Kodokan Judo in Deutschland

Hier geht es um die Geschichte und um Traditionen des Judo
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Clonk
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Beitrag von Clonk » 17.10.2006, 12:18

Hi Tom,
mir geht's oft genauso, dass ich nicht ewig Lust habe anderen Leuten Sachen zu erklären, die für mich schon mehr als nur einfach sind. Ich kann dich da gut verstehen, wenn du dein Wissen nicht Hundert Mal erklären musst. Dass man in Foren nicht unbedingt richtig verstanden wird ist auch klar, auch wenn es jetzt in den letzten Beiträgen mehr als sonst waren. Aber du wird sich damit abfinden müssen, dass du als Sensei oft tausendmal gefragt wirst. Soweit dazu.
Ich habe Syniads Beitrag auch mit großem Interesse durchgelesen, und muss sagen, dass dort eine Menge kluger Sätze drinstanden, auch wenn sie teilweise etwas kritisch dargestellt waren. Ich hoffe, dass die Diskussion über die letzten Beiträge, die auch missverstanden, oder nicht verstanden wurden, mit Toms und Syniads Beiträgen nun beendet ist.
Gruß,
Clonk

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Fritz
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Beitrag von Fritz » 17.10.2006, 12:54

Meine Frage "Was nützt es euch?" war im übrigen ernst gemeint. Es würde mich doch sehr interessieren, was ihr mit den Informationen so anfangt, die ich euch bisher gegeben habe ...
Für mich sehe ich den Nutzen darin, "Einhak-Punkte" zum weiteren
Lesen (z.B. kann man manchmal gut nach Begriffen "googlen")
zu finden.
Weiterhin hilft es mir, bestimmte Dinge, ich im Laufe der Jahre gelegentlich
gehört oder gelesen habe, einzuordnen u. mich dran zu erinnern;
über die genannten Prinzipien "stolpert" man doch hin und wieder,
allerdings hatte die Zuordnung zu den japanischen Bezeichnungen mir bisher gefehlt...

Aus "Moderatorensicht" bin ich natürlich dran interessiert,
daß nicht nur mit "Schlagworten" "umhergeworfen" wird, die letztendlich nur ein "erlauchter Kreis Eingeweihter"
dekodieren kann und daß in diesem Forum nicht nur _über_ Wissen
geredet wird, sondern auch das Wissen _selbst_ beschrieben wird...

Selbstverständlich kann dieses Forum nicht die Übung auf der
Matte ersetzen, aber ich denke,
es kann diese durchaus sinnvoll ergänzen...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Clonk
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Beitrag von Clonk » 17.10.2006, 13:46

@Fritz: Ich hab es schon mal hier irgendwo geschrieben: Die Anwälte von Google wollen (oder wollten im August), dass der Begriff "googlen" aus dem Duden gestrichen wird. Eigentlich bedeutet es ja nur, "Etwas bei Google suchen". :irre
Frag mich nicht, wieso, ihnen ist vielleicht nur langweilig.
Clonk

Fritz: Das hat aber jetzt nichts mehr mit unserem Thema zu tun :eusa_naughty

Wolf
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"Kano enfernte aus dem ju jitsu....."

Beitrag von Wolf » 17.10.2006, 14:47

[Fritz: Dieser (und der nächste) Beitrag wurde von Christian in diesen Faden eingehängt auf Grund seiner thematischen Zugehörigkeit]

"kano entfernte aus dem Ju Jutsu alle gefährlichen techniken und erschuf eine friedliche sportart"

Welcher judoka hat diesen satz (zumindest vom inhalt her) noch nicht gehört?

Doch habt ihr euch jemals gefragt, wieviel sinn dieser satz überhaupt macht? so ziemlich wenig bis gar keinen!

um dies zu verdeutlichen ein kurze bestandsaufnahme:
im heutigen judo (oder im ringen in weißen anzügen, das sich häufig judo nennt) gibt es zum großteil nur würfe, hebel, würger und haltegriffe als techniken. in den traditionellen jiu jutsu stilen, aus denen kano das judo synthetisierte, gab es neben den oben genannten techniken auch noch schläge, tritte und natürlich auch waffentechniken.

