Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Antworten
MCNS
Orange Grün Gurt Träger
Orange Grün Gurt Träger
Beiträge: 56
Registriert: 03.06.2009, 19:33

Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Beitrag von MCNS » 11.06.2010, 14:45

Hallo allesamt,

ich bin ja selbst körperlich gehandicapt und habe mich mal gefragt, ob ich nicht auch ein Vorbild haben könnte. Ich meine jetzt ein Vorbild mit körperlichem Handicap. Man selbst träumt ja manchmal,vielleicht einmal so gut zu kämpfen wie z.B. Anton Geesink zu seinen besten Zeiten. Nun bin ich durch meine Behinderung in meinem Judo doch recht eingeschränkt und trainiere immer mit dem Wissen, nie so gut werden zu können wie z.B. Anton Geesink, allein schon wegen der Einschränkung.

Kennt sich jemand ein wenig mit der Geschichte des Judo aus? Kann mir jemand sagen, ob es einmal einen guten Judoka mit körperlichen Handicap gegeben hat, der mit seinem Handicap durchaus sehr erfolgreich war (-->Turniere, Graduierung, andere Ehrung)?

Ich denke, dass jeder ein Vorbild braucht. Ich habe mich daher gefragt, ob es nicht auch einen körperlich gehandicapten Judoka gab/gibt, den man durchaus als Vorbild ansehen könnte.

(Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Frage wegen eines Vorbildes überhaupt stellen darf. Ich habe sie jetzt aber doch einfach mal gestellt, da mich das schon ziemlich interessiert und ich nicht weiß, wen ich besser fragen könnte, wenn nicht die Mitglieder dieses Forums. Ich habe bis jetzt von keinem solchen Judoka gehört, vielleicht gab es ihn noch nicht oder er ist gerade am "werden".)

Wahrscheinlich wird es keine Antwort geben, weil sie keiner wirklich kennt. Aber in dem Fall wollte ich es zumindest einmal versucht haben, heraus zu finden...

Vielen Dank an alle, die meine Frage gelesen und ein wenig nachgedacht haben, auch wenn sie keine Antwort haben.

MCNS

Benutzeravatar
Judo_HoHan
Blau Gurt Träger
Blau Gurt Träger
Beiträge: 112
Registriert: 03.10.2007, 15:56
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Verein: TSV Hagen 1860 e. V.
Kontaktdaten:

Re: Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Beitrag von Judo_HoHan » 11.06.2010, 15:05

Hallo MCNS,
klar gibt es auch Vorbilder für dich. Da ich nicht weiß was für eine Behinderung du hast kann ich dir doch ein paar Namen und dazu gehörige Fakten nennen. Nehmen wir z.B.:
Ramona Brussig siehe hierhttp://ard.ndr.de/peking2008/paralympic ... ig100.html
Größte Erfolge: Paralympics 2008: 2; Paralympics 2004: 1.;
WM 1998/2003/2006: 1.; WM 2007: 3.;
EM 2001/2005/2007: 1.

Carmen Brussig http://ard.ndr.de/peking2008/paralympic ... ig104.html
Größte Erfolge: Paralympics 2008: 3.; WM 2007/2006: 1.;
EM 2007: 1.; EM 2005: 2.

Sebastian Junk http://ard.ndr.de/peking2008/paralympic ... nk102.html
Größte Erfolge: Paralympics 2004: 3.,
EM 2007: Team-3.

Matthias Krieger http://ard.ndr.de/peking2008/paralympic ... er100.html
Größte Erfolge: WM 2006: 3.
EM 2007/2005: 3.

Also es gibt auch für dich genügend Vorbilder.
Gruß
Holger
Um kämpfen zu können, brauchen wir nicht nur starke Arme und einen schnellen Geist; wir brauchen den Glauben

http://www.judo-hagen.de

MCNS
Orange Grün Gurt Träger
Orange Grün Gurt Träger
Beiträge: 56
Registriert: 03.06.2009, 19:33

Re: Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Beitrag von MCNS » 11.06.2010, 15:28

Hallo Judo_HoHan,

ich bin ein körperlich gehandicapter Judoka, mir fehlt der linke Unterarm ab dem Ellenbogengelenk. Die sehbehinderten Judoka gehören zwar auch in die Gruppe der körperlich behinderten Judoka, doch sie werden separiert und als "sensitiv behinderte Judoka" bezeichnet.

(Körperlich Behinderte sind also alle Judoka mit einem körperlichen Handicap, ausgenommen der seh-behinderten, die werden als senstiv-behindert bezeichnet.)

Es gibt noch einen weiteren Aspekt, nämlich, dass es für die sensitiv behinderten Judoka Meisterschaften gibt, für alle anderen nicht-sehbehinderten Judoka (-->körperlich gehandicapt) nicht. Daher hört jemand wie ich auch nicht von anderen körperlich Behinderten, die vielleicht am "anderen Ende der Welt" erfolgreich kämpfen und dann für mich als Vorbild gelten könnte.

