Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaften

Hier geht es um die Wettkampforganisation und um Fragen zu den Wettkampfregeln
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Fettzi
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Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaften

Beitrag von Fettzi » 03.02.2013, 17:17

Hallo Liebe Forenmitglieder,
dieses Wochenende haben in Sachsen die Landesmeisterschaften u18/u21 stattgefunden. Ausrichtungsort war Rodewisch i. Vogtland. An sich waren die Meisterschaften ordentlich organisiert. Samstag zur u18 haben wir bei ca. 120 Teilnehmern mit ca. 30 Minuten Verspätung um 10.15 Uhr angefangen, kämpften auf 3 Matten und waren gg. 14.30 Uhr fertig. Heute zur u20 waren wir bei pünktlichem Beginn um 9.45 Uhr bei ca. 70 Teilnehmern auf 2 Matten bereits 12.30 Uhr fertig.
Soweit so gut. Was mich nur erschreckt hat, sind diese wahnsinnig geringen Teilnehmerzahlen. Sie sinken die letzten Jahre immer weiter, trotz Altersklassenänderung, qualitative Verbesserung der Ausrichtung etc. Ein Argument mag sicherlich folgendes sein: "Im Osten haben wir doch aufgrund der Wende zw. 91 und 96 sehr wenig Geburten".
Das mag zutreffen, reicht mir persönlich als Erklärung nicht weit genug. Und selbst wenn ich es akzeptieren würde, wenn ich mal rechne sind 96 Geborene auch mittlerweile 16-17 Jahre alt. Da müssten doch die Teilnehmerzahlen zumindest in der u18 wieder steigen?
Nur solange wir die Ursache des Problems nicht kennen, kann man es auch nicht lösen, oder?

Gruß Otsche

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von kastow » 03.02.2013, 17:31

Unsere Bezirksmeisterschaft U21 war gestern auch so mau wie nie besucht. Bei der U18 sah es heute wohl nicht besser aus.
Herzliche Grüße,

kastow

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von CasimirC » 03.02.2013, 18:12

Fettzi hat geschrieben:Ein Argument mag sicherlich folgendes sein: "im Osten haben wir doch aufgrund der Wende zw. 91 und 96 sehr wenig Geburten".
Das kann kein Argument sein, denn die Entwicklung auf der geographisch gegenüberliegenden Seite Deutschlands ist die gleiche.
Theorie: Wenn alle wissen, wie es geht, und es geht nicht.
Praxis: Wenn es geht, und keiner weiß, warum.

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Judo_HoHan » 03.02.2013, 18:27

Hallo,
das sehe ich genauso allein auf der Bezirksmeisterschaft waren etliche GK´s teilweise nur mit einem oder gar nicht besetzt. Was wird das erst bei der WDEM U18 in zwei Wochen ergeben, wird da mein Sohn auch wieder in der 43KG GK kampflos sein??? Es ist ja nicht nur für die Ausrichter und Betreuer schade sondern die Wettkämpfer leiden auch darunter das keine Gegner da sind.
Meine Meinung nach liegt es an mehrern Ursachen:
1. OGS
2. Die Bereitschaft der Eltern nimmt ständig ab
3. Geburtsrückgänge
Was meint Ihr dazu, liege ich da falsch.
Gruß
Holger
Um kämpfen zu können, brauchen wir nicht nur starke Arme und einen schnellen Geist; wir brauchen den Glauben

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von kastow » 03.02.2013, 19:44

Wobei ich ähnliches auch aus anderen Sportarten wie Handball usw. gehört habe. Selbst die Fußballer scheinen momentan - soweit ich das in Gesprächen gehört habe - Rückgänge zu beklagen.
Herzliche Grüße,

kastow

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Ko-soto-gake » 03.02.2013, 21:42

