete Fragestellung zu beziehen, aber vielleicht hilft es dir ja doch weiter: Das Begleitskript zur Dan-Prüfungsordnung erzählt Folgendes (S. 136):
„Standardsituationen“ am Boden
Hiermit sind die folgenden, immer wiederkehrende Situationen des Bodenkampfes gemeint:

- Bauchlage
- Bankposition
- Rückenlage
- Beinklammer

Ein Kämpfer liegt flach auf dem Bauch, der andere befindet sichüber ihm. Ein Kämpfer stützt in der tiefen oder hohen Bankposition, derandere hat von oben Kontakt oder nähert sich aus unterschiedlichen Richtung an. Ein Kämpfer liegt auf dem Rücken, der andere befindet sich zwischen dessen Beinen. Ein Kämpfer liegt auf dem Rücken und hat ein Bein des Gegners einfach
oder doppelt geklammert. Aus diesen vier Situationen ergeben sich jeweils in der Position der Ober- und der Unterlage, sowohl in der Rolle des Angreifers, als auch in der Rolle des Verteidigers, die unterschiedlichen Standardsituationen des Bodenkampfes.
Auf der gestrigen Dan-Prüfung im hiesigen Bezirk wurde deutlich, dass das nicht jeder Anwärter zum 1. Dan gelesen hat. Das muss man wohl auch nicht (finde ich), aber dann kommt man manchmal nicht wirklich dahinter, was die "Nomenklatur" des DJB im jeweils konkreten Fall bedeutet - und wenn man sich mit Prüfern des DJB unterhalten muss, dann sollte man zumindest das gleiche Vokabular benutzen können ;)

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