Der Zwang

Hier geht es um Fragen und Inhalte zu den Kyu und Dan Prüfungen
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HBt.
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Der Zwang

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 12:18

In einem anderen Faden schrieb "Tutor!":
(...)
Für viele ist der Zwang zu einer Demonstration der Hauptgrund keine Danprüfung machen zu wollen, Kata-Lehrer demonstrieren auch selten selbst (...)
Ich frage mich: warum man als Judoka (Ausrichtung Sport) eine KATA als Zwang empfinden sollte und dieser Zwang als Grund stilisiert wird, keine Danprüfung abzulegen. Ebenso impliziert das Zitat ein MUSS, man muss Dan-Prüfungen ablegen.

Man sollte ruhig - und zwar bis zum Ende (in Deutschland der "Fünfte Dan").

Wirklich interessant ist für mich eine andere Frage: warum gehen wir nicht automatisch alle mit dem dritten oder fünften Dan ab? So mit Mitte Zwanzig??? Garantiert.

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Festhalten ...

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 12:34

KATA == Ordnung

RANDORI == Unordnung, mitunter ein Chaos

SHIAI == Ein persönlicher Test

u.s.w.

Um Streicheleinheiten des Egos == Graduierungen als Dienstgrade
geht es
nicht.

Ein Ego, das Graduierungen benötigt, ist leicht zu verletzen / zu kränken.

Also, was denn nun?
(hier muss man aber nun wirklich ordentlich differenzieren: zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit, dem Sportjudo, dem Leistungssport, der Freizeitgestaltung, dem Erziehungssystem, der Schule ... den Personen und Vereinigungen / Interessengemeinschaften, der Kohle und den Idealen, der Moral ... dem Ziel, den Zielen und Mitteln ...)

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Re: Der Zwang

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 12:51

@Tutor!

Heißt das: Du hast beobachtet, dass viele Mudansha (nicht graduierte Judoka "weiß" bis "braun") eine weitere Beschäftigung mit "dem Judo" ablehnen, weil sie Angst vor etwas haben - eben nicht gezwungen werden wollen oder Zwang empfinden / verspüren???

Dann läuft grundsätzlich etwas falsch - und das muss nicht zwangsläufig am Judo liegen.


Sehr bedenklich.
Wollte man (wir, die Gemeinschaft) nicht auch Schwellenängste abbauen, als man 2004 die Fortschreibung der A-PO von 1994 formulierte / und Koshi, Ashi, Te -Waza der Nage no kata mit ins Programm nahm.

Irgendwer übt destruktiven Druck aus (in eurem Landesverband!?) ...


Das Judoleben fängt erst richtig an, wenn man graduiert ist :D

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Examen / Prüfungen

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 14:23

Ich habe mir in diesem Zusammenhang eben eine (aktuelle) vollständige Prüfung zum 5. Dan angesehen, auf youtuby ist ja alles möglich - und dem Netz.
Warum, weil ich's einfach verstehen will.

Inhalt: mehrere Kodokan-Kata am Stück, bestimmt fünf Stück ;) plus ein paar Technikvariationen und auf Zuruf, alles im abgesprochenem Hin-u. Hermodus (Simulation von Dynamik) ...
so etwas ist (doch) langweilig und total unbedeutend.

Drei Herren sitzen rot (?) und rotweiß begürtet hinter einem Tischen auf einem Stuhl. Das ist doch Mist. Ernst oder böse müssen die Urteilenden auch noch dreinschauen.

Ab einem gewissen Punkt
und
Lebensalter, wäre mir persönlich das (Bild) zu blöd. Ordentlich Geld kostet so'n Gürtel auch noch. Manchmal zerstört der Gesamtumstand Freundschaften, Partnerschaften, Arbeitsgemeinschaften, gemeinsame Ziele und Wünsche ...