Ein Verein, der bei uns in Hessen seit Jahren die Hessischen Meisterschaften dieser Altersklasse ausrichtet (ca. 400-500 TN), berichtet dieses Jahr von demselben Problem (170 TN). Die Veranstalter sehen einen Grund auch in der Einführung der Wettkampflizenz, die dazu führe, dass Judoka, die sich sowieso keine Qualifzierung ausrechnen, der Meisterschaft gleich fernbleiben würden.
Ein ähnliches Argument ist die - meinem subjektiven Empfinden nach - immer größer werdende "Schere" zwischen leistungsorientiert und breitensportorientiert Trainierenden. In der U11 sind die Unterschiede in Trainingsumfang und -qualität noch nicht so ausschlaggebend, da kann sich auch jemand mit einem besseren Bewegungsgefühl mal durchsetzen, zumal ja auch die "Wettkampforientierten" selten mehr als dreimal die Woche trainieren, aber spätestens in der U17 (jetzt U18) hat jemand, der nur zweimal die Woche trainiert, einfach keine Chance mehr gegen die späteren Platzierten, die u. U. jeden Tag auf der Judomatte stehen. Dass man dann nicht nur als "Kanonenfutter" dienen will und lieber gar nicht auf den Wettkampf geht, kann ich gut nachvollziehen. Und das Ganze war vor ca. 10 Jahren noch anders (erklärt aber natürlich nicht den sprunghaften Rückgang dieses Jahres).

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von CasimirC » 03.02.2013, 22:12

Das sehe ich auch als einen der Hauptgründe, betreffend die potenziellen Meisterschaftsteilnehmer.

Völlig unabhängig davon, dass die Zahl der regelmäßig Trainierenden (damit meine ich diejenigen, die KEIN Training zu versäumen versuchen) immer geringer wird.
Theorie: Wenn alle wissen, wie es geht, und es geht nicht.
Praxis: Wenn es geht, und keiner weiß, warum.

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Fritz » 03.02.2013, 23:39

Es freut mich, daß die unermüdlichen Bemühungen unseres Verbandes zur Steigerung der Attraktivität
des Judo nun beginnen, endlich Früchte zu tragen. Und zwar:
- das fortwährende Bestreben, das Regelwerk zu überarbeiten, insbesondere die Möglichkeit mittels Griff zum
Bein sofort einen Kampf verlieren zu können - warum soll dem Hansoku-Make nun unbedingt der Nimbus des
"Unaussprechlichem", der ultimativen Demütigung: "Seht her hier ist ein Verletzter, ein Gesundheitsgefährder, ein Nichtjudoka" anhaften,
nein die Disqualifikation des Gegners ist nun endlich ein kampftaktisches Mittel wie jedes andere geworden.
- Und natürlich auch das Bestreben um einen reinen, sauberen Sport, frei vom Doping, was sicherlich in Vergangenheit
ein großes Problem gerade im Bereich bis U21 gewesen sein muß - nun ist sie endlich da die Wettkampflizenz,
jedes Jahr kostenpflichtig zu erneuern. Das motiviert die tatsächlich am Wettkampf interessierten Jugendlichen u. Jungerwachsenen
natürlich langfristig, ist ja ganz klar. Spontane unüberlegte Entscheidungen so nach dem Motto:
"Ach eigentlich fühl ich mich gut, ich könnte ja doch kämpfen" werden folgerichtig erschwert, damit bleibt man dann auch eher unter sich, der
Konkurrenzdruck weicht einer freundschaftlichen "Ich war dabei als einer von drei"-Einstellung
- Auch das schnelle Aussprechen von Strafen, das recht willkürliche Unterbinden des Bodenkampfes (je nach Kari) erhöht ungemein
den Reiz einer Meisterschaft in diesem Altersbereich...

