Wir sagen entschieden NEIN, zu ...

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HBt.
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Wir sagen entschieden NEIN, zu ...

Beitrag von HBt. »

allem!

https://www.njv.de/inside-njv/alle-news ... 18ad0f9f7a

Allerdings mag ich die neuerdings übliche Verharmlosung nicht, "sexualisierte Gewalt" klingt so harmlos -> ach, es ist ja gar nicht so schlimm. Nein, ein Übergriff bleibt ein Übergriff und ein Missbrauch ein Missbrauch und eine Vergewaltigung eine schändliche Straftat.

Was soll das sein, "sexualisierte Gewalt" ??? -> bei so etwas Harmlosen hört doch ganz schnell niemand mehr hin, es ist so oberflächlich.

Naja,
vielleicht ist dieses die Intention der zusammengesetzten Wortschöpfung -> Gewalt plus ein vorgestelltes sexualisiert Sein (der Gewalt und ihrer Ausübung)!

:angry4
HBt.
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???

Beitrag von HBt. »

Der Niedersächsische Judo-Verband e.V. (NJV) sagt entschieden "Nein!" zu sexualisierter Gewalt im Verband und darüber hinaus. Das in einem zweijährigen Prozess erarbeite NJV-Präventionskonzept (...)
Geht man davon aus der Bürger (sei ein Vollpfosten?) könnte JA sagen? Na dann, hoffen wir alle einmal, dass das KONZEPT Grenzüberschreitungen, Übergriffe und den Missbrauch sowie noch Schlimmeres verhindern kann, schließlich wurde ein zweijähriger Prozess durchlaufen, für etwas Selbstverständliches.

Oder verstehe ich hier etwas falsch?!

(Nur noch sieben Stunden - und dann, bin ich zuckersüß' sowie angepasst.)
HBt.
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nur_wazaari
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Ein kompliziertes Thema

Beitrag von nur_wazaari »

Gewalt anwenden ist und bleibt für mich immer irgendwo Gewalt anwenden; es geht immer irgendwie um Macht, so wohl auch im Umgang derjenigen die Gewalt beobachten d.h. unabhängig von der Perspketive auf den konkreten Fall. Auch wenn es bestimmte Situationen geben mag, in denen bestimmte gesetzlich verfasste Formen legitimiert erscheinen mögen (staatliche Exekutive, Notwehr- und Notstandsituationen), ist Gewalt immer zu hinterfragen, deutlicher: Sie ist eindeutig verhinderungswürdig, nicht zu relativieren. Leider passiert das Hinterfragen oft erst, nachdem sie angwendet wurde bzw. passiert ist. Manchmal hat man den Eindruck, dass vorher gar nichts an Prävention passiert ist oder die bestehenden Mittel versagt haben, eine Art Ungläubigkeit mit folgender Ohnmacht macht sich breit, am liebsten hätte niemand was gesehen oder gehört...dann folgt Aktionismus, positive Evaluierungen der Maßnahmen dienen oft nur der Publicity oder bestimmten Interessen; man könnte wohl lange fortfahren mit solchen Überlegungen.

Das "entschiedene Nein-sagen...", als ob jemand "ja" dazu sagen würde, was ja nicht ernsthaft unterstellt werden kann.

Offensichtlich soll dieser Ausspruch "Nein...!" eine starke Abgrenzung sowie eine gewisse Entscheidung- und Handlungsbereitschaft aufzeigen, was in meinen naiven Augen widerum bedeuten könnte, dass es bisher nicht allzu selbstverständlich gewesen ist, sich in Wort und Verhalten öffentlich davon abzugrenzen. Nun würde man eben denn aufschreien, dass das ja so nicht stimme. Und doch kommen solche Aktionen und Statements immer erst dann, wenn die alten Strukturen, die verbände selbst, der Ruf, was weiß ich in Gefahr sind, d.h. vorher muss sehr wohl auch mal weggesehen worden sein.

In meinen Augen meint es also: "Wir sehen nicht (mehr) weg" und "Wir vertreten dies auch (endlich) nach außen. Zumindest haben wir das vor... Klingt etwas ernüchtert, würde sich aber mit meiner Lebenserfahrung decken.

Es gibt auch so viele weitere Themen welche man exemplarisch anführen könnte...