dass waffentechniken nun gefährlicher sind als würfe usw möchte ich hier gar nicht bezweifeln. jedoch habe ich bei schlägen und tritten da schon meine bedenken.
Denn:
das ziel eines wurfes ist es, den gegner so zu wefen, dass dieser aufs schultereckgelenk, aufs schädeldach oder gar auf sein genick fällt (den partner im training auf die seite zu werfen ist eine übungsform, weil man sonst einen zu hohen uke-verschleiß hätte).
das ziel einer würge ist es, den gegner, wie der name schon sagt, zu erwürgen, also zu töten (auch hier gilt: das abklopfen im training dient dazu, um seinen partner zu signalisieren:"im ernstfall hättest du mich jetzt getötet")
das ziel eines hebels ist es, das angegriffene gelenk zu zerstören, also zu brechen oder auszukugeln um seinen gegner kampfunfähig zu machen (wieder: das abklopfen ermöglicht nur einen effektiven trainingsbetrieb)

also für mich klingt das alles andere als ungefährlich, denn das ziel dieser 3 technikgruppen ist ganz klar, das verletzen oder gar töten eines gegners! ungefährlich????

und nun zu den schlägen und tritten, die kano ja entfernt hat:

schläge und tritte allgemein sind natürlich nicht ungefährlich und haben das klare ziel, einem gegner schmerzen zu zufügen, ihn gar k.o. zu schlagen.
jedoch: ein ausgeknockter boxer steht meistens nach ca 3-4 min wieder auf, und ein erwürgter mensch????

ein thaiboxer, der mit einem low-kick gefällt wurde und nun einen blauen fleck auf bein hat, der fast größer ist, als das gesamte bein, steht auch recht schnell wieder auf und humpelt in die kabine. und jemand, der aufs genick geworfen wurde und sich dieses dadurch brach???

diese beispiele entfallen natürlich, wenn ich die möglichkeit habe, 1-2 stunden auf jemanden einzuschlagen. im direkten vergleich jedoch kann eine würge, ein hebel oder ein wurf wesentlich mehr schaden anrichten, als z.B. ein gut gesetzter schlag zur leber ;)

ich hoffe es ist deutlich geworden, dass die heutigen judotechniken richtig angewendet (!!!!) mindestens genauso gefährlich sind, wie die techniken, schläge und tritte, die kano angeblich aus dem jiu jutsu entfernt haben soll.

also zurück zum anfang: dieser satz ist doch recht sinnfrei ;)

mfg Wolf

P.S.: allerdings ein wenig sinn ergibt dieser satz schon, wenn man überlegt, dass mit den gefährlichen techniken vllt die für tori gefährlichen gemeint sein könnten, also zB atama-uchi-mata oder das krampfhafte verhindern eines wurfes (-->kopfbrücke usw) wenns doch fallübungen gibt.....

viel freude beim drüber grübeln :)
"es ist leichter, ein atom zu spalten, als eine gefasste meinung zu verändern"

ôO

Beitrag von ôO » 17.10.2006, 15:09

Ich weiß es zwar nicht sicher, aber ich denke, Kano hat keine für den Uke gefährlichen Würfe entfernt, sondern eine Form entwickelt, wie man diese Würfe trainieren kann, ohne daß das Verletztungsrisiko sehr hoch ist. (Wie schon gesagt, es ist eine Vermutung - ich weiß es nicht - könnte mir das aber gut vorstellen..^^)
Und zu diesem krampfhaften Verhindern eines Wurfes... Ich bin der Meinung, man sollte sich werfen lassen, wenn man merkt, daß man es kaum bzw. gar nicht mehr verhindern kann. Denn dieses Abstützen oder in der Kopfbrücke landen ist, denke ich mal, sehr verletzungsintensiv. Allerdings kann ich halbwegs verstehen, warum sich die meisten nicht werfen lassen wollen, weil sie dann schließlich im Randori geworfen wurden oder in einem Wettkampf sogar verlieren können.. Und das ist den meisten anscheinend wichtiger als ihre Gesundheit :?

