Reform der Kyu-PO

Hier geht es um Fragen und Inhalte zu den Kyu und Dan Prüfungen
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Fritz
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Reform der Kyu-PO

Beitrag von Fritz » 18.09.2014, 23:51

Im JM 09/14 auf Seite 43 lese ich Folgendes:
Zur Trainerfortbildung stand in der Theorie die geplante Reform der Kyu-Prüfungsordnung an.
Wer weiß darüber näheres (evt. durch Teilnahme an der 40. Sommerschule)?
- Wie ist der Ablauf der Reform geplant - nach "bewährtem" Muster (eine Expertenkommission denkt sich was aus
und dann ist es plötzlich da und alle reiben sich die Augen)?
- Was genau wird mit der Reform beabsichtigt?
...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Ronin » 19.09.2014, 08:11

Oh, es ist schon versendet worden?
Muss ich mich mal wieder kümmern... wahrscheinlich haben sie mich wiedermal aus ihrer Kundenkartei gelöscht...


Nun, ich weiß leider nix dazu. Aber weiter reformieren würde an einigen Stellen Sinn machen (und nix drüber kommunizieren ins Muster passen)

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Efeloh » 19.09.2014, 14:53

Hatte Gelegenheit mal einen Blick auf den Entwurf zu werfen.
Was die Inhalte angeht, wurde durchgehend das "beidseitig" gestrichen und aus sehr vielen "und"s wurden "oder"s.

Letztendlich steht wohl "einfacher" im Vordergrund.

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von kastow » 20.09.2014, 09:24

Efeloh hat geschrieben:und aus sehr vielen "und"s wurden "oder"s
Vielleicht stehe ich ja gerade auf dem Schlauch: Von welchen "und"s redest du denn?
Herzliche Grüße,

kastow

Since the establishment of Kôdôkan jûdô, jûdô has become something that should be studied not only as a method of self-defence but also as a way of training the body and cultivating the mind. (Jigorô Kanô: MIND OVER MUSCLE)

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Efeloh » 20.09.2014, 14:45

kastow hat geschrieben:
Efeloh hat geschrieben:und aus sehr vielen "und"s wurden "oder"s
Vielleicht stehe ich ja gerade auf dem Schlauch: Von welchen "und"s redest du denn?
* Je 1 Angriff gegen einen in der Bankposition und (-->oder) einen in der Bauchlage befindlichen Uke mit Haltegriff beenden

* Wenn Tori zieht und/ oder zurückgeht wirft Tori mit Ippon-seoi-nage und (--> oder) Tai-otoshi.

Und das zieht sich durch das gesamte Programm.

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Sono-Mama » 24.09.2014, 10:36

Hmm, einfacher machen.

Ja, da müsste man wirklich mal vieles einfacher machen. Es geht ja nicht an, dass die Kinder mehrere Würfe in ihrer Prüfung aus dem Rückwärtsgehen machen müssen, geschweige denn je eine Umdrehtechnik gegen !!!ZWEI!!! unterschiedliche Ausgangssitutationen. Wo kommen wir denn da hin. Das ist eine Kyu-Prüfung, keine Dan-Prüfung. :ironie3

Außerdem hat mir das schon immer gestunken, dass man die Kinder mal "ordentlich" fordert in ihrer Aufmerksamkeitsspanne, Konzentration und koordinativen Geschicklichkeit. :ironie3

Jetzt mal Spaß bei Seite. Klar, die eine oder andere Technik finde ich im Prüfungsprogramm vielleicht etwas fehl am Platz und sollte vielleicht etwas höher oder niedriger angesetzt werden. Aber im großen und ganzen werden die Kinder im Prüfungsprogramm doch nicht vor unlösbare Probleme gestellt. Wenn ich da so höre, was die Judokas in der DDR alles machen mussten. Z.B. ALLE vorherigen Prüfungen komplett zeigen, ALLE vorher gelernten Würfe aus der Bewegung links und rechts ausführen. (Das wurde mir zumindest von mehreren Leuten so bestätigt. Wenn es nicht stimmt, dann entschuldige ich mich jetzt schon mal)

Wenn ich mir aber in letzter Zeit die Dan-Prüfungen anschaue und mit ansehen muss, was da alles als bestanden durchgewunken wird, dann wird mir schon klar, dass man das Niveau des Kyuprogramm absenken muss. Sonst wäre die Hürde zum 1. Dan ja keine Hürde mehr, sondern nur eine kleine Treppenstufe.

