Der Zwang

Hier geht es um Fragen und Inhalte zu den Kyu und Dan Prüfungen
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Re: Der Zwang

Beitrag von tutor! » 07.02.2017, 14:05

Patrick-Oliver hat geschrieben:(...)
Schickt die Referenten regelmäßig auf Referentenlehrgänge, damit die einheitlich ihr Wissen verbreiten!
Oder besser: Setzt nur noch Referenten ein, die sich selbst regelmäßig fortbilden! Du bist doch aus NRW. Dort gibt es genügend Maßnahmen auch für Referenten. Außerdem gibt es für (fast) jede Kata Landesreferenten oder entsprechende Spezialisten. Die muss man nur ansprechen und dann als Referenten zu sich holen. Am Geld sollte das nicht scheitern.
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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 07.02.2017, 15:09

Ich bin der Meinung, dass nicht der Prüfling solche Lehrgänge besuchen muss, sondern Prüfer, Referenten, Multiplikatoren und Ausbilder!
Erst wenn die aufeinander eingeschworen sind, ist es egal, wo der Prüfling seine Ausbildung erhält und kann überall seine Prüfung ablegen.
Und das wäre dann wohl Aufgabe des DJB und der Landesverbände, aber nicht die der Kreise, richtig?

Nachtrag:
Jupp beschreibt etwas weiter oben das Problem an einem Beispiel, dem Seoi-otoshi.
Warum kennen Dan-Träger nicht den Unterschied zwischen einer Seoi-nage und einem Seoi-otoshi?
Oder "Kinderschleuder" als Uki-goshi ... warum dürfen solche Leute Kyu- und ggf. auch Dan-Prüfungen abnehmen?

Für mich ist sowas eine Hürde, die ich eigentlich nicht nehmen möchte.
Aber ich will den 2. Dan, darum werde ich mich wohl oder übel bücken.

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Re: Der Zwang

Beitrag von tutor! » 07.02.2017, 16:24

Patrick-Oliver hat geschrieben:Ich bin der Meinung, dass nicht der Prüfling solche Lehrgänge besuchen muss, sondern Prüfer, Referenten, Multiplikatoren und Ausbilder!
Erst wenn die aufeinander eingeschworen sind, ist es egal, wo der Prüfling seine Ausbildung erhält und kann überall seine Prüfung ablegen.
Und das wäre dann wohl Aufgabe des DJB und der Landesverbände, aber nicht die der Kreise, richtig?
Nicht ganz. Es ist selbstverständlich Aufgabe der Verbände, für eine flächendeckende möglichst ausgewogene Qualität zu sorgen. Kreise sind aber nichts anderes als Untergliederungen des Landesverbands. Die Kreise bekommen in NRW einen Etat für Lehrgänge zur Verfügung gestellt. Die Kreise sind in der Pflicht, für eine gute Lehre vor Ort zu sorgen. Die nächsthöhere Ebene im Verband ist in der Pflicht, die Kreise dabei zu unterstützen.

Es gibt durchaus Stimmen in NRW, die radikal fordern, dass nur noch von den für die jeweilige Kata verantwortlichen Landesreferenten lizenzierte Personen, Lehrgänge in den Kreises leiten dürfen. Man würde also die Kreise zwingen, entweder ihre bevorzugten Referenten schulen zu lassen oder es gäbe kein Geld mehr.

Es gibt aber auch Stimmen, die sagen, dass man besser auf Freiwilligkeit und eigenes Fortbildungsinteresse der Referenten setzen soll. Und vor allem, dass man den Kreisen eine Eigenständigkeit in der Wahl ihrer Referenten und ihrer Verwaltung vor Ort lassen soll.