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Lin Chung
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Beitrag von Lin Chung » 17.10.2006, 19:58

Ich bin echt sprachlos. Tritte und Schläge werden als harmlos hingestellt.
Wenn dich einer mit einem Shuto Uke (Handkante) an der Halsschlagader richtig trifft, stehst du nicht so schnell wieder auf.
Mit Nihon-Nukite (zwei Fingerstich) in die Augen verlierst du dein Augenlicht.
Ein Choku-Zuki (gerader Fauststoß) zum Kehlkopf, was dann?
Ein Mawashi Geri (Kreistritt) zum Kopf mit voller Wucht ausgeführt, da bleibst du nicht mehr stehen und wenn du Pech hast, bist du ein Leben lang gezeichnet.

Das jetzt mit einem Kickboxer und... zu vergleichen, war schon echt fies.

Ein Sportjudoka schafft es nicht mal zum Wurf, wenn der Gegner ihn nicht nah genug ranläßt und gegen Leute aus dem BJJ habt ihr erst recht keine Chance.

Wer aber Kodokan Judo lernt, der lernt eben auch das fehlende I-Tüpfelchen.

Ich habe das Judo gelernt, genau wie ihr. Aber das war mir zu wenig.
Grüße
Norbert Bosse
ボッセ・ノルベルト

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kodokan judo

Beitrag von tom herold » 18.10.2006, 11:14

Lieber Wolf,
wenn du mich schon zitierst (wörtlich oder sinngemäß), dann hätte ich doch gern den einen oder anderen Verweis darauf.
Daß du mich zitiert hast, ist an einigen bisher nur von mir verwendeten Begriffen deutlich geworden ("Atama" bedeutet "Kopf", den Begriff "Atama-Uchi-Mata" habe ich sozusagen geschaffen, um zu illustrieren, was Tori da anstellt - er stellt sich zur Wurfausführung komplett auf den eigenen Kopf, und das ist natürlich tödlich für ihn selbst, siehe Nagaoka, dem genau das passiert ist. Atama-Uchi-Mata ist keine im Kodokan oder der Butokukai offiziell verwendete Bezeichnung).
Natürlich bin ich erfreut, wenn ich zitiert werde und wenn man mir zustimmt - doch auch indirekte Zitate sollten als solche kenntlich gemacht werden. Das ist einfach eine Frage der Höflichkeit. ;)
Trotzdem - ich freue mich darüber, daß meine Anregungen und Erkenntnisse Eingang in das Denken etlicher Judoka finden ...
Freundliche Grüße
Tom

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kodokan jûdô

Beitrag von tom herold » 20.10.2006, 11:25

So, da etliche von euch Kanos Schriften gewiß (noch?) nicht gelesen haben, möchte ich hier mal einen kleinen Auszug bringen, der sich dem Randori, den Atemi-Waza und der korrekten Körperhaltung widmet.

Kano Jigoro
"Dojo ni Okeru Shugyosha ni Tsuga" (1936):
"Es gilt, eines zu beachten: in der Praxis des Kampfes, wenn man von Anfang an nur daran denkt, zu siegen, wird man zu einem Sieg nicht in der Lage sein. Man ist zu fixiert auf den Sieg, um zu gewinnen.
Wenn man die Absicht hat, eines Tages zu gewinnen, dann muß man sich zunächst damit begnügen, eine Zeit lang zu verlieren. Und selbst dann, wenn man riskiert, zu verlieren, muß man in die Offensive gehen, verschiedenen Techniken ausprobieren und hart trainieren.
Wenn man dies verinnerlicht, wird man nicht länger kämpfen, als ob man an einer Stelle angenagelt wäre, und man wird auch nicht mehr nur in eine Richtung agieren.
Man wird auch vermeiden, die Hüften über Gebühr abzusenken und vornübergebeugt in einer defensiven Haltung zu verharren, wie es leider heutzutage so oft zu sehen ist.
Der Grund dafür, daß das Randori heute so mißverstanden wird, liegt darin, daß man allgemein vergessen zu haben scheint, daß das Randori den ernsthaften, echten Kampf schulen und auf diesen vorbereiten soll.
Wenn aber jemand wirklich ernsthaft kämpft, ist eine Haltung, in der man die Hüften absenkt, die Beine spreizt und den Kopf nach vorn unten absenkt, um nicht geworfen zu werden, extrem unvorteilhaft.
Sowohl das Gesicht als auch der Oberkörper sind in einer solchen abgebeugten, defensiven Haltung nämlich leicht zu erreichende Ziele für die Atemi des Gegners. Auch ist es sehr schwer, sich in einer solchen Haltung schnell genug zu bewegen, um die Attacken des Gegners abzuwehren.
Atemi werden heute nicht mehr ständig im Randori angewandt, da sie sehr gefährlich sind, doch man muß sie trotzdem immer und immer wieder üben, da man stets damit rechnen muß, daß der Gegner mit solchen Techniken angreift.
Der Fehler, darauf nicht genügend zu achten, ist die Wurzel vieler Mißverständnisse in Bezug auf das Jûdô.
Darum sollte man unbedingt Wert darauf legen, im Training und im Kampf eine natürliche Körperhaltung einzunehmen, ohne den Körper zu beugen oder zu verdrehen. Die Arme und Beine sollten entspannt sein, damit man sich frei und schnell bewegen kann.
Manchmal ist es akzeptabel, eine etwas gebeugte Verteidigungshaltung einzunehmen, doch immer nur für einen kurzen Moment. Die natürliche Körperhaltung muß beibehalten werden oder man muß sofort zu ihr zurückkehren."
Klingt erstaunlich aktuell, oder? Vergleicht mal euer Randori-Verhalten mit dem, was Kano hier anmahnt ...

