Bewegt älter werden mit Judo

Hier geht es um die Trainingsgestaltung,-methodik,-formen.
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tutor!
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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von tutor! » 18.11.2013, 08:10

Hier ist ein Bericht auf der Homepage des NWJV:
http://www.nwjv.de/aktuelle-meldungen/a ... it-judo-2/
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

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Fritz
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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Fritz » 18.11.2013, 10:46

Und was muß man da lesen:
DJB- und NWJV-Präsident Peter Frese forderte in seiner Begrüßung dazu auf, die Vielfältigkeit der Sportart Judo zu nutzen: "Es muss nicht unbedingt Randori sein. Das Fallen ist wichtig für Ältere und auch Tandoku-renshu und Uchi-komi können zu den Trainingsinhalten gehören."
Das Problem ist schlicht und einfach, daß Fallen geübt werden muß, sonst verkümmert die Fertigkeit bzw. entwickelt sich nicht
Tandoku-Renshu u. Uchi-Komi helfen in dieser Beziehung nicht viel.
Wir müssen zwei Typen von Älteren unterscheiden: Neueinsteiger u. Dabeigebliebene.
Die letzteren sollten in der Regel fallen können, hier ist m.M.n. regelmäßiges Fallen unabdingbar, damit
sich keine "Angst" davor aufbauen kann, Fertigkeiten die nicht geübt werden verkümmern leider...

Bzgl. der Neuanfänger sind Tandoku-Renshu u. Uchi-Komi eher nicht optimale Übungsmethoden, da zuerst
entsprechende Technik in der Feinform verinnerlicht sein müssen, damit man sich nicht mehr judotechnisch
einiges kaputt macht...
Demzufolge kann die Konsequenz nur sein, viel u. ordentlich Fallübungen zu üben, dazu
auch Nage-Komi mit ordentlicher Technik, so daß Uke auch sauber u. kontrolliert fallen kann.
Und dann halt Randori, mit dem Leistungsstand entsprechender Intensität...

Natürlich mag es auch Leute geben, die mit dem Fallen überhaupt nicht zurecht kommen, die Frage ist, ob
reine Bodenarbeit dann eine Alternative wäre...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von tutor! » 18.11.2013, 11:09

Fritz hat geschrieben:Das Problem ist schlicht und einfach, daß Fallen geübt werden muß (...)
Genau das hat Peter Frese sehr nachdrücklich betont.
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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Fritz » 18.11.2013, 11:40

tutor! hat geschrieben:
Fritz hat geschrieben:Das Problem ist schlicht und einfach, daß Fallen geübt werden muß (...)
Genau das hat Peter Frese sehr nachdrücklich betont.
Diesem Teil der Aussage stimme ich ja auch
vorbehaltlos zu ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von kastow » 18.11.2013, 11:46

Fritz hat geschrieben:Und was muß man da lesen:
DJB- und NWJV-Präsident Peter Frese forderte in seiner Begrüßung dazu auf, die Vielfältigkeit der Sportart Judo zu nutzen: "Es muss nicht unbedingt Randori sein. Das Fallen ist wichtig für Ältere und auch Tandoku-renshu und Uchi-komi können zu den Trainingsinhalten gehören."
Das Problem ist schlicht und einfach, daß Fallen geübt werden muß, sonst verkümmert die Fertigkeit bzw. entwickelt sich nicht
Tandoku-Renshu u. Uchi-Komi helfen in dieser Beziehung nicht viel.
Das eine schließt das andere ja nicht aus: Neueinsteiger können ja Tandoku-renshû, Uchi-komi und Fallschule üben.
Fritz hat geschrieben:Bzgl. der Neuanfänger sind Tandoku-Renshu u. Uchi-Komi eher nicht optimale Übungsmethoden, da zuerst entsprechende Technik in der Feinform verinnerlicht sein müssen, damit man sich nicht mehr judotechnisch
einiges kaputt macht...
Demzufolge kann die Konsequenz nur sein, viel u. ordentlich Fallübungen zu üben, [...]
Bereits Kanô hat Neueinsteigenden Jû-no-kata empfohlen - also eine Kata, die nur aus Uchi-komi-besteht. Das ganze hat für Ältere einen großen Vorteil: Sie üben außer Fallschule bereits gutes Jûdô und stärken durch Jû-no-kata (und/oder Gô-no-kata) die Rumpf- und Beinmuskulatur. Diese Muskulatur ist für Sturzprophylaxe und eine ordentliche Fallschule immens wichtig. Tandoku-renshû, Uchi-komi und Fallschule ergänzen sich so im Jûdô für Ältere hervorragend.

