Mangel an Kyu-Turnieren

Hier geht es um die Wettkampforganisation und um Fragen zu den Wettkampfregeln
xenio
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Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von xenio » 14.03.2018, 10:01

Guten Morgen,

Ich habe bereits einige Male mit Trainern und Judokas über einen Mangel an Kyu-Turnieren gesprochen. Immer wieder höre ich die Ausrede: "An den Kyu-Turnieren gibt es nicht genügend Teilnehmer". Ich verstehe das Argument, denn es bringt nichts, wenn ein Verein sich Mühe macht und niemand kommt...

Mir ist auch klar, dass die Verbände, egal ob national oder international, nicht an Kyu-Turnieren interessiert sind. Aber genau da liegt das Problem. Judo (Wettkampf) sollte nicht nur die Kinder und die Profis anvisieren, sondern auch Leute, die gelegentlich sich mal mit anderen Judokas aus anderen Vereinen oder sogar aus anderen Ländern messen wollen. Da finde ich, dass man im BJJ genau richtig gehandelt hat und die meisten Turniere und Meisterschaften nach Gürtel veranstaltet.

Die Ausrede: "Im BJJ gibt es halt mehr erwachsene Anfänger", zieht halt nicht, da man sich im BJJ auch genau überlegt hat, wie man die erwachsene Anfänger anziehen kann. Und das sollte man auch beim Judo. Ich denke nicht, dass es die Aufgabe der Vereine ist, sondern es ist ein Umdenken der nationalen und internationalen Verbände erforderlich. Das würde Judo auch attraktiver machen...

Wie sieht Ihr das? Denn auch in anderen Sportarten (Fussball usw.) kommen Amateure nicht zu kurz...

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Hofi
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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Hofi » 14.03.2018, 20:52

Hi!
Ich würde mich als Amateur bezeichnen, auch wenn ich mich gerade auf den 4. Dan vorbereite. Was Wettkampf angeht in jedem Fall. Höchste Ebene, auf der ich echt gekämpft habe, war Bayernliga (wenn man jetzt Ü30-Turniere wegrechnet). Bei uns im Verein ist es inzwischen so, dass regelmäßig die Leute ihre Dan-Prüfung machen, egal ob sie nun riesige Wettkampfambitionen haben oder nicht. Diese Leute wirst Du bei einem Kyu-Turnier alle verlieren.
In München haben wir mit Kreis- und Bezirksliga, Münchner EM (regulär und Allkategorie) einige Angebote für die "Anfänger". Keine Ahnung ob ein Kyu-Turnier im Erwachsenen-Bereich was bringen würde. Würde jemand eins ausrichten wollen, würde ich ihn aber sicher nicht abhalten.
Gruß
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.

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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Holger König » 15.03.2018, 02:15

Man kann im Breitensport sowohl das eine, als auch das andere tuen. Oder man gestaltet Turniere nach dem Vorauswahl-Prinzip (Quali-Kämpfe für Teilnehmer bis zu einem bestimnten Kyu, darüber hinaus direkter Einstieg in die graduierungsoffenen Kämpfe). Oder bei großen Turnieren kann man eine Graduierungs-Staffel-System aufbauen.
Pool 8. Kyu, 1. und 2. rücken auf in den Pool 7. Kyu, wobei nach dem dortigen Kämpfen wieder die beiden Ersten aufrücken usw.

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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Lileu » 15.03.2018, 09:26

So sehr ich den Wunsch Medaillien zu sammeln verstehen kann, so finde ich aber auch sollten nicht zu viele verschiedene Unterteilungen gemacht werden.
Wir haben schon Gewichtsklassen. Wir haben Altersklassen. Wenn wir noch anfangen Gürtelklassen hinzu zu nehmen, ist garantiert, dass jeder auf dem Treppchen steht. ;)
Ich überspitze jetzt ein mal:
Was fehlt an Kategorien, ist noch Anzahl der Trainingseinheiten pro Woche, oder seit wann wir Judo gemacht (1-2 Jahre, 3-5 Jahre, ....), ... all diese Dinge, die immer als "Entschuldigung" gelten, warum man einen Kampf verloren hat.