Auch bei uns in Berlin zeigten diese Maßnahmen deutlich Wirkung, man konnte den Kämpfen gut folgen, da die Halle weitestgehend
von Zuschauern verschont blieb, hatte durch künstliche Verzögerungen wie dem hinausgezögerten Beginn von Finalkämpfen auf eingeschränkter Mattenzahl
durchaus auch viel Zeit, Architektur und Imbiß-Stand zu bewundern, nicht auszudenken, was bei einer höheren Teilnehmerzahl hinsichtlich der Veranstaltungslänge
zu erwarten gewesen wäre.
Ein besonderes Hochlicht war für mich, wie ein Kämpfer der U21 konsequent die Anweisung seines
Trainers: "Du - der andere greift immer sofort ans Bein, wenn er mit "Cross-Grip" angefaßt wird, tu einfach mal so, als ob Du über die Schulter
greifen möchtest, faß aber nicht zu", perfekt umgesetzt hatte in den ersten 20 Sekunden seines Kampfes - einfach herrlich,
dieses feierliche Zusammenkommen der Kampfrichter,
die andächtige Beratung mit einstimmigen Kopfnicken und die würdevolle Verkündung der Entscheidung Hansoku-Make u. Sieg für den Fintierer -
schöner kann man gar nicht zeigen, was Judo ausmacht, auch der würdige Rahmen dieses lang erwarteten Finalkampfes - einfach großartig.
Da möchte man doch mehr von. (Ich freue mich schon auf die Vielzahl der neu zu erwartenden Techniken, wenn mit etwas Glück der neue Regelvorschlag
dann mal DJB-weit umgesetzt wird - ich bin mir sicher, da wird es hoffentlich phantasievolle Varianten geben, wie man die Hand des Gegners
unterhalb des eigenen Gürtel platzieren kann, so daß dieser den Kampf nach Regelwerk verlieren muß...)

:ironie3
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Lin Chung » 04.02.2013, 09:10

Vielleicht habt ihr da was vergessen. Es ist Winterzeit und somit Erkältungszeit, außerdem wurde vor der Augengrippe gewarnt.
Dazu kommt in einigen Ortschaften noch hinzu, dass Schnee und Eis vorhanden ist. Von daher...
Grüße
Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト

Wissen stirbt, wenn es bewahrt wird, und lebt, wenn es geteilt wird.
Non scholae sed vitae discimus (Nicht für die Schule - für das Leben lernen wir)
You're only as old as you date. Keep em young boys!

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von JSC Mitglied » 04.02.2013, 10:22

Wir waren bei der BEM (U18, Bezirk Dresden) in Bautzen mit dabei und da gab es schon weniger Starter dabei. Man merkt, da waren schon Leistungssportler mit dabei. Es wurde gefilmt und Notizen gemacht und alles tausendmal durchgekaut. Die Vereine, die sowas machten, waren mit 10 oder mehr Startern vertreten. Auch ein Verein mit Talente-Stützpunkt + 2.-Bundesliga-Mannschaft war es durchwachsen, weil sie "normal" (2x Training pro Woche) war das Ergebnis durchwachsen.

Wie waren zu dritt!! Einer wurde erster, weil er keinen in seiner Gewichtsklasse (-46) hatte. Er hat dann zwei Freundschaftskämpfe gemacht und haushoch verloren gegen zwei aus einer niedrigeren Gewichtsklasse (-43). Für ihn stand fest, dass er nicht zur LEM mitfährt denn,
  • er fürchtete, er wäre wieder der einzigste
  • wenn er jemanden hätte, dann würde er verlieren
  • er hat keine Wettkampflizenz
Die zwei anderen (auch ich) haben wegen extrem schlecht nachvollziehbaren KaRi-Entscheidungen verloren. Einer wurde auf die Seite mit
Harai-goshi-gaeshi geworfen und es gab Ippon für den anderen.
Ich lag mit einem Waza-Ari hinten und hatte einen Shido, der andere nahm mich in eine Festhalte. Ich schob mich raus und befreite mich so (wir kämpften nach den alten Regeln). Der KaRi hat die Außenrichter zu sich geholt und beraten. Dann Waza-Ari für den anderen.

--------------
@mods könnt ihr das mit "List" richtig formatieren? Ich bekomme es nicht hin :oops:
Zuletzt geändert von JSC Mitglied am 04.02.2013, 17:41, insgesamt 3-mal geändert.
freundliche Grüße
JSC Mitglied

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- Neben Einstein auch David Hilbert und Leonhard Euler zugeschrieben

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Hippocampus » 04.02.2013, 17:39

Einen Aspekt habt ihr noch nicht angesprochen: Die Umstrukturierung des Schulsystems.