Was mich an den Vorträgen und dem Podiumsforum gestern am meisten gefreut hat, waren die von den Akteuren und dem Publikum vorgetragenen Beispiele der Vielfältigkeit, die Jûdô für Ältere bieten kann.
Herzliche Grüße,

kastow

Since the establishment of Kôdôkan jûdô, jûdô has become something that should be studied not only as a method of self-defence but also as a way of training the body and cultivating the mind. (Jigorô Kanô: MIND OVER MUSCLE)

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Ronin » 18.11.2013, 14:09

ClassicJudo hat geschrieben:Gegen diese Defizite könnte man bereits bei den Kindern und Jugendlichen gegensteuern, indem man als Aufwärmtraining statt Fußball, Basketball oder Gürtelhockey Yoga machen würde...
Das ist mir jetzt in dieser durchaus niveauhaltigen Diskussion zu pauschal formuliert. Wo bitte wurde denn z.B. in meinem Verein in den letzten 20 Jahren Fussball gespielt? Und ob Yoga nun der einzig seeligmachende Weg ist, wäre auch zu diskutieren, was nicht heisst, dass Yoga schlecht wäre.

Ich wehre mich nur gegen diese Pauschalverurteilungen, vor allem die ja nun doch in aller Regel aus einer Ecke kommen.

Jupp
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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Jupp » 20.11.2013, 11:49

Fritz schreibt: "Das Problem ist schlicht und einfach, daß Fallen geübt werden muß, sonst verkümmert die Fertigkeit bzw. entwickelt sich nicht. Tandoku-Renshu u. Uchi-Komi helfen in dieser Beziehung nicht viel.
Wir müssen zwei Typen von Älteren unterscheiden: Neueinsteiger u. Dabeigebliebene. Die letzteren sollten in der Regel fallen können, hier ist m.M.n. regelmäßiges Fallen unabdingbar, damit sich keine "Angst" davor aufbauen kann, Fertigkeiten die nicht geübt werden verkümmern leider..
.
Ja, Fallen muss geübt werden - von jedem, der Judo macht und immer wieder.

Allerdings muss man zwei Arten des Fallens unterscheiden - vor allem bei älteren Judoka , sagen wir ab 40 (manchmal allerdings auch schon viel früher...):
1. Die Ukemi-waza (Falltechniken) als einzelne Fertigkeit
2. Fallen mit verschiedenen Partnern in alle Richtungen in unterschiedlichen (Übungs-) Situationen.

Während die 1. Art des Fallens von nahezu allen Judoka immer wieder geübt wird und fast kaum Probleme bereitet (sieht man von den Schwierigkeiten einer "perfekten" Judorolle einmal ab), bereiten manche Übungssituationen älteren Judoka Schwierigkeiten, ja manchmal sogar Sorgen.

Als Uke immer locker, unverkrampft und sicher zu fallen ist auch für manch einen Danträger eine Kunst, wenn der Partner die Wurftechniken nicht sicher auszuführen versteht und seinen Teil für eine gute Fallübung Ukes beiträgt.

Gerade bei Älteren muss man als Übungsleiter schon "ein Auge" darauf haben, wen man mit wem bei welchen Übungsformen üben lässt.

Für Neueinsteiger ist die Angst davor, sich bei einem Wurf vollkommen dem jeweiligen Tori "auszuliefern" auch durch die Vorstellungen geprägt, die leider bei den Meisten in den Köpfen umhergeistern: dem Wettkampfjudo auf Spitzenniveau.