Wieviel zentrale Vorgaben soll man also durchsetzen? In dem von Dir geschilderten Fall scheint es ja so zu sein, dass der Kreis nicht funktioniert.
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Re: Der Zwang

Beitrag von nisbs » 07.02.2017, 23:04

Die „technischen Missverständnisse“ sind größtenteils durch die Prüfungsordnung hausgemacht.
„Seoi -otoshi verstehen wir eine mit breitem Stand ausgeführte Form des Ippon-seoi-nage“ (DJB Prüfungsordnung, 2014)
An dieser Stelle wird also didaktisch reduziert, damit die Kinder diese Technik ausführen können. Wann sollte diese Technik nun richtiggestellt werden?
Als Kyu-Prüfer muss man in der Prüfung diese Technik bewerten…
Wenn es für den DJB so in Ordnung ist, wieso sollte man in einer Dan-Prüfung zwingend etwas anderes sehen/zeigen wollen?

Sicherlich würde Fortbildungen einigen Prüfern und Referenten nicht schaden, aber die PO schürt auch eine gewisse Unsicherheit in den verlangten Kompetenzen.


Gerade für die Katame-no-kata solltest du in NRW genug Ansprechpartner finden, ohne 100km fahren zu müssen. Neben dem Landesreferenten gibt es in NRW verteilt mehreren Kata-Paare und Wertungsrichter, die allesamt eine gute Arbeit in der Lehre machen ;-)

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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 08.02.2017, 11:07

Ich will das gar nicht so groß aufbauschen.
Im Faden geht es um Zwänge und ich empfinde es als Zwang, meine Prüfungsvorbereitung sicherheitshalber da machen zu müssen, wo ich auch meine Prüfung ablegen werde.
Ist für mich mit Fahrerei verbunden und das stört mich.

Natürlich habe ich im Kopf, dass Referenten und Prüfer das Ganze überwiegend so wie ich als Hobby sehen und vieles ehrenamtlich machen.
Ein Dankeschön an dieser Stelle für die Arbeit, die sich alle damit machen. :danke
Zuletzt geändert von Patrick-Oliver am 08.02.2017, 12:08, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Der Zwang

Beitrag von kastow » 08.02.2017, 12:06

Patrick-Oliver hat geschrieben: 2. In NRW werden afaik Prüfungen nur im Ruhrgebiet abgenommen, Kreis-Dan-Prüfungen scheint es nicht zu geben.
Für dich könnten auch die Dan-Prüfungen in Beckum (Jahresanfang) und Wiedenbrück (Jahresende) interessant sein.
Herzliche Grüße,

kastow

Since the establishment of Kôdôkan jûdô, jûdô has become something that should be studied not only as a method of self-defence but also as a way of training the body and cultivating the mind. (Jigorô Kanô: MIND OVER MUSCLE)

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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 08.02.2017, 12:10

@kastow: Ich habe meinen Beitrag grade editiert und nicht mitbekommen, dass du inzwischen darauf geantwortet hast.
Vielen Dank für den Hinweis ;-)
Ist allerdings auch nicht um die Ecke für mich (Kreis Steinfurt).

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Re: Der Zwang

Beitrag von Jupp » 08.02.2017, 16:18

Patrick-Oliver hat geschrieben:Ist allerdings auch nicht um die Ecke für mich (Kreis Steinfurt).
und meint damit die Entfernung nach Wiedenbrück, die kastow angeboten hatte ("Für dich könnten auch die Dan-Prüfungen in Beckum (Jahresanfang) und Wiedenbrück (Jahresende) interessant sein").

Laut Google-Map sind das knapp 100 km (Wiedenbrück-Steinfurt). Das ist zwar nicht "um die Ecke", für eine Danprüfungs-Vorbereitung jedoch durchaus machbar bzw. zumutbar - oder sehe ich das falsch?

Jupp

P.S.: Unsere Wettkämpfer fahren wöchentlich ins BLZ Köln; das sind von unserem Dojo aus einfache Strecke 50 km. Allerdings können sie sich auf ihre Danprüfungen bei uns im Verein vorbereiten, entweder auf Wochenendlehrgängen oder jeden Freitagabend beim Training!