Zum Thema "Atemi" hat sich auch ein Jûdôka namens Yokoyama Sakujiro geäußert.
Yokoyama Sakujiro war einer der vier besten Kämpfer des Kodokan, einer der vier "Shitenno" (= Himmlischer Kaiser, so nannte man die vier wegen ihrer enormen Kampfkraft) und natürlich war Yokoyama ein persönlicher Schüler Kanos.
Yokoyama trug den Spitznamen "Oni" (der Dämon).
Yokoyama schreibt im Jahre 1915 in "Jûdô Kyohan":
"Zu wissen, wie und wohin man schlägt, reicht nicht aus, um Atemi-Waza so erfolgreich anwenden zu können wie andere Techniken.
Man muß zuerst lernen, sich stets frei und ungehemmt von den Absichten der anderen Bereiche des Jûdô zu bewegen, um in der Lage zu sein, solche Techniken anwenden zu können.
Immer, wenn man die Gelegenheit hat, den Körper des Gegners mit Hand oder Fuß zu schlagen, wird es nicht effektiv sein - es sei denn, man besitzt gute Fähigkeiten im Schlagen, Treten und Stoßen.
Daher muß man nicht nur lernen, wie und wohin man schlägt, man muß es auch üben, und außerdem muß man sich bemühen, gute Fähigkeiten im Schlagen, Stoßen und Treten zu erwerben.
Atemi-Waza sind - im Gegensatz zu anderen Techniken - sehr gefährlich, und Anfänger sollten nicht versuchen, sie anzuwenden, ehe sie nicht ihre Muskeln entwickelt und gelernt haben, wie sie sich frei bewegen können beim Praktizieren von Nage-Waza und Katame-Waza.
Anfänger mögen die Techniken der Atemi-Waza praktizieren, indem sie auf die Wände ihres Hauses oder andere Objekte einschlagen mit ihren Fäusten, Ellbogen, Knien und Füßen.
Anfänger können großen Nutzen daraus ziehen, sich hingebungsvoll dieser Praxis zu widmen."
Tokyo 1915

So, da ihr die Quellen habt, könnt ihr ja nachlesen.
Vielleicht auch mal über Kanos Worte und die von Yokoyama nachdenken ...

Grüße
Tom

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Fritz
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Beitrag von Fritz » 21.10.2006, 19:15

Sehr schöne Zitate... :-)
Man wird auch vermeiden, die Hüften über Gebühr abzusenken und vornübergebeugt in einer defensiven Haltung zu verharren, wie es leider heutzutage so oft zu sehen ist.
Interessant, daß es zu Kanos Lebzeiten bereits das angemahnte Problem gab ;-)
Anfänger mögen die Techniken der Atemi-Waza praktizieren, indem sie auf die Wände ihres Hauses oder andere Objekte einschlagen mit ihren Fäusten, Ellbogen, Knien und Füßen.
Ich empfehle _nicht_ übermäßig auf Steinwände einzuprügeln, damit
könnt ihr Euch recht gut die Knochen ruinieren.
Bitte bedenkt, daß Holz (und Papier ;-) ) in Japan früher der überwiegenden Baustoff war...
Mit freundlichem Gruß

Fritz

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Beitrag von kamiu » 21.10.2006, 20:42

Ich empfehle _nicht_ übermäßig auf Steinwände einzuprügeln, damit
könnt ihr Euch recht gut die Knochen ruinieren.
Bitte bedenkt, daß Holz (und Papier zwinkern ) in Japan früher der überwiegenden Baustoff war...