Wenn man Judo im Fernsehen sieht, dann zumeist als Zusammenfassung der spektakulärsten Szenen der letzten großen Meisterschaften. Die Art, wie Uke dort geworfen wird bzw. fällt, ist nicht das, was sich ein älterer Judoka als seinen Sport wünscht. Dies ist jetzt nicht gegen Wettkampfjudo gesprochen - einem Fahranfänger zeigt man auch nicht zur Motivation die heftigsten Unfälle aus der Formel 1!

Fallen mit einem Partner muss für Neueinsteiger systematisch aufgebaut werden, aber auch ältere Wiedereinsteiger oder Dabeigebliebene schätzen Übungsformen zum Fallen, die beim Studieren der Wurftechniken nicht immer mit der Härte eines Wettkampfes ausgeführt werden. Hier ist der Trainer für eine angemessene Auswahl der Übungsformen und die Zusammenstellung der Übungspartner im Hinblick auf den besten Lernerfolg zuständig.

Im Laufe der Jahre wird eine gute Übungsgruppe auch in der Lage sein, selber zu spüren, welche Wurfausführungen und Krafteinsätze angemessen sind - aber das ist (nicht nur für Ältere) ein langwieriger Lernprozess, der immer wieder Anregungen und Korrekturen benötigt.

Der Umgang des jeweiligen Trainers mit dem "Problem des Fallens" im Judo, das für alle Übungsgruppen einen Kern des "Judogeschäfts" darstellt, entscheidet darüber, ob sich langfristig eine Gruppe "älterer Judoka" zum gemeinsamen Training zusammenfindet und zusammenbleibt. Dabei wird man feststellen, dass in einer solche Gruppe auch Übungsformen, die ohne Fallübungen auskommen (bestimmte Kata, Boden, Uchi-komi, Yakosoku-geiko) einen wichtigen Stellenwert gewinnen.

Die Anmerkung von Fritz: "Das Problem ist schlicht und einfach, daß Fallen geübt werden muß, sonst verkümmert die Fertigkeit bzw. entwickelt sich nicht. Tandoku-Renshu u. Uchi-Komi helfen in dieser Beziehung nicht viel", kann ich voll und ganz auf dem oben von mir geschilderten Hintergrund unterschreiben.

Allerdings gilt auch und immer:
"Man wird nur besser in dem, was man macht!"
und
"Man macht gerne, was man gut macht!"

Ältere sollten vor allem Freude haben, wenn sie auf der Judomatte stehen und üben, und möglichst keine Angst!

Jupp

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Fritz » 20.11.2013, 12:41

Na das freut mich außerordentlich, daß wir hier uns offensichtlich einig sind :-)

Wichtig wäre natürlich noch "Fallen" nicht als "Problem" zu kommunizieren, sondern als
positive Herausforderung ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

Jupp
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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Jupp » 20.11.2013, 16:48

Fritz schreibt: "Wichtig wäre natürlich noch "Fallen" nicht als "Problem" zu kommunizieren, sondern als positive Herausforderung."
Da bin ich ganz sicher, dass sich Neuanfänger, Wiedereinsteiger und Dabeigebliebene im Judo der Älteren immer wieder von der Aufgabe, auf einen Wurf korrekt und sicher zu fallen herausgefordert fühlen.

Für uns als Trainer/Judolehrer besteht nun die Aufgabe darin, die dieser "Herausforderung Fallen" angemessenen Übungsformen zu entwickeln (oder anzuwenden).

Man kann dabei a) die Falltechniken ganz herauslassen (Uchi-komi etc.), b) isolieren (d.h. Fallen ohne Partner üben) oder c) in abgesprochenes Üben einbinden (Kata, Yakosoku-geiko).