#
Was unterscheidet die Dane untereinander???

Nichts,
es existieren keine essentiellen Unterschiede - außer, es hat ein Jemand gar keine Ahnung von der Materie und ist trotzdem graduiert.
Zuletzt geändert von HBt. am 07.11.2016, 14:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Der Zwang

Beitrag von Lippe » 07.11.2016, 14:24

HBt. hat geschrieben:Wirklich interessant ist für mich eine andere Frage: warum gehen wir nicht automatisch alle mit dem dritten oder fünften Dan ab? So mit Mitte Zwanzig??? Garantiert.
Die Frage mag "wirklich interessant" sein, allein, ich habe sie nicht verstanden.
Was meinst Du mit "abgehen"?

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Abgehen

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 14:30

Was meinst Du mit "abgehen"?


Grundschule ... ---> Abitur

Universität ... ---> Abschluss der Studien mit einer Auszeichnung

Berufsausbildung / Lehre

... wir gehen ab, verlassen die Schule, die Ausbildungsstätte ... mit ... und starten ins Leben, frei.

;)
Jetzt klar Stefan?

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Schule

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 14:33

nehmen wir an, Du startest mit 10 Lebensjahren
und kannst
nach 10 Schuljahren abgehen oder auch erst nach 15 Jahren.

Gehst Du erfolgreich durchlaufend nach 15 ab, wirst Du automatisch mit dem 5.Dan ausgezeichnet, als 25jähriger Stürmer.


Nun wieder zur verneinenden Warum-Frage.

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Re: Der Zwang

Beitrag von Hofi » 07.11.2016, 16:53

Hi!
So ganz verstehe ich das ganze nicht, was HBt. Hier veranstaltet. Mal abgesehen von der Unart, sich dauernd selbst zu antworten (Warum? Hält man eine einzigen Post für zu unübersichtlich).
Sollen wir jetzt Dan-Grade ohne Überprüfung des Wissens- und Könnensstandes einfach so verteilen nach Trainingsdauer? Oder sollen wir einfach die Graduierungen abschaffen?
Oder was ist der Sinn des Fadens?
Manche Leute wollen anscheinend keine Dan-Prüfung machen, weil sie keine Kata-Demonstration zeigen wollen. Ist das ein Problem der PO oder dieser Leute?
Kann man evtl. die Ausbildung zu den Graduierungen verändern? Möglich. Aber was trägt der Faden dazu bei?
Sorry, ich lese hier einen Haufen wirre Fragen und Statements, die mich fast ausrufen lassen: Egal was Du nimmst, nimm weniger. Aber vielleicht verstehe ich es nur nicht.
Bis dann
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.

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Weniger (Reduktion)

Beitrag von HBt. » 07.11.2016, 17:07

Hi!
So ganz verstehe ich das ganze nicht, was HBt. Hier veranstaltet. Mal abgesehen von der Unart, sich dauernd selbst zu antworten (Warum? Hält man eine einzigen Post für zu unübersichtlich).
Hast Du nur einen einzigen Gedanken?
Sollen wir jetzt Dan-Grade ohne Überprüfung des Wissens- und Könnensstandes einfach so verteilen nach Trainingsdauer? Oder sollen wir einfach die Graduierungen abschaffen?
Oder was ist der Sinn des Fadens?
Das gilt es noch herauszufinden.

Mich interessiert der Hintergrund Tutors! Einwurf ... siehe oben, oder in dem anderen Faden. Mehr nicht.
Manche Leute wollen anscheinend keine Dan-Prüfung machen, weil sie keine Kata-Demonstration zeigen wollen. Ist das ein Problem der PO oder dieser Leute?
Kann man evtl. die Ausbildung zu den Graduierungen verändern? Möglich. Aber was trägt der Faden dazu bei?
Noch gar nichts, ...
Sorry, ich lese hier einen Haufen wirre Fragen und Statements, die mich fast ausrufen lassen: egal was Du nimmst, nimm weniger. Aber vielleicht verstehe ich es nur nicht.
Unartige Grüße,
HBt.

