Deutschsprach. Artikel über Katsukuma Higashi

Hier geht es um die Geschichte und um Traditionen des Judo
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Yannick.Schultze
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Deutschsprach. Artikel über Katsukuma Higashi

Beitrag von Yannick.Schultze » 01.03.2017, 09:01

Hallo Forum,

anbei ein deutschsprachiger Artikel über Katsukuma Higashi:
Matthias Müller: Der Mann aus Satsuma – Stammbaum des Jiu Jitsu nach Erich Rahn. In: Ju-Jutsu Journal. 09/2014 (DJJV) - S. 27-30

http://www.journal-djjv.net/epages/6374 ... %202014%22

Einer (M. Müller) aus dem Ju-Jutsu-Lager nach W. Heim und F.J. Gresch hat den Versuch unternommen den Jûjutsu-Stil von HIGASHI Katsukuma herauszufinden und liefert hier einige recht interessante Informationen.

Viel neues war für mich nicht dabei. Der Autor macht jedoch einige Fehler, von denen ich einige gerne vorab gerne korrigieren möchte:
- Ankunft von ONO Akitarô - Auf Bitten von Kaiser Wilhelm II. als erster offizieler japanischer Jiu-Jitsu Lehrer nach Deutschland entsandt.
Falsch - Der Nippon-Klub bat ONO Akitaro nach Deutschland zu kommen
- Nippon-Club war ein Kampfkunst-Dôjô in Berlin.
Falsch - Es war viel mehr eine Vereinigung der Japaner, die damals in Berlin gelebt haben. Sie unterhielten ein Gebäude, was man als Studentenunterkunft bezeichnen könnte. In diesen hat HIGASHI damals auch unterrichtet, genau wie ONO Akitarô
- Rahns erstes Dôjô wurde zudem bei einem Brand vernichtet.
Falsch - Seine erste Schule war zu klein. Er ging dann mit seiner Schule in den ehemaligen Eissportpalast. Seine spätere Schule, die er zwischen 1926 und 1930 bezog, wurde im Jahre 1944 durch einen Brand zerstört.
- Seine Universität war nur drei Kilometer von Rahns damaligen Dôjô entfernt.
Falsch - Rahns erste Schule und das Gebäude vom Nippon-Klub waren drei Kilometer von einander entfernt (Niederwallstraße ---> Schöneberger Ufer 10)

Trotz einiger Fehler finde ich den Artikel dennoch gut. Der Autor versucht, die Person HIGASHI genauer zu erforschen, was ihn schlussendlich auch zum Teil gelungen ist.

Trotzdem fehlen hier aber auch weitere wichtige Infos... aber dazu später mehr ;-)

Das Tsutsumi Hôzan-ryû 堤寶山流 muss auch noch weiter durchleuchtet werden. Es wird zwar vom Autor erwähnt und anhand eines 1906 in Berlin erschienen Buches leicht angekratzt, aber genauer auch nicht. ... und hier auch wieder "später mehr" !!!

Aber kurz vorweg, THR war ein Stil des Sôgô-Bujutsu 綜合武術... sprich er beinhaltete u.a. folgende Unterkategorien:
- Yawara (Jûjutsu)
- Kenjutsu (Schwertkunst)
- Bôjutsu (Stockkampfkunst)
- Naginata (Hellebrade)
- Bajutsu (Reitkunst)
- Kyûjutsu (Bogenschießkunst)
- Hojôjutsu (Fesselkunst)

und einige mehr.

Ohne zu viel vorweg zu nehmen kann man sagen, dass HIGASHI maximal einen gewissen Goshinjutsu 護身術 Teil auf Erich Rahn übertragen hat. Wie viel er selbst bis zum 16. Lebensjahr gelernt hat, ist an dieser Stelle schwer zu beantworten.

Mal gucken, was die Zukunft bringt ;-)

Gruss
Yannick
https://youtu.be/4xgx4k83zzc
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Re: Deutschsprach. Artikel über Katsukuma Higashi

Beitrag von Cichorei Kano » 03.03.2017, 02:30

Tsutsumi Hōzan-ryū was a very old school, and its origin even predates that of Takenouchi-ryû which often is considered the oldest jûjutsu art, started in 1532. Tsutsumi Hōzan-ryū may in fact be more than a century older.

Whilst in origin indeed a sôgô budô or coposite art, that does not mean that Higashi learnt all these arts. As we see with Kanô Jigorô, one has to be very careful. Kitô-ryû was a sôgô-budô too. Yet it is clair that Kanô never learnt anything else from Kitô-ryû than its jûjutsu, possibly only part of its jûjutsu, and using even more stringent scrutiny, possibly even not anything else except for a single kata. This is not (just) Kanô's "fault". The truth is that most Kitô-ryû branches by then had lost the armed components and were not teaching anything else exept for the jûjutsu part. It is possible, and even likely, that something similar happened to Higashi.

In addition, there seems to have been quite a bit of crossover from Kôdôkan jûdô into Tsutsumi Hōzan-ryū, to the extent that it becomes hard to say what still was original Tsutsumi Hōzan-ryū. or not. Moreover, the school has been extinct for a long time, except for an entirely modernized version that is still taught in Australia and that to many is not dinstinguishable from standard goshinjutsu, pretty much like the 1912 film of Tenjin shin'yô-ryû's Tobi Takisaburô. But at least for Tenjin Shin'yô-ryû the shool is still in existence and its densho pretty well known, whereas Tsutsumi Hōzan-ryū is quite a bit of a different case.

Yannick.Schultze
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Re: Deutschsprach. Artikel über Katsukuma Higashi

Beitrag von Yannick.Schultze » 03.03.2017, 03:25

Cichorei Kano hat geschrieben:In addition, there seems to have been quite a bit of crossover from Kôdôkan jûdô into Tsutsumi Hōzan-ryū, to the extent that it becomes hard to say what still was original Tsutsumi Hōzan-ryū. or not. Moreover, the school has been extinct for a long time, except for an entirely modernized version that is still taught in Australia and that to many is not dinstinguishable from standard goshinjutsu, pretty much like the 1912 film of Tenjin shin'yô-ryû's Tobi Takisaburô. But at least for Tenjin Shin'yô-ryû the shool is still in existence and its densho pretty well known, whereas Tsutsumi Hōzan-ryū is quite a bit of a different case.
Hallo CK,

mein Sensei traf den von dir erwähnten australischen Repräsentanten "Jan de Jong" das erste mal auf einen Seminar der "WJJF - World Ju-Jitsu Federation". Das Seminar fand 1990 in Helsingborg Schweden statt. Von da an wurde mein Lehrer ein direkter Freund der Familie de Jong. Wenn die australische Familie in die Nähe von Hamburg kam übernachteten Sie die meiste Zeit bei meinen Lehrer.

Mein Lehrer war so freundlich mir Video's vom besagten Seminar in Helsingborg zu zeigen. Das interessanteste war die Vorführung der Familie de Jong. Es wurden einzelne Waffentechniken gezeigt, die zum Curriculum des Tsutsumi Hôzan-ryû gehören. Die Techniken wurden auf Vorführungen gezeigt jedoch nicht unterrichtet. Unterrichtet wurde vereinzelt, auch auf anderen Seminaren Hojôjutsu-Techniken (Fessellungstechniken). Man kann daher davon ausgehen, dass Jan de Jong damals in den Jahren auf Java (Indonesien) doch schon einen einigermaßen großen Teil des THR-Curriculum erlernt hat.

Gruss
Yannick

PS. It's ok for you that I answer in German?
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