Mangel an Kyu-Turnieren

Hier geht es um die Wettkampforganisation und um Fragen zu den Wettkampfregeln
xenio
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Re: Luxemburg ...

Beitrag von xenio » 25.03.2018, 15:45

HBt. hat geschrieben:
23.03.2018, 14:28
scheint nicht besonders groß zu sein ;)

http://www.judo.lu/page/clubs-32541

'xenio',
Du könntest die anderen 14 Vereine des Herzogtums mit ins Boot nehmen. Schreibe sie an, bzw. besuche ihr Training und trage Dein Anliegen mündlich vor.

Mein Gott, so schwer ist das doch gar nicht.
Habe ich getan und am 28. April findet hierzulande ein Kyu Cup statt ;)

Aber ich denke, aber man sollte wie bereits geschrieben, auch Meisterschaften im Kyu-Format austragen. Ob Judokas nun faul sind, bezweifle ich. Was sollte ein Judoka fauler machen als einen BBJ'ler...

Dass man mir sagt, ich solle doch zum BJJ wechseln, verstehe ich nicht, es soll doch darum gehen, Judo bei Erwachsenen interessanter zu machen und nicht, um Leute im Judo zu verscheuchen ;)

MfG Xenio

HBt.
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Attraktivitätssteigerung

Beitrag von HBt. » 26.03.2018, 10:50

Lieber xenio,
ich finde Deine Idee famos, wirklich ...

Erwachsene Anfänger binden und gewinnen wir "durch nationale & internationale Kyu-Meisterschaften", prima.

:cry:

HBt.

Vielleicht klappt es ja, ich möchte der Zukunft nicht im Wege stehen.

xenio
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Re: Attraktivitätssteigerung

Beitrag von xenio » 26.03.2018, 15:20

HBt. hat geschrieben:
26.03.2018, 10:50
Lieber xenio,
ich finde Deine Idee famos, wirklich ...

Erwachsene Anfänger binden und gewinnen wir "durch nationale & internationale Kyu-Meisterschaften", prima.

:cry:

HBt.

Vielleicht klappt es ja, ich möchte der Zukunft nicht im Wege stehen.
Wie gesagt... in anderen Sportarten klappt es, warum soll es nicht im Judo funktionieren... :eusa_think und nein es geht nicht um das Gewinnen an sich.... es soll darum gehen, dass ein 30jähriger Anfänger nicht gegen einen 18jährigen kämpft, der demnächst an einem Grand-Prix/ Grand-Slam usw. teilnimmt... Sobald der 30jährige in de Matte gerammt wird, stellt sich dieser die Frage, ob er nicht fehlt am Platz ist... das macht Judo nun mal unattraktiv für erwachsene Anfänger..

:cry:

HBt.
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30jähriger

Beitrag von HBt. » 26.03.2018, 17:19

Wenn der 30jährige (und bis dato total unsportliche) Anfänger gegen ein 18jähriges Hormonmonster (mit schon jahrelangem Training) antritt,
ist er äußerst dämlich.

Wenn zwei 30 - oder 40jährige Anfänger aufeinandertreffen und gegeneinander antreten, sind sie ebenfalls sehr ...

Eine Judowettkampfkarriere (Shiai) startet man in jungen Jahren, als Kind.

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Re: 30jähriger

Beitrag von xenio » 26.03.2018, 18:58

HBt. hat geschrieben:
26.03.2018, 17:19
Wenn der 30jährige (und bis dato total unsportliche) Anfänger gegen ein 18jähriges Hormonmonster (mit schon jahrelangem Training) antritt,
ist er äußerst dämlich.

Wenn zwei 30 - oder 40jährige Anfänger aufeinandertreffen und gegeneinander antreten, sind sie ebenfalls sehr ...

Eine Judowettkampfkarriere (Shiai) startet man in jungen Jahren, als Kind.
Diese Einstellung finde ich sehr... ;) Eine sehr totalitäre, traurige Welt ;)
Aber darum geht es ja... es gibt zuviele, die diese Einstellung haben. Aber in einem Punkt geb ich dir Recht, wenn man 20 Jahre keinen Sport betrieben hat, sollte man die Finger von Wettkampf lassen, egal welchen Sport man anfangen will.