tutor!
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Re: Der Zwang

Beitrag von tutor! » 07.11.2016, 18:34

Hofi hat geschrieben:(...)Manche Leute wollen anscheinend keine Dan-Prüfung machen, weil sie keine Kata-Demonstration zeigen wollen. (...)
Das ist inhaltlich exakt meine Aussage.
I founded a new system for physical culture and mental training as well as for winning contests. I called this "Kodokan Judo",(J. Kano 1898)
Techniques are only the words of the language judo (Cichorei Kano, 24.12.2008)

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Re: Abgehen

Beitrag von Lippe » 07.11.2016, 19:20

HBt. hat geschrieben:Jetzt klar Stefan?
Naja, noch nicht so wirklich. Da geht es mir eher wie Hofi.

Aber nun gut, auch mir gehen verschiedene Gedanken durch den Kopf. Manche können ruhig da bleiben, um andere ausformulieren zu können fehlt mir noch das Verständnis für die Intention dieses Fadens. Aber gut, in den Wochen vor HBt.s (Wieder-)Registrierung war im Forum wenig los, immerhin sind ja ein paar Textzeilen seither dazu gekommen. Also will ich mal versuchen, mich durch diesen Monolog zu wühlen...

Fangen wir also mal mit der "verneinenden Warum-Frage" an:
HBt. hat geschrieben:warum gehen wir nicht automatisch alle mit dem dritten oder fünften Dan ab? So mit Mitte Zwanzig??? Garantiert.
Vielleicht, weil ein Verband sich wünscht, dass erreichte Stufen vergleichbar sind? Vielleicht, weil ein Verband ein Steuerungsinstrument sucht, um gewisse Ausbildungsinhalte zu transportieren? Vielleicht weil vielen Menschen ein definiertes und erreichbares Ziel (Die Inhalte der Kyu- oder Dan-PO) hilft, sich zu fokussieren und das eigene Streben danach auszurichten?
Natürlich wäre es wünschenswert, irgendwann selbst die Fühler auszustrecken, aber warum sollen wir diejenigen, die sich noch nicht so weit fühlen. nicht an der Hand nehmen? Und der unabhängig Strebende kann sich ja jederzeit mit Dingen auch jenseits der PO auseinandersetzen. Will er dann trotzdem den Dan, muss er halt auch bestimmte Inhalte lernen, will er ihn nicht ist es ja auch gut...

tutor! hat geschrieben:Manche Leute wollen anscheinend keine Dan-Prüfung machen, weil sie keine Kata-Demonstration zeigen wollen.
Stimmt. Habe ich auch schon beobachtet.
Und? Stört dich das, HBt.?

HBt. hat geschrieben:Drei Herren sitzen rot (?) und rotweiß begürtet hinter einem Tischen auf einem Stuhl. Das ist doch Mist.
Dir gefällt also nicht, wie derzeit das Graduierungswesen gehandhabt wird. Willst Du tatsächlich die Jahre des Trainings als Maßstab für Graduierungen nehmen? Aber warum dann überhaupt noch den Dan beibehalten? Dann könnte ja jeder eine Strichliste auf Gürtel oder Jacke sticken - ein Strich pro Trainingsjahr. In weiß, wenn nur einmal die Woche trainiert wurde, in lila bei drei Trainingseinheiten und neongelb bei fünf Trainingseinheiten.
Führt das System doch in eurem Verein ein und berichte in den kommenden Jahren, was für Vor- und was für Nachteile ihr beobachten konntet, und ob eure Vereinsmitglieder dann ein besseres Verständnis für die Judotechniken entwickeln konnten. :eusa_think Die Ergebnisse würden mich wirklich interessieren.


