Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Hier geht es um Techniken, deren Ausführung und Beschreibung
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Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von Hagakure » 24.03.2016, 17:10

Im Rahmen des Braungurtprogramms, wird dieser Wurf ja vorausgesetzt oder nicht? Es wurde auch in Training gezeigt, nur trau ich mich nicht wirklich als Gelbgurt, diesen Wurf auszuführen, und auch sonst habe ich ein ungutes Gefühl als Uke, vor allem da ich kürzlich von meinem gebrochenem Zeh kuriert bin :dontknow
Ich finde, das ist einer der gefährlichsten Würfe, die man ausüben kann, vor allem im Wettkampf, viele gefährlicher als Kata-guruma jedenfalls, meiner Meinung nach :D
Hat jemand Erfahrung mit dieser Wurftechnik oder würdet ihr prinzipiell die im Training einbauen und wenn ja wie?

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von Shinbashi » 24.03.2016, 20:50

Prinzipiell ist jeder Wurf gefährlich. Was ist an Yoko-Gake "besonders gefährlich" ?
Die Trainer, die ich kenne lehren den Wurf zuerst in der "harmloseren" Variante mit seitlichem Einhängen von Tori`s Spann an Uke`s Bein und nicht zwingendem Mitfallen.
Die "gefährlichere" Variante kommt später dazu.
Du meinst sicher diese Version: https://www.youtube.com/watch?v=snzm2LZsj0g
Bei korrekt ausgeführter Fallschule ist das auch kein Problem.
Gruß
Shinbashi

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von Hagakure » 25.03.2016, 00:47

Ziel Toris ist es ja, gegen das Knöchel zu fegen und dabei sich fallen zu lassen. Das könnte schwere Konkussionen mit sich bringen, so meine Einschätzung.

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von Fritz » 25.03.2016, 01:35

Ist wie bei jedem anderen Wurf: Macht man ihn vernünftig, dann ist er vergleichsweise harmlos.
Ansonsten bin ich der Meinung, Opfertechniken sollten nicht unbedingt im unteren Kyu-Bereich
Thema sein, man versaut sonst die Fähigkeit, ordentliche Standtechniken zu werfen.
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von WinniePooh80 » 12.12.2016, 11:54

Fritz hat geschrieben:Ist wie bei jedem anderen Wurf: Macht man ihn vernünftig, dann ist er vergleichsweise harmlos.
Ansonsten bin ich der Meinung, Opfertechniken sollten nicht unbedingt im unteren Kyu-Bereich
Thema sein, man versaut sonst die Fähigkeit, ordentliche Standtechniken zu werfen.
Da kann ich nur zustimmen.

Zum einen sollten andere Techniken, siehe Analysen der letzten Turniere (Uchi-mata, Hane-goshi und diverse Sode-Grip Techniken) den Vorzug vor Opfertechniken haben. Diese sind in der Regel nur als Kombination oder Konter sinnvoll.

Diese Analysen wurden vom DJB-Trainerstab und den Franzosen gemacht, was die effektivsten und erfolgreichsten Techniken der letzten Jahre waren. O-goshi, der den Kindern ja zum Kotzen von Beginn an antrainiert wird, steht auf Rang 40 oder so.

Was speziell den Yoko-gake gefährlich machen soll, kann ich nicht ersehen.

Ach und für den Thread-Ersteller ein sprachlicher Exkurs: Bei den Wurfnamen schreibt man nur den ersten Buchstaben groß. Nach dem Bindestrich geht es klein weiter. Also nicht Yoko-Gake sondern Yoko-gake. Es gibt auch keine Judokas oder Yukos. Im jap. schreibt man hier keine Mehrzahl.

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von Fritz » 12.12.2016, 12:21

WinniePooh80 hat geschrieben:Ach und für den Thread-Ersteller ein sprachlicher Exkurs: Bei den Wurfnamen schreibt man nur den ersten Buchstaben groß. Nach dem Bindestrich geht es klein weiter. Also nicht Yoko-Gake sondern Yoko-gake. Es gibt auch keine Judokas oder Yukos. Im jap. schreibt man hier keine Mehrzahl.
Das ist natürlich Quatsch... ;-)
Korrekt schreibst Du den Namen mit Kanji, da gibt es keine Bindestriche.
Wenn Du es mit lat. Buchstaben umschreibst. dann ist so ziemlich alles möglich.
Ich kenne es beispielsweise aus der Judoliteratur so, daß jeder Wortteil mit Großbuchstaben beginnt.
Selbst für die Umschriften der Silben nach lat. Buchstaben gibt es unterschiedliche Systeme...