Insgesamt ist ja die Frage, mit welchen Institutionen die sexualisierte/psychische und physische Gewalt nicht nur beim Sport sondern in der Gesellschaft verhindert bzw. behandelt werden kann. Irgendwie habe ich immer das Gefühl, dass immer nur wenn bestimmte Interessengruppen betroffen sind auch wirklich aktiv etwas getan wird. Das heißt, wonach richtet sich die Schutzwürdigkeit? Lässt sich Gewalt überhaupt im Hinblick auf Maßnahmen zur Prävention überhaupt in Stufen einteilen, sofern sie denn vorliegt? Gibt es etwas zwischen "ein bisschen"und "richtig viel", zwischen "schlimmer" und "harmloser", meinetwegen zwischen "sexualisierter" und "nicht sexualisierter" Gewalt? Diese Fragen mal abgesehen von soziologischen Ursachen und juristischer bzw. auch psychologischer Folgenforschung...

Daneben: Wo ist sie hin, die Zivilcourage? Wer weiß noch was das ist? Was lassen wir aus Macht(ab-)gründen gewähren, was nicht? Brauchen wir nun für alles Selbstverständliche (Gedanke von Hbt übernommen) ein institutionalisiertes Konzept...mein Eindruck: dahiner kann man sich toll verstecken, die perfekte Schablone, alles was nicht im Konzept steht liegt nicht mehr in meiner Verantwortung und in meiner Macht...wir, (nein: ich) haben alles in unserer Macht stehende getan...woran ich keine Schuld trage, was ich nicht direkt verursacht habe, dafür trage ich als Individuum keine Verantwortung, das muss ich nicht gesehen haben, da muss ich nichts tun, vielleicht ist es sowieso zu spät...

Haben sich Hemmschwellen verschoben, sind wir stumpf geworden?

:smoke
.
HBt.
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Bequem

Beitrag von HBt. »

Wir sind bequem geworden, darüber hinaus aber auch stumpf und dumm - jenes ist bedenklich/ äußerst gefährlich für ein friedliches, kultiviertes & florierendes Miteinander.

Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, meine Mitmenschen (Passanten) direkt anzusprechen. Ich stelle ihnen eine Frage (aber nur von Zeit zu Zeit, nicht immer und nicht überall). Überraschenderweise enden diese kleinen Zusammenstöße meistens positiv.

Da ich nicht Schwarzsehen möchte, muss gehandelt werden -> jeder ältere Erwachsene sollte sich schnell besinnen und auch an früher erinnern - wir (tragen) haben eine Verantwortung gegenüber uns selbst, unseren Großeltern, (Eltern?!) und unseren Kindern gegenüber zu erfüllen. Leider ist in der Bevölkerung diese Tatsache nicht auszumachen, leider ...

Zuckersüß wird gesäuselt.

Liebe 'Nur_wazaari',
vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag. Ich stimme Deinen Gedanken zu. Alle Deine Eindrücke sind* korrekt erfasst.

Gruß,
HBt.

*erfassen den Tatbestand

#
Noch ein Link https://www.njv.de/inside-njv/praevention-sex-gewalt/

Definition(en):
Sexualisierte Gewalt umfasst alle sexuellen Handlungen, die einem Menschen aufgedrängt oder aufgezwungen werden.
Sie ist ein Akt der Aggression und des Machtmissbrauchs.
NJV hat geschrieben:Wir unterscheiden zwischen sexualisierte Gewalt
  • mit Körperkontakt (unerwünschte Küsse, sexuelle Berührungen, Grabschen, Vergewaltigungen),
    ohne Körperkontakt (sexistische Witze und Bemerkungen, anzügliche Blicke, Bildnachrichten mit unerwünschten sexuellen Inhalten)
    sowie sexuellen Grenzverletzungen (unangemessenes Berühren und Nahekommen, Aufforderung zum Ausziehen, Exhibitionismus).
Offensichtlich war & ist ein Handlungsbedarf vorhanden (aber stimmt dieses auch, oder handelt es sich nur um ein Diktat?!):
(...) in der Vergangenheit wurde der NJV mit einigen sexuellen Übergriffen im engeren und erweiterten Umfeld konfrontiert. Aus diesem Grund wurde eine NJV-Projektgruppe "Schutz vor sexualisierter Gewalt im (Judo-) Sport" eingerichtet, (...)


Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn (www.)