Aber in dieser Diskussion geht es nicht um unsportliche 30jährige, sondern vielleicht um ehemalige Boxer, Fußballspieler, Karatekas, etc. die schon ein gewisses Grundwissen (in Wettbewerben) mit bringen. Dazu gehören auch Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Disziplin, eiserner Wille, Selbstbeherrschung (damit meine ich den Umgang mit Adrenalin). Man sollte halt eine Möglichkeit bieten, diese Leute unter sich kämpfen zu lassen. Die wollen ja nicht zu den Olympischen Spielen und das ist denen auch bewusst ;)

MfG Xenio

HBt.
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Warum ...

Beitrag von HBt. » 27.03.2018, 10:04

xenio hat geschrieben:(...)
Aber in dieser Diskussion geht es nicht um unsportliche 30jährige, sondern vielleicht um ehemalige Boxer, Fußballspieler, Karatekas, etc. die schon ein gewisses Grundwissen (in Wettbewerben) mit bringen. Dazu gehören auch Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Koordination, Disziplin, eiserner Wille, Selbstbeherrschung (damit meine ich den Umgang mit Adrenalin).
Warum sagst Du das nicht gleich,
frage ich Dich?!


Dagegen habe ich absolut nichts einzuwenden.

Bare-knuckel-fighting
hinterm
Hauptbahnhof

geil :?


Mit dem Messer wird hier bei uns auch immer ein bisschen hantiert (erfolgreich sogar),
in (Pkt.)lu etwa noch nicht???

#
Gut,
Du möchtest also eine Attraktivitätssteigerung des Judosportes dadurch erzielen, dass Du ehemalige Boxer, Karateka, MMA, BJJ, ... zum Judo (durch Kyu-Turniere / Meisterschaften) bugsierst.

:rofl

'Xenio (männlich oder weiblich)',
aus welcher Disziplin stammst Du?
(...)
Man sollte halt eine Möglichkeit bieten, diese Leute unter sich kämpfen zu lassen. Die wollen ja nicht zu den Olympischen Spielen und das ist denen auch bewusst
Unter sich bleiben die schon, glaube mir.

Ausgetragen wird das üblicherweise draußen, zum Beispiel hinterm EXPERT, E-Center und dem ABC-Schuhladen, der Sonnenbank und dem Vodafoooooon-Shop ... jeden Tag.
Darum muss sich die Gemeinschaft und der deutsche Judobund (DJB) nun wirklich nicht mehr kümmern.

Ihr in Luxemburg scheint da noch ein wenig rückständiger zu sein.

Geht es Dir wirklich nur um eine inhaltliche Debatte zum Thema:
einen Pool für ehemalige Boxer vs. ehemalige Golfer, in der Untergruppierung "Gelbgurt" mit weiterer Differenzierung in Alters- &. Gewichtsklassen?

HBt.

HBt.
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Klartext

Beitrag von HBt. » 27.03.2018, 11:09

Es spricht nichts gegen Kyu-Turniere.

Berichte uns doch von Deinem Wirken,
z.B. darüber wie Du es geschafft hast, die anderen 14 Vereine in Eurem Land' davon zu überzeugen, erstmalig einen Kyu-Cup für Erwachsene auszutragen.

Wie sehen die Modalitäten aus?

Oder berichte umfangreich von den Ergebnissen (nach dem 28. April 2018).

HBt.

Psst
Kennst Du schon das Randori-Turnier http://www.judobund.de/aus-fortbildung/ ... i-turnier/ ?

xenio
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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von xenio » 27.03.2018, 15:26

Finde toll dass man als Judoka sich gerne über andere lustig macht, passt irgendwie nicht in die Philosophie aber naja... ich erzähl dir dann mal über mich, denn es scheint als wäre jeder für dich kriminell, der mit Mitte zwanzig mit Kampfsport anfangen möchte... zuerst einmal verabscheue ich MMA... und mit der Polizei habe ich auch keine Probleme, keine Prügeleien (als 10jähriger damals einmal), ich bin eher der Nerd, der zuhause Bücher liest, Filme, Sit-Coms und Dokus schaut usw... bin selbst im öffentlichen Dienst tätig...

Hoffe dass ich dir Fantasie eines Schlägers ausgetrieben habe :danke

Zum Judo: Ich wollte schon als Kind Judo machen, jedoch war mein Vater dagegen und wollte, dass ich weiterhin Fußball spiele... So habe ich dann auch auf Luxemburger Niveau bei einem damaligen Zweitligisten gespielt... Irgendwann mit 24 beschloss ich dann, mit Judo anzufangen, was ich auch tat...