Ich würd mir nen Boxsack kaufen und auf den einschlagen... ;)

Heute ist ein bekannter Baustoff ja Beton.. mhmm.... nein, auf den würd ich doch nicht gleich einschlagen. Aber wer einen alten Baumstumpf in der Nähe hat, der kann ja auf den einschlagen. Oder man könnte sich ein simples Makiwara basteln... das geht sogar aus Telefonbüchern...
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Beitrag von remy-otoshi » 30.10.2006, 09:55

Frisch aus dem Urlaub zurück, klinke ich mich gerne wieder in die Diskussion ein.

@Tom: Darf ich, ausnahmsweise, Deinen Post betreffs der Kritik an meiner Website etwas umschreiben? So in etwa:

"Hallo remy-otoshi, ich habe mir Deinen Text zur Judo-Theorie mal durchgelesen: Eiei, den könntest Du doch mal überarbeiten, oder? Ich unterstütze Dich gerne dabei, wenn Du möchtest."

Ich hätte dann geantwortet:
"Du hast völlig Recht Tom, der Text stammt von anno dazumal!!! Danke für Dein nettes Angebot, ich würde es sehr gerne in Anspruch nehmen!"

Das ist Judo. ;)


@ Syniad: Ausgezeichneter Post!
Gruß, remy-otoshi
http://www.judowirbel.de

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kodokan jûdô

Beitrag von tom herold » 30.10.2006, 11:19

Hallo Remy-Otoshi, ich habe mir deinen Text zur Jûdô-Theorie mal durchgelesen: Eiei, den könntest du doch mal überarbeiten, oder? Ich unterstütze dich gern dabei, wenn du möchtest.

PS: DAS also ist Jûdô ... AHA.

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Beitrag von remy-otoshi » 30.10.2006, 12:39

Hey Tom, Du hast völlig Recht! Der Text bedarf nicht nur der Überarbeitung, sondern müsste dringend erweitert werden. Dank für die angebotene Hilfe: Ich freue mich richtig!!! darüber und nehme sie gerne an!! Ich melde mich diesbezüglich bei Dir in den nächsten Tagen.

@all: Ich habe eine sehr schöne Seite gefunden zur Geschichte der Kampfschulen in Japan (nur bedingt im direkten Zusammenhang mit Judo, eher sehr historisch): http://www.tenshukaku.de - da ackere ich mich gerade durch.

Zum Thema Sensei noch dieser Link: http://www.budo-nyumon.homepage.t-online.de/titel.htm.
Gruß, remy-otoshi
http://www.judowirbel.de

BadenIkkyu

Kuatsu/kappo

Beitrag von BadenIkkyu » 30.10.2006, 12:44

gehört meines Erachtens auch dazu... zur DAN-Ausbilndung nämlich ;) und zum (traditionellen) Judo. Da habe ich eine Frage (speziell an Herold-Sensei und Lin Xhung, aber trotzdem offen für alle)
Gibt es (gute)Kuatsu-Lehrgänge [bzw. Einweisungen bzw. Bücher/unterlagen (ausser dem PUNZET) vll. auch traditionelles Kuatsu? Möglicherweise im System vom Tom? Weil ich das lernen will, weil das für mich zum Schwarzgurt dazugehört und hier laut meinem DAN-Referenten es das nicht gibt bzw. er nichts hier kennt. :danke

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Beitrag von Lin Chung » 30.10.2006, 13:21

Hallo zusammen.

Der Name Kuatsu steht für erste Hilfe in den japanischen KKsten.
Aber auch hier gibt es viele, die von dem, was sie anbieten überhaupt keine
Ahnung haben. Denen geht es nur ums Geld.

Schau mal auf
http://www.taekwondo-schwerte.de Liegt in NRW.
Ein Herr Sobota dort gibt selbst Seminare in Kuatsu.

