Fazit Erfahrungen mit unendlich Waza Ari

Hier geht es um die Wettkampforganisation und um Fragen zu den Wettkampfregeln
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judo-60kgtvh
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Fazit Erfahrungen mit unendlich Waza Ari

Beitrag von judo-60kgtvh » 11.08.2017, 18:57

Hallo Zusammen,

nach mittlerweile acht Monaten Wettkampfgeschehen möchte ich meine ganz persönliche Sicht auf die neue Bewertung geben. Zunächst einmal ich war immer ein Freund des Aufaddiersystems, wie es teilweise in der U10 angewandt wird. Jede Wertung wird in Punkte umgerechnet und bei 20 Punkten ist Schluss. So oder so ähnlich hätte ich mir auch eine Änderung bei den Aktiven gewünscht, da dies dann wirklich zur Vereinfachung geführt hätte, nun gut.

Bei der Abschaffung des Waza Aris konnte ich am Anfang die Auswirkungen nicht wirklich abschätzen, mittlerweile muss ich aber einige Dinge bemängeln.
Die Kämpfe gehen mittlerweile zu schätzungsweise 70% über die komplette Zeit. Turniere sind extrem langatmig deswegen. Auch zu meinem eigenen Leid muss ich gestehen, dass ich gerne mal mit zwei "gerollten" Abtauchtechniken über 2 Waza-Aris gewinnen konnte. Zurzeit habe ich so viele Kämpfe über die volle Zeit, wie noch nie in meiner "Karriere".
7:0 Waza-Ari-Führung und dann mit Ippon im Hebel, Haltegriff etc. zu verlieren, macht unseren Sport nicht nachvollziehbarer. Vor allem, wenn dies durch einen Wurfippon geschieht oder mit Strafen. Mich hat eine Mutter mal gefragt, warum nach 5:1 Waza-Ari Stand jetzt der andere gewinnt... Naja sein Wurf war halt bisle besser als die 5 vorher. Klar man kann da immer etwas rechtfertigen, warum das jetzt als Knock-Out gewertet wird oder nicht. Ich will da auch keine Grundsatzdiskussion, was daran jetzt wieder sinnvoll ist oder nicht.

Logisch aber auch, wenn ich immer wieder höre, jetzt gibt es mehr Wertungen... Haja klar gibt es mehr Wertungen, wenn vorher nach 2 Waza-Ari fertig war. Ich finde, dass dadurch insgesamt auch der Standkampf entwertet worden ist.

Meiner Ansicht nach wäre das Aufaddiersystem fairer und nachvollziehbarer als die bisherigen Regelungen und man könnte wieder differenzieren zwischen Koka - Ippon. So ist alles Einheitsbrei, außer bei Ippon.
Tadahiro Nomura Olympic Champion

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Fritz
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Re: Fazit Erfahrungen mit unendlich Waza Ari

Beitrag von Fritz » 11.08.2017, 21:06

Also die aktuelle Waza-Ari-Regel finde ich nicht schlecht ...
Gibt auch dem Bodenkampf einen höheren Stellenwert, da eben nicht mehr reicht, 2x fast gut zu werfen.

Aufaddieren machen andere, das brauchen wir m.E. nicht wirklich im Judo.
Ein bissel schade ist, daß jetzt nahezu jeder Mist einen W-A ist. Aber offensichtlich ist das dem Bestreben
geschuldet, dem Laien-Zuschauer entgegen zu kommen, denn der sieht wohl nur, daß jemand zu Boden
geht und hat wohl eher keinen Blick dafür, ob es auf Bauch, Gesäß, Seite mit oder ohne Kontrolle war ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Fazit Erfahrungen mit unendlich Waza Ari

Beitrag von KönigABC » 13.08.2017, 17:29

Ich finde die Regel weder gut noch schlecht, man muss sich halt drauf einstellen. Wie Fritz schon gesagt hat, Boden wird wichtiger. Wenn ich 7 mal Wazari werfe, dann muss ich mich fragen, was ich falsch mache, bzw. mal intensiver Techniktraining machen, damit ich beim Nächsten Wettkampf vielleicht den Ippon bekomme!

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