Gruß Sono-Mama
Was du mir sagst, das vergesse ich. Was du mir zeigst, daran erinnere ich mich. Was du mich tun lässt, das verstehe ich.

- Konfuzius

Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche.

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Fritz » 24.09.2014, 12:38

Ich wäre dafür, wenn
a) im Prüfungsprogramm die Vorkenntnisse verpflichtendes Fach (und nicht: Naja, wenn das eigentliche Programm wackelig ist, dann schauen wir mal auf die Vorkenntnisse) sind,
b) das Prüfungsprogramm ausgewogener gestaltet wird. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass im Bereich Orange bis Grün pro Stufe
mehr Stoff dran kommt, als bei blau u. braun... ok prüft konsequent das Vorwissen ab, dann ist dies am Ende aber egal ;-)
c) Auch den Bodenteil halte ich für nicht so glücklich, bei gelb-orange werden ja jede Menge Festhaltenvarianten verlangt, besser würde
ich finden, wenn man pro Stufe eine max. zwei Festhalten dran nimmt, aber dann komplett, also von
i) "Wie kommt man in die Technik hinein",
ii) "Wie kann man sich befreien?",
iii) "Wie kann man Befreiungsversuche des Uke zu anderen Techniken weiterführen?"
Bzgl. i) denke ich, reichen ein, zwei Standard-Ausgangssituationen, ii) sollte mehrere Befreiungsmethoden beinhalten,
die aufeinander aufbauen, d.h. daß mögliche Vereitelungs-Aktionen des Haltenden genutzt werden, und
iii) führt in logischer Konsequenz dazu, daß man Hebel und Würgen eher einführt...

Das Fach "Grundform" würde ich streichen, was soll die Grundform einer Technik sein, mal abgesehen davon, wo eine bestimmte Form in
der Nage-no-Kata oder Katame-no-Kata kodiert ist.
Dann lieber nur da, wo es solche Kata-Ausführungen gibt, diese zeigen lassen und dann die Anwendung und
zusätzlich den Prüflung noch erläutern lassen, was seiner Meinung nach genau das Technik-Prinzip ist...
Hier kann man dann gern auch altersbedingte Abstufungen machen, d.h. jemand der Braungurt werden will, sollte schon deutlich besser
bspw. Uki- von O-Goshi abgrenzen können, als ein 7-jähriger der gerade sich um Gelb bewirbt...

Naja und Sachen wie Schläge und Tritte sollten sich idealerweise auch irgendwo im Programm anfinden,
bevor überhaupt das Wort "SV-Wahlmöglichkeit" auftaucht... ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von tutor! » 24.09.2014, 19:47

Mal schauen, ob ich das alles noch korrekt zusammenbekomme.

So weit ich mich erinnere, hat eine Gruppe aus dem Kreis der Lehr- und Prüfungsreferenten der Länder den Auftrag bekommen, Vorschläge für eine Lockerung der formalen Vorgaben rund um die PO zu machen. Das ist alles nicht ganz einfach, denn gerade in dem Bereich gibt es ja immer wieder Länder, denen die Vorgaben seitens des DJB entweder nicht weit genug oder zu weit gehen.

Zu diesem Punkt wurden Vorschläge erarbeitet und diese werden auf der DJB-MV, die m.W. im November stattfinden wird, abgestimmt. Es bleibt abzuwarten:
- ob die Vorstellungen so eine Mehrheit finden werden,
- ob und wie die LVe den Beschluss umsetzen.

M.W. liegt der Entwurf derzeit bei den LV zur internen Diskussion und Meinungsbildung vor der MV.

Gleichzeitig wurden aber schon Überlegungen angestellt, nicht nur die Formalia, sondern auch die Inhalte der PO zu überarbeiten. Das ist aber eine sehr umfangreiche Aufgabe, deren Umsetzung sehr gründlich vorbereitet werden muss. In einem ersten Schritt wird daher vorgeschlagen - so wie es weiter oben angesprochen wurde - im Rahmen der derzeitigen Konzeption den Umfang ein wenig zu reduzieren, da man festgestellt hat, dass die Qualität häufig unter einem hohen Umfang leidet. Ausdrücklich bleiben aber die bisherigen Inhalte, so wie sie sind, für die (Mindest-)Ausbildung nachdrücklich empfohlen.