Schon schade dass ich hier mein Privatleben preisgeben muss, um ernst genommen zu werden... naja... wenn ein Erwachsener mit Kampfsport anfängt, ist er sofort ein MMA Schläger... :alright

Zu unserem Kyu-Cup: Es gab hierzulande bereits ein Judo-Turnier, das in Kyu-Kategorien ausgerichtet worden ist. Damals unter dem Namen Cup-FLAM (Flam ist der Luxemburger Kampfsport Verband) Dieses Turnier fand länger nicht mehr statt. Als ich dann vor ein paar Jahren anfing, redete ich mit meinen Trainer, der sofort meinte, dass er erwachsene Anfänger zu jeder Zeit unterstützen würde, zumal er im Luxemburger Judo Verband tätigt ist. Nun hat et zusammen mir einigen Vereinen aus der Großregion (Saarland, Ost-Frankreich und Luxemburg) unter der Fahne des INTERREG (Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)) ein Kyu-Cup veranstaltet.

Ich möchte nur hinweisen, dass das Kyu-Cup Prinzip, erwachsene Anfängern es einfacher machen würde, am Judosport teilnehmen zu lassen. Aber ich werde sofort in die Schläger-Schublade gesteckt... Warum? Warum sollte ich ein Schläger sein? Hätte ich dann nicht besser zum MMA oder Kickboxen oder Muai Thai zu wechseln?!

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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Fritz » 27.03.2018, 16:51

xenio hat geschrieben:
27.03.2018, 15:26
Ich möchte nur hinweisen, dass das Kyu-Cup Prinzip, erwachsene Anfängern es einfacher machen würde, am Judosport teilnehmen zu lassen. Aber ich werde sofort in die Schläger-Schublade gesteckt... Warum? Warum sollte ich ein Schläger sein? Hätte ich dann nicht besser zum MMA oder Kickboxen oder Muai Thai zu wechseln?!
Die Idee mit dem Kyu-Turnier ist nicht schlecht, in der Tat ist es ein Möglichkeit, erwachsene Anfänger etwas Wettkampfluft
schnuppern zu lassen, wo statistisch gesehen dann auch Anfänger Kämpfe gewinnen können ;-)

Warum HBt. nun in diesem Zusammenhang plötzlich von Straßenkämpfen "fantasiert", wird wahrscheinlich nur er wissen.
Ich habe auch ein paar erwachsene Anfänger in der Gruppe und würde es bei uns Kyu-Turniere geben, wären die sicherlich da auch mit dabei ...

Aber bitte stelle MMAler, Thai-/Kickboxer nicht als Schläger hin, für den Nichtkampfsportler macht es wohl keinen großen Unterschied, ob man sich boxt oder
jemanden in den Dreck wirft und/oder würgt - all das erzeugt gleichermaßen Argwohn beim Durchschnitts-Friedwesen. ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

HBt.
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Jetzt können wir endlich diskutieren

Beitrag von HBt. » 27.03.2018, 17:09

(...)
Zu unserem Kyu-Cup:
Es gab hierzulande bereits ein Judo-Turnier, das in Kyu-Kategorien ausgerichtet worden ist. Damals unter dem Namen Cup-FLAM (Flam ist der Luxemburger Kampfsport Verband) Dieses Turnier fand länger nicht mehr statt. Als ich dann vor ein paar Jahren anfing, redete ich mit meinen Trainer, der sofort meinte, dass er erwachsene Anfänger zu jeder Zeit unterstützen würde, zumal er im Luxemburger Judo Verband tätigt ist. Nun hat et zusammen mir einigen Vereinen aus der Großregion (Saarland, Ost-Frankreich und Luxemburg) unter der Fahne des INTERREG (Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)) ein Kyu-Cup veranstaltet.

Ich möchte nur hinweisen, dass das Kyu-Cup Prinzip, erwachsene Anfängern es einfacher machen würde, am Judosport teilnehmen zu lassen.
Sehr gut,
Dein Hinweis ist registriert - warum nicht gleich so(?). Nicht Du hast den CUP angeschoben sondern ein Funktionär ...
Aber ich werde sofort in die Schläger-Schublade gesteckt... Warum? Warum sollte ich ein Schläger sein? Hätte ich dann nicht besser zum MMA oder Kickboxen oder Muai Thai zu wechseln?!
Hier hast Du (und 'Fritz' wahrscheinlich willentlich) etwas falsch verstanden.