Ich weiß nicht genau, wie sich das in Sachsen in den letzten Jahren entwickelt hat, aber allgemein geht ja alles in Richtung Ganztagsschule (mindestens 7 Stunden + Mittagspause schon für 13jährige) und Abitur nach Jahrgangsstufe 12.

Wäre das vor 8 Jahren schon gewesen, hätte ich bestimmt nicht 3-4 mal pro Woche trainieren können + Wettkampf und nebenbei noch in Richtung Abitur lernen.

Also: Jugendliche müssen Schule als Vollzeitjob bewältigen; die, die Zeit für Judo haben, müssen ihre komplette Freizeit dafür opfern und kriegen noch Steine in den Weg gelegt (Wettkampflizenz); müssen sich alle 1-2 Jahre andere Techniken suchen, da der komplette Kampfablauf reglementiert wird.

Mir bleibt da als Fazit: Ich kämpfe nur noch im Dojo... da kann man sich zwar nicht mit aufplustern vor anderen und leider auch nicht halbwegs objektiv messen mit vielen anderem aus seinem (Bundes-)Land... aber es macht mehr Spaß und es ist fast jederzeit möglich.

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Shinbashi » 04.02.2013, 21:07

"Fritz" hat es schon auf den Punkt gebracht: Das Wettkampfjudo ist uninteressant geworden.
Die sinkenden Teilnehmerzahlen gibt es schon bei den jüngeren Altersklassen. Bei U13 sind die Gewichtsklassen teilweise nur mit 1-3 Startern besetzt gewesen und das bis Landesebene. Dazu kommt noch, dass die wenigen Talente aus den kleinen Vereinen zu den Stützpunkten gekarrt werden müssen, wenn sie zum Kader gehören wollen.
Dann so Aussagen: "Nur Gymnasiasten in den Landeskader berufen" Klar, Realschüler sind ja doof und da lohnt sich der Aufwand nicht.
Ich hatte es schon mal in einem früheren Faden geschrieben, dass man Judo als elitären Sport etablieren will.
Wenn die Entwicklung anhält, wird der DJB schwer zu kämpfen haben. Es ist nicht vermittelbar, dass ein Breitensportverein, der den Verband eigentlich nicht braucht, über ebendiesen den ganzen Zirkus sponsert und die Talente aus dem Verein entweder abgeworben werden oder frustriert aufgeben.
Gruß
Shinbashi

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von japanjudo » 06.02.2013, 14:32

Hi Leute,
Bei uns in Berlin gab es in der u18 (wo ich mitgekämpft habe) rund 100 Teilnehmer. In der u21 waren es NICHT MAL 50 glaub ich! Es waren auf jeden Fall weniger Teilnehmer als letztes Jahr bzw. die Jahre davor. Es kann doch nicht sein, dass die Teilnehmerzahl sinkt, nur weil man ein Wettkampflizenz braucht oder doch??? Achja ich mein natürlich, für eine LANDESEINZELMEISTERSCHAFT ist das relativ wenig (Männer+Frauen)

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Fritz
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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Fritz » 06.02.2013, 14:59

japanjudo hat geschrieben: Es kann doch nicht sein, dass die Teilnehmerzahl sinkt, nur weil man ein Wettkampflizenz braucht oder doch???
Aber es ist doch sehr positiv zu beurteilen, so steigt doch die Wahrscheinlichkeit, daß ein Teilnehmer die nächste Runde
erreicht signifikant an. Weiterhin habe ich sehr wohlwollend zur Kenntnis genommen, daß es wieder mehr Pool-Kämpfe gab,
so hatten die Teilnehmer dann sogar oft noch die Möglichkeit mehr als 2 Kämpfe "garantiert" zu bekommen.