Vielleicht noch ein persönlicher Einblick:
Ich habe auch erst mit der Vorbereitung zum 1. Dan Kata kennengelernt. Schade eigentlich. Mir hat das sofort viel Freude bereitet. Darüber hinaus macht mir auch die Vorbereitung auf den nächsten Dan Spaß. Nach der Prüfung wird gleich eine neue Arbeitsmappe angelegt, in dem die Gedanken zum nächsten Dan gesammelt werden. Da werden Ideen geboren, niedergeschrieben, verworfen, neue Ideen kommen ins Spiel, alte werden wieder ausgegraben. Man hat ja ein paar Jahre Zeit. Ein solches Ziel hilft mir dabei, an mich selbst zu denken und der eigenen Neugier zu folgen, und nicht nur die nächsten Trainingseinheiten im Blick zu haben, die ich als Trainer noch vorbereiten muss. Schade, dass nur noch eine Prüfung übrig geblieben ist.
Einen Zwang, eine Dan-Prüfung abzulegen habe ich nie verspürt.

Abschließend würde mich interessieren:
Hast du, HBt., mehr als eine Dan-Prüfung abgelegt? Warum? Hat es Dir Freude bereitet? Hast Du etwas während der Vorbereitung gelernt? Was?

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Re: Der Zwang

Beitrag von Fritz » 08.11.2016, 01:05

Hofi hat geschrieben:So ganz verstehe ich das ganze nicht, was HBt. Hier veranstaltet. Mal abgesehen von der Unart sich dauernd selbst zu antworten (Warum? Hält man eine einzigen Post für zu unübersichtlich).
Wenn es Dich tröstet, wir hatten es schon mehrfach herausgearbeitet, daß HBt. oft auch selbst nicht so recht versteht, was er mit seinen Beiträgen
bezweckt ;-) Bisher hat sich eigentlich da immer als gute Strategie erwiesen, wenn man etwas Brauchbares dabei entdeckt hat (er hat nach seinem Wiedereinstieg ins Forum bspw. ein paar
interessante Sachen aus dem Internet gegraben), darauf einzugehen. Auf den Rest antwortet er (oder ein Teil von ihm ?) dann schon selbst, was es jetzt für uns nicht verständlicher macht,
aber wenigstens antwortet jemand ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

HBt.
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Strategie

Beitrag von HBt. » 08.11.2016, 09:23

'Fritz' Strategie ist wirklich sinnvoll, 'Lippes' Beitrag der Beste und Tutors! Feststellung interessant (offensichtlich nur eine Feststellung), 'Hofis' Meinung - ihm ist's egal:
ihn stört die Person 'HBt.' und die Unarten "dieses Trolls" ...

Und dabei ist die Frage, wenn man denn eine Evidenz ausmacht, "nach dem gefühlten Zwang zur Demonstration" - schon sehr ernst gemeint. Darüber sollte man schon ernsthaft nachdenken
und
einen derartigen Umstand nicht einfach wegwischen, wenn ein Zwang ausgeübt wird oder dieser sich einfach aufbaut. Scheinbar scheinen das ja keine Einzelfälle zu sein, oder?

'Lippe' berichtet, dass er derlei Äußerungen und Begründungen kennt ... Kata ist aber elementarer Bestandteil des Judo und per se kein Prüfungsfach.

Um es gleich vorweg zu nehmen, der Mensch 'HBt.' hat keine Probleme eine Kata zu demonstrieren, nicht vor einem Publikum und auch nicht vor einer Jury ... dieser Mensch sucht weder Kunden, Anhänger noch sonst etwas ... er ist Judoka, einer von ziemlich vielen Judoka. Dieses hat er auch schon oft bewiesen. Er stellt Fragen und ist neugierig ... fertig.

#
Mich befremdet die Aussage 'Tutors!'. In meinem Umfeld konnte ich nie eine Tendenz in diese Richtung ausmachen. Einzig und alleine konnte ich ausmachen, dass Judoschüler bisweilen weit unter ihren Möglichkeiten blieben (Wiederholungsprüfungen, Module ... etc. pp.) und leicht traumatisiert aus 'Vorbereitungslehrgängen und Prüfungen ...' nach Hause gingen. Fasste man sie etwas feinfühliger an, bemühte sich um sie - war ihre Progression und Entwicklung ein Traum ... ihre Kata phantastisch, mit Leben und Freude erfüllt.