#
Bitte berichte über die Modalitäten? Wie muss ich mir ein Kyu-Turnier (oder Cup oder Meisterschaft) im Bereich der erwachsenen Anfänger (des Judosportes) vorstellen?

HBt.
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Wer sind noch einmal "diese Leute" ?

Beitrag von HBt. » 27.03.2018, 17:16

xenio hat geschrieben:(...)
Man sollte halt eine Möglichkeit bieten, diese Leute unter sich kämpfen zu lassen. Die wollen ja nicht zu den Olympischen Spielen und das ist denen auch bewusst
Hervorhebung von mir

Gut,
das können sie doch tun - nichts spricht dagegen. Sie benötigen keine offizielle Erlaubnis.

Lass Deinen Verein eine derartige Veranstaltung ausschreiben. Nimm es federführend in die Hand (regelmäßig). Punkt.

Sammelt den Bedarf - und bitte berichte dezidiert, damit Leser dieses Forums verstehen können (ohne einen Ortstermin) was sich wirklich abspielt.

Wo kommen die Kämpfer her, wie alt sind sie, welche Vorkenntnisse ... welche Bedürfnisse ... bla bla bla (?).

Schließlich sollte man eine Aktion auch auswerten (können)!

HBt. grüßt alle Diskutanten,
phantasiert ruhig noch ein bisschen ;)

HBt.
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Ein NERD als typischer Judoanfänger ?

Beitrag von HBt. » 27.03.2018, 17:28

xenio hat geschrieben: Finde toll dass man als Judoka sich gerne über andere lustig macht, passt irgendwie nicht in die Philosophie aber naja... ich erzähl dir dann mal über mich, denn es scheint als wäre jeder für dich kriminell, der mit Mitte zwanzig mit Kampfsport anfangen möchte... zuerst einmal verabscheue ich MMA... und mit der Polizei habe ich auch keine Probleme, keine Prügeleien (als 10jähriger damals einmal), ich bin eher der Nerd, der zuhause Bücher liest, Filme, Sit-Coms und Dokus schaut usw... bin selbst im öffentlichen Dienst tätig...

Hoffe, dass ich dir Fantasie eines Schlägers ausgetrieben habe :danke

Zum Judo: Ich wollte schon als Kind Judo machen, jedoch war mein Vater dagegen und wollte, dass ich weiterhin Fußball spiele... So habe ich dann auch auf Luxemburger Niveau bei einem damaligen Zweitligisten gespielt... Irgendwann mit 24 beschloss ich dann, mit Judo anzufangen, was ich auch tat...
Nach vier aktiven Jahren bist Du kein blutiger Anfänger mehr, sondern ein Exfußballspieler der seinen SPORT gefunden hat.

Du xenio,
auf die Idee' das Du ein böser Schläger bist, wäre ich nie gekommen.

Kyu-Turniere für ältere Judoka,
+14 Jahre
+17 Jahre
+21 Jahre
+30 Jahre
+50 Jahre
+70 Jahre

!

+1,
für Kyu-Turniere - JA.

#
Ich habe es noch nicht kapiert:
was spricht jetzt dagegen(?), dass (zum Beispiel) ein 30jähriger Gelbgurt mit einem 56jährigen Dan-Träger Randori spielt oder einen kleinen Wettstreit (Shiai) ausfechtet (eben auch ein Spiel mit Regeln).

Nichts,
oder irre ich mich so sehr - geht es (nur) um den Pokal auf dem heimischen Küchenregal, also eine MOTIVATION, eine Bestätigung (für "gutgemacht") ... geht es um den bunten Zeitungsbericht im Lokalblatt
:dontknow

HBt.
Auf jeden Fall scheinst Du nicht die Hilfe von uns Nichtluxemburgern zu benötigen, denn den CUP gibt es ja schon.

Holger König
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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Holger König » 27.03.2018, 23:01

Ich habe einst mit Mitte 20 erst mit Judo angefangen. In meiner inzwischen über 25jährigen Laufbahn habe ich diverse erwachsene Anfänger (sowohl mit jahrelanger Sport-Abstinenz, als auch vorher/parallel aktive Leichtathleten, Ball-Sportler, Ringer, aber auch aus anderen (asiatischen) Kampfsportarten) und Wiedereinsteiger (langjährige Judo-Pause) kennengelernt. Als ich jünger war, habe ich auch den Mangel an Kyu-Turnieren bedauert, inzwischen nehme ich nicht mehr an Wettkämpfen teil. Umsteiger aus anderen Kampfsportarten waren übrigens keine Schläger, sondern haben gerade deshalb zum Judo gewechselt, weil ihnen das Trainingsumfeld in ihrer früheren Sportart nicht mehr gefiel.