Derzeit gibt es eine offen geführte Diskussion insbesondere in NRW und in sozialen Medien über eine Reform des Graduierungswesens. Monatlich erscheint im "Budoka" (Verbandsorgan des NWJV) ein Artikel zu einem Teilaspekt des Graduierungswesens und wird damit zur Diskussion gestellt. Dies geht zurück auf einen Vorschlag auf der letzten Delegiertenversammlung des NWDK (das in NRW für Graduierungen zuständig ist). Ziel ist - und das wird vor allem vom DJB- und NWJV-Präsidenten Peter Frese forciert - eine offene Debatte über diesen Bereich.

Bisher sind veröffentlicht:
- Formale Fragen der Zulassung zu einer Prüfung (die Thematik, die auch auf der MV abgestimmt werden wird),
- Fragen der Prüfungsberechtigung insbesondere von Übungsleitern
- Prüfungen über den 5. Dan hinaus
Aus zuverlässiger Quelle weiß ich, dass sich der nächste Artikel mit dem Problem der Einheit von Prüfung und Ausbildung befassen wird. Danach wird es dann wohl um die grundsätzliche Konzeption der PO gehen und um die Frage, ob ein ganz radikal anderer Ansatz vielleicht hilfreicher sein könnte, als die hergebrachten Modelle.

Das Besondere an diesem Projekt ist, dass es zu 100% aus der Basis kommt und in/mit der Basis diskutiert wird. Es gab in NRW den Antrag, dass zunächst eine AG des DJB eine Diskussionsvorlage erstellen sollte. Dies wäre aber im Sinne einer offenen Diskussion weniger gut gewesen, hätte viel Geld gekostet und hätte obendrein länger gedauert.

Es wird sich zeigen, ob die gemachten Vorschläge verpuffen, oder ob die DJB-MV aus diesen Anregungen einen konkreten Auftrag an eine Reformierungs-AG formuliert.
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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Fritz » 24.09.2014, 23:23

tutor! hat geschrieben: Zu diesem Punkt wurden Vorschläge erarbeitet und diese werden auf der DJB-MV, die m.W. im November stattfinden wird, abgestimmt. Es bleibt abzuwarten:
- ob die Vorstellungen so eine Mehrheit finden werden,
- ob und wie die LVe den Beschluss umsetzen.

M.W. liegt der Entwurf derzeit bei den LV zur internen Diskussion und Meinungsbildung vor der MV.
Dann wäre es doch eigentlich sinnvoll, wenn die LVs in ihren Mitgliederversammlungen (die in der Regel nach dem November bzw. Anfang des Jahres) stattfinden,
sich eine Meinung bilden und daß die LVs dann derartig legitimiert ihre Meinung bzgl. der Vorschläge an den DJB geben und
daß danach erst auf DJB-Ebene etwas abgestimmt würde...
Mit freundlichem Gruß

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Hofi » 25.09.2014, 09:00

Hi!
Bayern hat die nächste MV 2016. Würde die Sache ganz schön verzögern, oder?
Bis dann
Hofi
Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

Heimat ist dort, wo man von der Dorfbevölkerung, die einen duzt, gelyncht wird.

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von tutor! » 25.09.2014, 10:58

Ich gehe eigentlich davon aus, dass es jährlich einen Rechenschaftsbericht aller Funktionsträger eines Verbandes gibt. In aller Regel gibt bei derartigen Änderungen die MV des DJB einen Auftrag an das zuständige Fachgremium zur Erarbeitung und Vorlage von Konzepten etc. zur nächsten oder übernächsten MV. Dazwischen ist reichlich Zeit, sich in den Landesverbänden Gedanken zu machen.

Ich denke, dass man bei den jeweiligen Funktionsträgern in den Landesverbänden etwas aktiver nachhaken sollte, wenn man der Meinung ist, dass die Basis nicht ausreichend informiert ist. Dafür sind sie doch von der Basis gewählt. Und wenn ein Funktionsträger dann nicht weiß, was auf Bundesebene - also in den Gremien, in die er delegiert wurde - läuft, dann sollte man sich überlegen, ob man den/die Richtige/n gewählt hat.

Außerdem kann man von sich aus aktiv werden und den Antrag an die MV seines LV stellen, dass ein Bericht über aktuelle Entwicklungen (z.B. bei den Graduierungen) gegeben und die Politik des LV abgestimmt wird.