Beides zusammen mildert den Einfluß des Glücks-Momentes bei
Wertungsvergabe (hatte ich in meinem vorigen Beitrag vergessen anzuführen), so kann ein höherer Anteil der Teilnehmer
"weiterkommen", d.h. weniger Athleten gehen frustriert nach Hause, aber gleichzeitig bleibt es aber für das
Judo-enthusiastische Publikum aufregend zu raten,
in welchem Winkel der Kari-Arm nach einem Wurf nach oben gehen wird und wem die Wertung gilt :-)
japanjudo hat geschrieben:in natürlich, für eine LANDESEINZELMEISTERSCHAFT ist das relativ wenig (Männer+Frauen)
Ja ich verstehe, daß Du Dich daran störst, wir sollten uns dafür stark machen, die Veranstaltung in "Stadt-Meisterschaft"
umzubenennen. (Und für ne Stadtmeisterschaft war die Beteiligung nun doch nicht so übel ;-) )
Damit bräuchte auch niemand mehr 'ne Wettkampf-Lizenz für den einen Wettkampf im Jahr zu kaufen...
Die ersten fünf dieser Stadt-Meisterschaft würde man dann direkt zur Nordostdeutschen-Meisterschaft delegieren
und könnte sie dann gleich noch mit Wettkampf-Lizenzen ausstatten...
So würde es doch recht rund werden... ;-)

Also bitte, japanjudo sei nicht so negativ, betrachte die Situation doch als Chance, u.a. auch dafür,
die Attraktivität des Judo weiterhin zu steigern ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von kastow » 06.02.2013, 15:10

Regeländerungen und Lizenzen alleine erklären aber auch nicht, warum in anderen Sportarten ebenfalls die Teilnehmerzahlen zurückgehen. Zumindest habe ich noch nie gehört, dass ein Handballer wegen unseres Beingreifverbotes nicht mehr startet. Und im Vergleich zu uns geht es meines Wissens im Handball auch nicht weniger reglementiert zu. Die Wurzel des Problem scheint in meinen Augen eher gesellschaftlicher Natur zu sein. Wer befasst sich denn in der heutigen schnelllebigen Zapping-Gesellschaft noch gerne länger und intensiver und mit einem Thema und investiert Mühe in selbiges? Da scheint mir eher das Problem zu liegen.
Herzliche Grüße,

kastow

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von katana » 06.02.2013, 17:04

Regeländerungen und Lizenzen alleine erklären aber auch nicht, warum in anderen Sportarten ebenfalls die Teilnehmerzahlen zurückgehen. Zumindest habe ich noch nie gehört, dass ein Handballer wegen unseres Beingreifverbotes nicht mehr startet. Und im Vergleich zu uns geht es meines Wissens im Handball auch nicht weniger reglementiert zu.
Du verwirrst mich ..... ?
Wären die gleichen Probleme anderer "Spitzensportarten" nicht eher eine Bestätigung dessen .... , oder so ... ? :eusa_think

Warum nehmen eigentlich die TN_Zahlen bei den "artverwandten-offenen" Veranstaltungen laufend zu ?
Könnte es sein, daß die Leute dem überreglementierten Leistungs-und Bevormundungsdruck einfach ausweichen ,... hin zu
echter Freizeitaktivität ?
KK

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von kastow » 06.02.2013, 21:27

katana hat geschrieben:Warum nehmen eigentlich die TN_Zahlen bei den "artverwandten-offenen" Veranstaltungen laufend zu ?
Könnte es sein, daß die Leute dem überreglementierten Leistungs-und Bevormundungsdruck einfach ausweichen ,... hin zu
echter Freizeitaktivität ?
KK
Nehmen sie denn wirklich zu? Ähnliches wurde hier zwar schon öfter behauptet, aber sobald Zahlen auf den Tisch kamen, sah es auf einmal doch wieder anders aus. Ist ja auch eigentlich logisch: weniger Nachwuchs, mehr Freizeitangebote >> weniger TN je Angebot
Dazu noch häufiges Hobby-Zappen ... natürlich brechen dann die TN-Zahlen ein.

