Strategie zur Danprüfung mit 40+

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tozanka-san
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Strategie zur Danprüfung mit 40+

Beitrag von tozanka-san » 17.07.2015, 10:38

Liebe Judoka,

ich habe nach Erfahrungen mit Karate und Aikido mit 42 mit meinen Kindern zusammen Judo angefangen.
Es macht mir wirklich Spaß und der Erfolg stellte sich durch die bestandenen Gürtelprüfungen ein. Seit
kurzem binde ich mir Braun um, was mir aber die Frage aufdrängt "wie geht's weiter?". Alle Danträger,
die ich so frage, sagen auf jeden Fall weitermachen. Mir fehlt nun aber etwas die Strategie auch mangels
Beispielen und Vorbildern.

Kann mir hier jemand etwas empfehlen? Ich habe nie aktiv gekämpft und werde es auch nicht anfangen.
Ich bin in einem kleinen Verein mit wenigen Mitgliedern (ca. 100), so dass häufiges Training auch nicht so
der Brüller ist, geschweige denn mit einem passenden Partner. Welche Anforderungen die großen Meister an
einen Dan-Kandidaten 50+ stellen weiß ich auch nicht.

Mein Traum wäre es natürlich, hier im Raum PLZ 89XXX einen Partner für die Prüfung zu finden.

Bernd

Dieter
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Re: Strategie zur Danprüfung mit 40+

Beitrag von Dieter » 09.08.2015, 15:29

Hallo Bernd,

auch ich habe mit 36 Jahren angefangen Judo zu trainieren und habe nie gekämpft. Vor drei Jahren habe meinen ersten Dan abgelegt. Gehe auf die Dan-Vorbereitungslehrgänge in deinem Landesverband. Dort findest Du sicher Leute, die ebenfalls keinen Partner haben und auf der Suche nach einem Solchen sind.
Hier in Hessen wurde dieses Jahr das erste mal eine Lehrangsserie für Ü50 angeboten. Bin derzeit an meinem zweiten Dan mit einem Partner, den ich auf diesen Lehrgängen kennengelernt habe.
Sprich den Prüfungsreferenten aus deinem Landesverband an und frage nach solchen Lehrgängen.

Viele Grüße aus Hessen

Dieter

JudoSakura
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Re: Strategie zur Danprüfung mit 40+

Beitrag von JudoSakura » 12.08.2015, 23:58

Ich glaube in deinem Alter braucht man sich keinen Stress mehr machen, so schnell wie möglich den nächsten Gürtel zu haben. Besser ist es auf Qualität zu achten als dein einziges Ziel. Und das braucht eben Zeit.

tozanka-san
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Re: Strategie zur Danprüfung mit 40+

Beitrag von tozanka-san » 14.08.2015, 20:57

Hallo JudoSakura,

> Ich glaube in deinem Alter braucht man sich keinen Stress mehr machen, so schnell wie möglich den nächsten
> Gürtel zu haben. Besser ist es auf Qualität zu achten als dein einziges Ziel. Und das braucht eben Zeit.

Das sehe ich genauso. Es geht mir nur darum, ob es sich überhaupt lohnt, anzufangen. Ob das dann zwei, drei oder
fünf Jahre dauert, ist Nebensache. Ich will nur vermeiden, dass ich mich anfange vorzubereiten und dann irgendwann
merke, dass meine Gesundheit das nicht durchhält oder es ein anderes Hindernis gibt, das ich vorher hätte wissen
können.

Bernd

Holger König
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Re: Strategie zur Danprüfung mit 40+

Beitrag von Holger König » 15.08.2015, 01:02

Ich bin Ende 40. Jedesmal, wenn ich eine Prüfung absolviert hatte, war es für mich der Grund, mich auf die nächste vorzubereiten. Einfach um ein neues Ziel zu haben, denn in diesem Alter kann man kaum noch Ziele im Wettkampf-Bereich setzen. Du kannst Dich aber parallel auf Dan-Prüfung und ein eventuelles Antreten bei einer Kata-Meisterschaft vorbereiten, denn die Nage No Kata ist in der Prüfung zum 1. Dan vollständig zu zeigen. Wenn Du die letzten 3 Kyu-Prüfungen nach 2005 gemacht hast, kennst Du schon 3 Gruppen. Solltest Du eine Kata-Meisterschaft absolvieren, dann gilt für mind. ein Jahr die Kata für die Dan-Prüfung schon als bestanden (zumindestens in Berlin).
Außerdem ist die Kata der konditionell anspruchvollste Teil der Dan-Prüfung (30 Würfe unmittelbar hintereinander).

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Lippe
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Re: Strategie zur Danprüfung mit 40+

Beitrag von Lippe » 26.08.2015, 09:31

Holger König hat geschrieben:Solltest Du eine Kata-Meisterschaft absolvieren, dann gilt für mind. ein Jahr die Kata für die Dan-Prüfung schon als bestanden (zumindestens in Berlin).
In Württemberg (und der PLZ-Bereich 89XXX gehört dazu) kann die Kata ebenfalls bei den Württembergischen Katameisterschaften (derzeit als "Badische und Württembergische Katameisterschaften") abgelegt werden. Es gilt allerdings auch dort, dass die Qualität der Demonstration ausreichend gut sein muss, damit sie entsprechend anerkannt wird.
Die Anerkennung gilt immer bis zur nächsten Württembergischen Kata-Meisterschaft.

Und die Frage der lohnenden Vorbereitung: Ich würde uneingeschränkt ja dazu sagen. Du musst Dich mit einem ziemlich breiten Programm befassen, z.B. die Nage-no-kata, die komplette Go-kyo, die Haltegriff-, Hebel- und Würgegruppen und vieles mehr. Mit der Dan-Prüfung vor Augen ist die Motivation zur zielgerichteten Vorbereitung meist höher. Stell Dir einen eigenen Trainingsplan auf, welches Themengebiet Du wann behandeln möchtest. Überprüfe, wie es läuft, und passe den Plan entsprechend an. Hole Dir Anregungen und Verbesserungsvorschläge auf Lehrgängen und bei fortgeschrittenen Judoka. Probiere aus, ob ihre Techniken auch für Dich passen, oder ob Du andere Lösungen besser umsetzen kannst.

Und sollte schlussendlich Deine Gesundheit Dir aus irgendwelchen Gründen doch einen Strich durch die Rechnung machen, hast Du immer noch wahnsinnig viel für Dein Judo gelernt. Der schwarze Gürtel ist toll, aber wichtiger ist doch das damit verbundene Verständnis und Können im Judo.

Und übrigens: Wenn Du nicht jetzt mit der Vorbereitung anfängst, wann dann? In zehn Jahren? Ob es dann leichter sein wird?

s.Olli
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Re: Strategie zur Danprüfung mit 40+

Beitrag von s.Olli » 19.07.2017, 15:40

Die Vorbereitung auf eine Prüfung zum nächsten Gürtelgrad gehört zweifelsfrei zum Weg eines jeden Judoka. Das Ziel sollte allerdings nicht der nächste Gürtelgrad sein, sondern der Weg selbst - Judo begreifen !

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