Man kann sogar selbst Vorschläge für eine Änderung der PO erstellen und über seinen LV beantragen, dass sie bei der nächsten MV des DJB abgestimmt wird, so wie das in NRW praktiziert wurde.

Wer demokratische Prozesse fordert, der muss doch auch bereit sein, um Mehrheiten für seine eigene Position zu werben und auch akzeptieren, wenn die eigene Position nicht mehrheitsfähig ist. Wie man es machen würde, ist doch letztlich uninteressant - es kommt darauf an, was man wie tatsächlich in Angriff nimmt und durchzusetzen versucht.
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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Fritz » 25.09.2014, 11:32

Hofi hat geschrieben:Bayern hat die nächste MV 2016. Würde die Sache ganz schön verzögern, oder?
Nun ja, wenn die Bayern damit leben können, daß sie bis dahin darauf vertrauen müssen, daß ihre
LV-Repräsentanten in den DJB-Gremien so arbeiten u. abstimmen, daß es im Sinne der bayrischen
Vereine ist, dann ist ja alles in bester Ordnung... ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von tutor! » 25.09.2014, 11:39

Fritz hat geschrieben:
Hofi hat geschrieben:Bayern hat die nächste MV 2016. Würde die Sache ganz schön verzögern, oder?
Nun ja, wenn die Bayern damit leben können, daß sie bis dahin darauf vertrauen müssen, daß ihre
LV-Repräsentanten in den DJB-Gremien so arbeiten u. abstimmen, daß es im Sinne der bayrischen
Vereine ist, dann ist ja alles in bester Ordnung... ;-)
Falls nicht lässt sich immer eine außerordentliche MV erwirken - wo ist das Problem?
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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Ronin » 26.09.2014, 12:27

Interessant. Ich bin ein Teil der Basis und habe noch nichts davon mitbekommen, dass da überhaupt drüber gesprochen wird
und besonders uninteressiert bin ich eigentlich nicht.

Es ist ja schön, wenn an der Sommerschule mal so ein Thema zur Diskussion steht, aber Frage ich mich doch, wieso ich jeden, aber nun wirklich jeden Furz, den unsere Bundesathleten irgendwo tun, im Judo-Magazin lesen muss, aber nicht wirklich nichts im Judo-Magazin steht, wenn an der Prüfungsordnung rumgedoktert wird.

Tutor hat ja nun mit seinen Auslassungen zur Demokratie schon recht, aber da fehlt im Vorfeld natürlich noch ein bisschen was. Bisher war doch immer jeder der Meinung, dass die PO erst mal in Stein gemeißelt ist. Und da wäre es doch nur schon und gut mal eine Artikel zum Stand der Diskussion zu veröffentlichen (oder ist jetzt nur noch den Nordrhein-Westfalen vorbehalten informiert zu sein? )

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Hofi » 26.09.2014, 12:36

Hi!
Mal zum Inhaltlichen:
ich persönlich würde bei den beidseitig und den anderen Sachen erst einmal nicht kürzen, sondern hier wirklich auf eine umfassende Reform setzen. Ok, Gelb-Orange ist schon ziemlich Masse, aber auch da kann ich selbst in der Prüfung effektiv arbeiten für Kesa- und Yoko-shiho-gatame mussten in den vorangegangenen Prüfungen bereits zwei Versionen gezeigt werden, wenn man da evtl. mit den Randoris anfängt, kann man da zu 90% schon die Haken an diesen Techniken setzen, dann sind es noch vier Haltegriffe statt 8, die die Kids extra zeigen müssen. Wenn man Glück hat und die Kinder gut sind, hat man evtl. da auch schon mehr gesehen. Man muss den Prüflingen dann nur klar machen, dass die Sachen nicht "wegfallen", sondern, dass man sie eben während des Randoris schon bewertet hat. Insofern wäre vielleicht die einfachste Lösung, im Programm die Reihenfolge zu ändern, sprich die Randoris gleich nach Falltechnik reinzuschreiben, für alle Trainer/Prüfer, die einfach nur die Liste runtergehen.