'Tutor!' möchte zu seinem Fragment nichts weiter beitragen, das akzeptiere ich.

##
Einen Zwang zur Demonstration sollte kein Judoka verspüren müssen. Wenn ihn ein derartiges negatives Gefühl von einer Danprüfung abhält, darf man dieses nicht einfach wegwischen. Häuft sich derlei, muss man dem Kern auf den Grund gehen.

Liegt ein bestimmter Typus Mensch vor, welche Altersklasse, welche Region Deutschlands, ... woran liegt es? will man das Phänomen bekämpfen?

Oder ist alles egal, dann muss man weder etwas ändern, noch muss man Fragen stellen, noch muss man äußern, dass es diese Fälle gibt.

###
Die Figur 'HBt.' hat kein Interesse an einem Disput, sie will auch nicht missionieren - Ordnungen sind ihr schnurz ... trotzdem können wir gerne kultiviert über Inhalte einer Ordnung und Umsetzung
diskutieren.
Der Mensch hinter dieser Figur interessiert sich für 'den Menschen' - und stellt in Frage, auch sich selbst.

Persönlich sind mir Dane egal.

Gruß,
HBt.

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Entschuldigung (gleich vorsorglich)

Beitrag von HBt. » 08.11.2016, 09:33

tutor! hat geschrieben:
Hofi hat geschrieben:(...)Manche Leute wollen anscheinend keine Dan-Prüfung machen, weil sie keine Kata-Demonstration zeigen wollen. (...)
Das ist inhaltlich exakt meine Aussage.
Differenziert hier keiner 'der angestochenen Persönlichkeiten' zwischen einem Prüfungsfach und einer Demonstration, speziell einer Kata-Demonstration.
Die Aussage 'Tutors!' impliziert zu einem Zwang nach* einer erfolgreichen Abschlussprüfung ----> schreiben wir doch einfach: ich muss für meinen Verband starten, bei einer Meisterschaft ...

deshalb fragte ich auch: übt Ihr Druck aus???

IHR == der lokale Verband, die Referenten, der gesamte Überbau :alright

#
Bei einer Verneinung ist der gesamte Faden obsolet.

* im Anschluss

@Lippe,
danke für Deinen tollen Beitrag.

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Re: Der Zwang

Beitrag von Fritz » 08.11.2016, 12:07

Bezogen auf Kata u. Prüfung möchte ich folgende Gedanken/Meinungen/Erfahrung darlegen:

Warum haben Leute "Angst" eine Kata vorzuführen?:
a) sie wissen innerlich, daß sie die Kata nicht ausreichend beherrschen
b) sie wissen nicht, was genau wie bewertet wird, sind also diesbzl. unsicher
c) Dazu kommt noch, daß vielen Sinn u. Aufgabe der Kata nicht klar sind, man sich also damit nicht so recht identifizieren kann und will.

Der Fall a) ist oft dann gegeben, wenn eine Kata als Schau für die Prüfung einstudiert wird, am Ende sogar noch mit genau einem Uke und das ganze sehr kurzfristig.
Der Fall b) ist oft der Tatsache geschuldet, daß bei vielen Kata-Lehrgängen viel Wert auf das ganze Brimborium um die eigentlichen Techniken herum gelegt wird,
durch Kata-Meisterschaften u. deren Fehlerkatalogen auch ein Bild geschaffen wird, was den Blick verstellt.