Interessant fände ich, wenn man im jeweiligen Kreis oder Bezirk mal absprechen würde, dass die Veranstaltungen aufgeteilt werden. Veranstaltung A wird ausschließlich nach Altersklassen unterteilt. Keine andere Unterteilung.
B ausschließlich nach Gewichtsklassen,
C ausschließlich nach Gürtelklassen.

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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Lileu » 15.03.2018, 09:31

Man sollte beim Vergleich mit dem BJJ mit bedenken, dass viele Teilnehmer bei Turnieren bereit sind, einen deutlich längeren Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen. Viele Judoka sind in dieser Hinsicht etwas zu verwöhnt. Das trifft aber nicht nur auf Turniere zu.

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Ein Mangel oder "ein Zuviel" des Guten

Beitrag von HBt. » 21.03.2018, 11:03

Lileu hat geschrieben:
15.03.2018, 09:31
(...) Viele Judoka sind in dieser Hinsicht etwas zu verwöhnt. Das trifft aber nicht nur auf Turniere zu.
:eusa_think

Die Anfahrtswege

Ob wir zu verwöhnt sind und deshalb nicht bereit, auch hunderte von Kilometern auf der Bahn abzureißen, ... ich glaube nicht!
Mich persönlich kotzt die gegenwärtige Situation auf unseren Straßen nur noch an.

Ich plädiere für lokale Kyu-Turniere, ohne weite Anfahrtswege (am wohlverdienten WE, irgendwann möchte der erwachsene Mensch auch einmal zur Ruhe kommen' können).

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Re: Ein Mangel oder "ein Zuviel" des Guten

Beitrag von Lileu » 22.03.2018, 08:41

HBt. hat geschrieben:
21.03.2018, 11:03
(am wohlverdienten WE, irgendwann möchte der erwachsene Mensch auch einmal zur Ruhe kommen' können).
Und genau das sehe ich wieder als weiteres "Problem". Für viele ist die Ruhe wichtiger als das Turnier, der Lehrgang, das Training, ....
Das zeigt für mich eins, dass die Motivation und Priorität eben wo anders liegt als auf dem Judo. Nichts gegen Dich, denn ich kenne es von vielen meiner Schützlinge genau so.
Das bedeutet mit anderen Worten ausgedrückt nichts anderes, als dasss diese Veranstaltungen (das Turnier, der Lehrgang, das Training, ...) als Belastung, Pflicht, ... wahrgenommen werden und nicht positiv.
Anstelle von "Super, endlich habe ich Feierabend, Wochenende, Feiertag, .... und ich kann wieder zum Judo!" , ist es das große Stöhnen, was einem entgegen schallt.

HBt.
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Die verdiente Ruhe

Beitrag von HBt. » 22.03.2018, 11:06

(...)
Nichts gegen Dich, denn ich kenne es von vielen meiner Schützlinge genau so.
Danke Nils,
ich bin ja auch keiner Deiner Üblinge ;-) :D.

Höre - ich vermute' Du siehst Probleme an den Stellen, wo sie keine sind. Vielleicht ist Dein Blick, durch Deine berufliche Ausrichtung als Coach, zu sehr gefiltert.
(...)
"Super, endlich habe ich Feierabend, Wochenende, Feiertag, .... und ich kann wieder zum Judo!"
Ältere Berufspendler (er [sie, sehr selten] pendelt zweimal am Tag, zwischen seiner Schlafstatt und seinem Tagesvollzug, hin und her) sind abends einfach nur noch fertig mit der Welt.
Wahrscheinlich kennst Du das folgende Szenario nicht:
  • mindestens 60 Minuten Stop & Go morgens
    plus
    mindestens 60 Minuten Stop & Go abends
    und dabei
    wird der Familienpapa von einer kaum vorstellbaren Menge von Sternen & Blitzlichtgewittern geblendet.
(...)
Das bedeutet mit anderen Worten ausgedrückt nichts anderes, als dasss diese Veranstaltungen (das Turnier, der Lehrgang, das Training, ...) als Belastung, Pflicht, ... wahrgenommen werden und nicht positiv.
Auch diesen Punkt betrachte ich deutlich differenzierter als Du.