Vielleicht kennt Tom noch einige.
Grüße
Norbert Bosse
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Der Müller
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Beitrag von Der Müller » 31.10.2006, 11:36

Will vielleicht jemand von denen, die in Urberach bei dem Lehrgang waren, mal einen Bericht schreiben?
So, sehr spät, aber besser als nie. Es hat ewig gedauert, bis ich diesen Thread wieder gefunden habe, folglich habe ich mir die vielen weiteren Ausführungen nicht reingezogen.

Kleiner Bericht zum Lehrgang mit Tom.

Leider konnte ich, wie schon gesagt, nicht an der kompletten Veranstaltung teilnehmen und habe somit "nur" wenig mitbekommen. Sonntag musste ich ganz sausen lassen.
Deshalb wird das kein Bericht, in dem Techniken erklärt und/oder auseinandergenommen werden, sondern eher ein Status- und Informationsbericht.

Das Besucherklientel war bunt gemischt, alters- wie gürtelgradbezogen. Es gab auch die ein oder anderen, die beim HJV wohlbekannt sind, was mich eigentlich nicht wirklich überraschte. Das was ich mitbekommen habe war sehr interessant, wenn z.T. auch nicht neu (im weitesten Sinne - dazu später mehr). Während meiner Anwesenheit wurden Bodentechniken und Standtechniken gezeigt, erklärt und kommentiert, zum Abschluss gab es noch eine Einheit joga-ähnlicher Übungen zum Ausklingen und Entspannen des Körpers. Ich bin mit einer Erwartung zu diesem Lehrgang gekommen, die einerseits Neugierde und ein wenig Skepsis was mich erwarten würde, andereseits aber auch die Vorfreude auf neue Techniken und Mentalitäten zum Judoverständnis gefüllt war. Vorab, ich wurde nicht enttäuscht, bis auf den Punkt Skepsis (die hat sich in Luft aufgelöst).

Um den "Gegnern" von Tom ein wenig den Wind aus den Sgeln zu nehmen: Ihr hättet Euch gewundert, wieviele Dinge dort gezeigt wurden, die man schon einmal gelernt hatte, aber doch aufgrund der Zeit, der Regelungen in den DJB Verbänden, des Trainings, usw. vergessen hat. Und vor allem, wie logisch und einfach (im Sinne des Verstehens) der Sport Judo ist. Insofern könnte man das Judo, das Tom hier nicht müde wird zu erklären für uns DJBler, als "Back to the roots" bezeichnen. Genauso habe ich mich auch gefühlt. Lag natürlich auch daran, dass ich einen alten Bekannten dort getroffen, habe, bei dem ich vor Urzeiten einmal trainiern durfte - Toms Sensei.

So, das klingt jetzt so, dass ich mich hier voll und ganz auf Toms Seite geschlagen habe und er mich sozusagen umgepolt hat. So ist das nicht ganz. Natürlich ist es derart, dass ich sehr angenehm von Tom überrascht war und bin, dass das was er gezeigt und erzählt hat Hand und Fuß hat. Aber ich muss dennoch sagen, dass ich weiterhin Mitglied des HJV (DJB) bleiben werde und auch weiterhin zu vielen Regeln des DJB stehe, z.B. ist es für mich einleuchtend, dass der DJB das Judo auf Wettkampf ausrichtet, damit Deutschland weiterhin Nachwuchs in diesem Bereich bekommt. Über die Methoden das zu erreichen schweige ich lieber, denn darum geht es hier jetzt nicht. Nur ist es für mich jetzt unbestritten, dass Tom das Judo zeigt, von dem man sagen kann: "Man lernt nie aus"!

Zu den Techniken. Ich abe einige sehr interessante Techniken für die Bodenarbeit kennengelernt. Angriff gegen Uke in der Rückenlage, Verteidigung der eigen Rückenlage, gespickt mit netten Klenigkeiten, die ein Judokaherz erfreuen. Weiter ging es dann im Stand mit Wurfeingängen (speziell Tokio Hiranos Eingang), Kuzushi mit anschließendem Wurf und einigen Abtauchtechniken, die z.T. ganz neu für mich waren.