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Re: Der Zwang

Beitrag von Dolly » 16.02.2017, 18:25

Patrick-Oliver hat geschrieben:Ich will das gar nicht so groß aufbauschen.
Im Faden geht es um Zwänge und ich empfinde es als Zwang, meine Prüfungsvorbereitung sicherheitshalber da machen zu müssen, wo ich auch meine Prüfung ablegen werde.
Ist für mich mit Fahrerei verbunden und das stört mich.
Ich habe als Tori und Uke in meinem Kreis (Köln) die Vorbereitung gemacht. Die darauf folgenden 5 Prüfungen aus terminlichen Gründen an drei verschiedenen Prüfungsorten (Köln, Grevenbroich, Hagen)

Die Prüfungsorte ergaben sich bei uns rein aus terminlichen Überlegungen, nicht aus geographischen.

Meine Beobachtung: Entscheidend für die Qualität der Prüfung ist die Vorbereitung der Prüflinge und damit die Auswahl des Vorbereitungslehrgangs.
Meine Teilnahmen waren alle erfolgreich, 2 mal Tori, 3 mal Uke. Im "eigenen" Kreis habe ich mich nur einmal zur Prüfung (2. Dan) gestellt, alle anderen, wie gesagt, vor für uns "fremden" Prüfungskommissionen.

Wir waren gut vorbereitet.

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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 23.02.2017, 12:15

Lt. Prüfungsordnung zum 2.Dan, Prüfungsfach "Bodentechniken", werden stichprobenartig mindestens 20 Aktionen abgefragt.
2 Varianten der 5 Osae-komi-waza, 2 Varianten der 7 Kansetzu-waza und 2 Varianten der 7 Shime-waza.

In den Erläuterungen zum Prüfungsprogramm steht zu "3. Bodentechniken", dass die jeweilige Technik in jeweils zwei Varianten in der Endposition gezeigt werden!

Mein Prüfer fordert auch während der Prüfung, dass alle Techniken aus diesem Prüfungsfach erarbeitet werden.
Das bedeutet, dass sie eben nicht nur in der Endposition gezeigt werden, sondern situationsbezogen, realistisch, zügig und dynamisch herausgearbeitet werden (Angriff gegen Bank, Bauchlage, ...).

Nicht falsch verstehen.
Entweder, die PO ist nicht eindeutig genug in Bezug auf geforderte Inhalte.
Oder aber man ist einer gewissen Willkür ausgeliefert (Zwang).

Empfinde ich beides als störend.

Nachtrag:
Insgesamt macht die Dan-Vorbereitung aber sehr viel Spass!
Nette Leute und jedes Mal lerne ich neue Techniken dazu. Top!

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Re: Der Zwang

Beitrag von tutor! » 23.02.2017, 13:36

Patrick-Oliver hat geschrieben:Lt. Prüfungsordnung zum 2.Dan, Prüfungsfach "Bodentechniken", werden stichprobenartig mindestens 20 Aktionen abgefragt.
2 Varianten der 5 Osae-komi-waza, 2 Varianten der 7 Kansetzu-waza und 2 Varianten der 7 Shime-waza.

In den Erläuterungen zum Prüfungsprogramm steht zu "3. Bodentechniken", dass die jeweilige Technik in jeweils zwei Varianten in der Endposition gezeigt werden!

Mein Prüfer fordert auch während der Prüfung, dass alle Techniken aus diesem Prüfungsfach erarbeitet werden.
Das bedeutet, dass sie eben nicht nur in der Endposition gezeigt werden, sondern situationsbezogen, realistisch, zügig und dynamisch herausgearbeitet werden (Angriff gegen Bank, Bauchlage, ...).

Nicht falsch verstehen.
Entweder, die PO ist nicht eindeutig genug in Bezug auf geforderte Inhalte.
Oder aber man ist einer gewissen Willkür ausgeliefert (Zwang).(...)
Die PO ist schon eindeutig, denn es gilt der Grundsatz, dass jede Technik immer auch eine Lösung für eine Situation sein soll (s. Technikverständnis des DJB). Die Formulierung "zwei Varianten in der Endposition meint, dass die zwei zu zeigenden Aktionen nicht zwei verschiedene Wege zur selben Endposition sein sollen, sondern in der Tat in zwei verschiedene Endposition münden sollen.
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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 23.02.2017, 14:29

tutor!, das sehe ich anders!