Warum gab es keine Strafverfolgung(en)?, wenn der Verband mit Übergriffen (also dem Missbrauch) konfrontiert wurde?
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nur_wazaari
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Anekdote

Beitrag von nur_wazaari »

Zum Jahresabschluss kann ich nur noch eine Anekdote beitragen, ich halte es absolut allgemein, es sind keine weiteren Rückschlüsse möglich, da ich mich weit weg von meinem Heimatort und meiner Wahlheimat befand:

Bei einer Maßnahme unter nur Volljährigen tatschte/tätschelte Vorzeigender (m) in Funktion...mit einer Uke (w) beim Vorzeigen der Technik...wiederholt und vollkommen ohne Not ins Gesicht. Lange. Viel zu lange, an sich völlig unnötig in Anbetracht der Technik und auf unterschiedliche Weise inkl. weiterer Signale. Stelle es tatsächlich sogar harmloser dar, als es gewesen ist... Ich darauf hin Uke und andere Teilnehmende angesprochen, wie die das empfanden. Ergebnis der Reaktionen gemischt. Die meisten: Jetzt wo du es sagst, stimmt durchaus, war "komisch" im Sinne von "seltsam". Was sie meinten, was ich meinte: es war ganz klar auch sexuell motiviert. Evtl. merkte der Vorzeigende dies nicht mal selbst oder es war schon ankonditioniert. Uke hat nichts dazu gesagt, war ihr aber sichtlich unangenehm. Mir im Übrigen auch, und das meine ich nicht heuchlerisch o.ä.. Ich habe meinen Kopf zwischendurch senken müssen, weil ich mich wirklich geschämt habe und im Prinzip keine Möglichkeit hatte in dem Moment etwas zu tun und zudem auch unsicher gewesen bin ob ich etwas hätte tun müssen/sollen, was meine Pflicht in einer solchen Situation wäre. Ernsthaft, ich musste ganz stark blinzeln. Ganz gewiss suche ich nicht nach irgendwelchen Zeichen. Eine andere Uke (w) hat sich in anderer, sehr indirekter Form im Übrigen zu entziehen gewusst, aber alles geschah auch irgendwie indirekt und war somit für die Meisten nicht zu benennen. Denn: man will niemanden diskreditieren, für die Lappalie doch nichts riskieren. Auf beiden Seiten...

Habe solche Situationen schon öfter erlebt, aber nicht so explizit und so deutlich (unterstützt durch noch andere Indizien) explizit. Was kann man tun? Gemeinhin: Es wurde niemand verletzt, die Betreffenden vergessen das, das Verhalten geht weiter, es ist im Prinzip nicht kriminell, das Leben geht weiter, die Erde ist auch weiterhin rund. Schlicht: Es wurde toleriert und über sowas wird nicht geredet und das ist doch sowieso alles nur Spaß. Schlimmer noch, was ich mal gehört habe; das lässt sich doch sowieso nicht ausschließen oder gehöre auch irgendwie dazu. Man glaube mir nur dieses, es gibt nicht wenige auch auf der Matte die so denken und handeln, nochmehr gibt es solche die halt in gewisser Weise inkonsequent d.h. vergleichlich ihrer Position lediglich nicht allzu integer sind. Von denen gibt es wohl reichlich, auf allen sog. Ebenen.

Ergebnis: Es ist einfach s.....e, wenn sich Leute auf subtile und unterstellt bewusste Art machtausnutzend verhalten, gerade wenn es angeblich Autoritäten sind.
.
HBt.
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Im Ergebnis

Beitrag von HBt. »

Nur_wazaari hat geschrieben:Es ist einfach s.....e, wenn sich Leute auf subtile und unterstellt bewusste Art machtausnutzend verhalten, gerade wenn es angeblich Autoritäten sind.
Wolltest Du "es ist einfach "scheiße"" nicht ausschreiben ;-). Aber es ist doch auch scheixx, viele von uns Arbeitnehmern (m/w) erleben dieses wöchentlich mehrmals - absolut regelmäßig. Meine Einrichtung könnte man auch mit Fug und Recht
ein Labor nennen -> "Das Labor!" [C. Sch.]. Ich nenne diesen Missbrauch auch schon einmal (ganz gerne) den "Tagesvollzug" - und dabei arbeite ich sehr gerne, doch das ist ein trauriges Kapitel.