Der Knackpunkt ist aber c) - was der in der Regel dann auch zu a) führt. Leider ist "uns" in der Breite immer noch nicht klar, daß die meisten Kata dazu geschaffen wurden,
Anfänger zu ertüchtigen (mal von Koshiki-/Itsutsu-no-Kata abgesehen, die wohl schon ein gewisses Vorwissen voraussetzen). Unter diesem Gesichtspunkt ist dann die Vorführung
bei einer Dan-Prüfung eigentlich nur die Bestätigung/Rückversicherung, daß bspw. ein Nidan die Katame-no-Kata soweit abrufbar hat, daß man ihm zutrauen
kann, notfalls damit Anfänger ausbilden zu können.
Bsp. Ju-no-Kata: Ist doch eigentlich eine Sache schon für Leute, die noch nicht mal fallen können oder einen Gi anhaben. Ist doch völlig hinrissig, wenn sich damit Leute erstmalig
beschäftigen, wenn sie beginnen, sich auf den 4. Dan vorzubereiten. Da haben die schon genug "Judo" erlebt, als daß ihnen die Ju-no-Kata noch
nennenswert was bringt, da mutet das Zeugs irgendwie dann irgendwie albern an - insbesonders weil bisher konsequent drauf verzichtet wird,
brauchbare Erklärungen zum Sinn u. Zweck u. Anwendung der Bewegungen zu liefern.

M.M.n. ist der DJB mit der Idee, Nage-no-Kata in Teilen bereits in die Anfänger-Ausbildung zu integrieren, schon mal einen kleinen zögerlichen Schritt in die richtige
Richtung gegangen, auch wenn die Motivation hier wohl eher nicht war: "Idiotensichere Schrittfolgen zum Erlernen von Würfen, Erlernen von Aktion/Reaktion, Kuzushi usw. zu nutzen",
sondern eher: "Damit es bei der Dan-Prüfung nicht so ein Schock ist, 15 Würfe beidseitig in einer festgelegten Art u. Weise u. Reihenfolge zeigen zu müssen".
Nach meinen Beobachtungen hat es trotzdem dazu geführt, daß Nage-no-Kata wieder mehr in den Blickpunkt gerückt wird und die Leute damit besser werden u. wir Trainer uns permanent
damit auseinandersetzen ...

Vielleicht sollten man diesen Weg konsequenter gehen: Warum nicht verlangen, daß Bodentechniken in der Kyu-PO in der Grundform so gezeigt werden,
wie es in der Katame-no-Kata gemacht wird, warum nicht Teile der Kime-no-Kata u. Kodokan-Goshin-Jutsu als SV abfordern,
Warum nicht auch die Ju-no-Kata über die Kyus häppchenweise mit integrieren? Gern auch einige Sachen alternativ - Hauptsache wir Trainer haben einen Anreiz,
uns (wie bei der Nage-no-Kata) mit Kata als Trainingswerkzeug zu beschäftigen und dem Effekt "Dan-Prüfung ist erfolgt, Kata wird vergessen" wird entgegen gewirkt ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Der Zwang

Beitrag von Lippe » 08.11.2016, 12:31

HBt. hat geschrieben:deshalb fragte ich auch: übt Ihr Druck aus???
Ja, natürlich übe ich Druck aus.
Nein, warum sollte ich Druck ausüben?

Wenn die Leute auf mich zukommen und Kata lernen wollen, dann machen sie das in der Regel freiwillig. Da muss ich also keinen Druck ausüben. Ab und zu mag einer dabei sein, der die Nage-no-kata als notwendiges Übel auf dem Weg zum 1. Dan ansieht. Dieser baut sich den Druck dann aber selbst auf, eben weil er den Schwarzgurt haben möchte bzw. sich einredet, dass Kata wohl "was Schlimmes" sei.
Ich versuche, bei der Vermittlung von Kata die Freude mitzugeben, die sie mir selbst bereitet, und ich versuche eine Brücke zu schlagen zu "seinem" Judo und dem Lernenden aufzuzeigen, dass er einen Nutzen daraus ziehen kann. Das gelingt mal besser, mal schlechter, aber ich übe ja noch... ;-)

Ich baue ab und an Elemente der Nage-no-kata oder anderer Kata ins Training ein und versuche, sie als das normale Trainingsmittel wirken zu lassen, dass sie ja sein sollten. Ich biete Übenden an, die Kata vor der Trainingsgruppe zu präsentieren. Ich zwinge sie nicht.