HBt.
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Wahrscheinlich eher kein MANGEL

Beitrag von HBt. » 28.03.2018, 07:55

Vielen Dank Holger,
Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen.

Übrigens hat 'xenio' den Begriff des Schlägers ins Rennen geworfen, wir sollten uns in der weiteren Debatte wieder davon trennen.

Gruß,
HBt.

HBt.
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Eröffnungsbeitrag

Beitrag von HBt. » 28.03.2018, 10:18

xenio hat geschrieben: (...)
Ich denke nicht, dass es die Aufgabe der Vereine ist, sondern es ist ein Umdenken der nationalen und internationalen Verbände erforderlich. Das würde Judo auch attraktiver machen...

Wie sieht Ihr das? Denn auch in anderen Sportarten (Fussball usw.) kommen Amateure nicht zu kurz...
Die Frage lautet, ob wir den suggerierten Umstand differenzierter betrachten (?) als der Threadersteller xenio.

Lieber xenio,
gestatte mir eine Zwischenfrage:

Wie definierst Du den Judosport?

Du bist von Haus aus' ja eher ein Fußballer. Ein Fußballkind beginnt seine Laufbahn üblicherweise bei den Minis (mit 6 oder 7 Lebensjahren) und wächst dann langsam (aber stetig aufbauend) ins System hinein. Ein in späteren Jahren regelmäßiger (einmal pro Woche) Spielbetrieb (LIGA & Turniere sowie Freundschaftsspiele) ist an der Tagesordnung. Die Motivation (und das Selbstwertgefühl) wird über die ERFOLGE (gewonnene Spiele und den Tabellenplatz) erzielt (definiert und deklariert). Alles hat seine Ordnung.
Beim Breitensportjudo sieht das üblicherweise etwas anders aus, kann es sein (?), das Du Deine bissherigen Lebenserfahrungen nimmst und mit Deiner Wunschvorstellung vom Judobreitensport vergleichst?

Was beeindruckt Dich am Judo, am Sportjudo speziell?

Ergänzende Fragen:
Wie häufig trainierst Du in der Woche? Wie gestaltet sich dabei der Übungsbetrieb? Führst Du schon einen eigenen Haushalt; und/oder bist Du ein Single, der im Haushalt der eigenen Eltern wohnt?

Grüße nach Luxenburg,
HBt.

PS
Ein Torschuß mit anschließendem "Ball im Tor Effekt", einem Tor, bewirkt im Gehirn des Lernenden etwas Positives - ein Glücksgefühl stellt sich ein.
Ist es im Judo ähnlich,
schüttet ein IPPON (der perfekte Wurf, nicht 'das Aufgabesignal' des Gegners) den identischen Cocktail aus? Nehmen wir an, es stellt sich der Ball-im-Tor-Effekt auch beim Judosport ein, dann müssen wir nichts weiter tun als IPPONS zu produzieren.

Ein IPPON (in der Arena) wird natürlich vom begeisterten Publikum noch in seiner Wirkung (als Hormon-Cocktail) verstärkt, d.h. ein IPPON im Training ist nicht so wertig wie der IPPON (oder das Tor), den man auf der großen Bühne erzielt und erlebt.

Darf man Kodokan-Judo aus der Perspektive eines Fußballers betrachten und Forderungen an den Judobund, den Verband, die EJU, die IJF richten - die ins Tagesgeschäft der Vereine gehören (?).

Definiere 'xenio'!
(Zum Beispiel "zu kurz kommen"; warum werden 24jährige Nerds benachteiligt, wenn sie mit dem Judosport in Eurem Land beginnen? im Vergleich zum 24jährigen Anfänger beim BJJ oder eben dem Exfußballer ...)

PPS
Falls Du meine Fragen beantworten magst, versuche möglichst emotionslos zu antworten. Fragen dienen einzig und alleine der Verständigung, wir wollen einander verstehen.