Quintessenz
Wir alle erleben jeden Tag den Missbrauch vermeintlicher Mächte, den Machtmissbrauch und dabei würde es schon ausreichen sich zu wehren -> ganz dumm ist es nur, dass man damit immer alleine dasteht ... doch wäre man nicht allein, sondern geschützt durch Gleichgesinnte (in diesem Fall von erwachsenen Menschen des selben Jahrgangens und Schlages umgeben) ... -> einfach nicht allein, dann gäbe es diese Vorfälle nicht mehr. Temporär versteht sich, der Missbrauch ist eben nur so lange gefährlich für den Täter (geschlechtslos -> scheiß gendern!), bzw. zu teuer, solange ein Schutz und Konsens in der Gruppe besteht. Momentan lautet der Konsens: ducken, nur nicht auffallen, bloß nicht aufs Radar ...

Mir wird dabei regelmäßig speiübel.

HBt.

PS
In diesem Sinne (das öffentliche Nein_sagen des NJV) will die Taskforce sich gegenseitig Mut zurufen, hoffentlich bleibt es nicht beim Zurufen. Wir benötigen Courage.

Was wir nicht benötigen, kann man beobachten, bzw. jeden Tag in der HAZ lesen. In meiner Stadt' werden gefühlt, täglich Mordversuche durchgeführt, auf offener Straße ... es ist beängstigend ... Passanten schreiten nicht ein, sondern filmen lieber (mit ihrem Smartphone) den Tathergang. Von Zeit zu Zeit alarmieren sie auch schon einmal die Ordnungskräfte, doch retten sie das Opfer nicht. Nein, sie lassen das Opfer (nachdem die Täter den Tatort verlassen haben und ihr Opfer für das Finale auf die Straßenbahngleise gelegt oder gezerrt haben) schön brav auf den Schienen liegen und warten im Dickicht ab. Die Straßenbahn rollt. Tja, in letzter Sekunde können die ankommenden Beamten, den zerschlagenen Körper vom Gleis ziehen -> nur das beherzte Eingreifen der Polizisten (der Stadt Hannover) konnte diesen Menschen vor dem sicheren Mord bewahren. Warum haben die Zuschauer diesen armen Tropf nicht schon vorher, als sie noch alle Zeit der Welt hatten, gerettet? Ach, selbstverständlich ist der Vorgang jetzt schon ein paar Wochen alt, doch er war nur eine einzige Meldung in der Tagespresse wert. Warum? Vielleicht, weil die Digitalisierung und die E-Mobilität Vorrang haben - also dämliche, belanglose Themen -> Ablenkung, damit wir nicht mehr zuhören und den Überblick verlieren (too big to justice).

Abends und auch Nachts, sollte man Hannovers Straßen meiden. Eine unglaubliche Tatsache, aber schlicht und einfach die Wahrheit .

Was ist zu tun? (Ich kann Typen (m/w), die die Äuglein schließen nicht ab.)
HBt.
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Gewalt, Schutz, Trainer

Beitrag von HBt. »

Aus diesen drei Wörtern bilden wir den "Gewaltschutztrainer"
https://www.karate.de/de/verband/ressor ... ention.php und lizenzieren ihn.

Ich bin gespannt darauf, wann das zuständige Ressort des NJV dieses Angebot übernimmt oder sogar selbst erfindet?.

Selbstverständlich sei noch angemerkt:
Aus diesen drei Wörtern bilden wir die "Gewaltschutztrainerin" und lizenzieren sie. Das weibliche Geschlecht darf diese Ausbildung selbstverständlich auch genießen, und überhaupt, "Frauen sind eh die besseren Männer", es existieren keinerlei Unterschiede, wir sind in jeder Hinsicht gleich. Der Baum ist weiblich, die Rose ist männlich ;).


Ein kurzes Essay als kleines Leckerli zum Schluss:
https://www.karate.de/de/aktuelles/meld ... frauen.php
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nur_wazaari
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Die lieben Unterschiede

Beitrag von nur_wazaari »

Es gibt sie zwar, natürlich, aber so wahnsinnig groß sind sie für das Judotraining nun wirklich nicht. Seit Jahren trainiere ich (mit) zu 80% Frauen, teilweise stehe ich auch nur mit Frauen auf der Matte. Diese sind aber, wie Männer im Übrigen auch, völlig unterschiedlichen Chrarakters. Zudem arbeite ich ehrenamtlich in einer universitär angegliederten Organisation, die sich viel mit dem Thema Gleichstellung und Chancengleichheit auseinandersetzt. Das Thema an sich interessiert mich.