Sorry, dass ich mich mit "körperlichen Handicap" nicht so klar ausgedrückt habe.

Vielen Dank trotzdem.

MCNS

tutor!
Moderator
Moderator
Beiträge: 3576
Registriert: 08.08.2008, 10:41

Re: Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Beitrag von tutor! » 11.06.2010, 16:06

Deine Frage ist berechtigt, aber sensibel. Ich kenne einen Sportler und nenne ihn jetzt einmal U.H., der eine Contergan-Schädigung (http://de.wikipedia.org/wiki/Contergan-Skandal) hat, was sich dadurch zeigt, dass ein Arm nur ansatzweise - etwa Oberarmlänge - vorhanden ist. Seinen Namen werde ich hier nicht nennen, ich hoffe Du kannst das nachvollziehen.

Dieser Judoka hat zeit Lebens mit nicht behinderten Judoka gemeinsam trainiert und auch recht erfolgreich gekämpft (meines Wissens bis in die Regionalliga, sicher bin ich mir da aber nicht). Er ist ein absolutes Vorbild an Trainingseinsatz sowie Einsatz für das Judo allgemein und vor allem jemand, den ich noch nie über seine Behinderung habe klagen hören.

Mehr möchte ich öffentlich nicht über ihn schreiben, ohne seine Zustimmung zu haben. Falls Du mit ihm Kontakt aufnehmen möchtest, kannst Du mir eine PN schreiben, Dich bitte wahrheitsgemäß vorstellen und ich werde ihn dann mit Deinen Kontaktdaten und Deinen Angaben kontaktieren. Dann kann er entscheiden, ob er Dir schreiben möchte oder nicht (wovon ich aber ausgehe).
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

Benutzeravatar
Judo_HoHan
Blau Gurt Träger
Blau Gurt Träger
Beiträge: 112
Registriert: 03.10.2007, 15:56
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Verein: TSV Hagen 1860 e. V.
Kontaktdaten:

Re: Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Beitrag von Judo_HoHan » 11.06.2010, 17:23

Hallo tutor! u. MCNS,
Dieser Judoka hat zeit Lebens mit nicht behinderten Judoka gemeinsam trainiert und auch recht erfolgreich gekämpft (meines Wissens bis in die Regionalliga, sicher bin ich mir da aber nicht). Er ist ein absolutes Vorbild an Trainingseinsatz sowie Einsatz für das Judo allgemein und vor allem jemand, den ich noch nie über seine Behinderung habe klagen hören.
tutor! ich glaube ich weiß wen du meinst, ist bei uns B-Kari und hat noch eine andere Position im Bezirk. Ich sehe ihn am Sonntag. Werde mal mit ihm sprechen, vieleicht meldet er sich bei dir.
Gruß
Holger
Um kämpfen zu können, brauchen wir nicht nur starke Arme und einen schnellen Geist; wir brauchen den Glauben

http://www.judo-hagen.de

MCNS
Orange Grün Gurt Träger
Orange Grün Gurt Träger
Beiträge: 56
Registriert: 03.06.2009, 19:33

Re: Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Beitrag von MCNS » 11.06.2010, 22:44

Hallo Tutor!,

ich würde Dir ja gerne eine PN schicken, doch irgendwie funktioniert das nicht. (Es gibt nirgends eine Taste für "Absenden", die Nachricht bleibt also im Postausgang.)

Kannst Du mir sagen, was ich nun machen muss?

Viele Grüße

MCNS

Benutzeravatar
judoka50
3. Dan Träger
3. Dan Träger
Beiträge: 1490
Registriert: 06.11.2006, 13:09
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Kontaktdaten:

Re: Die Vorbild-Frage : ein Judoka mit körperlichem Handicap

Beitrag von judoka50 » 11.06.2010, 22:49

Hi - schau mal hier, da haben wir auch schon mal über genau das gleiche Thema geschrieben.

http://www.dasjudoforum.de/forum/viewto ... ehinderten

Dabei gehe ich davon aus, das Tutor und Judo_HoHan den gleichen Judoka meinen, der in meinem Kreis schon seit Jahrzehnten auch im Wettkampf (mit "normalen" sehr erfolgreich war. Derzeit konzentriert er sich mehr auf den KR Bereich.
Einziges Problem welches er bisher hatte war, dass es bei der Vorbereitung für die Prüfung zum 2. Dan Probleme gab und er bei seinem nächsten Start eine andere Kata wählen muss. Bei der KnK ist es halt problematisch die Techniken in der Wirkung zu demonstrieren.
Viele Grüße
U d o

Antworten