Weder ein(e) StudentIn noch ein(e) AbiturientIn haben heute die notwendige ZEIT (zu freien Verfügung), um Sport zu treiben. Sie haben keine Zeit!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wenigstens nicht in der Mathematik, Physik, Maschinenbau ... Da kannst Du so viel optimieren wollen, wie Du willst.

#
Übrigens benötigen wir gar keine Turniere oder Meisterschaften,
wer sich selbst gerne testen will, kann dieses in (größeren) deutschen Städten an diversen Freiplätzen tun.
(...)
ist es das große Stöhnen, was einem entgegen schallt.
Tja,
der Wohlstand ... es geht uns allen einfach zu gut. Wir haben alles: Haus & Hof, drei SUVs, vier Pferde, eine Zugehfrau, Musikunterricht, den Rotary-Club ... und den jüngsten Vergleich "zwischen einem rechtschaffenden Arbeitnehmer mit vier Kindern und einem H4-Genießer". Laut gestriger Tageszeitung, müsste der Malocher mindestens 2500€ verdienen, um mit dem Genießer gleichziehen zu können.

Also was benötigen wir? Mehr Lebensfreude?! Oder etwas gänzlich anderes? Vollbeschäftigung für alle Menschen, an drei Tagen in der Woche, ... eine veränderte Landschaft, ... mehr Ehrlichkeit :eusa_think.

Nils,
alleine mit dem "großen Stöhnen" hat der Bedarf nach RUHE (also Entspannung und Regeneration) nichts zu tun. Doch ich stimme Dir zu, wenn Du (oftmals) von einer "reinen Einstellungssache" ausgehst. Aber bitte keine Augenwischerei.

Gruß,
HBt.

PS
In meinem direkten Umfeld ist jeder im dreiwöchigem Rhythmus krank, ich wiederhole: JEDER. Wie sollte er oder sie (oder die Kinder von ihr oder ihm) jetzt noch Sport treiben?

Ehrlichkeit vs. Augenwischerei

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@xenio

Beitrag von HBt. » 22.03.2018, 11:40

Wäre ich Privatier,
mit einem geerbten HOF, also Gutsbesitzer - und hätte eine eigene SPORTHALLE, ja dann:

würde ich jeden Monat ein Kyu-Turnier anbieten, offen für alle!

Es scheitert am nicht vorhandenen KAPITAL. Möglicherweise auch daran, dass in Deutschland gar nicht so viele Kinder im judofähigem Alter leben, wie wir glauben.

Ist JUDO attraktiver als SPINNING ?
Aus sicherer Quelle weiß ich: der gutsituierte, erwachsene Mudansha geht lieber fünfmal in der Woche zum Spinning und fliegt anschließend in den Urlaub, als auch nur einmal zum Judosport.

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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Lippe » 22.03.2018, 15:35

Na gut, dann ist die Diskussion ja so lange beendet, bis unsere Gesellschaft die Star Trek-Utopie erreicht hat: Monetärer Reichtum hat keine Bedeutung mehr, niemand muss mehr für seinen Lebensunterhaltung arbeiten und jeder kann seinen Interessen nachgehen...

Hm... Vielleicht kann ich ja noch einen Vorschlag zur Diskussion beisteuern.

Ich finde es auch schade, dass es so wenig Turniere für Erwachsene "Nicht- bzw. Wenigwettkämpfer" gibt. Wenn das einzige Einzelturnier (weil der Verein keine Mannschaft für die unterste Liga zusammenbekommt) die Landesmeisterschaften sind und man da regelmäßig auf Bundesligaathleten trifft, dann macht das als Neuling nicht sonderlich viel Spaß.

Solange die Auswahl von Turnieren für Einsteiger (statt Kyugraden könnte das ja auch die Wettkampferfahrung sein, wenngleich diese natürlich schwieriger zu kontrollieren ist) so beschränkt ist, könnte ja vielleicht eure Trainingsgruppe ein Treffen mit einem anderen Verein arrangieren: Fahrt zum Nachbarverein und macht ein paar Randori, am Ende des Trainings ein paar Freundschaftskämpfe.
Ihr kooperiert in lockerer Atmosphäre mit einem Nachbarverein, findet vielleicht einen Trainingspartner für die nächste Gürtelprüfung, erlebt ein anderes Training als im eigenen Verein, konntet euch mit anderen messen, und relativ einfach zu organisieren ist es auch...