Bzgl. der Mehrzahl-Bildung hast Du prinzipiell recht, aber auch nur wenn Du von "Dschudoka" u. "Dschudo" sprichst ;-)
Allerdings ist es m.E. durchaus üblich, wenn man Fachbegriffe in seiner eigenen Sprache verwendet, diese durchaus auch mal entsprechend
grammatikalisch an die eigenen Sprache anzupassen, insbesonders dann, wenn es sonst mißverständlich werden könnte...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von WinniePooh80 » 12.12.2016, 13:26

Fritz hat geschrieben:
WinniePooh80 hat geschrieben:Ach und für den Thread-Ersteller ein sprachlicher Exkurs: Bei den Wurfnamen schreibt man nur den ersten Buchstaben groß. Nach dem Bindestrich geht es klein weiter. Also nicht Yoko-Gake sondern Yoko-gake. Es gibt auch keine Judokas oder Yukos. Im jap. schreibt man hier keine Mehrzahl.
Das ist natürlich Quatsch... ;-)
Korrekt schreibst Du den Namen mit Kanji, da gibt es keine Bindestriche.
Wenn Du es mit lat. Buchstaben umschreibst. dann ist so ziemlich alles möglich.
Ich kenne es beispielsweise aus der Judoliteratur so, daß jeder Wortteil mit Großbuchstaben beginnt.
Selbst für die Umschriften der Silben nach lat. Buchstaben gibt es unterschiedliche Systeme...

Bzgl. der Mehrzahl-Bildung hast Du prinzipiell recht, aber auch nur wenn Du von "Dschudoka" u. "Dschudo" sprichst ;-)
Allerdings ist es m.E. durchaus üblich, wenn man Fachbegriffe in seiner eigenen Sprache verwendet, diese durchaus auch mal entsprechend
grammatikalisch an die eigenen Sprache anzupassen, insbesonders dann, wenn es sonst mißverständlich werden könnte...
Hm...da widerspreche ich doch glatt. Denn ich habe diese Info nicht von irgendwo. Ich habe die von einem japanischen Trainer, der mit einer japanischen Delegation zu Gast war. Grund für die einzelnen Begrifflichkeiten war, dass ich wissen wollte, ob er meinen Namen auf japanisch schreiben kann als Vorlage für meinen Dan.
Und dann hat er mir durchaus einige japanisch sprachliche Dinge erläutert.
Übersetze ich den Wurfnamen aus der japanischen Schrift, trenne ich per Bindestrich oder einfach per Leerschritt. Aber er meinte, es ist bei uns üblich, mit Bindestrich zu arbeiten, damit die Begriffe zusammen verbunden bleiben. Dann bleibt der zweite und ggf. dritte Anfangsbuchstabe klein.

Was Judoliteratur angeht, so ist das Problem, dass jeder Schreiberling seine eigene Note einbringt und je höher der Grad des Judoka, umso unanfechtbarer scheint dessen Variante.

Es gibt beispielsweise auch beim Zählen von 1-10 mehrere Varianten bei der Ziffer 4 und 7 glaube ich. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Aber für beide Zahlen gibt es zwei Begriffe. Und da ist dann die Anwendung je nach Anwendungsbereich unterschiedlich, weil die eine Version etwas mit Tod oder so zu tun hat.

Also wie erwähnt, ist das nicht meine Auslegung sondern mitgebracht aus Japan. Da denke ich liegt dann eher die Fachkompetenz bei ihm. Das musst Du mir verzeihen ;-)

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von WinniePooh80 » 12.12.2016, 13:33

Fritz hat geschrieben:
WinniePooh80 hat geschrieben:Ach und für den Thread-Ersteller ein sprachlicher Exkurs: Bei den Wurfnamen schreibt man nur den ersten Buchstaben groß. Nach dem Bindestrich geht es klein weiter. Also nicht Yoko-Gake sondern Yoko-gake. Es gibt auch keine Judokas oder Yukos. Im jap. schreibt man hier keine Mehrzahl.
Das ist natürlich Quatsch... ;-)
Korrekt schreibst Du den Namen mit Kanji, da gibt es keine Bindestriche.
Wenn Du es mit lat. Buchstaben umschreibst. dann ist so ziemlich alles möglich.
Ich kenne es beispielsweise aus der Judoliteratur so, daß jeder Wortteil mit Großbuchstaben beginnt.
Selbst für die Umschriften der Silben nach lat. Buchstaben gibt es unterschiedliche Systeme...