Die einzelnen Techniken versuche ich in nächster Zeit revuepassieren zu lassen und nach und nach hier zu posten.
Gruß
Jochen

tom herold
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kuatsu

Beitrag von tom herold » 31.10.2006, 11:37

@Baden Ikkyu: ja, das gibt es. Man muß es aber immer im Zusammenhang betrachten und auch so erlernen - sonst nützt es nix. (Was hat man sich denn bspw. wirklich vom Erste-Hilfe-Kurs damals in der Fahrschule gemerkt?)
Kuatsu sollte man schon so erlernen, daß man bspw. Atemi-Waza übt und dann die Wirkung wieder (zumindest teilweise) aufzuheben lernt durch bestimmte Atemtechniken und bestimmte Aktivierung diverser Kyusho-Punkte. Gleiches gilt für die Neutralisierung des gelenkschmerzes nach oder sogar bei einem Hebel - im übrigen recht gefährlich, einen Hebel so zu verhindern, das sollte man nur, wenn es um Leben und Tod geht. Man kann auch Würgegriffe so im nachhinein schneller "verdauen" oder sie damit erfolgreich "ins Leere" laufen lassen - aber auch das ist extrem gefährlich für den Ungeübten.
Es ist dies ein Wissen (und ich bitte das zu akzeptieren), welches jeder Sensei nur an wirklich vertrauenswürdige Schüler weitergibt.
Wer dazu "Lehrgänge" abhält, ist für gewöhnlich nicht qualifiziert, dies zu tun (sage ich aus Erfahrung - Ausnahmen mögen auch hier die Regel bestätigen).
Ich kann, wenn der Wunsch besteht, auf einige wenige diesbezügliche Dinge auf dem Seminar in Urberach eingehen - wenn wir dazu Zeit finden ...
Freundliche Grüße
Tom

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Noch mal zum Lehrgang

Beitrag von tom herold » 31.10.2006, 11:46

Hallo Jochen, danke schön für die Blumen. :D
Es freut mich natürlich ganz, ganz doll, daß es dir (und etlichen anderen, wie ich meinen e-mails entnehmen durfte) wirklich gefallen hat.
Leider konnte ich in der Kürze der Zeit nur auf die "allerfundamentalsten" Dinge eingehen - die wirklich interessanten Sachen kamen wieder mal zu kurz. (Die anderen Wurfeingänge Hiranos bspw. konnte ich gar nicht zeigen - die Zeit, die Zeit ... :cry: )
Tja, da hilft wohl nur eins - ein neues Seminar muß her, wie schon gesagt wieder bei Frank Thiele und wieder in Urberach. Datum: 9. und 10 Dezember - also gar nicht mehr so lang hin!!
Ich freue mich über jeden, der daran teilnimmt, ihr seid also herzlich willkommen. :D
Besonders freut es mich, das wir über "Verbandsgrenzen" hinweg endlich mal miteinander auf der Matte stehen können, um voneinander zu lernen.
Ob man das Gelernte dann im Wettkampf anwendet oder nicht und nach welchen Regeln dieser Wettkampf stattfindet, ist doch nebensächlich ...
Also, ich denke, wir werden auf dem Lehrgang in Urberach viel wiederholen (ich weiß, das verspreche ich jedes mal und dann kann ich es mir doch nicht verkneifen, dauernd neue Dinge zu zeigen ...)
Ihr Lieben - den Gi eingepackt und auf nach Urberach!
Freundliche Grüße
Tom

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Beitrag von remy-otoshi » 31.10.2006, 11:56

Das sind die zwei schönsten Sätze im ganzen Thread!!!!!
Besonders freut es mich, das wir über "Verbandsgrenzen" hinweg endlich mal miteinander auf der Matte stehen können, um voneinander zu lernen.
Ob man das Gelernte dann im Wettkampf anwendet oder nicht und nach welchen Regeln dieser Wettkampf stattfindet, ist doch nebensächlich ...
Gruß, remy-otoshi
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Beitrag von Der Müller » 31.10.2006, 11:58

remy-otoshi hat geschrieben:Das sind die zwei schönsten Sätze im ganzen Thread!!!!!
Besonders freut es mich, das wir über "Verbandsgrenzen" hinweg endlich mal miteinander auf der Matte stehen können, um voneinander zu lernen.
Ob man das Gelernte dann im Wettkampf anwendet oder nicht und nach welchen Regeln dieser Wettkampf stattfindet, ist doch nebensächlich ...
Da gebe ich Dir voll und ganz Recht. Und ... es macht Spaß :D
Gruß
Jochen

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