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Re: Die verdiente Ruhe

Beitrag von Lileu » 22.03.2018, 15:56

Eigentlich sollte es hier nicht um mich, sondern "die anderen" gehen. ;)
HBt. hat geschrieben:
22.03.2018, 11:06
Ältere Berufspendler (er [sie, sehr selten] pendelt zweimal am Tag, zwischen seiner Schlafstatt und seinem Tagesvollzug, hin und her) sind abends einfach nur noch fertig mit der Welt.
Wahrscheinlich kennst Du das folgende Szenario nicht:
  • mindestens 60 Minuten Stop & Go morgens
    plus
    mindestens 60 Minuten Stop & Go abends
    und dabei
    wird der Familienpapa von einer kaum vorstellbaren Menge von Sternen & Blitzlichtgewittern geblendet.
Ziehe 15 Min. ab und es ist mein Alltag.
HBt hat geschrieben:
(...)
Das bedeutet mit anderen Worten ausgedrückt nichts anderes, als dasss diese Veranstaltungen (das Turnier, der Lehrgang, das Training, ...) als Belastung, Pflicht, ... wahrgenommen werden und nicht positiv.
Auch diesen Punkt betrachte ich deutlich differenzierter als Du.

Weder ein(e) StudentIn noch ein(e) AbiturientIn haben heute die notwendige ZEIT (zu freien Verfügung), um Sport zu treiben. Sie haben keine Zeit!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Wenigstens nicht in der Mathematik, Physik, Maschinenbau ... Da kannst Du so viel optimieren wollen, wie Du willst.
Diese Darstellung scheint mir nicht differenzierter. Aber so ist das mit der Wahrnehmung. Wür würden uns hier im Kreis drehen.
HBt hat geschrieben: Tja,
der Wohlstand ... es geht uns allen einfach zu gut. Wir haben alles: Haus & Hof, drei SUVs, vier Pferde, eine Zugehfrau, Musikunterricht, den Rotary-Club ... und den jüngsten Vergleich "zwischen einem rechtschaffenden Arbeitnehmer mit vier Kindern und einem H4-Genießer". Laut gestriger Tageszeitung, müsste der Malocher mindestens 2500€ verdienen, um mit dem Genießer gleichziehen zu können.

Also was benötigen wir? Mehr Lebensfreude?! Oder etwas gänzlich anderes? Vollbeschäftigung für alle Menschen, an drei Tagen in der Woche, ... eine veränderte Landschaft, ... mehr Ehrlichkeit :eusa_think.

Nils,
alleine mit dem "großen Stöhnen" hat der Bedarf nach RUHE (also Entspannung und Regeneration) nichts zu tun. Doch ich stimme Dir zu, wenn Du (oftmals) von einer "reinen Einstellungssache" ausgehst. Aber bitte keine Augenwischerei.

Gruß,
HBt.

PS
In meinem direkten Umfeld ist jeder im dreiwöchigem Rhythmus krank, ich wiederhole: JEDER. Wie sollte er oder sie (oder die Kinder von ihr oder ihm) jetzt noch Sport treiben?

Ehrlichkeit vs. Augenwischerei
Ich halte es für vollkommen daneben, einen Hartz4-Empfänger als "Genießer" zu bezeichnen. Aber das ist nicht das Thema hier.

Es ist und bleibt eine Frage der Prioritätensetzung. Und da ist jeder erst einmal für sich selber und ggfls seine Angehörigen verantwortlich.
Was ehrlich und was Augenwischerei ist, da haben wir unterschiedliche Betrachtungswinkel.