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Re: Attraktivitätssteigerung

Beitrag von Asakusa » 28.03.2018, 13:29

Wie gesagt... in anderen Sportarten klappt es, warum soll es nicht im Judo funktionieren... :eusa_think und nein es geht nicht um das Gewinnen an sich.... es soll darum gehen, dass ein 30jähriger Anfänger nicht gegen einen 18jährigen kämpft, der demnächst an einem Grand-Prix/ Grand-Slam usw. teilnimmt... Sobald der 30jährige in de Matte gerammt wird, stellt sich dieser die Frage, ob er nicht fehlt am Platz ist... das macht Judo nun mal unattraktiv für erwachsene Anfänger..

:cry:
Der Ansatz ist genau der richtige, für die, die trotz leicht gehobenem Alter, etwas mehr Herausforderung und praktische Anwendung suchen. Wir haben hier spontan mal eine Umfrage in einigen befreundeten Vereinen gemacht, die eine große positive Resonanz hervorgerufen hat... . Dazu läuft im Landesverband eine Initiative, die langfristig vielleicht für einen regelmäßigen Einsteiger-Wettkampfbetrieb Ü30 ohne zu großen Leistungsdruck führen könnte (ehemalige Wettkämpfer, insbesondere aus den Ligen, Ex-Nationalmannschaft usw. usw. sind ausgeschlossen, dazu wird irgendwann nach Erfahrung, also Zahl der Teilnahme an den Ü30-Veranstaltungen differenziert und nach Gruppen aufgeteilt, ggf. gibt es eine Wahlmöglichkeit für reinen Bodenkampf).
Der Einstieg findet (nach aktueller Planung) anhand offener Randori-Einheiten statt, wo man vielleicht besser "ausprobieren" kann, als gleich auf einem Shiai oder beim vereinsinternen Gerangel mit immer den gleichen Partnern.

Gestaltet man das ganze offen, sprich für BJJ, Jiu und ggf. anderen Grappling-Varianten, erhöht sich natürlich der potentielle Teilnehmerkreis. Umgekehrt kann ich als Judoka ja auch zu diversen Meisterschaften anderer Disziplinen - und das machen nicht so wenige.

Die Intention des einzelnen kann uns dabei recht egal sein, sprich jeder wie er mag. Der eine will seine Technik ausprobieren und verbessern, der andere eine Medaille, der nächste ein wenig am Stammtisch posen oder in der Lokal-Zeitung zu stehen (und macht somit für uns Werbung) ... Egal, bei reinen Wettkämpfern fragt auch niemand nach deren Antrieb - solange wir unterm Strich mehr Leute auf die Matte bekommen oder es auch für vorhandenen Judoka nur einen weiteren Grund für das Judo-Training hinzufügt.

Ich bin gespannt auf weitere Ideen.

HBt.
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Wünsche & Alternativvorschläge

Beitrag von HBt. » 28.03.2018, 13:34

lileu hat geschrieben:(...)
Interessant fände ich, wenn man im jeweiligen Kreis oder Bezirk mal absprechen würde, dass die Veranstaltungen aufgeteilt werden.

Veranstaltung
  • A wird ausschließlich nach Altersklassen unterteilt. Keine andere Unterteilung.
    B ausschließlich nach Gewichtsklassen,
    C ausschließlich nach Gürtelklassen.
Editierungen und Hervorhebungen stammen von mir.

Wir reden über Veranstaltungen auf der Kreis - und / oder Bezirksebene in Deutschland, nicht in Luxemburg (aber wir können das Herzogtum mit einer Organisationsstruktur des Kreises gleichsetzen).
Sie sind meistens wohnortnahe, also lokal, weite Anfahrtswege sind nur selten gegeben.

Mir gefällt Nils Vorschlag sehr gut, ich unterstütze ihn.

#
Einige Aufzählungen zum besseren Verständnis:

A)
in der Altersklasse

- von 4Jahren bis 6Jahren
- von 7Jahren bis 9Jahren
- von 10Jahren bis 12Jahren
- von 13Jahren bis 14Jahren
- von 15Jahren bis 17Jahren
- von 18Jahren bis 21Jahren
- von 22Jahren bis 25Jahren
- von 26Jahren bis 30Jahren
- von 31Jahren bis 35Jahren
- von 36Jahren bis 40Jahren
- von 41Jahren bis 50Jahren
- von 51Jahren bis 60Jahren
- von 61Jahren bis 70Jahren
- von 71Jahren bis 80Jahren
- von 81Jahren bis 120Jahren

kämpft jeweils jeder gegen jeden, kein KO-System! Die Körpermasse und die Graduierung spielen in den Unterteilungen keine Rolle.