Eine vollkommen andere Qualität erhält das Fallen für "Ältere" jedoch immer dann, wenn es d) in unabgesprochenen Situationen passiert, unerwartet oder sogar durch Tori relativ unkontrolliert erfolgt, wie es im Randori oder Wettkampf passieren kann. (Vor allem deswegen, weil viele der Älteren entweder wenig oder überhaupt keine Wettkampferfahrung zuvor gemacht haben...)

Der Trainer muss mit genauem Blick für seine "Schützlinge" (die ihm anvertrauten/sich ihm anvertauenden) immer wieder genau überprüfen und entscheiden, welche Qualität des Fallens er dem Einzelnen zutrauen und zumuten kann.

Bei einem "älteren" Neueinsteiger z.B. können schwere Verletzungen ungleich folgenschwerer für zahlreiche Beteiligte (seine Familie, seine Kollegen ...) ausfallen, als dies bei einer gleichen Verletzung bei einem Kind oder Jugendlichen der Fall wäre.

Auch diesen (sozialen, gesellschaftlichen) Aspekt muss ein Judolehrer/-trainer mit im Auge haben, wenn er "Bewegt Älter werden mit Judo" unterrichtet.

Jupp

P.S. In meinem Verein haben sich meine "Oldies" dazu entschlosen, zweimal im Jahr beim "Maipokal" und beim "Nikolausturnier" in Wettkämpfen gegeneinander anzutreten.

P.S. Vielleicht wäre ein Verfahren, dass die Beteiligten selber entscheiden lässt, ob sie sich sicheres Fallen im Kämpfen gegeneinander schon zutrauen, auch bei Anfängern mit dem 8. Kyu eine Alternative....

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Baumstamm » 05.12.2013, 12:21

Hab jetzt mal alles durchgelesen. Und ja das "Geworfenwerden" und "Sichfallenlassen" kann beim Randori schon einiges an Problemen mit sich führen.
Da wird man als "älterer" Judoka schon mal als Nichtskönner hingestellt, wenn man sich bei einem Randori mit Jüngeren werfen lässt. (Ich hab keine Lust mich beim Randori, durch die "wilde" Jugend, zu verletzen zu lassen). Es ist aber schon so, dass man mit dem Alter) auch die Randoris anders sieht, wie am Anfang der Diskussion dargestellt. (Ältere Judokas legen mehr Wert auf Technik) Vor 20 Jahren war ich auch ein junger Wilder und hab beim Randori auf Biegen und Brechen meine Würfe geworfen.
Heute lasse ich mich schon mal werfen und die Jugendlichen sind erstaunt, wie leicht ihre Technik funktioniert hat.

Ich bin ganz bei euch, wenn ihr sagt, die Kinder müssen mehr an Randori herangeführt werden, nicht als Wettkampf sondern als Übungsform.
Ein Baumstamm wird nicht gefällt, indem Mann dagegen läuft, dazu braucht Mann Kuzushi, Tsukuri, Kake, oder notfalls eine Axt.

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Baumstamm » 12.12.2013, 16:03

Hallo, das hab ich gerade gelesen
http://www.b-j-v.de/home/sportgeschehen ... n-eltmann/
besonders beeindruckend dir Brüder Manz :eusa_clap
Ein Baumstamm wird nicht gefällt, indem Mann dagegen läuft, dazu braucht Mann Kuzushi, Tsukuri, Kake, oder notfalls eine Axt.

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Jupp » 02.02.2014, 08:49

Ein Hinweis für interessierte Trainer und Übungsleiter in den Judovereinen

Der Deutsche Judo-Bund führt in Zusammenarbeit mit dem Nordrhein-Westfälischen Judo-Verband ab Ende März eine 60-stündige Trainer-B Ausbildung zum Thema "Bewegt ÄLTER werden mit Judo" durch.

Dazu können sich aus allen Bundesländern Teilnehmer anmelden.

Derzeit sind bei dieser Ausbildung, die in vier Blöcken a´ jeweils 15 Stunden (jew. Freitagsabends bis Sonntagmittag) überwiegend in der Sportschule Hennef (Nahe Siegburg) durchgeführt wird, noch einige Plätze frei.

