Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Hier geht es um Techniken, deren Ausführung und Beschreibung
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Hagakure
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Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Hagakure » 17.02.2016, 01:18

Hallo, Leutz! :)
Ich habe diese Technik bis jetzt lediglich nur als Countertechnik kennengelernt, nie aber als "to go move" oder als Folgeangriff.
Ich finde jedoch, dass ich diese Technik an sich mag, weil es gut in meinem Rhythmus passt, wenn ich andere Techniken einsetze und diese fehlschlagen.
Hat jemand Erfahrung mit dieser Technik und kann mir paar Tipps geben, wie ich diesen Wurf in mein Randori einbauen könnte?

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Fritz
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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Fritz » 17.02.2016, 11:03

Der "Klassiker" ist in der Regel Seoi-Nage probieren, überdrehen und dann mit Tani-Otoshi weiter.
Dann gibt es noch eine Angriffsform, wo Du einen Sumi-Otoshi zum Boden weiterführst.
Zu DDR-Zeit haben wir eine Tani-Otoshi-Variante (letztlich wohl von Kawaishi "überliefert") "beherrschen"
müssen, die arg an einen Ko-Soto-Gake-Ansatz erinnert hat, bei dem man Ukes Bein umschlingt, klemmt und
Uke dann nach hinten unter Aufgabe des eigen Gleichgewichts "umschießt"...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von CasimirC » 17.02.2016, 11:40

Ein Freund beherrscht den Wurf super und setzt den häufig nach einer Eindrehfinte als Angrifftechnik ein.
Theorie: Wenn alle wissen, wie es geht, und es geht nicht.
Praxis: Wenn es geht, und keiner weiß, warum.

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Cinow » 17.02.2016, 14:17

Das war meine Spezialtechnik zum ersten Dan.
Als Linkskämpfer hat man da, gegen (extreme) Rechtskämpfer gewisse Vorteile bei.
Hatte dann immer die linke Hand am Gürtel (oder im Nacken) und war in einer extremen Auslage...

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von CasimirC » 17.02.2016, 16:08

Äh ja, genau so macht der den auch ;)
Theorie: Wenn alle wissen, wie es geht, und es geht nicht.
Praxis: Wenn es geht, und keiner weiß, warum.

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Deshi » 17.02.2016, 17:34

Guck mal hier: https://youtu.be/B166K9X-wDA?t=22s
Leider kann ich nicht genau sagen, wie das funktioniert, sondern nur vermuten. Tori verleitet Uke dazu, seinen rechten Fuß zurückzunehmen
und folgt ihm seitlich außen mit Tsugi-Ashi-Schritten. Uke kann nur versuchen, seinen rechten Fuß immer weiter zurück zu setzen oder sich
seitlich drehen. Dabei ist ihm Tori aber voraus und führt Uke an ein Bewegungslimit.
Dann "setzt" Tori sich hin - mehr ein zügiges zu Boden gleiten - indem er sein Bein in Wurfrichtung streckt und nimmt Uke mit. Ich habe
das nur einmal oder zweimal demonstriert bekommen, aber ich konnte es bislang nicht selbst ausprobieren.

Ich glaube, das ist auch, was Fritz meinte, als er schrieb:
Dann gibt es noch eine Angriffsform, wo Du einen Sumi-Otoshi zum Boden weiterführst.
(Bitte korrigiere mich falls ich falsch liege.)

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Fritz » 17.02.2016, 18:21

Deshi hat geschrieben: Ich glaube, das ist auch, was Fritz meinte, als er schrieb:
Dann gibt es noch eine Angriffsform, wo Du einen Sumi-Otoshi zum Boden weiterführst.
(Bitte korrigiere mich falls ich falsch liege.)
Ja, das meinte ich, man kann es als Kombination üben: O-Soto-Gari-Angriff, Uke weicht nach hinten aus,
Tori setzt nach usw. usf...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von CasimirC » 17.02.2016, 18:28

Wirft man beim Tani-otoshi nicht eher nach hinten?

Für mich ist das in dem Video Yoko-otoshi, auch wenn die Übergänge bestimmt fließend sein können...
Theorie: Wenn alle wissen, wie es geht, und es geht nicht.
Praxis: Wenn es geht, und keiner weiß, warum.

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Deshi » 17.02.2016, 20:19

CasimirC hat geschrieben:Wirft man beim Tani-otoshi nicht eher nach hinten?

Für mich ist das in dem Video Yoko-otoshi, auch wenn die Übergänge bestimmt fließend sein können...
Das sieht hier seitlicher aus als es ist, weil Uke sich zu Tori dreht. Aber ja, die Übergänge sind fließend. Wir bekamen das neulich auf einem Lehrgang
sehr deutlich demonstriert: Uki Waza, Yoko Otoshi und Tani Otoshi sind prinzipiell die selbe Technik. Nur die Wurfrichtung macht den Unterschied
(Uke wird seitlich vorwärts geworfen -> Uki Waza, Uke wird seitlich geworfen -> Yoko Otoshi, Uke wird nach hinten/hinten zur Seite geworfen -> Tani Otoshi).
Ansonsten ist allen gemein, das Tori sich "hinsetzt" und sein Bein dafür ausstreckt (es dient bei keinem der drei Würfe zum Blockieren der Beine,
wie oft fälschlich angenommen wird).

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von guk » 17.02.2016, 20:45

https://www.youtube.com/watch?v=Wf0rKMS_nLU

Dort ist das noch einmal recht deutlich zu sehen. Über die Rolle des gestreckten Beines zusätzlich zur "Schwungmasse" (Sperre ja oder nein) gibt es zumindest unterschiedliche Meinungen. Ich hoffe, dass im "3. Daigo" das Thema wie gewohnt ausführlich behandelt wird... der steht wie bei vielen auf der Wunschliste ganz oben.

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Shorn » 17.02.2016, 23:27

Ich hab den, von mir aus gesehen, linken Tani-otoshi ebenfalls als Spezialtechnik für die Dan-Prüfung gewählt und komme mit diesem Wurf ganz gut zurecht.

Besonders wenn Uke nicht aufpasst, sein Gewicht voll auf seinen rechten Fuß und ich mit meinen linken Arm stark Ule's Schulter nach unten hin drücke, fliegt Uke regelmäßig. Und es kommt auch schon mal vor, dass Uke auf diesen Wurf im Randori mehrmals fliegt, wie gerade eben im Randori :-) .
[die rechte Hand bzw. den rechten Arm macht nix, aus den bekannten Gründen ...].
Shorn aka Ludger

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Re: Tani Otoshi als Angriffstechnik?

Beitrag von Hagakure » 24.03.2016, 17:50

Danke fürs Feedback :)
Ich fahre mittlerweile gut damit, nachdem ich Seoi-nage/Otoshi versuche (von der Rechtslage) Tani-Otoshi auszuführen (Linkslage). Ist mal Alternative zu Ko-uchi-Gari

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