Bewegt älter werden mit Judo

Hier geht es um die Trainingsgestaltung,-methodik,-formen.
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HBt.
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Beitrag von HBt. » 27.04.2018, 12:49

- Fallen als Einstiegsproblem für Ältere (sowie Fallen der Älteren im Training überhaupt)
- Integration von Neueinsteigern in eine bestehende Gruppe
- Neuaufbau einer Gruppe "Älterer" in den Vereinen
- die Schwierigkeiten mit der teilweise unregelmäßigen Teilnahme Älterer am Training als Trainer umzugehen ("Wie kann man sein Training mit diesen Voraussetzungen planen?")

Ist dieses das (bisher) einzige Destillat?


#
tutor! hat geschrieben:(...)
Wertschätzung gegenüber Lernenden heißt für mich in diesem Kontext auch,
  • die Übenden bei jeder Nachkommastelle zu unterstützen und nicht zu entscheiden,
    wie weit sie in die Tiefe vordringen können sollen.
Hervorhebung u. Editierung stammt von mir.

Sie also dort abzuholen wo sie stehen und weiter zu fördern.
Dieses bedingt einen sehr guten (und breitaufgestellten) Übungsleiter oder ein entsprechendes Team. Ein Team mit unterschiedlichen Kompetenzschwerpunkten.

Fügen wir unserer Liste also noch ein Lehrteam hinzu, denn allwissende, allumfassende und alleskönnende Götter sind wir bekanntlich nicht.

Gruß,
HBt.

PS
Einwerfen möchte ich noch: 'Fritz' merkt korrekterweise (sinngemäß) an, dass man die Kreiszahl PI auch einfach nur erfolgreich nutzen /anwenden kann, neben SQRT(-1).

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Fritz
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Re: Bewegt älter werden mit Judo

Beitrag von Fritz » 28.04.2018, 12:08

HBt. hat geschrieben:
27.04.2018, 11:38
Helfen uns diese exemplarischen /schnellen Stimmen weiter,
fragt HBt.
K.A. die 16-jährige möchte das beim Judo finden, was sie bereits in der Leichtathletik-Gruppe hat, würde sie da wegwechseln - ohne daß es
einen echten Grund gibt - kann man davon ausgehen, daß sie selbst bei Idealbedingungen auch irgendwann spontan vom Judo weg ist.
Es gibt bei ihre auch keine Motivations-Gründe, die irgendworin liegen, was speziell judotypisch ist.

Die 50jährige ist eher für Judo nicht geeignet, da ziemlich vieles von dem, was für sie KO-Kriterien sind,
unabdingbar beim Judo sind: Fallübungen & körperliche Nähe u. "brutal" ist Frage der individuellen Definition, für den einen ist
ein Arm am Hals brutal, wogegen andere sagen: "Mensch, das ging ja diesmal fix mit der Ohnmacht, war eigentlich ganz angenehm" - ich
tippe sie gehört zu ersteren ;-)

Beide zeigen, daß sie vom/über den Judo(sport) an sich eigentlich nichts so richtig wissen.
Fragt sich, warum das so ist ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

HBt.
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Budoromantik

Beitrag von HBt. » 28.04.2018, 13:17

Fritz hat geschrieben:(...)Beide zeigen, daß sie vom/über den Judo(sport) an sich eigentlich nichts so richtig wissen.
Fragt sich, warum das so ist ...
Wie können wir Judoka unser ALLEINSTELLUNGSMERKMAL bloß besser kommunizieren? Sport ist doch Sport! Sollten wir unsere Philosophie (der zwei Maxime /Prinzipien, technisch-moralisch) deutlicher herausstellen?
:smoke
Ich denke, das ist alles Unfug.

Slogan hin & Slogan her,
HBt.