In der Geschäftsstelle des NWJV kann man sicherlich nähere Auskünfte über freie Plätze, Termine, Voraussetzungen und Kosten erhalten.

Jupp

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Fritz » 02.02.2014, 11:27

Hier der Verweis zur Ausschreibung:

http://www.nwjv.de/qualifizierung/fortb ... wUid%5D=36
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Jupp » 07.04.2014, 14:21

Am letzten März-Wochenende wurde in der Sportschule Hennef der erste Teil der Trainer-B-Ausbildung "Bewegt ÄLTER werden mit Judo" durchgeführt. Diese Ausbildung führt der NWJV gemeinsam mit dem DJB durch. Daher waren bei den 19 Teilnehmern auch vier Judoka aus anderen Bundesländern, wie Thüringen, Schleswig-Holstein und Niedersachen. Von den 19 Teilnehmern waren 4 Frauen. Der älteste Teilnehmer war 74 Jahre, der jüngste erst 26 jahre alt.

Insgesamt wurde in 15 Unterrichts-Einheiten ins Thema "Bewegt ÄLTER werden mit Judo" in Theorie und Praxis eingeführt. In der Praxis standen vor allem die Themen "Kraft- und Ausdauertraining für ÄLTERE auf der Judomatte" sowie "altersangepasstes Fallen und Werfen" im Vordergrund. Beide Themen waren für die meisten Lehrgangs-Teilnehmer auch im Hinblick auf deren Alter angemessen, denn mehr als die Hälfte der Teilnehmer war deutlich über 55 jahre alt, insgesamt 6 Teilnehmer über sechzig Jahre.

Am Samstagmorgen waren über 40 Judoka eines benachbarten Judovereins angereist, um den Lehrgangsteilnehmern in der konkreten Praxis vorzuführen, wie man Judounterricht mit "Gross & Klein" an einem Samstagmorgen im Verein so gestalten kann, dass die kleinen und großen Judoka (Eltern mit ihren Kindern) langfristg Freude am sportlichen Bewegen und - eventuell - auch am Judo finden (können). Die Lehrgangsteilnehmer beurteilten diese 60 Minuten Judopraxis als "sehr beeindruckend"

Die Rückmeldungen der Teilnehmer waren für die Referenten ein sehr wichtiger Maßstab für die angemessene Auswahl der vermittelten Inhalte und Methoden bei dieser Auftaktveranstaltung - auch im Hinblick auf die nachfolgenden Wochenenden.

Am Sonntagmittag verließen 19 etwas müde, aber sehr motivierte angehende B-Trainer die sehr schöne Sportschule in Hennef. Der nächste Ausbildungsabschnitt findet im August in der Sportschule Hachen statt.

Es wäre sicherlich auch für andere Forumsmitglieder hilfreich, wenn in diesem Faden andere Lehrgangsteilnehmer (oder Interessierte) über ihre Erfahrungen (oder auch Erwartungen) mit einer solchen Trainer-B-Ausbildung berichten würden.

Aus meiner Sicht kann man nach der ersten Ausbildungsphase schon sagen, dass es sich um ein sehr gelungenes "Experiment" zu handeln scheint.

Jupp

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von musclecat » 27.11.2014, 21:27

Fritz hat geschrieben:
tutor! hat geschrieben:
Fritz hat geschrieben:Das Problem ist schlicht und einfach, daß Fallen geübt werden muß (...)
Genau das hat Peter Frese sehr nachdrücklich betont.
Diesem Teil der Aussage stimme ich ja auch
vorbehaltlos zu ;-)
ebenso
wenn man durchgehend Kampsport trainiert, egal welchen, hilft das der körperlichen Fitness, dem Selbstvertrauen und somit natürlich auch der Gesundheit im Alter.

war früher ne Judorolle en Kinderspiel mußt heute scho aufpassen wennsd auf Glatteis ausrutscht.
Naja so ändern sich die Zeiten

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Baumstamm » 15.12.2014, 17:26

Hallo

genau ein Jahr später, die Brüder Fritz und Heinz Manz haben es geschafft (http://www.judo-rothenburg.de/)
Gratulation zum 1. DAN
Ein Baumstamm wird nicht gefällt, indem Mann dagegen läuft, dazu braucht Mann Kuzushi, Tsukuri, Kake, oder notfalls eine Axt.