B)
in der Gewichtsklasse

- bis 35kg
- von 36kg bis 55kg
- von 56kg bis 70kg
- von 71kg bis 85kg
- von 86kg bis 100kg
- von 101kg bis 125kg
- von 126kg bis 150kg
- von 151kg bis 999kg

kämpft jeweils jeder gegen jeden, kein KO-System! Das Lebensalter und die Graduierung spielen in den Unterteilungen keine Rolle.

c)
in der Klasse der Ränge & Graduierungen, Kyu und Dan,

- weißgelb bis gelborange
- orange bis grün
- blau bis 1. Dan
- 2. Dan bis 4. Dan
- 5. Dan bis 7. Dan
- 8. Dan bis 10. Dan

kämpft jeweils jeder gegen jeden, kein KO-System! Das Lebensalter und die Körpermasse spielen in den Unterteilungen keine Rolle.

Jetzt müssen sich die Lokalpolitiker nur noch einig über die exakten Unterteilungen der Güten A, B und C werden.

##
D)
Offene Klasse, ohne Beschränkungen

Jeder gemeldete Teilnehmer startet gegen alle anderen Teilnehmer des Turniers.
Ein Turnier geht dabei u. U. über mehrere Tage (eine Saison) - eine Liga, ohne Mannschaften ...

E)
Eine "Japanische Runde".

F)
Ein Randoriturnier nach Klaus Kessler.

###
Abschließend müssen wir (im Kreis und / oder Bezirk) uns noch darüber einig werden wie die Ehrungen und Preise auszusehen haben, ebenfalls darüber wie wir Ergebnisse finden ...
Ehren wir Plätze in den Güten oder in den einzelnen Kategorien, den Unterteilungen ... :help

HBt.
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Kein Mangel (Open Mat, Gi und auch NoGi)

Beitrag von HBt. » 28.03.2018, 14:11

asakusa hat geschrieben: Der Ansatz ist genau der richtige, für die, die trotz leicht gehobenem Alter, etwas mehr Herausforderung und praktische Anwendung suchen.
Möglicherweise, doch den Bedarf erkenne ich noch nicht ... das mag daran liegen, dass ich als Kind schon an Judowettkämpfen teilgenommen hatte und viel, viel später erst, den Sektor der Kata-Wettbewerbe betrat. Kata ist (nicht nur) für Rentner richtig gut geeignet, um sich im Vergleich mit anderen Interpreten' selbst zu testen.
Wir haben hier spontan mal eine Umfrage in einigen befreundeten Vereinen gemacht, die eine große positive Resonanz hervorgerufen hat... . Dazu läuft im Landesverband eine Initiative, die langfristig vielleicht für einen regelmäßigen Einsteiger- Wettkampfbetrieb Ü30 ohne zu großen Leistungsdruck führen könnte
Liebe(r) Asakusa,
bitte berichte uns im Klartext von den Aktivitäten, nenne Quellen und liefere Rohdaten!
(...)
(ehemalige Wettkämpfer, insbesondere aus den Ligen, Ex-Nationalmannschaft usw. usw. sind ausgeschlossen, dazu wird irgendwann nach Erfahrung, also Zahl der Teilnahme an den Ü30 Veranstaltungen differenziert und nach Gruppen aufgeteilt, ggf. gibt es eine Wahlmöglichkeit für reinen Bodenkampf).
Der Einstieg findet (nach aktueller Planung) anhand offener Randori- Einheiten statt, wo man vielleicht besser "ausprobieren" kann, als gleich auf einem Shiai oder beim vereinsinternen Gerangel mit immer den gleichen Partnern.
Sehr interessant und hoffentlich bleibt es nicht bei dieser Seifenblase ;-)
(...)
Gestaltet man das ganze offen, sprich für BJJ, Jiu und ggf. anderen Grappling-Varianten, erhöht sich natürlich der potentielle Teilnehmerkreis. Umgekehrt kann ich als Judoka ja auch zu diversen
Meisterschaften anderer Disziplinen - und das machen nicht so wenige.
Ist das so? Und ist ein Crossover wirklich sinnvoll ---> für ältere Anfänger.
Die Intention des einzelnen kann uns dabei recht egal sein, sprich jeder wie er mag. Der eine will seine Technik ausprobieren und verbessern, der andere eine Medaille, der nächste ein wenig am Stammtisch posen oder in der Lokal-Zeitung zu stehen (und macht somit für uns Werbung) ... Egal, bei reinen Wettkämpfern fragt auch niemand nach deren Antrieb - solange wir unterm Strich mehr Leute auf die Matte bekommen oder es auch für vorhandenen Judoka nur einen weiteren Grund für das Judo-Training hinzufügt.
Ok,
für wen sprichst Du?