@Fritz,
auf jeden Fall bestätigen sie ein paar Eckpunkte (für eine gemischte Truppe mit Älteren, die bewegt älter werden möchte) von 'Jupp' - und jenes finde ich interessant, aber nicht verwunderlich. Bedenke noch: Handball ist ein ziemlich harter Kontaktsport, die Kreisläufer langen oft sehr heftig zu. Auf den Hallenboden knallen die Spieler ebenfalls oft auf. Bestimmt sind dieses überzeugende Gründe dafür, in späteren Lebensjahren alles etwas sanfter anzugehen - oder Angst & Unwissenheit /Aversion.

Ich kann mich noch sehr gut an die ablehnende Haltung meiner Mutter erinnern, sie mochte den Judosport nicht. Warum sie dieses Gefühl hatte, konnte ich nie in Erfahrung bringen. Meinem Vater gefiel die Wahl seines Kindes.
Er wollte übrigens mit Mitte Vierzig auch "bewegt" werden, und entschied sich für eine Aikido-Truppe. Ich nehme an, nach ein paar Jahren hatte er dazu keine Lust mehr - seine Wahl war wahrscheinlich (eh) romantischer Natur gewesen, anstelle von rationaler Auswahl.

@all!
Existieren schon Erhebungen darüber, wie lange eine Gruppe "bewegt Älterer" typischerweise überlebt?

Möglicherweise ist Kanos Judo doch nur (hauptsächlich) für Heranwachsende (Schüler bis zum 31sten Lebensjahr) konzipiert.
:violent1
Ob man Kano Shihans DNA zur Produktion von Clonen nehmen könnte? Das Original können wir nicht mehr fragen und ER sein Judo nicht mehr revolutionieren & vermarkten.
Mist!

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@tutor!

Beitrag von HBt. » 28.04.2018, 14:08

Wenn Du nur an einem einzigen Tag in der Woche Judo betreiben könntest und Dir dafür auch nur 'Jupps' Gruppe (unter seiner Ägide) zur Verfügung stehen würde, würdest Du den Rest Deines Judolebens damit zufrieden sein?

Falls Du mit einem Nein antwortest, wovon ich ausgehe, wage ich, Dich nach dem Warum zu fragen.
Warum?


Gruß,
HBt.

tutor!
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Re: @tutor!

Beitrag von tutor! » 28.04.2018, 18:58

HBt. hat geschrieben:
28.04.2018, 14:08
Falls Du mit einem Nein antwortest, wovon ich ausgehe, wage ich Dich nach dem Warum zu fragen.
So herum lässt sich keine relevante Frage aufbauen und auch nicht beantworten. Wenn ich nur einmal die Woche Judo machen könnte, würde ich mir keine Gruppe oder einen Trainer suchen, sondern Menschen, mit denen ich optimal Judo machen kann.

Wenn mir dies nicht möglich wäre, würde ich mich mit dem zufrieden geben, was möglich ist - eben weil es alternativlos wäre.

Trainingsstruktur und Trainingsaufbau von „Jupps“ Oldie-Gruppe kommt aber dem so ziemlich nah, was ich mir für mich vorstelle. Ich hätte es nur gerne 2,5 Stunden und nicht 1,5 und ich hätte gerne den ein oder anderen Partner, mit dem ich andernorts Judo mache, dort aber nicht verfügbar ist.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

HBt.
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Vielen Dank, für diesen Exkurs.