Erst im Prüfungsfach "Anwendungsaufgabe Boden" sollen die Bodentechniken explizit erarbeitet werden.
Im Prüfungsfach "Bodentechniken" soll lt. PO nur die Endposition gezeigt werden.

Für mich ist das eindeutig! An dieser Stelle auf versteckte Begriffserklärungen zu verweisen, wäre Aufgabe der Erläuterung zum Prüfungsprogramm.
Imo ;-)

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Re: Der Zwang

Beitrag von Fritz » 23.02.2017, 14:47

Patrick-Oliver hat geschrieben:Erst im Prüfungsfach "Anwendungsaufgabe Boden" sollen die Bodentechniken explizit erarbeitet werden.
Im Prüfungsfach "Bodentechniken" soll lt. PO nur die Endposition gezeigt werden.
Wir waren angehalten, beim Abspulen der Stoffsammlung die Techniken immer aus einer sinnvollen Ausgangssituation zu zeigen.
Glaube nicht, daß es sich bei der 2010er Vereinfachung der Dan-PO explizit verändert hat. Auch wenn es nicht explizit in
der Erklärung steht - hey es geht um eine Dan-Prüfung. Auch bei Wurftechniken steht nicht explizit, daß eine Wurfvorbereitung
mit zum Wurf gehört, sowas sollte selbstverständlich sein.

"Erarbeiten von Bodentechniken" geht darüber etwas hinaus, da m.E. dort stärker auf mögliche Reaktionen/Handlungsoptionen vom Uke eingegangen
werden muß ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Der Zwang

Beitrag von tutor! » 23.02.2017, 15:02

Patrick-Oliver hat geschrieben:tutor!, das sehe ich anders!

Erst im Prüfungsfach "Anwendungsaufgabe Boden" sollen die Bodentechniken explizit erarbeitet werden.
Im Prüfungsfach "Bodentechniken" soll lt. PO nur die Endposition gezeigt werden.

Für mich ist das eindeutig! An dieser Stelle auf versteckte Begriffserklärungen zu verweisen, wäre Aufgabe der Erläuterung zum Prüfungsprogramm.
Imo ;-)
Das ist keine versteckte Begriffserklärung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Deine Interpretation geht auch nicht aus dem Text hervor. Lies einmal wirklich genau nach!

Glücklicherweise gibt es ja auch Prüferschulungen - zumindest in den meisten Landesverbänden - bei denen diese Dinge noch einmal explizit besprochen werden und Dan-Vorbereitungslehrgänge, bei denen die Erwartungen an die Prüfungsleistungen dann auch vermittelt werden. Das funktioniert zwar nicht immer perfekt, aber in Deinem konkreten Fall scheinbar recht gut.
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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 23.02.2017, 15:12

Wie gesagt, habe kein Problem, alle geforderten Techniken zu erarbeiten.
Je nach Situation muss ich zwar hier und da überlegen, aber es sollte schon immer was Sinnvolles einfallen.
Ohne Vorbereitungslehrgang hätte ich fix von Haltegriff zu Haltegriff gewechselt.

Und hier noch fix die Begriffserklärung, die mir als zus. Unterlagen zur Prüfung übergeben wurde:
Erarbeiten:
Mit dem Begriff Erarbeiten ist eine situationsbezogene, realistische, zügige und dynamische Herausarbeitung einer Judotechnik mit einem Partner gemeint, der sich kampfmäßig verhält, jedoch ohne dabei übermäßig Widerstand zu leisten.
Eine statische Demonstration der Endposition (Technik) reicht nicht aus.
Der von mir rot markierte Teil macht imo den Unterschied.
Einmal geht es um die Endposition, wie in der "Erläuterung zum Prüfungsprogramm 2. Dan" zum Prüfungsfach "3. Bodentechniken" gefordert wird, und dann gibt es noch das Prüfungsfach "5. Anwendungsaufgabe Boden", indem erarbeitet werden soll.
Der 2. Dan ist ja noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Ich kann doch jetzt nicht schon alles wissen! ;-)

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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 23.02.2017, 15:33

tutor!, ich glaube ich habe sehr genau gelesen.
3. Bodentechniken
Zu den jeweiligen Haltegriff-, Armhebel- und Würgetechniken sollen jeweils zwei Varianten der Endposition gezeigt werden. ...
So steht es in der "Erläuterung zum Prüfungsprogramm 2. Dan" geschrieben.
Ich glaube nicht, dass ich das falsch interpretiere.