Was meinst du denn mit echter Freizeitaktivität? Diesen Teil deiner Aussage verstehe ich nicht. Ist die Vorbereitung auf eine Landesmeisterschaft denn weniger eine 'echte Freizeitaktivität' als beispielsweise Briefmarkensammeln?
Herzliche Grüße,

kastow

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Kumamoto » 07.02.2013, 06:21

Die Zeit, die ein Kind/ Jugendlicher auf einer Meisterschaft verbringt/ wartet, geht der Familienzeit verloren. Heute ist es so, dass die Familien oft nur noch an den Wochenenden "komplett" sind und viele dann einfach "Prioritäten" setzen. Es gab mal diesen Slogan "Am Wochenende gehört mein Papi mir." Das drückt es ganz gut aus. Vielleicht wäre es ein Anfang, die Veranstaltungen "familienkompatibler/ -freundlicher" zu gestalten- kürzere Wartezeiten, bessere Einbindung der Familien. Typische Judo- Familien gibt es hierzulande ja eher weniger...

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Hofi » 07.02.2013, 09:19

Hi!
Grundsätzlich hielte ich getrennte Wiegezeiten inkl. getrennter Siegerehrungen schon mal für einen großen Fortschritt, da dann vielleicht nur der halbe Tag "kaputt" ist, zumindest wenn es in der Nähe ist.
Und man sollte sich sowohl als Ausrichter wie auch als Verein des Kämpfers über legen, wie man die Wettkämpfe als "Familienausflug" gestalten kann.
So könnte ich mir z.B. vorstellen, wenn man hier in Bayern z.B. ein Turnier in Passau anfährt, dass man sich dort einen entsprechenden Stadtrundgang überlegt, in den die Leute vom Turnier auch noch später einsteigen können und das eben gleich mit einem Vereinsausflug verbindet.
Aber gerade die kleineren Vereine sind ja schon froh, wenn man die Manpower für die Betreuungen hinkriegt.
Solche Extras auch noch zu stemmen ist nicht ganz ohne. Mal überlegen, was sich da machen lässt.
Bis dann
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.

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Re: Massiv sinkende Teilnehmerzahlen bei Landesmeisterschaft

Beitrag von Ronin » 07.02.2013, 10:15

Warum nehmen eigentlich die TN_Zahlen bei den "artverwandten-offenen" Veranstaltungen laufend zu ?
Könnte es sein, daß die Leute dem überreglementierten Leistungs-und Bevormundungsdruck einfach ausweichen ,... hin zu
echter Freizeitaktivität ?
Das halte ich für nicht richtig und lässt offensichtlich auch schwer durch Zahlen belegen, aber tun wir kurz so, als wäre es so. Theorie: Vielleicht liegt es daran, dass es ein zunehmendes Angebot an solchen Veranstaltungen gibt dass früher nicht da war und sich auch hier Kommunikationsstrukturen etablieren, die eine effiziente Bewerbung erst möglich machen. Früher gab es das nicht, damit steigt auch die Teilnehmerzahl (Stichwort Nachfrage schaffen).

Ansonsten sind natürlich viel der hier genannten Argumente gut und richtig, aber es wird zu viel auf den Verbänden rumgehackt. Teilweise liegt es am Teilnehmerfeld (zu beschäftigt mit anderen Dingen), das wurde hier schon genannt.

Ein nicht von der Hand zu weisender Faktor sind aber auch die Betreuer. Es gibt immer weniger davon, damit überlegen sich die Vereine genauer wo sie mit wem hingehen (effizientere Ressourcenallokation). Und die, die es immer noch tun, machen das auch nicht mehr so lustvoll wie früher (damit kommt die Sogwirkung nicht mehr so zum Tragen).
Man muss schon so ehrlich sein, dass wir Vereine an der Basis es einfach versäumt haben, die nächste Generation von Trainern und Betreuern rechtzeitig in Stellung zu bringen und uns zu lange auf den "alten Hasen" ausgeruht haben. Damit wird es fast egal, was die Verbände hier tun oder nicht tun, zu Hause an der Basis krankt es, denn "beschissen" waren die Regeln früher auch und die Veranstaltungen waren auch nicht besser, aber es sind mehr Leute hingegangen.

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