Was die Vereinfachungen bei den Formalitäten angeht, wäre ich durchaus dafür, es ist oft ein Problem, wenn man fähige Leute hat, wenn man ganz an den starren Regeln hängen muss. Bei mir ist das Problem relativ gering, wir haben 2014 schon 8 Prüfungslisten mit insgesamt 120 Prüflingen beim BezPrBeauf abgegeben. Da wartet keiner lange auf seinen Termin, der es kann. Aber ich hab jetzt wieder Anfänger, die ich offiziell erst im März prüfen dürfte, ich mir aber sicher bin, die können es im Dezember.

Insofern meine persönliche Meinung: Freiheiten, bei den Formalitäten ja, Reduzierung bei den Techniken sollten nur im Rahmen einer umfassenden Reform erfolgen.

Bis dann

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von CasimirC » 26.09.2014, 13:12

Also mir wurde mittlerweile mitgeteilt, dass die neue Prüfungsordnung bereits steht, an die Lehrreferenten versendet wurde und zum 01.01.2015 eingeführt wird.

Damit wäre die Meinungsbildung innerhalb der Landesverbände sowie eine basisorientierte größere Diskussion zur Neuausrichtung der PO ja im Prinzip hinfällig...

Kann das jemand bestätigen, oder handelt es sich hierbei um ein Missverständnis?
Theorie: Wenn alle wissen, wie es geht, und es geht nicht.
Praxis: Wenn es geht, und keiner weiß, warum.

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von tutor! » 26.09.2014, 16:03

Ronin hat geschrieben:(...)
Tutor hat ja nun mit seinen Auslassungen zur Demokratie schon recht, aber da fehlt im Vorfeld natürlich noch ein bisschen was. Bisher war doch immer jeder der Meinung, dass die PO erst mal in Stein gemeißelt ist. Und da wäre es doch nur schon und gut mal eine Artikel zum Stand der Diskussion zu veröffentlichen (oder ist jetzt nur noch den Nordrhein-Westfalen vorbehalten informiert zu sein? )
Was derzeit in NRW die Runde macht, ist nicht die Vorlage, die auf der DJB-MV abgestimmt werden wird. Insofern sind die Nordrhein-Westfalen nicht anders informiert, als jeder andere auch. Im übrigen ist die Vorlage noch nicht beschlossen, insofern kann man nur davon reden, dass die jetzt avisierten Änderungen zum 1.1.2015 geplant sein können, aber nicht mehr.

In NRW ist etwas ganz anderes passiert - etwas, was jedem anderen auch offen steht. Eine einzelne Person hat auf der Kreisversammlung des NWDK (weil dieses in NRW für Prüfungen zuständig ist), den Antrag gestellt, dass der DJB eine Arbeitsgruppe einsetzen soll, die Vorschläge zu einer Überarbeitung der PO erstellen, diese mit der Vereinsbasis diskutieren und danach - je nach Diskussionsergebnis - umsetzen soll. Einige Punkte sollten bei diesem ersten Aufschlag verbindlich diskutiert werden.

Natürlich kann ein einzelner Kreis dies nicht allein machen, also wurde der Antrag an die Landesdelegiertenversammlung des NWDK weitergegeben. Das NWDK ist antragsberechtigtes Mitglied im NWJV - das wäre die nächste Station gewesen - und wenn der Antrag dort beschlossen worden wäre, dann hätte der auf der DJB-MV auf der Tagesordnung gestanden.

Man einigte sich aber darauf, dass man zunächst einmal eine Meinungsbildung innerhalb des NWJV voran treiben wolle. Hierzu erscheint - ich hatte es oben erwähnt - jeden Monat ein entsprechender Artikel zu einem der Teilbereiche, der dann in einer Facebook-Gruppe veröffentlicht und diskutiert wird. Diese Gruppe hat über 250 Mitglieder, jedoch sind die meisten stille Leser. Vor einigen Wochen hat Peter Frese bei einem LG der Danprüfer und Kreis-Danvorsitzenden - anwesend waren ca. 60-80 Personen - ausdrücklich dazu aufgefordert, Leserbriefe zu schreiben oder sich sonst irgendwie zu äußern. Unabhängig von seiner persönlichen Meinung wünsche er sich eine offene Diskussion zu diesem Thema.

Egal, was die DJB-MV im November entscheiden wird - die Meinungsbildung in NRW wird weitergehen. Wenn aus dieser Diskussion etwas in kommende Reformen des Graduierungswesens einfließen sollen, gibt es ja mehrere Möglichkeiten. Der DJB kann von sich aus aktiv werden oder die LVe können entsprechende Anträge stellen.