Bzgl. der Mehrzahl-Bildung hast Du prinzipiell recht, aber auch nur wenn Du von "Dschudoka" u. "Dschudo" sprichst ;-)
Allerdings ist es m.E. durchaus üblich, wenn man Fachbegriffe in seiner eigenen Sprache verwendet, diese durchaus auch mal entsprechend
grammatikalisch an die eigenen Sprache anzupassen, insbesonders dann, wenn es sonst mißverständlich werden könnte...
Alle japanischen Wörter werden grundsätzlich klein geschrieben. Ausnahmen bzw. Problemfälle sind:
a) Personennamen und geographische Namen werden immer groß geschrieben.
b) Von Ländernamen abgeleitete Einwohner- und Sprachbezeichnungen werden klein geschrieben.
c) Das erste Wort eines Satzes, eines Texttitels, eines Produktnamens oder eines Körperschaftsnamens wird groß geschrieben.
d) Ehrentitel, Amts- oder Rangbezeichnungen, die zum festen Bestandteil eines Personennamens geworden sind, werden groß geschrieben.
e) Jahresdevisen werden in der Umschrift wie auch im deutschen Text groß geschrieben.
f) Japanische Nomen, die in einer Arbeit "eingedeutscht" , d. h. mit Artikel und Geschlecht gebraucht werden, sollten groß geschrieben werden.
g) Japanische Nomen, die mit Bindestrich vor ein deutsches Wort gesetzt werden, sollten groß geschrieben werden.

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von guk » 12.12.2016, 13:59

OT:
Üblicherweise wird hier beim Zitieren gerne die Quelle genannt, in diesem Fall
http://www.zo.uni-heidelberg.de/md/zo/j ... -05-10.pdf

Es ist jedoch "nur" ein Konsens.

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von WinniePooh80 » 12.12.2016, 14:05

guk hat geschrieben:OT:
Üblicherweise wird hier beim Zitieren gerne die Quelle genannt, in diesem Fall
http://www.zo.uni-heidelberg.de/md/zo/j ... -05-10.pdf

Es ist jedoch "nur" ein Konsens.
´

Danke für die Info mit Quellenangabe. Hab ich übersehen, war aber nicht dieses Schriftstück. Hab ich woanders her gehabt. Liest sich aber fast gleich.
Und dieser "Konsens" in Verbindung mit der Info aus Japan ist dann wohl weniger NUR sondern schon fast eine unverbindliche Richtlinie, welche sich empfiehlt einzuhalten. ;-)

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Re: Ist Yoko Gake nicht zu gefährlich?

Beitrag von Fritz » 12.12.2016, 16:14

WinniePooh80 hat geschrieben:Es gibt beispielsweise auch beim Zählen von 1-10 mehrere Varianten bei der Ziffer 4 und 7 glaube ich. Da bin ich mir nicht ganz sicher. Aber für beide Zahlen gibt es zwei Begriffe. Und da ist dann die Anwendung je nach Anwendungsbereich unterschiedlich, weil die eine Version etwas mit Tod oder so zu tun hat.
Erstmal gibt es für die Zahlen von 1-10 prinzipiell die jap. und die "chinesische" Lesart. Ab 10 dann nur noch die chinesische.
Du hast aber recht, in der chinesischen Lesart kann 4 "yon" oder "shi" sein. Und für 7 gibt es dann "nana" und "shichi" (wobei "yon" u. "nana" wohl eher auch von der jap. Lesart herkommt).
"Shi" heißt auch "Tod, Sterben" hat aber ein anderes Kanji. Wann sie genau welche der Lesarten nehmen, ist mir aber nicht geläufig.
WinniePooh80 hat geschrieben:Übersetze ich den Wurfnamen aus der japanischen Schrift, trenne ich per Bindestrich oder einfach per Leerschritt. Aber er meinte, es ist bei uns üblich, mit Bindestrich zu arbeiten, damit die Begriffe zusammen verbunden bleiben. Dann bleibt der zweite und ggf. dritte Anfangsbuchstabe klein.
Wie gesagt, man kann es so machen... Aber es gibt keine verbindliche Vorschrift ;-)
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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