Yoko-guruma in der Nage-no-kata: Zwei Pausen?

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Futago
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Yoko-guruma in der Nage-no-kata: Zwei Pausen?

Beitrag von Futago » 26.11.2016, 18:01

Hallo zusammen,

im Januar 2014 sind fankx und Fritz bereits kurz den Ablauf von Yoko-guruma in der Nage-no-kata durchgegangen ( http://dasjudoforum.de/forum/viewtopic. ... 827#p72825 und http://dasjudoforum.de/forum/viewtopic. ... 827#p72827): Uke versucht per Schlag anzugreifen; Tori versucht mit Ura-nage zu kontern; Uke verteidigt durch vorbeugen; Tori wirft Yoko-guruma. Diese Beschreibung ist übereinstimmend im Otaki/Draeger (S. 247ff in der Tuttle Ausgabe von 2001) und im Kodokan KATA Textbook Nage-no-Kata (S. 32 der englischen Übersetzung von 2014) enthalten.

Bei vielen auf Youtube veröffentlichten Vorführungen ist mir aufgefallen, dass der Bewegungsfluss sogar zweimal unterbrochen wird. Beispiele:
Es sieht für mich so aus als ob entweder Uke noch eine Verteidigung gegen Yoko-guruma versucht, Tori aber letztendlich den Wurf doch durchziehen kann; oder der Teil zwischen der ersten und zweiten "Pause" noch zu Ukes Technik gehört, d.h. er will Tori zu Boden drücken, was Tori dann nach der zweiten Pause übernimmt. Richtig überzeugt bin ich aber nicht von diesen Erklärungen.

Habt ihr eine sinnvolle Erklärung zur "zweiten Pause"?

Viele Grüße
Futago

tutor!
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Re: Yoko-guruma in der Nage-no-kata: Zwei Pausen?

Beitrag von tutor! » 26.11.2016, 18:59

Weder zwei noch eine Pause...

Was aussieht wie eine Pause ist ein Gleichgewicht von Kraft und Gegenkraft von Tori und Uke. Dies tritt in der Tat zweimal auf, wobei es beim zweiten mal weniger deutlich ist.

Zunächst kommt Uke nach vorne und schlägt, die logische Wurfrichtung wäre geradeaus weiter wie beim Ura-nage. Das versucht Tori auch zuerst. Uke kann den Gleichgewichtsbruch nach vorne jedoch durch den Stemmschritt, den er schon zum Schlag gemacht hat, verhindern. Für einen kurzen Moment kommt die Bewegung zum Stillstand, aber es ist beileibe keine Pause, sondern Spannung / Gegenspannung.

In dieser Situation ergreift Uke die Initiative, beugt sich nach links vorne, und drückt Tori mit dem Arm nach schräg-unten.

Tori muss nun seinerseits Gegenspannung aufbauen, damit er nicht Uke zu Füßen fällt. Hierdurch kommt es scheinbar ein weiteres mal zu einem Stillstand, der aber alles, nur keine Pause ist.

Während Uke mit dem Arm nach unten drückt, muss Tori nun das Gleichgewicht Ukes nach vorne brechen. Er lässt sich also nicht in die Richtung des Drucks nach unten kippen (der am häufigsten gemachte Fehler), sondern lässt sich zur Seite kippen und nimmt Uke mit. Uke versucht natürlich auch dieses zu verhindern, indem er seinerseits wieder eine Gegenspannung aufbaut (wird üblicherweise nicht erwähnt - es ist auch so schon kompliziert genug). Es nützt ihm aber nichts, weil er Toris Gewicht nicht mehr genug entgegensetzen kann. Erst wenn Ukes Gleichgewicht gebrochen ist, rotiert Tori unter Uke und wirft mit Yoko-guruma.

Auf der Matte ist es einfacher zu zeigen, als hier zu beschreiben.... Vor zwei Jahren beim Sommerkurs wurde genau diesem Punkt besondere Aufmerksamkeit geschenkt.
https://www.youtube.com/watch?v=XMPcL_LKo88&t=4992
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

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Re: Yoko-guruma in der Nage-no-kata: Zwei Pausen?

Beitrag von Futago » 26.11.2016, 22:52

Hallo tutor!,

vielen Dank für deine Antwort!

Viele Grüße
Futago

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