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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Lileu » 22.03.2018, 16:02

Lippe hat geschrieben:
22.03.2018, 15:35
Solange die Auswahl von Turnieren für Einsteiger (statt Kyugraden könnte das ja auch die Wettkampferfahrung sein, wenngleich diese natürlich schwieriger zu kontrollieren ist) so beschränkt ist, könnte ja vielleicht eure Trainingsgruppe ein Treffen mit einem anderen Verein arrangieren: Fahrt zum Nachbarverein und macht ein paar Randori, am Ende des Trainings ein paar Freundschaftskämpfe.
Ihr kooperiert in lockerer Atmosphäre mit einem Nachbarverein, findet vielleicht einen Trainingspartner für die nächste Gürtelprüfung, erlebt ein anderes Training als im eigenen Verein, konntet euch mit anderen messen, und relativ einfach zu organisieren ist es auch...
Das halte ich immer für einen guten Weg, falls es wirklich zu wenig Angebote gibt.
Ich weiß natürlich, dass ich in einem Bundesland mit hoher Bevölkerungsdichte wohne, aber hier ist es so, dass wenn ich eine Fahrzeit von 0,5 Std. inkaufnehme, ich mindestens einmal im Quartal auf irgendeiner kleinen lokalen Meisterschaft antreten könnte, wo man Rücksicht auf Anfänger nimmt und auch der Leistungsdruck äußerst gering ist.

HBt.
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Im Kreis drehen

Beitrag von HBt. » 22.03.2018, 17:17

Lileu hat geschrieben:(...)
Ich weiß natürlich, dass ich in einem Bundesland mit hoher Bevölkerungsdichte wohne, aber hier ist es so, dass wenn ich eine Fahrzeit von 0,5 Std. inkaufnehme, ich mindestens einmal im Quartal auf irgendeiner kleinen lokalen Meisterschaft antreten könnte, wo man Rücksicht auf Anfänger nimmt und auch der Leistungsdruck äußerst gering ist.
Nur 30 Minuten Fahrzeit, mit dem eigenen PKW ... das ist doch völlig in Ordnung Männer,
habt Ihr schon eine Familie zu ernähren? Buckelt Ihr schon 30 oder 40 Jahre?

In meinen Augen macht Ihr euch die Geschichte zu einfach.
Ich halte es für vollkommen daneben einen Harz 4 Empfänger als "Genießer" zu bezeichnen. Aber das ist nicht das Thema hier.
Nils,
es stand so in unserer Tageszeitung. Den Nutzer habe ich allerdings als Genießer /oder besser Bezieher bezeichnet, zwecks Provokation - um auf das täglich postulierte Bild aufmerksam (und die Schieflage)
zu machen.

Bezug == Genuß
(der Genuß einer Zuwendung)
Es ist und bleibt eine Frage der Prioritätensetzung. Und da ist jeder erst einmal für sich selber und ggfls seine Angehörigen Verantwortlich.
Was Ehrlich und was Augenwischerei ist, da haben wir unterschiedliche Betrachtungswinkel.
Das ist vollkommen richtig Nils, ich bin älter als Du und anders aufgewachsen als Du ... wir sind nicht gleich, gleich erzogen, etc.pp.

Die Angelegenheit(en) mit der richtigen Wahl der Prioritäten, was soll man darauf erwidern? Selbstverständlich ist die allzeit beliebte Sentenz (und oft bemühte) ... "unterschiedliche Betrachtungswinkel ---> eine Frage der Perspektive, der eingenommenen Perspektive",
nichts anderes als Augenwischerei, eben "SCHÖNREDEN", einlullen.

Prio Nr.1
Aufrechterhalten meiner Arbeitskraft, damit ich meinen Mietzins entrichten kann.

Sport ist Luxus, eine Zerstreuung, ein Zeitvertreib.

Alles andere ist und bleibt eine Frage des Stärkeren.
Lippe hat geschrieben:Na gut, dann ist die Diskussion ja so lange beendet, bis unsere Gesellschaft die Star Trek-Utopie erreicht hat: Monetärer Reichtum hat keine Bedeutung mehr, niemand muss mehr für seinen Lebensunterhaltung arbeiten und jeder kann seinen Interessen nachgehen...

Hm... Vielleicht kann ich ja noch einen Vorschlag zur Diskussion beisteuern.
Nein Stefan,
jetzt willst aber etwas falsch verstehen.

Diskutieren (oder einen Plan haben) führt nur leider zu gar nichts - man muss es umsetzen, machen!

#
Ich bin ja für ein Angebot von Kyu-Turnieren und nicht dagegen.

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Re: Im Kreis drehen

Beitrag von Lippe » 22.03.2018, 21:41

HBt. hat geschrieben:
22.03.2018, 17:17
Nein Stefan,
jetzt willst aber etwas falsch verstehen.
Hallo HBt., ich würde nicht sagen, dass ich mit Absicht etwas falsch verstehe.