Das Mädchen oder die Frau werden in dem Text als schüchtern, komplexbeladen und ohne größeres Selbstbewusstsein dargestellt. In meinen Augen tut sie damit sowohl den Frauen als auch den Männern unrecht. Von einer allgemeinen Sozialisation zu sprechen ist außerdem, zumindest heutzutage aber wohl auch früher schon, m. E. nicht sinnvoll. Zudem wird der übliche Gleichstellungsschluss bemüht, welcher eine Dominanz der Männer bzw. eine Unterdominanz der Frauen (durch Sozialisation) als Ursache und damit als Hauptargument ausmacht. Dieses trifft meiner Erfahrung nach nur sehr bedingt zu.

In meinen Augen gibt der "Essay" nicht viel her, als die typischen Plattitüden bzw. eine Wiedegabe der verarbeiteten Wahrnehmung von persönlichen Erfahrungen der Autorin. Die übliche Forderung, dass Männer zurücktreten sollen damit Frauen vortreten können. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, dass es sich nicht mal um einen feministischen bzw. mit Feminismus sympathisierenden Artikel handelt, weil er (vielleicht ungewollt) den Mann ins Zentrum stellt. Es wird z.B. nicht gesagt, wie denn Frauen nun "gesondert" zu trainieren seien bzw. es kommt eine gewisse Ratlosigkeit zum Ausdruck.

Im Judotraining gibt es in meinen Augen und meiner Erfahrung nach allerdings schon ein paar Dinge d.h. Voraussetzungen, worauf man vielleicht Unterscheidungen zwischen Männern und Frauen beziehen könnte. Dies hat aber vor allem mit den Zielerwartungen der Trainierenden und derer körperlicher Voraussetzungen aber nichts mit irgendeiner gesellschaftlichen oder anerzogenen Ausformung zu tun (nein, "kämpfen" d.h. im Randori verausgaben wollen sich bei mir zumindest alle!!) Das gehört dann aber vielleicht schon gar nicht mehr in die Plauderecke. ;)

PS: Die Frauen welche bei mir trainieren sind z.T. aus sehr patriarchalischen, sogar religiösen Hintergründen stammend und pflegen ihre Sozialisation durchaus, teilweise haben sie schwierige Erfahrungen hinter sich - wie einige der Männer auch. Allerdings sind alle vergleichsweise gut gebildet, vielleicht macht auch das einen Unterschied. Dementsprechend will ich den Artikel der Autorin nicht vollständig vernichten, da ich nicht genau weiß mit wem sie es auf der Matte zu tun hat.
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nur_wazaari
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Das Problem ist gewaltig...

Beitrag von nur_wazaari »

...sowohl in der Qualität der Taten, als auch derer Quantität.

https://www.youtube.com/watch?v=TEDo9JAxGKw

Mir missfällt es schon immer, wenn Trainer/Trainerinnen/Lehrer/Lehrerinnen* sich auch selbst als Vater/Mutter/Bruder/Schwester oder Alleslöser/Alleslöserinnen oder andere familiäre, gar heilige zu bewundernde Bezugspersonen gerieren - zu groß ist die Gefahr, dass es sich hier um Manipulationsstrategien handelt.

Judo, der Sport und das selbsternannte Erziehungsystem, haben ein gewaltiges Problem, das alle weiteren eventuellen Erfolge überschattet. Die Zeiten, in denen zum Beispiel Trainingseinheiten zu Züchtigungsveranstaltungen geraten, sind beileibe nicht vorbei.

Die Lösungsansätze sind eher als halbherzig, wenn überhaupt so, zu bezeichnen.

*Hier ergibt gendergerechte Sprache Sinn!

Ich weiß, dass das Video schon seit 2 Jahren verfügbar ist. Aber es werden immer wieder Fälle aufgedeckt, immer wieder geht das naturgemäß durch die Medien, auch aktuell wieder. Was nützen die ganzen tollen Selbstverpflichtungen und blanken Führungszeugnisse, was ändern sie an der Systematik des Problems, der Auflösung, wie wird versucht, die potenziellen Täterinnen und Täter zu erreichen und diesen beizukommen?
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Hier fehlen mir (eigentlich) die Worte

Beitrag von HBt. »

Danke 'nur_wazaari' für die Erinnerung.
Jeglichen Formen des Missbrauchs und der Manipulation* muss entschieden entgegengetreten werden. Punkt. Das Video wirkt ziemlich nach.


HBt.

*im Kontext
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