Hätte man geschrieben, dass jeweils zwei Varianten der Entposition erarbeitet werden sollen, wäre das eindeutig!
Zuletzt geändert von Patrick-Oliver am 23.02.2017, 15:36, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Der Zwang

Beitrag von Fritz » 23.02.2017, 15:33

Hmm, ich hätte "kampfmäßig" rot gemacht ;-)
Patrick-Oliver hat geschrieben:Je nach Situation muss ich zwar hier und da überlegen, aber es sollte schon immer was Sinnvolles einfallen.
Ohne Vorbereitungslehrgang hätte ich fix von Haltegriff zu Haltegriff gewechselt.
Ja sonst wäre je die Technik Blödsinn ;-)

Auch der Wechsel von einer Halte in die nächste kann eine sinnvolle Art der Herausarbeitung sein, insofern der Wechsel durch Aktionen des Uke
ausgelöst wird. Das geht aber dann schon in Richtung der Aufgabe für den dritten Dan mit den Verkettungen ;-)

Im Zweifel halte Dich einfach an die Vorgaben Deines/r Prüfer, denn erfahrungsgemäß wissen diese
selbst am besten, was sie wie sehen wollen ;-)
Und es fällt leichter in der Prüfung notfalls Abstriche von einem ausführlich vorbereiteten Programm zu machen, als
bei einem Minimal-Programm plötzlich mehr zaubern zu müssen ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Der Zwang

Beitrag von Patrick-Oliver » 23.02.2017, 15:38

Fritz, genau so mache ich es.

Wollte das auch nur hier im Faden ansprechen, weil ggf. auch andere so ticken wie ich und nur wegen soetwas keine weiteren Prüfungen mehr machen.

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Re: Der Zwang

Beitrag von tutor! » 23.02.2017, 15:41

Patrick-Oliver hat geschrieben:tutor!, ich glaube ich habe sehr genau gelesen.
3. Bodentechniken
Zu den jeweiligen Haltegriff-, Armhebel- und Würgetechniken sollen jeweils zwei Varianten der Endposition gezeigt werden. ...
So steht es in der "Erläuterung zum Prüfungsprogramm 2. Dan" geschrieben.
Ich glaube nicht, dass ich das falsch interpretiere.

Hätte man geschrieben, dass jeweils zwei Varianten der Entposition erarbeitet werden sollen, wäre das eindeutig!
Nein, das wäre dann schon mehr die Formulierung der Anwendungsaufgabe gewesen, denn "Erarbeitung" ist dort definiert.

Aber zurück zum Text. Dort steht "ZU den jeweiligen Haltegriff- ........" Du liest aber daraus "Es sollen von den Haltegriffen nur....." Das ist schon ein kleiner, feiner, aber deutlicher Unterschied.

Man hätte das sicherlich auch glücklicher formulieren können, das gebe ich gerne zu (ich war ja auch nicht beteiligt), aber dass eine Technik losgelöst von einer Anwendungssituation gezeigt werden soll, ist vollkommen absurd. Auch nicht im Fach Grundtechnik, denn was keine Situation löst, ist (noch) keine Technik.
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Re: Der Zwang

Beitrag von Fritz » 23.02.2017, 15:59

Patrick-Oliver hat geschrieben:Fritz, genau so mache ich es.

Wollte das auch nur hier im Faden ansprechen, weil ggf. auch andere so ticken wie ich und nur wegen soetwas keine weiteren Prüfungen mehr machen.
Sehr gut!

Ich glaube aber, daß es eher Leute gibt, die auf Konsultationen / Lehrgänge verzichten und dann ihren Prüfern einreden wollen, daß tatsächlich nur
gefordert sei, daß sich Uke mit dem Rücken auf den Boden legt und Tori dann irgendwie drauf ;-)
Und sich dann wundern, wenn sie durchfallen ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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