Du weist uns anscheinend darauf hin, dass es schwierig ist, bei dem heute üblichen Druck in der Arbeitswelt und allgegenwärtiger anderweitiger Ablenkung noch viele Judoka auf die Matte zu bekommen.
Gleichzeitig fällt es mir schwer, aus der von dir in diesem Faden gewählten Darstellungsform konstruktive Anregungen, die xenio helfen könnten, zu extrahieren.
HBt. hat geschrieben:Ich bin ja für ein Angebot von Kyu-Turnieren und nicht dagegen.
Schön. Ich auch.

Ein weiterer Vorschlag wäre, dass xenio innerhalb seines Vereins versucht, ein paar Mitstreiter zu gewinnen, um eben selbst ein solches Turnier auf die Beine zu stellen.
Aber das ging ja aus deinem letzten Beitrag gewissermaßen ebenfalls hervor.
HBt. hat geschrieben:Diskutieren (oder einen Plan haben) führt nur leider zu gar nichts - man muss es umsetzen, machen!

HBt.
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ältere Anfänger == 20jährige

Beitrag von HBt. » 23.03.2018, 10:15

xenio hat geschrieben:(...)
Und das sollte man auch beim Judo.
Ich denke nicht, dass es die Aufgabe der Vereine ist, sondern es ist ein Umdenken der nationalen und internationalen Verbände erforderlich. Das würde Judo auch attraktiver machen...

Wie kann der JUDOSPORT für "ältere Anfänger" attraktiv gestaltet werden? Wie muss die entsprechende Werbung aussehen und wie das (inhaltliche) Programm?

Tja,
wie überzeuge ich den 20jährigen Anfänger (m/w) bloß, wie bringe ich ihn (oder sie) dazu' mir zu folgen & ein langjähriges Training aufzunehmen?

Ich nehme ihn (oder sie) an die Hand. Vielleicht verspreche ich Gesundheit oder Superkräfte ...

:dontknow

Jupp
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Re: Mangel an Kyu-Turnieren

Beitrag von Jupp » 23.03.2018, 10:33

Hbt. schreibt:
"Wie kann der JUDOSPORT für "ältere Anfänger" attraktiv gestaltet werden? Wie muss die entsprechende Werbung aussehen und wie das (inhaltliche) Programm?"
Lieber Hbt!

Diese Frage hast Du schon häufiger gestellt und sie ist Dir umfassend beantwortet worden. Die Antworten hast Du dann kritisiert und mit den auch in diesem Faden vorgetragenen Argumenten abgetan.

Es ist an der Zeit, dass DU ENDLICH AKTIVE BEITRÄGE lieferst, die Vorschläge zur Verbesserung bringen, sonst ist das Lesen Deiner Kritiken nicht weiter als Zeitverschwendung und eine Demotivation derjenigen, die hier im Forum hilfreiche Diskussionen erwarten..

Für diejenigen, die sich inhaltlich informieren wollen, empfehle ich bei der Suchfunktion "Bewegt älter werden mit Judo" einzugeben und sich die da zwischen 2013 und 2017 angesammelten Diskussionen durchzulesen.

Jupp

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Das Programm: bewegt älter werden ...

Beitrag von HBt. » 23.03.2018, 10:43

Ich bin auf meine Art & Weise PROAKTIV & KONSTRUKTIV unterwegs.
Was möchtest Du von mir?
Jupp hat geschrieben:
23.03.2018, 10:33
Hbt. schreibt:
"Wie kann der JUDOSPORT für "ältere Anfänger" attraktiv gestaltet werden? Wie muss die entsprechende Werbung aussehen und wie das (inhaltliche) Programm?"
Lieber Hbt!

Diese Frage hast Du schon häufiger gestellt und sie ist Dir umfassend beantwortet worden. Die Antworten hast Du dann kritisiert und mit den auch in diesem Faden vorgetragenen Argumenten abgetan.

Es ist an der Zeit, dass DU ENDLICH AKTIVE BEITRÄGE lieferst, die Vorschläge zur Verbesserung bringen, sonst ist das Lesen Deiner Kritiken nicht weiter als Zeitverschwendung und eine Demotivation derjenigen, die hier im Forum hilfreiche Diskussionen erwarten..