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Steffl » 15.12.2014, 18:55

@Baumstamm:
Wow! Supertoll! Durfte die beiden auf der Matte kennenlernen! Endloser Respekt. Glückwünsche an die Beiden, wenn du sie siehst!
_______________________________________________________________

Viele Grüße, Steffl

Alles wird gut! ;-)

Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an. (Marc Aurel)

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Jupp » 15.12.2014, 19:34

betrifft: Trainer-B-Ausbildung "Bewegt ÄLTER werden mit Judo"

Vor einigen Wochen haben 22 Trainer die oben angesprochene Ausbildung erfolgreich abgeschlossen - von ihnen war fast die Hälfte in der Altersgruppe 55+, der ursprünglich vom DOSB (Deutscher Olympischer Sport-Bund) angepeilten Zielgruppe.

Mittlerweile hat der DOSB die Altersgrenze herabgesezt, so dass auch die "jüngeren ÄLTEREN" (ab 31 Jahre) mit angesprochen werden sollen, was der Realität in den meisten Vereinen eher entsprechen dürfte.

Die vom NWJV durchgeführte Trainer-B-Ausbildung (gemeinsam mit dem DJB) hatte vor allem die mittleren Älteren (45-65) im Blick und Inhalte und Ziele darauf abgestimmt.

Die Teilnehmer mussten als Prüfungsaufgabe versuchen, eine Informationsveranstaltung im Umkreis ihres Vereins für "Bewegt ÄLTER werden mit Judo" zu initiieren, bewerben und durchzuführen und dann über ihre Aktivitäten vor der Gruppe in Wort und Bild (Power-Point-Präsentation, Flyer, Werbung etc) zu berichten.

Am Ende standen somit für die Teilnehmer (und auch die Referenten) viele Anregungen, die motivierten, es selbst mit einer Gruppe für "Oldies" zu versuchen oder mit der erhaltenen Informationen schon vorhandene Gruppen neu zu "füttern".

In 2016 soll in NRW die nächste Ausbildung zu diesem Thema durchgeführt werden, dann mit dem Schwerpunkt "jüngere Ältere".

Bis dahin kann dieser Faden genutzt werden für alle die es mögen, ihre Erfahrungen im Judounterricht mit Älteren mitzuteilen oder Fragen zu diesem Thema zu stellen, die dann diskutiert werden können.

Ich hoffe auf einen regen Gedankenaustausch über die Weihnachtstage und auch in 2015.

Jupp

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Fritz » 16.12.2014, 00:00

Jupp hat geschrieben:Die Teilnehmer mussten als Prüfungsaufgabe versuchen, eine Informationsveranstaltung im Umkreis ihres Vereins für "Bewegt ÄLTER werden mit Judo" zu initiieren, bewerben und durchzuführen und dann über ihre Aktivitäten vor der Gruppe in Wort und Bild (Power-Point-Präsentation, Flyer, Werbung etc) zu berichten.
Na toll...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von piti » 16.12.2014, 00:38

Jupp hat geschrieben:Die Teilnehmer mussten als Prüfungsaufgabe versuchen, eine Informationsveranstaltung im Umkreis ihres Vereins für "Bewegt ÄLTER werden mit Judo" zu initiieren, bewerben und durchzuführen und dann über ihre Aktivitäten vor der Gruppe in Wort und Bild (Power-Point-Präsentation, Flyer, Werbung etc) zu berichten.
Ich bin immer wieder erstaunt, was sich die Leute, die für uns denken, tolles einfallen lassen.
Judofunktionär fragt Judosportler:
Wer ist wir?

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