Aber: Ich habe eine bunt gemischte Trainingsgruppe, wie das wohl in vielen kleineren Vereinen auf dem Land so ist. Im "Erwachsenentraining" habe ich den 15-jähirgen Wettkämpfer mit Blaugurt ebenso wie den ü50-Breitensportler, der vor nicht allzu langer Zeit mit Judo begonnen hat und den Orangegurt trägt. Den 3. Dan gibt es auch unter den Trainingsteilnehmern. Also teile ich das Training zwar, um den verschiedenen Interessen gerecht zu werden. Aber es gibt auch immer einen gemeinsamen Teil, in dem alle mehr oder weniger das gleiche machen. Da erwarte ich, dass alle mitmachen. Dafür versuche ich, abwechslungsreiche Themenbereiche auszuwählen, die natürlich auch Kata einschließen. Von dem her übe ich Druck aus.

Und als Prüfer übe ich auch Druck aus: Ich bestehe darauf, dass die Kata demonstriert wird, die von der Prüfungsordnung im entsprechenden Gürtelgrad vorgegeben ist.

Edit: Fritz hat gleichzeitig geschrieben, mein Beitrag enthält also keinen Bezug zu seinem Kommentar.

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Re: Der Zwang

Beitrag von Lippe » 08.11.2016, 12:49

Vielen Dank für Deinen Beitrag, Fritz. Dem stimme ich zu, und manches wurde mir noch einmal ins Gedächtnis gerufen, was man im Training/bei der Vermittlung gerne noch einmal erwähnen und berücksichtigen darf.

Stefan Bernreuther und Sven Keidel haben meiner Meinung nach bei der Sommerschule 2015 sehr schön gezeigt, wie nah die Katame-no-kata am Randori ist, und wie man sie mit randorinahen Aufgabenstellungen erlernen kann. Das "Brimborium" wurde einfach komplett weggelassen. Hat unglaublich Spaß gemacht, waren nur zu wenig Teilnehmer...

Denn ob es nun in der PO vorkommt oder nicht - wie wir Judo vermitteln, ist "uns" als Trainern ja quasi selbst überlassen. Die PO gibt eben vor, was zu einem bestimmten Grad gefordert ist.
Ob der Gelbgurt experimentell, mit Nage- oder mit Ju-no-kata zu seinem Uki-goshi kommt, das ist ja erst einmal egal. Und ja, die Würger zum Blaugurt beispielsweise drängen sich förmlich auf, in Kata-Form erlernt zu werden.
Und schwupps, die Kata ist "ganz normal", und der Trainer muss sich auch immer wieder damit befassen.

Holger König
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Re: Der Zwang

Beitrag von Holger König » 08.11.2016, 14:35

Es wäre sinnvoll, daß Kata-Training bereits bei Anfängern anzusetzen, indem jeweils aus den Kyo-Aufgaben Kata-Gruppen erarbeitet werden.
Beispiel 8. Kyo: Uki-Goshi gegen den Schlag und O-Goshi aus der Bewegung (In Anlehnung an Harai-Goshi) werden der Koshi-Waza-Gruppe der Nage No Kata entlehnt. Mit dem Eingang wie für Tomoe-Nage wird der O-Soto-Otoshi aus geschobener Bewegung (Tori geht vorwärts) geworfen.
Gleichzeitig wird der Ursprung der Kata als Lehrmittel (Weitervermittlung von Techniken in der Zeit, wo schriftliche und bildliche Aufzeichnungen nicht zur Verfügung standen) von Anfang an im Training thematisiert.

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Prüfungsfach und öffentliche Demonstrationen

Beitrag von HBt. » 08.11.2016, 14:41

Hier noch einmal der aktuell von 'Tutor!' geprägte Eindruck: Japan vs. Deutschland
Tutor! hat geschrieben:(...)
Hier in Deutschland sieht die Welt ja doch ein wenig anders aus. Wer demonstriert denn hier schon öffentlich eine Kata? Für viele ist der Zwang zu einer Demonstration der Hauptgrund, keine Danprüfung machen zu wollen, Kata-Lehrer demonstrieren auch selten selbst - jedenfalls nichts im Zusammenhang - jedoch tut am Ende manche/r so, als sei sie/er DER große Experte. (...)