Für diejenigen, die sich inhaltlich informieren wollen, empfehle ich bei der Suchfunktion "Bewegt älter werden mit Judo" einzugeben und sich die da zwischen 2013 und 2017 angesammelten Diskussionen durchzulesen.
Lieber 'Jupp',
nun lass doch Deinen Scheiß einmal zu Hause. In Bad Godesberg läuft es prima, Ihr verzeichnet einen stetigen Anstieg ... seid kaum noch zu bremsen ...

"xenio"
komm zu mir, ziehe um, hier in der Landeshauptstadt Niedersachens kannst Du (theoretisch) jeden Tag Judo betreiben.

#
Jupp,
wie holst Du den oder die 20jährige ins Boot?
Wie ist Deine Quote?

(Versprichst Du eine Berufsausbildung und Festanstellung, ... einen bezahlbaren Wohnraum ... nichts dergleichen ... Du bietest Judo - für Menschen die schon alles haben ... vermute ich.)


Gruß,
HBt.

Psst
(...)

Ich habe bereits einige Male mit Trainern und Judokas über einen Mangel an Kyu-Turnieren gesprochen. Immer wieder höre ich die Ausrede: "An den Kyu-Turnieren gibt es nicht genügend Teilnehmer". Ich verstehe das Argument, denn es bringt nichts, wenn ein Verein sich Mühe macht und niemand kommt...
Nun ja,
Mehrspartenvereine müssen sich Sportstätten oftmals mit anderen Einrichtungen teilen - und eine Hallennutzungsgebühr wird auch häufiger einmal fällig, der angesammelte Müll muss fachgerecht entsorgt werden & die Sportstätte gereinigt ...

Manchen Vereinen fehlt hierzu die POWER.

Wie löst man das? Man lässt alle mit anpacken!

##
Lieber 'xenio',
suche Dir Gleichgesinnte und packt es an (so wie Lippe schon schrieb ;-) ).

Judo & Jiu-Jitsu Club Differdange:
https://vimeo.com/197794197

Euer Klub scheint nicht ganz klein zu sein ;-).
http://www.jjjdifferdange.lu/home

Zur Zeit ist Differdingen eine Stadt mit ca. 25.000 Einwohnern und gehört nicht zu Deutschland.
http://www.differdange.lu/

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B-J-J

Beitrag von HBt. » 23.03.2018, 11:21

xenio hat geschrieben: Die Ausrede:
"Im BJJ gibt es halt mehr erwachsene Anfänger", zieht halt nicht, da man sich im BJJ auch genau überlegt hat, wie man die erwachsene Anfänger anziehen kann.
Mensch,
dann mach doch einfach bjj. Die sind eh viel besser als wir :D.

@Jupp
Wie könnte ich einen beinahe 30jährigen Mann demotivieren

fragt höflichst,
HBt.

Du (und auch andere User dieses Forums) gehst aber auch echt jedem Beitrag (siehe Post Nr.1 in diesem Faden) auf den Leim.


Nachtrag:
Der WIKI-Eintrag über Grevenbroich liest sich ebenfalls so, als ob dort das Paradies auf Erden läge.

HBt.
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Klären wir die Ursachen

Beitrag von HBt. » 23.03.2018, 12:45

Ich nähere mich der These ergebnisoffen.

  • BJJler sind bereit längere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen als Judoler
Lileu hat geschrieben:(...)
Man sollte beim Vergleich mit dem BJJ mit bedenken, dass viele Teilnehmer bei Turnieren bereit sind, einen deutlich längeren Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen.
Versuchen wir gemeinsam den Ursachen auf den Grund zugehen.

Nur wie?

HBt.
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Luxemburg ...

Beitrag von HBt. » 23.03.2018, 14:28

scheint nicht besonders groß zu sein ;)

http://www.judo.lu/page/clubs-32541

'xenio',
Du könntest die anderen 14 Vereine des Herzogtums mit ins Boot nehmen. Schreibe sie an, bzw. besuche ihr Training und trage Dein Anliegen mündlich vor.

Mein Gott, so schwer ist das doch gar nicht.

HBt.

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