Beitrag von HBt. » 28.04.2018, 20:38

tutor! hat geschrieben:So herum lässt sich keine relevante Frage aufbauen und auch nicht beantworten.
Aber selbstverständlich lässt sich mindestens eine signifikante Frage stellen und Du weißt das auch, doch mir genügt Deine Antwort.
Wenn ich nur einmal die Woche Judo machen könnte, würde ich mir keine Gruppe oder einen Trainer suchen, sondern Menschen, mit denen ich optimal Judo machen kann.
  • Exakt
    - darum geht es
    - diese Aussage entspricht dem schon vorweggenommenem Nein!
Wo Du dieses Ideal findest (?), steht in den Sternen. Möglicherweise in Köln, doch irgendwie dreht sich dieser Faden auch um Judo-Deutschland im Ganzen - sollte er wenigstens.
Wenn mir dies nicht möglich wäre, würde ich mich mit dem zufrieden geben, was möglich ist - eben weil es alternativlos wäre.
"was möglich ist"
impliziert einen sehr weiten Interpretationsraum. Zeit für Spekulationen, Wünsche & Träume. Doch was bliebe Dir anderes übrig, als Dein Schicksal zu akzeptieren. Stelle Dir wirklich vor: Dein Zeitfenster ließe maximal 90 Minuten Sport pro Woche zu. Punkt. Alternativ könntest Du auch noch "etwas Altersarmut" dem Potpourri hinzufügen.
Trainingsstruktur und Trainingsaufbau von „Jupps“ Oldie-Gruppe kommt aber dem so ziemlich nah, was ich mir für mich vorstelle. Ich hätte es nur gerne 2,5 Stunden und nicht 1,5 und ich hätte gerne den ein oder anderen Partner, mit dem ich andernorts Judo mache, dort aber nicht verfügbar ist.
Nein, nein, nein ... gehe Doch bitte (kurzzeitig) von einem "beinahe unbefleckten Gelbgurt" aus und nicht von dem hochgraduierten EJU-Funktionär ... nur ganz kurz.

#
Ich denke,
wir sollten den typischen Kunden befragen und nicht uns selbst - damit wären wir wesentlich besser beraten, als mit dieser penetranten Überheblichkeit ... ach was sind wir noch alles?, selbstverliebt, selbstgerecht ... das gesamte Spektrum der Eitelkeiten ... - eben betriebsblind , wir wollen es nicht wahr haben.

Während ich mich hier in Rage tippe, liegt unser deutsches Judo schon am TROPF (?).

'Jupp',
rette den Faden (ich benötige ein Rezept) - andere Bundesländer (als NRW) benötigen den Messias.

Im Ernst,
wenn der Rest der Welt zufrieden ist, will ich Ruhe geben und meine Figur beerdigen - alles ist dufte ;-) :D.

LG,
HBt.

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Planung

Beitrag von HBt. » 28.04.2018, 20:50

(...)
die Schwierigkeiten mit der teilweise unregelmäßigen Teilnahme Älterer am Training als Trainer umzugehen

("Wie kann man sein Training mit diesen Voraussetzungen planen?")

Auf dieses Ergebnis bin ich gespannt wie der sprichwörtliche "Flitzebogen".

HBt.
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Plädoyer

Beitrag von HBt. » 28.04.2018, 21:14

Jupp hat geschrieben:(...)
Vielleicht lesen meine Anmerkungen einige meiner Schüler aus meinem Verein oder solche, die an Lehrgängen von mir teilgenommen haben und berichten hier darüber, damit ihre eigenen Erfahrungen von anderen geteilt werden können.
Dummerweise teilt nur keiner von Deinen Schülern hier irgendetwas mit und deshalb kann man diesen Faden auch ruhigen Gewissens mit Deinen eigenen Worten zu den Akten legen:
Fallen muss nicht immer hart und unangenehm sein, ein wenig abgeänderte Falltechniken können älteren Neu- und Wiedereinsteigern das anfängliche Üben enorm erleichtern und die Freude am Trainieren deutlich erhöhen.

Ganz allgemein daher mein Tipp an die Trainer solcher Gruppen:
legt besonders viel Wert auf die gute Ausbildung Eurer Übenden als Uke.
Wer gerne und sicher fallen kann, ist immer ein beliebter Partner und hilft dabei, dass andere lange im Judo bleiben!

Jupp
+1 (Ich bin zwar gegen eine Gehirnwäsche /der Konditionierung, aber so krass meinst Du es ja nicht. Die Uke-Rolle ist besonders wichtig, das gehört mittlerweile zum Allgemeinwissen.)

Ausschreibungen, Ankündigungen & Berichte

könnten besser in den entsprechenden Unterkategorien dieses Forums platziert werden. Neues zum Punkt "Trainingsgestaltung" wird es nämlich auf absehbare Zeit nicht geben.

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