Neuer Deutscher Judo Verband

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Fritz
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Re: Neuer Deutscher Judo Verband

Beitrag von Fritz » 11.02.2018, 23:16

nur_wazaari hat geschrieben:
11.02.2018, 16:14
Interessant. Natürlich möchte kein Verein oder Ausrichter einen Rechtsstreit riskieren oder für den Ausfall etwaiger Versicherungsleistungen in Kauf nehmen. Ebenso kann ich den jeweiligen Verband verstehen, der, wenn ihm ein Wissen um eine solche "nicht genehmigte" Veranstaltung nachgewiesen werden kann, im möglichen Schadensfall mit in Regress gezogen wird.
Genau das ist leider das Argument, mit dem in Deutschland nahezu jede Eigeninitiative, solange sie den üblichen Weg verläßt,
abgewürgt werden kann. Es ist bei uns schlichtweg nahezu unmöglich, den Leuten zuzugestehen, irgendwelche Risiken einzugehen und im Falle eines Unfalls, diesen als
daß anzusehen, was er ist, nämliche ein Unfall, nein da wird dann auf Krampf nach Schuldigen gesucht nur damit irgendeine Versicherung, welche
ihre Prämien stets pünktlich, ohne mit der Wimper zu zucken, eingezogen hat, dann irgendwie darum herumkommt, ihre Zahlung zu leisten bzw. wenn sie doch gezahlt
hat, sich dieses Geld von angeblich Schuldigen zurückzuholen, wohlgemerkt, Geld, was sie in der Gesamtheit bereits über ihre Prämien im Vorfeld erhalten hatte ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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nur_wazaari
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Re: Neuer Deutscher Judo Verband

Beitrag von nur_wazaari » 12.02.2018, 11:09

Genau das ist leider das Argument, mit dem in Deutschland nahezu jede Eigeninitiative, solange sie den üblichen Weg verläßt,
abgewürgt werden kann.
Abgewürgt würde ich nicht sagen, solange die damit verbundenen Sorgen durchaus den realen Begebenheiten entsprechen. Ich würde auch nicht bewerten wollen, ob das nun ein Auswuchs der hohen Regulierungsrate in Deutschland ist oder eben nicht. Klar kann man bei eventuellen Verletzungen dann auch einen Haushaltsunfall oder etwas anderes als Grund der Verletzung angeben. Aber das Risiko besteht nun einmal. Umso wichtiger wäre demnach ein übergeordneter Schutz.

Grundsätzlich kann ich die Kritik aber hinsichtlich der Praktikabilität von Veranstaltungen ganz im Allgemeinen verstehen, weil durch die Regulierungen/Verpflichtungen ein erhöhter Aufwand notwendig ist oder Veranstaltungen gar nicht mehr durchgeführt werden können. Ich sehe das z.B. bei mir an der Uni, welche Hürden für einfachste und ungefährliche studentische Veranstaltungen gelegt werden. Spontan geht da gar nichts. Auf Judoveranstaltungen bezogen bedeuten ähnliche Umstände vielleicht auch, dass sich potenzielle Ausrichter so zurückhalten. Dann steht das "N.N." eben weiterhin im Terminkalender.

Es ist wohl auch möglich, sich dem teilweise zu entziehen und einen "unüblichen" Weg einzuschlagen. Der Charakter und Status des Offiziellen geht der Veranstaltung dann aber eben ab. Und ja, darauf wird in Deutschland tatsächlich viel Wert gelegt. Ich sehe dabei Vor- und Nachteile. Vorteile sind natürlich die Spontanität, der erhöhte Freiheitsgrad usw.. Nachteile sind zumindest unter den derzeitigen Gepflogenheiten speziell für Judoveranstaltungen alle, welche sich aus dem Status des Inoffiziellen ergeben. Dass dem nicht so sein müsste ist klar und könnte theoretisch durch den Verband auch tlw. abgeholfen werden. D.h., ein offizieller Status ist natürlich abgesehen von gesetzlichen Vorschriften irgendwo auch vom Ermessen der zuständigen Behörden oder dem Dachverband abhängig (z.B. bei Beantragung). Ebenfalls ein Thema mit vielen Unwägbarkeiten.

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