Offensichtlich geht man in Japan mit Kata anders um als in Deutschland. Als Kenner beider Seiten kritisiert er den wenig existenten Demonstrationswunsch der deutschen Judoka, ebenso die selbsternannten Experten und Gurus der Szene - sind 'Tutor!' ein Gräuel im Auge. "Sie könnten auch einmal ihr Können unter Beweis stellen." Besser: "Ein positives Beispiel vermitteln, indem sie öffentlich eine Kata demonstrieren."

Der Hauptgrund, keine Danprüfung abzulegen, scheint eine empfundene Nötigung zu sein - und zwar in dem betreffenden Landesverband. Dort scheint also ein ungünstiges Bild des Judo verbreitet zu werden.

Und 'Lippe' übt gerne Druck aus ... er besteht gerne auf die korrekte Kata zu einem deutschen Dan, postuliert aber eine zeitlich frühere Beschäftigung mit der Kata zum 4.Dan (nicht den Methoden Goshinjutsu des Kodokan, sondern einer wichtigen Kata) ... alle Vorbereitungen und Prüfungen haben 'Lippe' Freude bereitet ...

#
Wir können hier nur über den Sinn oder Unsinn von KATA diskutieren, wenn er zu dem oben benannten Problem führt - nämlich Angst. Es liegt ein Problem vor und das ist der Wahrnehmung geschuldet, der Wahrnehmung des Einzelnen und der Außendarstellung der lokalen und globalen Medien ---> Das möchte 'Tutor!' gerne ändern und gibt als aktiver Judoka hinter der Maske 'Tutor!' ein positives Beispiel, auch partizipiert 'Tutor!' selbst davon ---> selbstlos ist hier wohl keiner von uns.

'Fritz' weist mit seinem posting in die entscheidene Richtung.
:danke

##
Diese Erörterung führt nur weiter, wenn ein Betroffener sich zu Wort melden würde. Andernfalls bleibt nur das Zitat von 'Tutor!' auf 'HBt.s' Replik in den Ursprungsfaden übrig. Bedeutungslos dann, weil es nur eine emotionsgesteuerte Anmerkung war, automatisiert.


Freundliche Grüße,
HBt.

PS Ich gehe davon aus, 'wir' wollen alle eine positive Einstellung zur KATA verbreiten

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:-D

Beitrag von HBt. » 08.11.2016, 14:46

Es wäre sinnvoll, daß Kata-Training bereits bei Anfängern anzusetzen, indem jeweils aus den Kyo-Aufgaben Kata-Gruppen erarbeitet werden.
Ja, zum Beispiel ...
Beispiel 8. Kyo: Uki-Goshi gegen den Schlag und O-Goshi aus der Bewegung (In Anlehnung an Harai-Goshi) werden der Koshi-Waza-Gruppe der Nage No Kata entlehnt. Mit dem Eingang wie für To-Mo-Nage wird der O-Soto-Otoshi aus geschobener Bewegung (Tori geht vorwärts) geworfen.
Gleichzeitig wird der Ursprung der Kata als Lehrmittel (Weitervermittlung von Techniken in der Zeit, wo schriftliche und bildliche Aufzeichnungen nicht zur Verfügung standen) von Anfang an im Training thematisiert.

Zum Beispiel ...

Freude vermitteln, Freude am Lernen :D

Danke Holger.

Nur am Rande, KATA muss in meinen Augen (in der Demonstrationsform) nicht unbedingt in das permanente Ausbildungsprogramm gepresst werden. Es ist einzig und alleine eine Frage des Umganges mit diesem TOOL. Irgendwann möchte bestimmt ein Judoka auch gerne öffentlich demonstrieren. Bestimmt sogar.

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