#
Masse statt klasse, rufe ich Dir zu ... es geht in erster Linie also um eine reine Steigerung der Mitgliederzahl und auch um Kanonenfutter ---> Material für das eigenen Üben.

##
So,
was kann man sonst noch anbieten?

STÜTZPUNKTE bieten übrigens regelmäßig freie Trainings & Randorimöglichkeiten an. Regelmäßig, wie ein Uhrwerk.

@asakusa
(...)etwas mehr Herausforderung und praktische Anwendung suchen.
bitte definiere und deklariere

"praktische Anwendung".
Meinst Du SV oder eine echte Nahkampfausbildung.

Was ist Dein Hauptkritikpunkt am DJB-Judo, an der APO?

HBt.
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NJV - eine Initiative

Beitrag von HBt. » 28.03.2018, 14:50

asakusa hat geschrieben:(...)
Dazu läuft im Landesverband eine Initiative, die langfristig vielleicht für einen regelmäßigen Einsteiger-Wettkampfbetrieb Ü30 ohne zu großen Leistungsdruck führen könnte.
Wir wollen alle unseren Beitrag zum Gelingen leisten/beisteuern. Da ich auf unserer* Internetz-Heimseite noch nichts Offizielles dazu gefunden habe, bitte ich Dich, 'asakusa', uns die oder den Ansprechpartner zu nennen.

HBt.

*ich bin ebenfalls ein waschechter Niedersachse, gebürtig allerdings ein Hanseat (ohne blaues Blut) - einen Makel hat jeder Mensch :cry: ;)


@flaches Gras,
langsam bin ich neugierig auf 'die Person' hinter dem Pseudonym geworden. Wahrscheinlich weiblich (doch das Profil sagt männlich), zwischen 42 und 46 Jahren alt (oder doch erst Anfang 30), dritter Dan (NJV ?), SpartenleiterIn, mit mittlerweile 32 Jahren (oder doch nur 25) Praxis in der aktiven Unterrichtsgestaltung, regelmäßiges Training in der Woche - ganzheitliches Judo, Kontakte zum Mutterland des Judo (über David?!), vielfältig interessiert, ... usw.

HBt.
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Weitere Ideen ?

Beitrag von HBt. » 28.03.2018, 17:12

xenio hat geschrieben:(...)
Sobald der 30jährige in de Matte gerammt wird, stellt sich dieser die Frage, ob er nicht fehl am Platz ist... das macht Judo nun mal unattraktiv für erwachsene Anfänger...

Damit der "ältere Anfänger" nicht von "uns Könnern" in den Boden gerammt wird, müssen wir einfach darauf verzichten ihn in den Boden zu rammen.
Wir schützen den Anfänger. Jenes versteht sich eigentlich schon von selbst, aber sei es darum - wer schützt uns vor "dem übermütigen Kraftbolzen" oder der "Heulsuse" (?).


Ok,
im Ernst. Auch dieses Problem lässt sich folgendermaßen lösen:

G)
eine Einteilung nach Wurfgruppen oder Wurffamilien (erlaubt sind nur bestimmte Techniken)

- Ashiwaza
- Koshiwaza
- Tewaza
- Yokosutemiwaza

jeder Teilnehmer streitet in der jeweiligen Klasse ... am sichersten ist die Familie um den "großen Hüftwurf" herum, für den "älteren Anfänger" geeignet. Auch für seine Bandscheiben ...?

H)
eine Einteilung in der man nur durch Aufgabe des jeweils anderen Teils (Partner, Gegner, Mitspieler) gewinnen kann.
Wurftechniken zählen dabei nicht,

Aufgabe durch

- Haltegriff (oder 3 Minuten festhalten "osaekomi"), im Stand und Boden!
- Shimewaza
- Kansetsuwaza

die Kampfzeit wird auf 10 Minuten begrenzt und nur im drohenden Fall einer Verletzung (einem dauerhaften Schaden) unterbrochen.

etc. pp.

#
Wo zieht man jetzt die Grenzen?

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