Es kann aber auch sein, dass die Vorschläge keine mehrheitliche Zustimmung finden werden.

Was mich manchmal stört, ist die häufig zu beobachtende Passivität der Basis. Auf einer LV-MV kann man doch die simple Frage stellen, ob derzeit Änderungen der PO in der Diskussion sind oder nicht. Auf der anderen Seite gehört es für mich zum guten Ton eines Jahresberichts, dass man über Aktivitäten bundesweiter Gremien informiert.
CasimirC hat geschrieben:Damit wäre die Meinungsbildung innerhalb der Landesverbände sowie eine basisorientierte größere Diskussion zur Neuausrichtung der PO ja im Prinzip hinfällig...

Kann das jemand bestätigen, oder handelt es sich hierbei um ein Missverständnis?
Nach meiner persönlichen Einschätzung werden jetzt nur kleinere Korrekturen erfolgen, indem einige formale Dinge (Mindestalter, Vorbereitungszeit) und einige inhaltliche Punkte (Beidseitigkeit, Anzahl von Varianten) von "verpflichtend" auf "empfohlen" geändert werden. Das ist ein Nachsteuern innerhalb des derzeitigen Konzepts. Die größere Diskussion ist damit nicht hinfällig, sondern aus meiner Sicht erst eröffnet, weil man jetzt ein wenig Druck aus dem Kessel lässt und Zeit für eine Neuausrichtung gewinnt. Wenn sie denn gewünscht sein wird...
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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Fritz » 26.09.2014, 19:05

tutor! hat geschrieben:Hierzu erscheint - ich hatte es oben erwähnt - jeden Monat ein entsprechender Artikel zu einem der Teilbereiche, der dann in einer Facebook-Gruppe veröffentlicht und diskutiert wird. Diese Gruppe hat über 250 Mitglieder, jedoch sind die meisten stille Leser. Vor einigen Wochen hat Peter Frese bei einem LG der Danprüfer und Kreis-Danvorsitzenden - anwesend waren ca. 60-80 Personen - ausdrücklich dazu aufgefordert, Leserbriefe zu schreiben oder sich sonst irgendwie zu äußern. Unabhängig von seiner persönlichen Meinung wünsche er sich eine offene Diskussion zu diesem Thema.
Hab grad auf der DJB-Netzseite nachgeschaut, ich kann auf die Schnelle keinen Verweis auf diese FB-Gruppe finden...
Hab auch nicht in Erinnerung, im JM dazu mal was gelesen zu haben...
Auf der DJB-FB-Seite habe ich auch keinen Hinweis gefunden...
Oder ist die Gruppe nur für NRW gedacht?
Mit freundlichem Gruß

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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von tutor! » 26.09.2014, 21:28

Fritz hat geschrieben:(....)
Oder ist die Gruppe nur für NRW gedacht?
Die Gruppe ist grundsätzlich offen, aber gemäß dem Vorgehen, ist die Veröffentlichung und Diskussion erst einmal im LV. Es geht ja auch um eine Meinungsbildung im LV und nicht im DJB. Das kommt später - oder auch nicht. Das hängt davon ab, wie die Mehrheiten und Entscheidungen in NRW sind. Außerdem kann ja eine Versammlung eines LV nicht entscheiden, was der DJB tun soll.

Aber es gibt keinen Grund, in anderen LV nicht eine ähnliche Initiative zu starten. Man muss nur einmal den A****** hoch bekommen und nicht immer nur lamentieren.
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Re: Reform der Kyu-PO

Beitrag von Fritz » 27.09.2014, 11:37

Nun ja, ich befürchte nur, ihr in NRW bastelt jetzt mit FB-Gruppe und Leserbriefen usw. an der PO herum, kein
anderer LV bekommt es mit, irgendwann ist ein Vorschlag fertig, der ist dann plötzlich DJB-Vorschlag und
alle anderen LVs stimmen notgedrungen zu...
Denn bisher war tatsächlich die Aussage: "Änderungen an der PO sind nicht beabsichtigt".

Ob es nun sinnvoll ist, daß jeder LV eine eigene FB-Gruppe bastelt, weiß ich nicht... Evt. würde NRW ja auch von
den Erfahrungen der Prüfer aus anderen LVs profitieren ...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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